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Darauf sollten Sie achten!

Berufs­klei­dung als Schutz­en­gel

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Die persön­li­che Schutz­klei­dung sollte ein will­kom­me­ner Beglei­ter im Arbeits­all­tag sein und gern getra­gen werden. Denn was nützt die beste Ausrüs­tung, wenn sie im Gefah­ren­fall nicht da ist, wo sie schüt­zen soll – am Körper? Welche Quali­täts­kri­te­rien bei Warnschutz‑, Wetterschutz- sowie Hitze- und Flammschutz-Kleidung zum Tragen kommen, erfah­ren Sie in diesem Beitrag.

Ein unacht­sa­mer Moment und schon sind Gesund­heit oder gar Leben durch einen Arbeits­un­fall gefähr­det. Damit es nicht soweit kommt, benö­ti­gen Menschen, die hohen Tempe­ra­tu­ren, unüber­sicht­li­chen oder dunk­len Arbeits­um­fel­dern aber auch Wind und Wetter ausge­setzt sind, beson­de­ren Schutz in Form von funk­ti­ons­fä­hi­ger PSA-Kleidung.

Trotz der einzu­hal­ten­den Normen und Vorschrif­ten ist das Kunden­be­dürf­nis auch bei schüt­zen­der Berufs­klei­dung äußerst wich­tig, um Akzep­tanz für die Nutzung zu schaf­fen. Modernste Material-Technologien und eine opti­male Pass­form gewähr­leis­ten Trage­kom­fort und Flexi­bi­li­tät bei jedem Wetter. Zudem muss die Klei­dung den Anfor­de­run­gen an die Tätig­keit gerecht werden, wie beispiels­weise Hand­wer­ker­ho­sen mit entspre­chen­den Taschen und verstär­ken Knie­par­tien. Unter prak­ti­schen Gesichts­punk­ten ist außer­dem die Stra­pa­zier­fä­hig­keit der Mate­ria­lien von Bedeu­tung. Indus­trie­wäschen bei 60°C sollte gute Work­wear problem­los stand­hal­ten können. Eine lange Lebens­dauer bedeu­tet eine nicht zu verach­tende Geld­erspar­nis für den Arbeit­ge­ber.

Größte Heraus­for­de­rung an die Funk­tio­na­li­tät von Berufs­klei­dung sind die oftmals sehr viel­fäl­ti­gen Gege­ben­hei­ten am Arbeits­platz. Nicht selten ist ein und dieselbe Person mit verschie­de­nen Aufga­ben an unter­schied­li­chen Stand­or­ten betraut, wobei jede abwei­chende Schutz­an­for­de­run­gen mit sich brin­gen kann. Hier hilft nur die größt­mög­li­che Flexi­bi­li­tät, um Schutz und gleich­zei­tig Trage­kom­fort zu errei­chen. Herstel­ler wie Kansas verfol­gen deshalb eine Stra­te­gie der Mehr­fach­zer­ti­fi­zie­rung. Mit diesem Multinorm-Konzept lassen sich Klei­dungs­stü­cke unter­schied­lichs­ter Schutz­wir­kung pass­ge­nau und auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nisse abge­stimmt kombi­nie­ren.

Welche Beson­der­hei­ten bei Berufs­klei­dung mit Warn‑, Wetter- oder Hitze­schutz beach­tet werden soll­ten, erfah­ren Sie in den folgen­den Check­lis­ten.

Warn­schutz: Sicher­heit durch Sicht­bar­keit

Ob in der Trans­port­bran­che, auf Baustel­len oder im Stra­ßen­ver­kehr – für viele Berufs­grup­pen ist es von entschei­den­der Bedeu­tung, dass die Beschäf­tig­ten gut sicht­bar sind. Dafür sorgen fluo­res­zie­rende Farben und Reflex­strei­fen, die bei jegli­chen Licht- und Witte­rungs­ver­hält­nis­sen gut zu erken­nen sind.

Check­liste Warn­schutz

  • Zerti­fi­zie­run­gen: Entspricht die Warnschutz-Kleidung den Sicher­heits­stan­dards?

