Der Träger im Fokus. Ergonomische Schnitte -
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Ergonomische Schnitte

Der Träger im Fokus

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Ergo­no­mi­sche Schnitte sind wich­tig für Trage­kom­fort, Bewe­gungs­frei­heit und Funk­tio­na­li­tät von Persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung (PSA) und Work­wear. Stan­dard­lö­sun­gen gibt es nur äußerst selten: Herstel­ler müssen sich jede Träger­gruppe und ihre beson­de­ren Anfor­de­run­gen einzeln anse­hen.

Wenn bei Arbei­ten über Kopf der Bauch und Rücken frei­lie­gen, wenn die Hose bei Tätig­kei­ten im Sitzen und in der Hocke zwickt und kneift, oder wenn die Ärmel der Jacke beim Stre­cken stän­dig hoch­rut­schen – dann ist ein ange­neh­mes, konzen­trier­tes und siche­res Arbei­ten kaum noch möglich. PSA und Work­wear hinge­gen, die sich an die Bewe­gun­gen der Träger anpasst, macht den Berufs­all­tag nicht nur leich­ter und siche­rer. Sie stei­gert auch die Leis­tung und die Quali­tät der Arbeit, weil sich der Beschäf­tigte ganz auf seine Tätig­kei­ten konzen­trie­ren kann.

Entschei­dend für den Trage­kom­fort, die Bewe­gungs­frei­heit und die Funk­tio­na­li­tät von Berufs­be­klei­dung und PSA
ist eine ergo­no­mi­sche Schnitt­füh­rung. „Über den Schnitt kann man sehr viel verän­dern und den Beschäf­tig­ten ihre Arbeit gezielt erleich­tern“, sagt Carla Cacitti, Produkt­ma­na­ge­rin beim Kölner Fami­li­en­un­ter­neh­men Bierbaum-Proenen, das unter dem Marken­na­men BP für inno­va­tive Berufs­be­klei­dungs­kon­zepte bekannt ist. Das gilt aber nur unter einer Voraus­set­zung: „Man muss sich die einzel­nen Träger­grup­pen und deren Tätig­kei­ten sehr genau anschauen und dann Lösun­gen entwi­ckeln“, erklärt die Produkt­ma­na­ge­rin. So muss die Klei­dung von Beschäf­tig­ten in der Abfall­wirt­schaft ganz ande­ren Heraus­for­de­run­gen gerecht werden als die von Schwei­ßern. „Mit Stan­dard­lö­sun­gen kommt man deswe­gen nicht sehr weit.“

Warn­schutz­klei­dung in Damen­pass­form

In der Abfall­wirt­schaft, in der Warn­schutz­klei­dung Pflicht ist, arbei­ten die Beschäf­tig­ten sehr oft im Freien und sind wech­seln­den klima­ti­schen Bedin­gun­gen ausge­setzt. Hier ist zudem der Frau­en­an­teil vergleichs­weise hoch. „Wir haben deswe­gen im Warn­schutz­be­reich eine spezi­elle Damen­pass­form entwi­ckelt“, berich­tet Cacitti. Da es früher keine spezi­el­len Damen­pass­for­men bei PSA gab, muss­ten Frauen Männer­klei­dung tragen. Die weib­li­che Anato­mie unter­schei­det sich aber nicht uner­heb­lich von der männ­li­chen: So tragen beispiels­weise die wenigs­ten Frauen ihr Werk­zeug in der Brust­ta­sche. Und auch die Bewe­gungs­ab­läufe von Männern und Frauen sind verschie­den. Hinzu kommt, dass Frauen ganz anders auf klima­ti­sche Einflüsse reagie­ren als ihre männ­li­chen Kolle­gen: Sie frie­ren schnel­ler, schwit­zen dafür später und weni­ger inten­siv als Männer.

Solche Punkte muss man auch bei der Schnitt­füh­rung beach­ten“, sagt Cacitti. „Wir haben deswe­gen mit den Grund­schnit­ten ange­fan­gen und die Klei­dung dann Schritt für Schritt weiter­ent­wi­ckelt.“ Funk­tio­nen wie etwa der Sitz der Taschen wurden dabei nicht einfach von der Männer­klei­dung über­nom­men, sondern spezi­ell auf das Verhal­ten von Frauen ange­passt. So haben Brust­ta­schen für Frauen keine Funk­tion. Auch die klas­si­schen Seiten­ta­schen nutzen Frauen kaum, um ihr Werk­zeug zu verstauen. Und weil Frauen wesent­lich kälte­emp­find­li­cher sind als Männer, wurden die Jacken in Damen­pass­form im Rücken länger geschnit­ten, weil sie so die Nieren bede­cken und besser warm halten.

