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Ausbildung nach dem „Stand der Technik“ erforderlich!

Tele­skop­stap­ler sicher bedie­nen

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Auf Baustel­len und im Betrieb sind sie als wert­volle Helfer bekannt: Tele­skop­stap­ler. Funk­tio­nal wie ein Schwei­zer Taschen­mes­ser erle­di­gen sie fast jede Trans­port­auf­gabe. Wegen ihrer verän­der­li­chen Reich­weite und der viel­fäl­ti­gen Anbau­ge­räte sind die Maschi­nen weit verbrei­tet. Aber wie bei jeder moder­nen Tech­nik gilt auch hier: Das Arbei­ten mit Tele­skop­stap­lern ist nur dann sicher, wenn die Maschi­nen auch von geschul­ten Fahrern bedient werden. Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit soll­ten den Arbeit­ge­ber darüber infor­mie­ren, was beim Einsatz von Tele­skop­stap­lern zu beach­ten ist. Dieser Beitrag stellt einige wich­tige Arbeits­schutz­as­pekte vor.

Tele­skop­stap­ler verfü­gen im Vergleich zu Front­ga­bel­stap­lern über einen Ausle­ger, der tele­sko­pier­bar ist und zudem geho­ben bezie­hungs­weise gesenkt werden kann. Sofern die Maschine über einen beweg­li­chen Ober­wa­gen verfügt, kann der Tele­sko­p­aus­le­ger außer­dem seit­lich geschwenkt werden. Man spricht hier
von soge­nann­ten Endlos­dre­hern oder Maschi­nen mit mecha­ni­schen Endan­schlä­gen. Letz­tere erlau­ben einen Schwenk­be­reich des Tele­sko­p­aus­le­gers von bis zu 400 Grad. Die euro­päi­schen Bauvor­schrif­ten unter­schei­den folgende Maschi­nen­ty­pen:

  • Stap­ler mit verän­der­li­cher Reich­weite nach DIN EN 1459 Teil 1
  • Schwenk­bare Stap­ler mit verän­der­li­cher Reich­weite nach DIN EN 1459 Teil 2

Aber diese norma­tive Unter­schei­dung ist nicht der einzige Unter­schied. Je nach ange­bau­tem Last­auf­nah­me­mit­tel ist der Einsatz der Maschine entwe­der als Tele­skop­stap­ler, Mobil­kran, Radla­der oder als Hubar­beits­bühne möglich. Diesen großen Anwen­dungs­be­reich ermög­li­chen folgende Anbau­ge­räte:

  • Gabel­z­in­ken, inklu­sive deren Verlän­ge­run­gen
  • Ausle­ge­rer­wei­te­run­gen mit Kran­ha­ken
  • hydrau­lisch wirk­same Seil­win­den mit Kran­ha­ken
  • Erd- und Schütt­gut­schau­feln mit und ohne Aufreiß­zähne
  • Arbeits­büh­nen für die Beför­de­rung von Perso­nen
  • Grei­fer und Zangen

Die Liste ist erwei­ter­bar; Herstel­ler und Ausrüs­ter bieten bei Bedarf noch weitere Anbau­ge­räte an, beispiels­weise für die Schnee­räu­mung oder die mecha­ni­sche Reini­gung von ebenen Verkehrs­flä­chen.

Deut­lich wird, dass Tele­skop­stap­ler für viele Berei­che in der Indus­trie, dem Bauge­werbe sowie in der Land- und Forst­wirt­schaft geeig­net sind. Und gerade deswe­gen erge­ben sich viele Fragen hinsicht­lich der siche­ren Maschi­nen­be­die­nung.

Als erstes die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung

Wie in ande­ren Berei­chen, so gilt auch für den Einsatz von Tele­skop­stap­lern: Vor Beginn der Arbei­ten ist eine Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung zu erstel­len. Dazu ist der Arbeit­ge­ber verpflich­tet. Er kann die Wahr­neh­mung der gesetz­li­chen Verpflich­tung an geeig­nete Fach- und Führungs­kräfte über­tra­gen. Tut er dies, sollte die Über­tra­gung der Unter­neh­mer­pflich­ten schrift­lich erfol­gen.

Die Fach­kraft für Arbeits­schicht und der Betriebs­arzt bera­ten den Arbeit­ge­ber und die jewei­li­gen Führungs­kräfte. Manch­mal herrscht noch immer die irrige Meinung vor, die Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit sei für die Erstel­lung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung verant­wort­lich. Dies ist natür­lich falsch.

