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Creme ist nicht gleich Creme

UV‐C‐Schutz beim Schweißen
Creme ist nicht gleich Creme

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Schweißer sind bei ihrer Arbeit ständig den kurzwelligen UV-C-Strahlen ausgesetzt, den energiereichsten Strahlen des UV-Spektrums. Foto: © Peter Greven Physioderm
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Beim The­ma UV-Schutz denken die meis­ten Men­schen sofort an den Son­nen­schutz. Dabei sind auch und ger­ade Schweißer und deren Helfer beson­ders gefährdet, weil sie den schädlichen UV-C-Strahlen aus­ge­set­zt sind. Um sich wirk­sam zu schützen, müssen sie einige Aspek­te beacht­en.

Laut ein­er Studie des Deutschen Ver­bands für Schweißen und ver­wandte Ver­fahren (DVS) aus dem Jahre 2011 haben rund 260.000 Arbeit­nehmer beru­flich mit dem Schweißen zu tun. Schweißen ist damit das am häu­fig­sten einge­set­zte Ver­fahren in der Indus­trie, um Met­all­teile unlös­bar miteinan­der zu verbinden. Dazu dienen unter­schiedliche Schweißver­fahren, bei denen Wärme, Gase, Druck oder elek­trisch­er Strom einge­set­zt wer­den.

Viele Risikofaktoren

Somit ver­wun­dert es auch nicht, dass an Schweißar­beit­splätzen viele Gefährdungs­fak­toren berück­sichtigt wer­den müssen: Schweißer sind beispiel­sweise regelmäßig mit großer Hitze, glühen­den Spritzern, kurzzeit­ig offe­nen Flam­men, elek­tro­sta­tis­chen Gefährdun­gen, Gasen oder mit Rauch kon­fron­tiert. Vor allem beim Ver­fahren des Elek­tro-Schweißens kommt ein weit­er­er Risiko­fak­tor hinzu, der oft­mals zu wenig Berück­sich­ti­gung find­et – die schädi­gende UV-Strahlung. Denn Schweißer sind bei ihrer Arbeit ständig den kurzwelli­gen UV-C-Strahlen aus­ge­set­zt, den energiere­ich­sten Strahlen des UV-Spek­trums. Dies kann im schlimm­sten Fall nach langjähriger Ein­wirkung zu weißem Hautkrebs führen. Betrof­fen sind dabei nicht nur die Schweißer selb­st, son­dern auch Schweißhelfer und Beschäftigte an benach­barten Arbeit­splätzen oder auf Betrieb­swe­gen.

Schädliche UV-C-Strahlen

Wis­senschaftler hal­ten es zwar für sehr wahrschein­lich, dass es einen Zusam­men­hang zwis­chen dem Auftreten von Hautkrebs und der Ein­wirkung der UV-C-Strahlen gibt. Den­noch reicht die Daten­lage bis­lang nicht aus, um den durch die kün­stliche UV-C-Strahlung aus­gelösten weißen Hautkrebs für Schweißer in die Liste der Beruf­skrankheit­en aufzunehmen. Anders ver­hält es sich beim durch natür­liche UV-Strahlung aus­gelösten weißen Hautkrebs, der seit 2015 als Beruf­skrankheit anerkan­nt ist und sei­ther als eine der häu­fig­sten Beruf­skrankheit­en diag­nos­tiziert wird.

Weil die hohe Emis­sion optis­ch­er Strahlung beim Schweißen und – damit ver­bun­den – das große Gefährdungspoten­zial für Schweißer in den ver­gan­genen Jahren nicht hin­re­ichend berück­sichtigt wurde, befasste sich jüngst ein Forschung­spro­jekt der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin mit diesem Prob­lem. Ziel war eine umfassende Aktu­al­isierung der Daten­grund­lage zur Strahlungse­mis­sion beim Schweißen. Auf dieser Basis soll der Schutz der Beschäftigten vor optis­ch­er Strahlung verbessert und die Sicher­heit an und im Umfeld von Schweißar­beit­splätzen erhöht wer­den.

Nacken häufig ungeschützt

Wenn es um die Besei­t­i­gung von Gefahren am Arbeit­splatz geht, greift auch beim UV-Schutz das TOP-Prinzip. An erster Stelle ste­hen tech­nis­che Maß­nah­men: Es ist zuallererst zu prüfen, ob statt eines gefährlichen Arbeitsver­fahrens ein unge­fährlicheres ange­wandt wer­den kann. Das ist sel­ten möglich, sodass organ­isatorische Maß­nah­men, wie etwa die zeitliche Begren­zung der gefährlichen Schweißar­beit­en, ergrif­f­en wer­den müssen. Erst im let­zten Schritt kom­men per­sön­liche Maß­nah­men zum Tra­gen: Schweißer zum Beispiel müssen, wenn andere Vorkehrun­gen nicht möglich sind, spezielle Schutzk­lei­dung und einen Augen­schutz tra­gen.