Die inter­na­tio­nale Norm EN ISO 20471 zerti­fi­ziert Warn­schutz­klei­dung und besagt, dass die gekenn­zeich­nete Berufs­klei­dung eine erhöhte Sicher­heit aufweist. Die Prüfung dafür erfolgt vor und nach der Wäsche, um eine gleich­blei­bende Quali­tät zu gewähr­leis­ten.

  • Sicht­bar­keit: Passt die gewählte
    Sicher­heits­klasse auf das jewei­lige Arbeits­um­feld?

Warnschutz-Kleidung wird in drei Sicher­heits­klas­sen zerti­fi­ziert. Klasse 3 steht für höchste Sicht­bar­keit. Während in der Trans­port­bran­che Klasse 1 oftmals ausreicht, wird für Nacht­ar­beit und im Straßen- oder Gleis­ver­kehr die höchste Klasse benö­tigt, um Unfäl­len durch mangelnde Sicht­bar­keit vorzu­beu­gen.

  • Flexi­bi­li­tät: Ist die Auswahl an Klei­dungs­stü­cken groß genug, um eine passende Kombi­na­tion zu finden?

Die benö­tigte Warn­schutz­klasse kann oftmals durch eine Kombi­na­tion von verschie­de­nen Klei­dungs­stü­cken wie Jacke und Hose erreicht werden. Je nach Herstel­ler empfiehlt es sich, auf Kombi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten und die System-Zertifizierung zu achten. Orien­tie­rung geben entspre­chende Listen der Herstel­ler.

Wetter­schutz: Gut geschützt bei Kälte, Wind und Regen

Menschen, die drau­ßen arbei­ten, sind Witte­run­gen direkt ausge­setzt. Egal, ob Hitze, Regen, Wind oder Schnee – die rich­tige Berufs­klei­dung muss ein möglichst ange­neh­mes Arbei­ten bei jedem Wetter ermög­li­chen. Welche Wetter­lage auch besteht, nöti­ger Warn- oder Hitze­schutz sollte immer kombi­nier­bar sein.

Check­liste Wetter­schutz

  • Zerti­fi­zie­run­gen: Ist das Wetter die größte Heraus­for­de­rung?

Kälte oder Wind abzu­weh­ren, ist das eine. Wich­tig zu klären ist, ob die Wetter­schutz­klei­dung gleich­zei­tig gegen Gefah­ren im Arbeits­um­feld schüt­zen muss. Je nach Heraus­for­de­run­gen müssen Jacke, Hose und Co. den jewei­li­gen Zerti­fi­zie­run­gen für Hitze- oder Warn­schutz entspre­chen.

  • Gegen­sätze verei­nen: Sind Arbei­ter gleich­zei­tig Feuer und Wasser ausge­setzt?

In vielen Arbeits­um­fel­dern sind die Träger von Arbeits­klei­dung sowohl Feuer als auch Wasser ausge­setzt. Diese Bedin­gun­gen können den Job zusätz­lich erschwe­ren. Wasser­un­durch­läs­sige Regen­klei­dung gibt es auch als zerti­fi­zierte Warn- und Flamm­schutz­va­ri­ante. Dann sind die Gegen­sätze kein Problem mehr.

  • Kälte trot­zen: Wird auch im Winter drau­ßen gear­bei­tet?

Die EN 342:2004 kenn­zeich­net Klei­dung zum Schutz gegen kaltes Wetter. Dabei kommt es sowohl auf Wärme­iso­la­tion als auch auf Atmungs­ak­ti­vi­tät an. Arbei­ter sind bei kaltem Klima oft einer Kombi­na­tion aus Schwit­zen und Tempe­ra­tu­ren unter –5°C ausge­setzt. Ohne passende Work­wear besteht ein Risiko für erhöhte Infekt­an­fäl­lig­keit.

Hitze- und Flamm­schutz: Feuer­fest in jeder Arbeits­si­tua­tion

Um die passende Schutz­klei­dung zu finden, ist es im Hitze- und Flamm­schutz beson­ders wich­tig zu wissen, welche Bedin­gun­gen und Heraus­for­de­run­gen am Arbeits­platz herr­schen. Elek­tri­ker, Straßen- und Bahn­ar­bei­ter oder Perso­nal in Ener­gie­kraft­wer­ken und auf Offshore-Anlagen benö­ti­gen opti­ma­len Schutz bei möglichst hohem Trage­kom­fort.