Die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung für den Einsatz von Tele­skop­stap­lern ist zum einen von der einge­setz­ten Maschine und zum ande­ren von der Arbeits­auf­gabe (auch Umfeld) abhän­gig. Folgende Fragen können bei der Erstel­lung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung hilf­reich sein:

  • In welcher Funk­tion (Stap­ler, Kran, Hubar­beits­bühne etc.) wird der Tele­skop­stap­ler einge­setzt?
  • Sind die Maschi­nen und deren Ausrüs­tun­gen geeig­net, die erfor­der­li­chen Reich­wei­ten und Arbeits­hö­hen zu reali­sie­ren?
  • Welche Mitar­bei­ter müssen hinsicht­lich der gestell­ten Arbeits­auf­gabe zum Bedie­nen des Tele­skop­stap­lers geschult und schrift­lich bestellt sein?
  • Welche Anbau­ge­räte soll­ten einge­setzt werden, und sind diese zur Verwen­dung mit dem jewei­li­gen Tele­skop­stap­ler geeig­net?
  • Werden die Maschi­nen im öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr, in der Nähe von elek­tri­schen Frei­lei­tun­gen oder ande­ren kriti­schen Berei­chen einge­setzt?
  • Wie werden die Lasten mit dem Kran­ha­ken der Maschine befes­tigt (Traverse, Anschlag­ket­ten, Hebe­bän­der etc.) und ist den Mitar­bei­tern diese Arbeits­weise bekannt?
  • Stehen Hilfs­mit­tel zur Verfü­gung,
    welche die stand­si­chere Aufstel­lung von Tele­skop­stap­lern mit Stütz­ein­rich­tun­gen ermög­li­chen?
  • Werden Schä­den an den Maschi­nen, Anbau­ge­rä­ten und Hilfs­mit­teln recht­zei­tig erkannt und werden diese der weite­ren Benut­zung entzo­gen?
  • Welche Persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tun­gen (PSA) haben die Mitar­bei­ter bei der Arbeit zu tragen und ist die Bereit­stel­lung der PSA gesi­chert?

Sofern diese und gege­be­nen­falls weiter­ge­hende Fragen gere­gelt sind, ist sicher­lich schon vieles erreicht. Aber auch hier sei vorsorg­lich darauf hinge­wie­sen, dass die vorge­nann­ten Fragen nicht alle mögli­chen Gefähr­dun­gen abde­cken können. Eine indi­vi­du­elle Betrach­tungs­weise ist zwin­gend notwen­dig. Bei der Umset­zung der betrieb­li­chen Schutz­maß­nah­men sind vorran­gig tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Schutz­maß­nah­men zu ergrei­fen. Das Tragen von Persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung sollte immer die letzte Alter­na­tive sein.

Bedie­n­er­schu­lung in Theo­rie und Praxis

Nur geschulte Fahrer dürfen Tele­skop­stap­ler bedie­nen. Weitere Hinweise hierzu sind § 7 „Auftrag zum Steu­ern von Flur­för­der­zeu­gen“ der UVV Flur­för­der­zeuge (DGUV Vorschrift 68/69) zu entneh­men. Ferner regelt die Fahrer­aus­bil­dung der DGUV Grund­satz 308–009 „Quali­fi­ka­tion und Beauf­tra­gung der Fahre­rin­nen und Fahrer von gelän­de­gän­gi­gen Tele­skop­stap­lern“. Dieser Grund­satz beschreibt den „Stand der Tech­nik“ bei der Unfall­ver­hü­tung. Die Vorga­ben sind nicht unmit­tel­bar verpflich­tend, jedoch tut jeder Arbeit­ge­ber gut daran, sich danach zu rich­ten.

Grund­sätz­lich kann von den Inhal­ten des Ausbil­dungs­grund­sat­zes abge­wi­chen werden, sofern das Schutz­ziel (hier: siche­res Bedie­nen von Tele­skop­stap­lern) ander­wei­tig erreicht wird. Im Falle eines Scha­dens oder Unfalls ist der Arbeit­ge­ber nach­weis­pflich­tig, ob und in welchem Umfang er die einschlä­gi­gen Rechts­nor­men berück­sich­tigt hat. Nach dem DGUV-Grundsatz 308–009 ist die Ausbil­dung der Fahrer von Tele­skop­stap­lern modu­lar aufge­baut. Je nach Maschi­nen­typ und einge­setz­tem Anbau­ge­rät werden folgende Ausbil­dungs­mo­dule vorge­schla­gen:

  • Grund­aus­bil­dung für Tele­skop­stap­ler mit star­rem Aufbau (Dauer: 2 Tage)
  • Zusatz­aus­bil­dung für Teleskopstap-ler mit schwenk­ba­rem Ober­wa­gen
    (Dauer: 1 Tag)
  • Zusatz­aus­bil­dung für Tele­skop­stap­ler, die durch den Anbau eines Arbeits­korbs als Hubar­beits­bühne verwen­det werden (Dauer: 1 Tag)

Die einzel­nen Lehr­mo­dule bestehen jeweils aus einem theo­re­ti­schen und einem prak­ti­schen Teil. Jedes Modul endet mit einer Lern­er­folgs­kon­trolle (Test) inklu­sive einer Übungs­fahrt. Durch die Übungs­fahrt zeigt der zukünf­tige Bedie­ner, dass er den Tele­skop­stap­ler sicher steu­ern kann. Während die zwei­tä­gige Grund­aus­bil­dung obli­ga­to­risch ist, müssen die Zusatz­mo­dule „Schwenk­ba­rer Ober­wa­gen“ und „Hubar­beits­bühne“ nur bei Bedarf durch­lau­fen werden. Unab­hän­gig davon ist stets eine betrieb­li­che Einwei­sung vor Ort notwen­dig.

Wer als Ausbil­der für Bedie­ner von Tele­skop­stap­lern tätig werden kann, ist in Abschnitt 5 „Quali­fi­ka­tion der Ausbil­de­rin­nen und Ausbil­der“ des genann­ten DGUV-Grundsatzes beschrie­ben. Danach muss der Ausbil­der

  • über ausrei­chende Fach­kennt­nisse verfü­gen,
  • selbst ausge­bil­de­ter Bedie­ner von Tele­skop­stap­lern sein,
  • über eine mindes­tens zwei­jäh­rige Berufs­er­fah­rung im Umgang mit Tele­skop­stap­lern verfü­gen,
  • die einschlä­gi­gen Rechts­nor­men und die zutref­fen­den Betriebs­an­lei­tun­gen der Herstel­ler kennen sowie
  • seine Eignung als Ausbil­der nach­ge­wie­sen haben (zum Beispiel durch eine Ausbil­der­eig­nungs­prü­fung).

Außer­dem legt der Grund­satz fest, welche Krite­rien bei der Ausbil­dung zusätz­lich zu beach­ten sind. Hierzu gehö­ren unter ande­rem Hinweise zu mögli­chen Übungs­fahr­ten, den notwen­di­gen Räum­lich­kei­ten, der erfor­der­li­chen tech­ni­sche Ausstat­tung sowie der opti­ma­len Grup­pen­stärke.

Häufige Unfall­ur­sa­chen

Beim Einsatz von Flur­för­der­zeu­gen und Bauma­schi­nen ereig­nen sich immer wieder schwere Unfälle. Glei­ches gilt auch für Tele­skop­stap­ler. Zu den häufigs­ten Unfall­ur­sa­chen mit Tele­skop­stap­lern gehö­ren:

  • Anfah­ren von Perso­nen und Hinder­nis­sen
  • Umsturz des Tele­skop­stap­lers
  • Herab­fal­len der Last
  • Bedie­nungs­feh­ler des Fahrers
  • Unsach­ge­mäße Montage- und Repa­ra­tur­ar­bei­ten
  • Benut­zung der Maschine durch Unbe­fugte
  • Unzu­läs­si­ges Mitfah­ren von Perso­nen

Durch die verschie­de­nen Rüst­zu­stände des Tele­skop­stap­lers erge­ben sich weitere Gefähr­dun­gen. Von Flur­för­der­zeu­gen ist allge­mein bekannt, dass insbe­son­dere das Einstei­gen und Verlas­sen der Fahrer­ka­bine häufig zu Stolper‑, Rutsch- oder Stur­zun­fäl­len führt. Beim Einsatz von Mobil­kra­nen werden Lasten mit Anschlag­mit­teln wie Ketten oder Hebe­bän­der „ange­schla­gen“ und beför­dert. Etwa jedes zehnte Anschlag­mit­tel ist jedoch schad­haft. Dadurch können sich gefähr­li­che Situa­tio­nen erge­ben. Auch der Absturz der Last ist möglich. Beim Betrieb des Tele­skop­stap­lers als Hubar­beits­bühne besteht die Gefahr des Perso­nen­ab­stur­zes. Durch die Kolli­sion mit Fahr­zeu­gen können Perso­nen aus der Arbeits­bühne heraus­ge­schleu­dert und schwer verletzt werden (soge­nann­ter Kata­pult­ef­fekt). Außer­dem führt das Verlas­sen der Arbeits­bühne in ange­ho­be­ner Stel­lung immer wieder zu schwe­ren Abstur­zun­fäl­len.

