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Ausbildung bei Audi - Vier Bausteine für einen sicheren Einstieg

Vier Bausteine für einen sicheren Einstieg
Ausbil­dung bei Audi

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Wie begeis­tert Audi seine Azubis für den Arbeits­schutz? Dazu stell­ten wir Alois Maier, Leiter Arbeits­si­cher­heit bei der AUDI AG in Ingol­stadt, die folgen­den drei Fragen.

Welche Philo­so­phie verfolgt Ihr Unter­neh­men bei der Heran­füh­rung von Berufs­an­fän­gern an den Arbeits­schutz?

Bei der AUDI AG stre­ben wir eine Sicher­heits­kul­tur an, in der nicht nur nach Regeln und Vorschrif­ten gear­bei­tet wird, sondern in der jeder Mitar­bei­ter aus eige­nem Antrieb auf sein Umfeld achtet. Gefragt ist aktive Betei­li­gung. Alle Audia­ner tragen gemein­sam die Verant­wor­tung, für ein siche­res Arbeits­um­feld zu sorgen und Gefähr­dun­gen für sich und andere zu vermei­den.

Auch die Berufs­an­fän­ger wollen wir von Anfang an für das Thema Arbeits­si­cher­heit sensi­bi­li­sie­ren und zu sicher­heits­ge­rech­tem Verhal­ten moti­vie­ren. Sie sollen Arbeits­si­cher­heit als inte­gra­len Bestand­teil der tägli­chen Arbeit begrei­fen.

Welche Bausteine gehö­ren zu den Arbeitsschutz-Unterweisungen oder Schu­lun­gen für die Auszu­bil­den­den in Ihrem Unter­neh­men?

Erster Baustein ist die Erst­in­for­ma­tion bezie­hungs­weise Erst­un­ter­wei­sung aller Berufs­an­fän­ger unmit­tel­bar nach Ausbil­dungs­be­ginn. Hier vermit­telt die Audi Arbeits­si­cher­heit jugend­ge­recht erste Infor­ma­tio­nen zu allge­mei­nen Gefah­ren und grund­sätz­li­chen Arbeits­si­cher­heits­the­men im Werk.

Den zwei­ten Baustein über­neh­men die Trai­ner und Trai­ne­rin­nen der Berufs­aus­bil­dung. Vor jedem Ausbil­dungs­block und jeder neuen Lern­sta­tion führen sie detail­lierte arbeitsplatz- und tätig­keits­be­zo­gene Arbeits­si­cher­heits­un­ter­wei­sun­gen durch. Hier geht es vor
allem um sicher­heits­ge­rech­tes Verhal­ten, Hand­werk­zeuge und Maschi­nen, Arbeits- und Hilfs­mit­tel, Schutz­maß­nah­men sowie Ordnung und Sauber­keit.

Drit­ter Baustein sind Work­shops mit der zustän­di­gen Sicher­heits­fach­kraft zum Thema Arbeits­si­cher­heit in Klein­grup­pen. Hier geht es unter ande­rem um das eigen­stän­dige Erar­bei­ten sicher­heits­ge­rech­ter Verhal­tens­wei­sen in der tägli­chen Arbeits­pra­xis, die Methode der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung sowie Unfall­mel­dun­gen.

Der vierte Baustein behan­delt das Thema Verkehrs­si­cher­heit. Mit einem eintä­gi­gen Fahr­si­cher­heits­trai­ning und einem Akti­ons­tag „Disco-Fieber“ wollen wir für Gefah­ren sensi­bi­li­sie­ren und zu siche­rem Fahr­ver­hal­ten moti­vie­ren.

Müssen oder können die Auszu­bil­den­den beim Arbeits­schutz auch selbst aktiv werden – indem sie zum Beispiel Unter­wei­sungs­me­dien selbst gestal­ten oder Inno­va­tio­nen für den Arbeits­schutz im Betrieb konzi­pie­ren oder konstru­ie­ren?

Unsere Auszu­bil­den­den gestal­ten immer wieder Unter­wei­sungs­me­dien selbst. Diese Projekt­ar­bei­ten wurden zum Teil durch die BGHM prämiert und werden anschlie­ßend als Unter­wei­sungs­hilfe im Intra­net zur Verfü­gung gestellt. Beispiele für Themen sind der rich­tige Umgang mit dem Cutter­mes­ser, „Web-Based-Trainings“, also inter­net­ge­stützte Übun­gen, zur jähr­li­chen Unter­wei­sung oder der rich­tige Umgang mit Flur­för­d­er­zeu­gen.

Bei der Projekt­ar­beit „Bestands­auf­nahme Arbeits­si­cher­heit“ im Werk Ingol­stadt erstell­ten Auszu­bil­dende zusam­men mit der zustän­di­gen Sicher­heits­fach­kraft eine Matrix, in der alle arbeits­si­cher­heits­re­le­van­ten Unter­wei­sun­gen und Schu­lun­gen für alle Ausbil­dungs­be­rufe fest­ge­hal­ten wurden. Ziel war nicht nur, even­tu­el­len Hand­lungs­be­darf für weitere Akti­vi­tä­ten zu erken­nen. Es ging auch um die genutz­ten Medien und darum, wie sich die Auszu­bil­den­den die Vermitt­lung dieser wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zum Arbeits­schutz in Zukunft vorstel­len könn­ten.

Vielen Dank für das Gespräch.


Gesund­heits­pro­blem Nummer Eins bei Azubis

Was ist die häufigste Berufs­krank­heit bei Auszu­bil­den­den? Es mag etwas über­ra­schen, aber es ist die Lärm­schwer­hö­rig­keit.

Zwar gibt es tech­ni­sche Verbes­se­run­gen, aber viele junge Leute sind bei ihrer Arbeit dennoch gehör­schä­di­gen­dem Lärm ausge­setzt. Bereits bei 15 Minu­ten tägli­cher Arbeit mit einem Winkel­schlei­fer kann das Gehör nach­hal­tig geschä­digt werden. Das Problem bei zu hoher Lärm­be­las­tung: Betrof­fene bemer­ken einen Gehör­scha­den zunächst nicht, da sich dieser meist schlei­chend entwi­ckelt. Ist eine Schä­di­gung erst einmal einge­tre­ten, gibt es jedoch keine Heilung. „Junge Menschen nehmen das Problem leider nicht immer ernst“, weiß Chris­toph Preuße, Präven­ti­ons­lei­ter des Landes­ver­bands Mitte der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. „Schon ein Vier­tel aller 16- bis 24-Jährigen hat bereits einen Hörscha­den durch Frei­zeit­lärm.“ Wegen der Lang­zeit­fol­gen sei es wich­tig, das Thema Lärm in der Ausbil­dung anzu­spre­chen. Aus diesem Grund steht es auch ganz oben in der Prio­ri­tä­ten­liste von „Jugend will sich-er-leben“. Das bran­chen­über­grei­fende Präven­ti­ons­pro­gramm der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung bietet dazu eine Reihe von Unter­richts­ma­te­ria­lien.

www.dguv.de

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