Bewe­gungs­ab­läufe gezielt unter­stüt­zen

Völlig anders sind die Heraus­for­de­run­gen bei Schwei­ß­er­schutz­klei­dung. Spezi­elle Damen­pass­for­men sind bei dieser sehr spezi­el­len PSA nicht von Nöten – es gibt kaum Frauen, die Schwei­ß­er­schutz­klei­dung tragen. Beson­ders wich­tig sind hinge­gen Schutz­funk­tion, Halt­bar­keit, Trage­kom­fort und ein Höchst­maß an Bewe­gungs­frei­heit. „Beim Schwei­ßen gibt es schließ­lich immer wieder typi­sche Bewe­gun­gen, bei denen mich meine Klei­dung nicht einengen darf“, erläu­tert Gordon Brix, der als Schwei­ßer in einer thürin­gi­schen Schweiß­werk­statt arbei­tet. Daher setzt BP beispiels­weise ein Armlift­sys­tem ein, das beim Stre­cken ein Hoch­rut­schen der Jacke verhin­dert. Die Ärmel sind zudem ergo­no­misch geformt und mit Bewe­gungs­fal­ten ausge­stat­tet, um die typi­schen Bewe­gungs­ab­läufe gezielt zu unter­stüt­zen.

Eine große Gefähr­dung stel­len beim Schwei­ßen die umher­flie­gen­den Metall­sprit­zer dar. Auch hier hilft die Schnitt­füh­rung, die Schwei­ßer zu schüt­zen. Zum Beispiel durch den Steh­kra­gen mit Klett­ver­schluss der Schwei­ß­er­schutz­ja­cke, der das Eintre­ten von Metall­sprit­zern verhin­dert und zugleich dafür sorgt, dass die schä­di­gen­den UV-Strahlen, die beim Schwei­ßen entste­hen, nicht auf die Haut tref­fen. Innen­lie­gende Strick-Ärmelbündchen verhin­dern zudem das Hoch­rut­schen der Ärmel und redu­zie­ren so deut­lich das Risiko von Verbren­nun­gen – und ermög­li­chen es dem Träger, sich ganz auf seine anspruchs­volle Arbeit zu konzen­trie­ren. „Man muss immer vom Träger und seinen beruf­li­chen Heraus­for­de­run­gen her denken“, erklärt Carla Cacitti. Deswe­gen entwi­ckelt BP seine Kollek­tio­nen immer in enger Abstim­mung mit Trägern aus der Praxis wie Gordon Brix.

Die Klei­dung soll sich nach dem Menschen rich­ten

Auch im Bereich der Work­wear sind ergo­no­mi­sche Schnitte sehr wich­tig für die Funk­tio­na­li­tät der Klei­dung. Einige grund­le­gende Anfor­de­run­gen sind dabei über alle Gewerke hinweg gleich, weswe­gen die Lösun­gen auch bei allen PSA- und Workwear-Produkten zum Einsatz kommen. Bei den Jacken sind es etwa das BP Armlift­sys­tem und die ergo­no­misch geform­ten Ärmel mit Bewe­gungs­falte, die für ein Höchst­maß an Bewe­gungs­frei­heit sorgen. Bei den Hosen ist es ein so genann­ter Schritt­keil, der die Hose in diesem beson­ders gefähr­de­ten Bereich stabi­ler und zugleich flexi­bler macht.

Stich­wort Bewe­gungs­frei­heit: Bei der Mate­ri­al­wahl in der Berufs­be­klei­dung gehö­ren Stretch­lö­sun­gen mitt­ler­weile zum Stan­dard. Das hat großen Einfluss auf die Schnitt­füh­run­gen, „denn Stretch­lö­sun­gen ermög­li­chen natür­lich wesent­lich körper­nä­here Schnitte, ohne dass sich der Träger einge­engt fühlt“, erläu­tert Carla Cacitti.

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