Gefähr­dun­gen beim Umgang mit Tele­skop­stap­lern sind also ebenso viel­fäl­tig, wie die mögli­chen Einsatz­ge­biete der Maschine. Nicht zuletzt deshalb bedarf es einer ange­mes­se­nen Ausbil­dung des Bedie­ners.

Im Folgen­den ein Unfall­bei­spiel:

Stap­ler kippt mit Balkon um“

Unfall­her­gang

An der Fassade eines Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses sollte ein Stahl­bal­kon ange­bracht werden. Der hierzu einge­setzte Tele­skop­stap­ler kippte während der Arbei­ten auf die rechte Seite. Der Balkon landete vor dem Haus auf dem Gehweg. Zum Glück hiel­ten sich dort zum Unfall­zeit­punkt keine Perso­nen auf. Der Fahrer des Tele­skop­stap­lers wurde nach ersten Erkennt­nis­sen nur leicht verletzt.

Unfall­ur­sa­che

Die Maschine kippte um, weil der Fahrer den Tele­skop­stap­ler nicht stand­si­cher
aufge­stellt hatte. Die Maschine wurde ohne die notwen­di­gen Unter­leg­plat­ten auf der Rasen­flä­che aufge­stellt. Außer­dem war der Fahrer nicht hinrei­chend mit der sichere Maschi­nen­steue­rung vertraut.

Wirk­sam­keits­kon­trolle

Aus regel­mä­ßig durch­ge­führ­ten Analy­sen ist bekannt, dass eine Viel­zahl von
Unfäl­len auf persön­li­ches Fehl­ver­hal­ten zurück­zu­füh­ren ist. Unter der Voraus­set­zung, dass alle erfor­der­li­chen tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Schutz­maß­nah­men erfüllt wurden, bleibt letzt­lich noch das sicher­heits­wid­rige Verhal­ten des Bedie­ners als mögli­che Unfall­ur­sa­che übrig. Fehl­ver­hal­ten kann durch Nicht-Wissen und Nicht-Wollen entste­hen. Erste­res darf bei einem gut ausge­bil­de­ten Fahrer, der zudem regel­mä­ßig unter­wie­sen wird, wohl ausge­schlos­sen werden. Das Nicht-Wollen (also das bewusste Fehl­ver­hal­ten des Fahr­per­so­nals) muss hinge­gen ausge­schlos­sen werden. Aus der Verhal­tens­psy­cho­lo­gie ist bekannt, dass einmal erwor­bene nega­tive Gewohn­hei­ten davon geprägt sind, dass sie

  • fast auto­ma­tisch ablau­fen,
  • eine beacht­li­che Stabi­li­tät aufwei­sen und
  • nur schwer zu beein­flus­sen sind.

Hier zeigt sich erneut, wie wich­tig eine gute Ausbil­dung der Tele­skop­stap­ler­fah­rer ist.

Zunächst sollte darauf geach­tet werden, dass sicher­heits­wid­ri­ges Verhal­ten nicht mehr­fach wieder­holt und somit zur (schlech­ten) Gewohn­heit wird. Den Fach- und Führungs­kräf­ten des Betriebs obliegt es, Fehl­ver­hal­ten des Fahrers zu unter­bin­den. Auch der Sicher­heits­be­auf­tragte der entspre­chen­den Abtei­lung kann durch eine ange­mes­sene Anspra­che und Infor­ma­tion der Kolle­gen das sicher­heits­ge­rechte Verhal­ten im Betrieb fördern und unter­stüt­zen. Voraus­set­zung dafür ist jedoch die aktive Einbin­dung des Sicher­heits­be­auf­trag­ten in die betrieb­li­che Arbeits­schutz­or­ga­ni­sa­tion, die in eini­gen Betrie­ben durch­aus noch verbes­sert werden könnte.

Lob und Aner­ken­nung sind wich­tig

Ebenso wich­tig wie das Handeln bei offen­sicht­li­chem Fehl­ver­hal­ten ist das aktive Reagie­ren der Vorge­setz­ten bei sicher­heits­ge­rech­tem Verhal­ten. Lob und Aner­ken­nung seitens der Geschäfts­füh­rung sowie der Führungs­ebene wirken posi­tiv, wenn es darum geht, sichere
Arbeits­wei­sen dauer­haft zu etablie­ren.