Check­liste Hitze- und Flamm­schutz

  • Zerti­fi­zie­run­gen: Entspricht die Hitzeschutz-Kleidung den Sicher­heits­stan­dards?

Klei­dung für besten Schutz und höchste Sicher­heit ist nach EN ISO 11612 zerti­fi­ziert. Der Träger der Work­wear ist damit geschützt vor Verlet­zun­gen durch den Kontakt mit Hitze oder offe­nen Flam­men. Welchen Gefah­ren die Klei­dung im Einzel­nen stand­hält, wird zusätz­lich durch einen Code­buch­sta­ben von A bis F ange­ge­ben. Um die Zerti­fi­zie­rung zu erhal­ten, muss Hitze­schutz­klei­dung verschie­de­nen Tests Stand halten.

  • Inhä­rent oder flamm­hem­mend: Wie hoch soll der Flamm­schutz sein?

Inhä­ren­ter Flamm­schutz besteht perma­nent durch die Beschaf­fen­heit des Gewe­bes und bleibt auch nach vielen Wäschen voll erhal­ten. Klei­dung mit inhä­ren­tem Flamm­schutz wehrt Verbren­nun­gen zwei­ten Grades ab. Das Mate­rial ist nicht brenn­bar. Eine güns­tige Alter­na­tive für weni­ger hohe Ansprü­che ist Work­wear aus flamm­hem­men­den Mate­ria­lien. Sie erhält ihre Schut­z­ei­gen­schaf­ten durch eine spezi­elle Ausrüs­tung des Gewe­bes. Die Leis­tung kann mit zuneh­men­der Trage­dauer abneh­men.

  • Stör­licht­bö­gen: Sind beson­ders hohe Gefah­ren im Arbeits­um­feld zu erwar­ten?

Sollen Arbei­ter vor Risi­ken durch elek­tri­sche Entla­dun­gen geschützt sein, unter­liegt die Klei­dung beson­de­ren Normen. Hier können Tempe­ra­tu­ren bis zu 20.000 Grad Celsius entste­hen. Die Zerti­fi­zie­rung nach IEC 61482–2 beschei­nigt den Schutz vor Stör­licht­bö­gen. Hier sorgt zum Beispiel das von Kansas vertrie­bene Mehr­la­gen­sys­tem durch eine zerti­fi­zierte Kombi­na­tion aus spezi­el­len Hitzeschutz-Produkten für noch mehr Sicher­heit.

  • Kombi­na­tion: Welche Klei­dungstü­cke werden unter der Schutz­ja­cke getra­gen?

Flamm- und Hitze­schutz ist nur so gut wie die gesamte Klei­dung des Trägers. Eine gute Schutz­ja­cke reicht nicht aus, wenn Shirt oder Unter­wä­sche aus dem Privat­be­sitz stam­men und leicht entflamm­bar sind. Gut bera­ten sind Kunden dann, wenn sie ganz­heit­li­che Lösun­gen für indi­vi­du­ell auftre­tende Gefah­ren­si­tua­tio­nen erhal­ten. Flammschutz-Unterwäsche ist dabei ein wich­ti­ges Element.

  • Mate­rial: Wird so wenig Chemie wie möglich verwen­det?

Die hohen Sicher­heits­ei­gen­schaf­ten von Flamm­schutz­klei­dung verlan­gen nach spezi­el­len Verar­bei­tungs­pro­zes­sen, die als stark abfall- und chemi­ka­lien­in­ten­siv gelten. Aus Umwelt­schutz­as­pek­ten und für einen höhe­ren Trage­kom­fort sollte so wenig Chemie wie möglich verwen­det werden. Eine Zerti­fi­zie­rung nach OEKO-TEX®-Standard zeigt die beson­de­ren Bemü­hun­gen der Herstel­ler auf diesem Gebiet.

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