Doch auch das ist in den meis­ten Fällen nicht aus­re­ichend – beispiel­sweise, weil der Nack­en als sen­si­bler Bere­ich nicht immer durch die Klei­dung bedeckt ist. Daher ist es für Schweißer in aller Regel wichtig, zum zusät­zlichen Schutz eine UV-Schutzcreme zu ver­wen­den. „Diese sollte nach­weis­lich auch aus­re­ichend gegen UV-C-Strahlung schützen“, emp­fiehlt Frank Sev­e­r­iens, UV-Schutz-Experte beim Her­steller Peter Greven Phys­io­derm (PGP).

Umfangreiches Programm

Der Euskirch­en­er Hautschutzspezial­ist führt das umfan­gre­ich­ste UV-Schutzpro­gramm der Branche und bietet damit angepasste Schutzmöglichkeit­en für sämtliche Beruf­s­grup­pen. Zudem berat­en die PGP-Experten ihre Kun­den und liefern Strate­gien, wie man Mitar­beit­er in Sachen Hautschutz motiviert und Hemm­schwellen abbaut.

Creme ist aber nicht gle­ich Creme. „Da die Beschäftigten beim Schweißen häu­fig schwitzen, emp­fiehlt sich auch, auf Cremes mit höher­er Wasser­fes­tigkeit zurück­zu­greifen“, emp­fiehlt Frank Sev­e­r­iens. Denn wenn die Creme nicht wasser­fest ist, perlt sie mit dem Schweiß vom Kör­p­er ab – und der UV-Schutz ist dahin.

Lichtschutzfaktor 50

Im Ver­gle­ich zu anderen For­men der PSA werde der Hautschutz von vie­len Beschäftigten lei­der immer noch stiefmüt­ter­lich behan­delt. Deswe­gen sei es immens wichtig, dass die ver­wen­de­ten Pro­duk­te von den Anwen­dern akzep­tiert wer­den. Konkret bedeute das beispiel­sweise, dass die Creme schnell einziehen sollte. „Weit­ere wichtige Aspek­te für die Akzep­tanz der Hautschutzpro­duk­te sind der Geruch, die Wirk­samkeit und die Hautverträglichkeit“, weiß Sev­e­r­iens. Bei Schweißar­beit­en emp­fiehlt er einen Lichtschutz­fak­tor von 50.

Individueller Zuschnitt

Welch­es UV-Schutz-Prä­parat im Einzelfall das richtige ist, hängt ganz entschei­dend von der Tätigkeit und vom Arbeit­sum­feld des Arbeit­nehmers ab. Daher ste­hen führende Hautschutz-Spezial­is­ten wie PGP in engem Kon­takt zu ihren Kun­den. Gemein­sam mit ihnen erstellen sie vor Ort eine Gefährdungs­beurteilung und geben eine Empfehlung, welche Pro­duk­te beson­ders geeignet sind. Denn viele mod­erne UV-Schutzmit­tel enthal­ten beispiel­sweise silikon­haltige Fil­ter, um das Verkleben der Prä­parate zu ver­hin­dern und ein­er Weißfär­bung nach dem Auf­tra­gen vorzubeu­gen. Das kann dann zu Prob­le­men im Zusam­men­hang mit der späteren Ober­flächen­bear­beitung führen. Passende Pro­duk­te haben einen Nach­weis, dass sie keine Lack­benet­zungsstörun­gen aus­lösen. „Daher ist es wichtig, sich die Arbeit­splätze und die Anforderun­gen immer ganz genau anzuschauen, um eine opti­male Lösung zu find­en“, sagt Sev­e­r­iens.


Praxis-Tipp

Unbe­deck­te Haut­par­tien bei Schweißar­beit­en soll­ten durch eine UV-Schutzcreme geschützt wer­den. Diese sollte

  • nach­weis­lich und aus­re­ichend gegen UV‑C Strahlung schützen
  • rel­a­tiv schnell einziehen
  • wasser­fest sein
  • Lichtschutz­fak­tor 50 bieten
  • kein Silikon enthal­ten
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