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Sicherheitsbeauftragter Verkehrssicherheit

Sichere Wege bei Eis und Schnee

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Ein verschnei­ter Park­platz, eine rutschige Lade­rampe, bei Nässe glit­schige Flie­sen im Eingangs­be­reich – Winter­wet­ter kann nicht nur den Betriebs­ab­lauf stören, sondern auch zu gefähr­li­chen Unfäl­len führen. Abhilfe schafft ein gut orga­ni­sier­ter Winter­dienst.

Offi­zi­ell dauert die Winter­sai­son vom 15. Okto­ber bis zum 31. März. Unab­hän­gig vom Kalen­der gilt jedoch: Sobald Schnee fällt, muss ein Winter­dienst orga­ni­siert sein. Denn Rutsch­ge­fahr aufgrund von Schnee und Glätte ist neben schlech­ten Sicht­ver­hält­nis­sen im Winter die Haupt­ur­sa­che für Arbeits‐ und Wege­un­fälle. Bei Stra­ßen, Rad‐ und Fußwe­gen sind eigent­lich die Städte und Gemein­den als Grund­stücks­ei­gen­tü­mer für die Einhal­tung der Streu‐ und Räum­pflicht zustän­dig. Sie geben diese Pflicht für öffent­li­che Fußwege jedoch meis­tens über ihre Satzung an die Anlie­ger weiter. In solchen Fällen sind auch Unter­neh­men als Eigen­tü­mer oder Mieter eines angren­zen­den Grund­stü­ckes für die Räumung der öffent­li­chen Fußwege zustän­dig. Die genauen Uhrzei­ten regelt die jewei­lige Gemein­de­sat­zung – häufig müssen Bürger­steige werk­tags zwischen 7 und 20 Uhr schnee‐ und eisfrei gehal­ten werden, sonn‐ und feier­tags ab 8 oder 9 Uhr.

Bei der Streu‐ und Räum­pflicht auf dem Betriebs­ge­lände hängen die Anfor­de­run­gen von den betrieb­li­chen Gege­ben­hei­ten ab. Zuwege, Zufahr­ten und Park­plätze müssen immer dann gefahr­los befah­ren und began­gen werden können, wenn nennens­wer­ter Verkehr zu erwar­ten ist. Beginnt beispiels­weise der Betrieb um 6 Uhr oder gibt es nächt­li­chen Liefer­ver­kehr, muss vorher geräumt werden.

Verant­wort­li­chen fest­le­gen

Wollen sich Unter­neh­men selbst um den Winter­dienst auf ihrem Betriebs­ge­lände kümmern, brau­chen sie vor allem eine gut orga­ni­sierte Aufga­ben­ver­tei­lung. Zunächst sollte ein Verant­wort­li­cher für den Winter­dienst fest­ge­legt und mit einem ausrei­chen­den Zeit­kon­tin­gent ausge­stat­tet werden. Dieser muss über die gelten­den kommu­na­len Bestim­mun­gen unter­rich­tet werden sowie darüber, welche Berei­che auf dem Betriebs­ge­lände in welcher Weise zu sichern sind. In einem nächs­ten Schritt wird eine betrieb­li­che Rufbe­reit­schaft orga­ni­siert. Ob der Winter­dienst mobi­li­siert werden muss, entschei­det sich dann im Zuge der soge­nann­ten Wetter­schau – also auf Grund­lage von Wetter­mel­dun­gen und -progno­sen, beim Blick aus dem Fens­ter oder nach einer kurzen Bege­hung des Betriebs­ge­län­des.

Die passende Ausrüs­tung

Beim Winter­dienst selbst kommt es auf die rich­tige Ausrüs­tung an. Die Ausfüh­ren­den soll­ten über eine passende Ausstat­tung verfü­gen, beispiels­weise rutsch­feste Schuhe, Hand­schuhe, reflek­tie­rende Klei­dung und even­tu­ell eine Stirn­lampe. Welche Räum­ge­räte und Streu­mit­tel am besten geeig­net sind, hängt von den örtli­chen Gege­ben­hei­ten ab. Bei klei­nen Flächen und gerin­gen Schnee­men­gen genü­gen häufig Schnee­schau­feln oder -schie­ber. Aller­dings ist aus ergo­no­mi­scher Sicht darauf zu achten, dass die Schnee­menge ohne großen Kraft­auf­wand beweg­bar bleibt und es nicht zu Dreh‐ oder Wurf­be­we­gun­gen – insbe­son­dere über die Schul­ter – kommt. Bei größe­ren Flächen und Schnee­men­gen bieten sich motor­be­trie­bene Räum­ge­räte an, die es für unter­schied­li­che Arbeits­brei­ten gibt, beispiels­weise Flächen­blä­ser, Schnee­frä­sen oder Anbau­lö­sun­gen für Gabel­stap­ler und Rasen­trak­to­ren. Um fest­ge­fro­rene Schnee­reste oder Verei­sun­gen zu lösen, werden scharf­kan­tige Eisstö­ßer verwen­det.

Streu­ge­räte und -wagen

Streu­ge­räte lassen sich eben­falls an Gabel­stap­ler oder Rasen­trak­to­ren ankup­peln, sie funk­tio­nie­ren hydrau­lisch oder elek­trisch. Es gibt jedoch auch manu­ell nutz­bare Streu­wa­gen, die beim Schie­ben oder Ziehen das Streu­gut vertei­len – für unter­schied­li­che Flächen­di­men­sio­nen und verschie­dene Streu­mit­tel. Um Flächen nach dem Schnee­räu­men abzu­stump­fen, wird Splitt, Sand, Granu­lat oder feine Asche empfoh­len. Wich­tig ist, dass das Mittel keine Verfär­bun­gen verur­sacht und sich bei Tauwet­ter leicht wieder aufneh­men lässt. Auftaumit­tel wie Salz sind häufig auf norma­len Wegen nicht erlaubt, abge­se­hen von abso­lu­ten klima­ti­schen Ausnah­me­fäl­len wie Blitz­eis sowie auf Gefah­ren­stel­len wie Trep­pen oder Rampen.

Anti­rutschmat­ten verhin­dern Stürze

Unter­neh­mer können im Winter übri­gens mehr tun, als für einen schnee‐ und eisfreien Boden zu sorgen. Streu­gut­sä­cke, Schau­feln oder Eimer sind Stol­per­fal­len und soll­ten daher nicht auf Wegen stehen. Bei sämt­li­chen Über­da­chun­gen ist sicher­zu­stel­len, dass Schnee­la­wi­nen oder abbre­chende Eiszap­fen keine Passan­ten gefähr­den. In bei Nässe glit­schi­gen Eingangs­be­rei­chen können Anti­rutschmat­ten Stürze verhin­dern. Und die Beschäf­tig­ten können eben­falls einen Beitrag zur Unfall­ver­mei­dung leis­ten: mit winter­fes­ten Fahr­zeu­gen und passen­dem Schuh­werk.


Autorin: Petra Hannen

Fach­jour­na­lis­tin

Foto: privat
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