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Hygiene am Arbeitsplatz - Schutz vor Infektionskrankheiten

Hygiene am Arbeitsplatz
Schutz vor Infektionskrankheiten

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Es ist nicht unhöflich, sondern rücksichtsvoll, bei Erkältung nicht die Hand zu geben – zumal, wenn man den Grund freundlich erklärt. Foto: © Victor Koldunov - stock.adobe.com
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Grippe­sai­son: Über­all wird geschnieft, die ersten Kol­le­gen liegen schon flach und die, die noch halb­wegs fit sind, schlep­pen sich zur Arbeit. Als eine Kol­le­gin tele­fonisch von einem Magen-Darm-Virus berichtet und mit­teilt, sie käme später, sind sich die Kol­le­gen einig: „Bleib bloß zu Hause!“ Ansteck­en möchte sich nie­mand. Doch die Wahrschein­lichkeit ist am Arbeit­splatz beson­ders hoch.

Laut ein­er Studie der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin schlep­pen sich fün­fzig Prozent der Deutschen trotz Krankheit zur Arbeit. Damit schaden sie nicht nur sich selb­st, son­dern auch ihren Kol­le­gen.

Hus­ten- und Niesan­fälle stören bei der Arbeit und Viren und Bak­te­rien ver­bre­it­en sich schnell auf vie­len unter­schiedlichen Wegen:

  • durch direk­ten Hautkon­takt,
  • indi­rek­ten Kon­takt,
  • über Lebens­mit­tel
  • und Tröpfchen­in­fek­tion.

Hän­de­schüt­teln, das Drück­en ein­er Türklinke oder ein Schluck aus der falschen Kaf­fee­tasse reichen aus, um am Arbeit­splatz mit Krankheit­ser­regern in Kon­takt zu kom­men. Ger­ade bei der Arbeit berühren Men­schen viele Gegen­stände und nutzen diesel­ben Räume wie ihre Kol­le­gen. Je mehr Men­schen, desto mehr Keime sam­meln sich an. Typ­is­che Keimherde am Arbeit­splatz sind:

  • Tas­tatur
  • Touch­pads
  • Maus
  • Schreibtischober­fläche
  • Kugelschreiber
  • Tele­fon
  • Türklinken
  • Han­dläufe
  • Teeküchen
  • Toi­let­ten
  • Arma­turen

Influenza – die „echte“ Grippe

Jed­er ken­nt die typ­is­che „Män­ner­grippe“, aber auch Kol­legin­nen meinen manch­mal, an ein­er Grippe zu lei­den, obwohl es sich lediglich um einen grip­palen Infekt, also eine Erkäl­tung, han­delt. Die typ­is­chen Symp­tome der echt­en Grippe, ein­er Influen­za, sind:

  • Plöt­zlich­er Erkrankungs­be­ginn mit Fieber (≥ 38,5 ° C)
  • Trock­en­er Reizhus­ten
  • Halss­chmerzen
  • Muskel- und/oder Kopf­schmerzen

Weit­ere all­ge­meine Krankheitssymp­tome kön­nen ein Schwächege­fühl, Schweißaus­brüche, aber auch Übelkeit, Erbrechen und Durch­fall sein. Die Krankheits­dauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen. Die Über­tra­gung der Influen­za­viren erfol­gt über­wiegend durch Tröpfchen, welche ins­beson­dere beim Hus­ten und Niesen entste­hen und über geringe Dis­tanz auf die Schleimhäute der Atemwege von Kon­tak­t­per­so­n­en gelan­gen kön­nen. Darüber hin­aus ist die Über­tra­gung durch direk­ten Kon­takt der Hände mit Ober­flächen, die mit virushalti­gen Sekreten kon­t­a­miniert sind, und anschließen­dem Kon­takt der Hand mit dem Mund und der Nase möglich.

Ansteckungen vorbeugen

Die effek­tivste Präven­tion­s­maß­nahme gegen die Influen­za ist die jährliche Grippeschutz­imp­fung. Eine Imp­fung gegen Gas­troen­teri­tis, die Magen-Darm-Grippe, gibt es nicht. Diese kann durch Viren und durch Bak­te­rien über­tra­gen wer­den. All­ge­meine Präven­tion­s­maß­nah­men, um sich vor Infek­tion­skrankheit­en am Arbeit­splatz zu schützen, sind sorgfältiges Ein­hal­ten der Hän­de­hy­giene sowie Bedeck­en von Mund und Nase beim Niesen und Hus­ten – am besten mit der Ellen­beuge und nicht mit der Hand. Außer­dem sollte man möglichst nicht das Gesicht mit den Hän­den berühren. Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um Keime aus der Luft zu vertreiben und die Schleimhäute feucht zu hal­ten.

Kollegen sensibilisieren

Wichtig ist es, Kol­le­gen immer wieder für Präven­tion­s­maß­nah­men zu sen­si­bil­isieren. Nein, es ist nicht unhöflich, ger­ade in der Grippe­sai­son auf das Hän­de­schüt­teln zu verzicht­en. Im Gegen­teil. Sie tra­gen so dazu bei, dass Krankheit­ser­reger nicht weit­er­ge­tra­gen wer­den. Wer Kol­le­gen, Geschäftspart­ner und Kun­den fre­undlich anlächelt und informiert, warum er auf den Händ­e­druck verzichtet, trifft auf Ver­ständ­nis und Dankbarkeit für die Rück­sicht­nahme.

