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Trageversuche bei PSA

Ein Muss im Auswahlprozess
Trageversuche bei PSA

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Ob ein Chemikalienschutzanzug sich auch im praktischen Einsatz unter anspruchsvollen Arbeitsbedingungen bewährt und die erforderliche Schutzwirkung bietet, lässt sich am besten anhand von Tragetests herausfinden. Foto: DuPont
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Die Auswahl von Per­sön­lichen Schutzaus­rüs­tun­gen (PSA) stellt Sicher­heitsver­ant­wortliche und Einkäufer in Unternehmen immer wieder vor große Her­aus­forderun­gen: Ob sich zum Beispiel ein Chemikalien­schutzanzug in der Prax­is bewährt, zeigt sich meis­tens erst beim Ein­satz unter realen Bedin­gun­gen im Betrieb. Vor der endgülti­gen Auswahl soll­ten deshalb Tragev­er­suche durchge­führt werden.

Welche Art Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung für eine bes­timmte Tätigkeit erforder­lich ist, ergibt sich aus der Gefährdungs­beurteilung des Arbeit­splatzes. Neben Atem‑, Gehör‑, Kopf‑, Hand- oder Fußschutz gehört dazu gegebe­nen­falls auch ein Chemikalien­schutzanzug, der auf den jew­eili­gen Gefahrstoff und das Expo­si­tion­sszenario im Betrieb abges­timmt ist.

Der Auswahl­prozess begin­nt mit dem Studi­um ein­schlägiger Vorschriften und Nor­men. Sind die geset­zlichen Anforderun­gen gek­lärt, emp­fiehlt sich ein Ver­gle­ich der Eigen­schaften von Pro­duk­ten. Wichtige Ansatzpunk­te liefern zum Beispiel fol­gende Fragen:

  • Wie hoch ist die Bar­ri­ereleis­tung von Mate­r­i­al und Nähten?
  • Welche Fes­tigkeit und welche mech­a­nis­chen Eigen­schaften weist das Mate­r­i­al auf?
  • Wie ste­ht es um die Kom­pat­i­bil­ität mit ander­er PSA?

Fra­gen Sie beim Her­steller der Chemikalien­schutzk­lei­dung nach entsprechen­den Infor­ma­tio­nen. DuPont Per­son­al Pro­tec­tion ver­fügt zum Beispiel über umfassende Per­me­ations­dat­en für seine Schutzkleidungsmaterialien.

Ist die PSA praxistauglich?

Aber das ist nur die halbe Miete. Auch wenn ein Chemikalien­schutzanzug die an ihn gestell­ten Anforderun­gen auf dem Papi­er erfüllt, lässt dies kaum Rückschlüsse auf seine Eig­nung unter realen Ein­satzbe­din­gun­gen zu. Tat­säch­lich kön­nen die Prüf­be­din­gun­gen im Labor und die Gegeben­heit­en in der Prax­is zum Teil deut­lich voneinan­der abwe­ichen. So kön­nen hohe Umge­bung­stem­per­a­turen und Luft­feuchtigkeit­en die Bar­ri­ereleis­tung von Mate­ri­alen beein­trächti­gen. Zudem kön­nen schwere, schlecht geschnit­tene Schutzanzüge die Mitar­beit­er bei der Aus­führung ihrer Tätigkeit­en behin­dern oder zum Beispiel man­gels Atmungsak­tiv­ität zusät­zlich belas­ten. Ungenü­gen­der Tragekom­fort ist ein häu­figer Grund dafür, dass Schutzk­lei­dung nicht kor­rekt oder im schlimm­sten Fall gar nicht getra­gen wird. Auch die Kom­pat­i­bil­ität mit anderen PSA-Artikeln wie Atem­masken ist ein wichtiges Kri­teri­um, das sich nicht auf dem Papi­er beurteilen lässt.

Sicherheitsbeauftragte gefragt

Wertvolle Hin­weise zu den Anforderun­gen in der Prax­is kön­nen Sicher­heits­beauf­tragte im Unternehmen liefern. Durch die tägliche Zusam­me­nar­beit mit den Kol­le­gen ken­nen sie die an sie gestell­ten Anforderun­gen und mögliche Prob­leme. Darüber hin­aus sind viele Sicher­heits­beauf­tragte durch Weit­er­bil­dun­gen, Messebe­suche oder die Lek­türe von Fachzeitschriften über neue Entwick­lun­gen bei PSA sehr gut informiert. Her­steller wie DuPont empfehlen, vor der endgülti­gen Entschei­dung für oder gegen ein bes­timmtes Pro­dukt Tragetests im Betrieb durchzuführen. Auch hier­bei kön­nen Sicher­heits­beauf­tragte eine wichtige Rolle spie­len, indem sie diesen Prozess „an der Basis“ begleit­en und Kol­le­gen beispiel­sweise zur Mitwirkung motivieren.

Tragetests bei Dow

Das Chemie­un­ternehmen Dow führt vor der Anschaf­fung neuer oder über­ar­beit­eter Chemikalien­schutzk­lei­dung umfassende Tragetests durch, die in der Regel mehrere Wochen oder sog­ar Monate in Anspruch nehmen. Dazu sagt Jens Thiede, Sicher­heits­fachkraft bei Dow in Stade und zuständig für die Auswahl und den Ein­satz von PSA: „Solche Tests sind ein nüt­zlich­es Instru­ment bei der Entschei­dung, welch­es Pro­dukt für die Mitar­beit­er und ihre speziellen Arbeit­sumge­bun­gen am besten geeignet ist und ob es sich unter Prax­is­be­din­gun­gen bewährt. Dafür erhal­ten wir von PSA-Liefer­an­ten wie DuPont umfassende Unter­stützung, zum Beispiel erhal­ten wir Muster­anzüge in ver­schiede­nen Größen.“

Die Dow-Mitar­beit­er tra­gen ihre Bew­er­tun­gen in Frage­bö­gen ein, in denen Kri­te­rien wie Tragekom­fort, Pass­form, Bewe­gungs­frei­heit, Hand­habung, Größe­nauswahl sowie das sub­jek­tive Sicher­heit­sempfind­en abge­fragt wer­den. Auch beim Erstellen solch­er Frage­bö­gen sowie bei der späteren Auswer­tung kön­nen Sicher­heits­beauf­tragte auf Grund ihrer Prax­is­nähe einen wichti­gen Beitrag leis­ten. Nach Abschluss eines Tragetests ergibt sich ein gutes Bild, ob die gewählte PSA tat­säch­lich für den prak­tis­chen Ein­satz geeignet ist und auf die Akzep­tanz der Mitar­beit­er trifft. Jens Thiede erk­lärt: „Nach einem solchen Tragetest set­zen wir uns nochmals mit dem Her­steller zusam­men und erörtern die Ergeb­nisse. Dabei gibt es mitunter auch Kri­tikpunk­te an den Pro­duk­ten, die dann möglicher­weise in die weit­ere Entwick­lung einfließen.“

Abschließend lässt sich sagen: Beschäftigte tra­gen eher PSA, wenn Unternehmen sie in die Auswahl ein­beziehen und ihre Wün­sche berück­sichti­gen. Außer­dem kön­nen Betriebe aus den Tests wertvolle Infor­ma­tio­nen für die Fes­tle­gung von Proze­duren beim Umgang mit der Schutzk­lei­dung gewin­nen. Dies kann dazu beitra­gen, die Sicher­heit im Unternehmen weit­er zu verbessern.


Foto: privat

Autor: Mario Groß

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Endan­wen­der­ber­ater bei
DuPont Per­son­al Protection

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