Im Rahmen der gesetz­lich vorge­schrie­be­nen Wirk­sam­keits­kon­trolle wird es sicher­lich auch wieder­holt darum gehen, Mitar­bei­ter regel­mä­ßig zu unter­wei­sen. In den meis­ten Betrie­ben wird die soge­nannte „Jähr­li­che Arbeits­schutz­un­ter­wei­sung“ prak­ti­ziert. Dage­gen ist grund­sätz­lich nichts einzu­wen­den. Sollte sich jedoch zeigen, dass sich die Tele­skop­stap­ler­fah­rer wieder­holt unsi­cher verhal­ten, ist eine anlass­be­zo­gene Nach­schu­lung notwen­dig. Hierzu folgen­des Beispiel:

Im Betrieb ist seit eini­ger Zeit bekannt, dass die Fahrer von Tele­skop­stap­lern bei der Verwen­dung eines Arbeits­korbs die vorge­schrie­bene Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung gegen Absturz nicht tragen. Nach einge­hen­der Analyse der Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit stellte sich heraus, dass etwa jeder zweite Fahrer über die Notwen­dig­keit zum Tragen der Schutz­aus­rüs­tung gar nicht infor­miert war. Zudem wurde die Schutz­aus­rüs­tung als unbe­quem und unprak­tisch empfun­den. Nach der Beschaf­fung einer neuen, verbes­ser­ten Schutz­aus­rüs­tung sowie der Nach­schu­lung der Mitar­bei­ter (inklu­sive einer prak­ti­schen Übung) konnte die Trage­quote auf etwa 90 Prozent gestei­gert werden.

Zusam­men­fas­sung

Tele­skop­stap­ler sind komplexe Maschi­nen, die aufgrund ihrer Bauart und der verschie­de­nen Anbau­ge­räte entwe­der als Stap­ler mit verän­der­li­cher Reich­weite, als Mobil­kran, als Radla­der oder als Hubar­beits­bühne einge­setzt werden können. Eine derart viel­fäl­tige Anwen­dung setzt geschul­tes Fahr­per­so­nal voraus, um Gefähr­dun­gen und Unfälle dauer­haft zu vermei­den. Gemäß dem Stand der Tech­nik müssen Fahrer von Tele­skop­stap­lern nach dem DGUV Grund­satz 308–009 „Quali­fi­ka­tion und Beauf­tra­gung der Fahre­rin­nen und Fahrer von gelän­de­gän­gi­gen Tele­skop­stap­lern“ ausge­bil­det sein. Die Grund­aus­bil­dung dauert mindes­tens zwei Tage und beinhal­tet theo­re­ti­sche und prak­ti­sche Lehr­in­halte.

Aber auch nach entspre­chen­der Ausbil­dung ist die regel­mä­ßige Infor­ma­tion und Moti­va­tion der Mitar­bei­ter für eine erfolg­rei­che Verhal­tensprä­ven­tion wich­tig. Regel­mä­ßige Wirk­sam­keits­kon­trol­len durch den Arbeit­ge­ber sowie den Vorge­setz­ten gehö­ren zu einem festen Bestand­teil des Arbeits- und Gesund­heits­schut­zes. Denn nach­hal­ti­ges Ziel ist es, dass sicher­heits­ge­rechte Verhal­ten des Fahr­per­so­nals zu fördern und zu unter­stüt­zen.


Lite­ra­tur (Auszug)

  • Arbeits­schutz­ge­setz (ArbSchG)
  • Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung
    (Betr­SichV)
  • Mecha­ni­sche Gefähr­dun­gen –
    Maßnah­men zum Schutz vor Gefähr­dun­gen durch mobile Arbeits­mit­tel (TRBS 2111 Teil 4)
  • UVV Flur­för­der­zeuge (DGUV Vorschrift 68/69)
  • DIN EN 1459–1 „Stap­ler mit verän­der­li­cher Reich­weite“
  • DIN EN 1459–2 „Schwenk­bare Stap­ler mit verän­der­li­cher Reich­weite“
  • Burk­hardt: Moti­va­tion zum sicher­heits­be­wuss­ten Verhal­ten, Jahr­buch 1978, Seiten 17 – 23, VDRI, Wies­ba­den 1978
  • Tisch­endorf: Tele­skop­stap­ler sicher fahren, Verlag Hein­rich Vogel, München 2017

Autor: Markus Tisch­endorf
Leiter Fach­ar­beits­kreis Trans­port,
Berufs­ge­nos­sen­schaft Ener­gie Textil Elek­tro Medi­en­er­zeug­nisse
tischendorf.markus@bgetem.de

Foto: Dägling
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