Der alltägliche Gebrauch eines Desin­fek­tion­s­mit­tels ist generell nicht notwendig, wenn auf die Hän­de­hy­giene geachtet wird. Wer sich jedoch mit Desin­fek­tion­s­mit­tel sicher­er fühlt, kann dies zusät­zlich ver­wen­den.

Von Hän­de­hy­giene am Arbeit­splatz prof­i­tieren Arbeit­nehmer und Arbeit­ge­ber gle­icher­maßen. Mitar­beit­er sind sel­tener krank, was sich an weniger Arbeit­sun­fähigkeit­sta­gen, AU-Tagen, bele­gen lässt. Auch im Kun­den­verkehr macht es einen pro­fes­sionelleren Ein­druck, wenn der Gesprächspart­ner nicht ständig die Nase putzt oder das Gespräch durch Hus­ten, Niesen oder gar den Gang zur Toi­lette unter­bricht. Und unter den Kol­le­gen herrscht mehr Har­monie, wenn nicht ein­er als „Viren­schleud­er“ für Unruhe sorgt. Faz­it: Wer an ein­er Infek­tion­skrankheit lei­det, gehört zum Auskuri­eren nach Hause – für das eigene Wohl und den Schutz der Kol­le­gen.

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Foto: © Nadine Rauß

Autorin: Dr. Dr. Eva Cramer, Fachärztin für Arbeitsmedi­zin und Dipl.-Chemikerin selb­st­ständig als Arbeitsmedi­ziner­in in eigen­er Prax­is in Mün­ster


Die häufigsten Fragen zur Grippeschutzimpfung

Wann ist der beste Zeit­punkt für die Grippeschutz­imp­fung?

Der ide­ale Ter­min für die Influen­za­imp­fung liegt im Okto­ber oder Novem­ber. Es dauert cir­ca zwei Wochen, bis sich der volle Impf­schutz aufge­baut hat. Sie kön­nen sich aber auch später noch impfen lassen. Ins­beson­dere, wenn die Grippewelle erst kür­zlich oder noch nicht einge­set­zt hat.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Alle Per­so­n­en ab 60 Jahren, so emp­fiehlt es die STIKO (Ständi­ge Impfkom­mis­sion) des Robert-Koch-Insti­tuts. Aber auch weit­eren Risiko­grup­pen wird die Grippeschutz­imp­fung emp­fohlen: zum Beispiel Per­so­n­en jeden Alters, die an ein­er chro­nis­chen Krankheit lei­den sowie Schwan­geren. Wichtig ist, bei der Grippeschutz­imp­fung nicht nur an den eige­nen Schutz zu denken, son­dern sich auch impfen zu lassen, um Risikop­er­so­n­en im eige­nen Umfeld zu schützen, beispiel­sweise Säuglinge und ältere Men­schen.

Wieso ist die Grippeimp­fung eine jährliche Stan­dard­imp­fung?

Jedes Grippe­virus ist anders. Der Impf­stoff für eine Grippewelle wird jedes Jahr an den aktuellen Influen­za-Typ angepasst. Die Grippeschutz­imp­fung schützt nur für ein Jahr, denn bei der näch­sten Grippewelle hat sich das Grippe­virus bere­its wieder verän­dert. Ein neuer Impf­stoff muss her.

Wer zahlt die Grippeschutz­imp­fung?

Die geset­zlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippeimp­fung für alle Ver­sicherten, für die sie emp­fohlen ist. Für pri­vat Kranken­ver­sicherte gel­ten ähn­liche Kostenüber­nah­meregelun­gen.

Wer bietet die Grippeschutz­imp­fung an?

Die Grippeschutz­imp­fung erhal­ten Sie bei Ihrem Hausarzt. Viele Arbeit­ge­ber bieten auch eine Grippeschutz­imp­fung direkt im Betrieb an. Ansprech­part­ner ist der zuständi­ge Betrieb­sarzt.

Kann man von der Grippeimp­fung die Grippe bekom­men?

Die Grippeimp­fung enthält keine ver­mehrungs­fähi­gen Erreger und kann daher keine Grippeerkrankung her­vor­rufen. Da jedoch in der Grippezeit geimpft wird, kann es sein, dass sich Geimpfte kurz vor der Imp­fung oder danach, wenn der Impf­schutz noch nicht voll­ständig beste­ht, ansteck­en oder eine Erkäl­tung mit der Grippe ver­wech­seln. Außer­dem sind wie bei allen Imp­fun­gen Neben­wirkun­gen wie Frösteln oder Unwohl­sein möglich. Diese Impf­reak­tio­nen klin­gen jedoch nach weni­gen Tagen wieder ab.


Praxis-Tipps: Richtiges Händewaschen

  • Waschen Sie sich die Hände VOR der Speisen­zu­bere­itung und VOR dem
    Essen sowie NACH dem Toi­let­ten­gang.
  • Hal­ten Sie Ihre Hände beim Waschen unter fließen­des Wass­er.
  • Ver­reiben Sie die Seife 20 – 30 Sekun­den zwis­chen Ihren Hän­den.
  • Säu­bern Sie auch Fin­gerzwis­chen­räume und Fin­gernägel.
  • Spülen Sie Ihre Hände gründlich mit Wass­er ab.
  • Trock­nen Sie Ihre Hände sorgfältig mit einem sauberen Hand­tuch.
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