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Einsatz von Gaswarn­ge­rä­ten

Das 1x1 im Explosionsschutz
Einsatz von Gaswarn­ge­rä­ten

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Im Explo­si­ons­schutz warnen Gaswarn­ge­räte akus­tisch oder optisch vor brenn­ba­ren Gasen. Im Bereich des Gesund­heits­schut­zes warnen die Geräte vor toxi­schen Gasen und Sauer­stoff­man­gel.

Im Rahmen von Explo­si­ons­schutz­maß­nah­men gemäß TRGS 722 können Gaswarn­ge­räte verwen­det werden. Zu den typi­schen Anwen­dun­gen zählen:

  • Leckage-Überwachungen (Raum­luft)
  • Messun­gen in Silos, Kanä­len, Räumen
  • Über­wa­chung perso­nen­be­zo­ge­ner Expo­si­tio­nen
  • Über­brü­ckung bei Ausfall einer orts­fes­ten Gaswarn­ein­rich­tung

Siche­ren Einsatz gewähr­leis­ten

Für einen siche­ren Einsatz muss ein geeig­ne­tes Gerät ausge­wählt werden. Dazu sollte der Einsatz vorab geplant werden. Hier­bei sind folgende Aspekte zu beach­ten:

  • Wann soll die Messung durch­ge­führt werden?
  • Wo soll gemes­sen werden?
  • Wer führt die Messung durch?
  • Wie soll die Messung durch­ge­führt werden?
  • Sind geeig­nete Maßnah­men in der Betriebs­an­wei­sung aufge­führt, die bei einem Alarm durch­zu­füh­ren sind?
  • Ist bekannt, wer bei einem Alarm infor­miert werden muss?
  • Wurde der Benut­zer vor dem Einsatz für die Benut­zung des Gerä­tes geschult und ist dies nach­weis­bar?
  • Wurden die vorge­schrie­be­nen Wartungs- und Kontroll­fris­ten für eine ordnungs­ge­mäße Funk­ti­ons­fä­hig­keit einge­hal­ten?
  • Ist das Mess­gas / Ziel­gas mit dem jewei­li­gen Mess­be­reich bekannt?

Baufor­men

Zu den verschie­de­nen Baufor­men der Gaswarn­ge­räte gehö­ren:

  • statio­näre / orts­feste Anla­gen: Diese kontrol­lie­ren konti­nu­ier­lich das Umfeld auf mögli­che Gasge­fah­ren. Sie bestehen aus einem Mess­wert­ge­ber (Trans­mit­ter) und einer Auswer­te­ein­heit (Gaswarn­zen­trale).
  • Hand­mess­ge­räte: Sie sind in der Regel leich­ter als ein Kilo­gramm und können mit einer Hand bedient werden.
  • porta­ble Geräte: Diese sind nicht zum Tragen vorge­se­hen, können jedoch leicht von Ort zu Ort bewegt werden.

Alarm­schwel­len

Bei der Über­wa­chung von Gasen wird oft ein Wert zwischen zehn und vier­zig Prozent der unte­ren Explo­si­ons­grenze (UEG) einge­stellt. Werden mobile Gaswarn­ge­räte verwen­det, empfiehlt sich ein nied­ri­ger Wert, zum Beispiel zwan­zig Prozent. Zusätz­lich sollte ein Voralarm beim Errei­chen von zehn Prozent der UEG erfol­gen.

Posi­tio­nie­run­gen

Bei der Posi­tio­nie­rung der Gassen­so­ren kann nicht die Faust­for­mel, Gase leich­ter / schwe­rer als Luft, ange­wen­det werden. Empfoh­len wird eine vorhe­rige Prüfung bezie­hungs­weise das Heran­zie­hen einer Exper­ten­mei­nung.

Kontroll­fris­ten

Regel­mä­ßige Kontrol­len garan­tie­ren die Sicher­heits­funk­tion.

  • Sicht­kon­trolle und Anzei­ge­test: Vor jeder Arbeits­schicht
  • Funk­ti­ons­kon­trolle: alle vier Monate
  • System­kon­trolle: jedes Jahr

Die Aufzeich­nun­gen müssen drei Jahre aufge­ho­ben werden. Außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen der Geräte können erneute Kontrol­len fordern. Genaue Rege­lun­gen können den Merk­blät­tern T 021 „Gaswarn­ein­rich­tun­gen und ‑geräte für toxi­sche Gase/Dämpfe und Sauer­stoff – Einsatz und Betrieb“ und T 023 „Gaswarn­ein­rich­tun­gen und ‑geräte für den Explo­si­ons­schutz – Einsatz und Betrieb“ entnom­men werden.

Weitere Infor­ma­ti­ons­quel­len für Anwen­der

Das DGUV-Merkblatt T 023 beinhal­tet Infor­ma­tio­nen zum Einsatz und Betrieb in Bezug auf brenn­bare Gas/Luft-Gemische. Das Merk­blatt T 021 beinhal­tet Infor­ma­tio­nen zum Einsatz und Betrieb in Bezug auf toxi­sche Gase/Dämpfe und Sauer­stoff. Auf der Inter­net­seite www.exinfo.de der BG RCI können Merk­blät­ter, Beschlüsse und die „Liste funk­ti­ons­ge­prüf­ter Gaswarn­ge­räte“ herun­ter­ge­la­den werden.

Patrick Dyrba, M.Sc.Dyrba & Kolle­gen Explo­si­ons­schutz GmbH


Das Wich­tigste in Kürze

  • Sicher­heits­be­auf­tragte können Anwen­der zum rich­ti­gen Gebrauch / Einsatz von Gaswarn­ge­rä­ten infor­mie­ren.
  • Gaswarn­ge­räte sind für den indus­tri­el­len Feld­ein­satz geeig­net, sie sind keine Analy­sa­to­ren.
  • Durch Fest­le­gen der Alarm­schwelle können entste­hende Gefähr­dun­gen sicher erkannt und Sicher­heits­maß­nah­men wie zum Beispiel Lüftung oder Anla­gen­ab­schal­tung ausge­löst werden.
  • Die Geräte sind wartungs­arm, jedoch nicht wartungs­frei.
  • Umwelt­be­din­gun­gen wie Stör­gase oder Sensor­gifte können die Messun­gen stark beein­flus­sen.
  • Für den Explo­si­ons­schutz geeig­nete Gaswarn- und Mess­ge­räte findet man in der „Liste funk­ti­ons­ge­prüfte Gaswarn­ge­räte“; etwa unter www.exinfo.de
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