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Im Groß­ein­satz für die Gesund­heit

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Im Groß­ein­satz für die Gesund­heit

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Thomas Meyer ist bei MAN als Mode­ra­tor und Trai­ner im Bereich Beschaf­fung am Stand­ort München beschäf­tigt. Sein zusätz­li­cher Einsatz als Sicher­heits­be­auf­trag­ter und Ergo­no­mie­coach in einer Person zeigt, wie eng diese beiden Funk­tio­nen mitein­an­der verknüpft sind.

Mathias von Hofen

Thomas Meyer ist mit Leib und Seele Sicher­heits­be­auf­trag­ter. Inzwi­schen geht er diesem Ehren­amt seit zwei Jahren nach. Zwei Monate vor seiner Beru­fung war er bereits zum Ergo­no­mie­coach in der Abtei­lung Beschaf­fung ernannt worden. „Mein Chef meinte, das ist eine gute Kombi­na­tion. Denn ich sei ja ohne­hin schon gut vernetzt in dem Bereich.“ Der 59-jährige Inge­nieur für Fahr­zeug­tech­nik ist bereits seit dem Jahr 2000 bei MAN tätig. Schon als Student hatte er ein Faible für den Nutz­fahr­zeug­sek­tor: „Mein Herz schlug immer für die großen Teile. Ich beschäf­tige mich nicht so gerne mit Spiel­zeug“, bekun­det Meyer schmun­zelnd. Auch im Privat­be­reich bevor­zugt er die „etwas größe­ren“ Modelle: Meyer fährt einen zum Wohn­mo­bil umge­bau­ten Klein­trans­por­ter.

Zu Beginn seiner Tätig­keit als Sicher­heits­be­auf­trag­ter erhielt der enga­gierte Inge­nieur zunächst eine Einfüh­rung bei der zustän­di­gen Berufs­ge­nos­sen­schaft. „Eine firmen­in­terne Schu­lung wäre ziel­ge­rich­te­ter gewe­sen“, glaubt Meyer, denn für ihn persön­lich war die Schu­lung zu wenig auf die spezi­fi­schen Belange der Verwal­tung ausge­rich­tet. Hier sieht er folg­lich Verbes­se­rungs­be­darf in der Ausbil­dung der Sicher­heits­be­auf­trag­ten. Als hilf­reich betrach­tet Meyer hinge­gen, dass er bei MAN schon zuvor Erfah­rung als Coach sammeln konnte. „Ich bin die Arbeit mit Grup­pen gewohnt“, betont er und fügt hinzu: „Gute persön­li­che Kontakte und eine hohe Akzep­tanz sind dabei beson­ders wich­tig.“

Interne Wider­stände über­win­den

Meyer unter­streicht zudem, dass „Kommu­ni­ka­ti­ons­freude und die Fähig­keit, auch bei hefti­gen Diskus­sio­nen gelas­sen zu blei­ben“ in seiner Tätig­keit als Sicher­heits­be­auf­trag­ter entschei­dend seien. Denn manch­mal müss­ten interne Wider­stände über­wun­den werden. „Dabei muss ich mich mitun­ter auch unbe­liebt machen.“ So seien manche Mitar­bei­ter nicht begeis­tert, wenn sie die gerade abge­la­de­nen Kartons gleich wieder wegräu­men müss­ten, weil sie einen Flucht­weg versper­ren. Und wenn es im Sommer heiß wird, lassen einige Kolle­gen gerne die Sicher­heits­tü­ren offen stehen, um einen besse­ren Durch­zug zu gewähr­leis­ten. Meyer hat zwar viel Verständ­nis für das Bedürf­nis nach Abküh­lung, doch er muss die Kolle­gen dann darauf hinwei­sen, dass dies unter Berück­sich­ti­gung der vorlie­gen­den Sicher­heits­aspekte proble­ma­tisch ist.

Inter­esse an Gesund­heit geweckt

Auf der ande­ren Seite kommen die Ange­stell­ten zuneh­mend aktiv auf Meyer zu. Wenn Mitar­bei­ter den Eindruck haben, dass der vorhan­dene Arbeits­platz für einen neuen Kolle­gen ange­passt werden muss, wenden sie sich nun direkt an den Ergo­no­mie­coach. Für Meyer ist dies ein Beweis für das gute Klima unter den Ange­stell­ten in der Beschaf­fung. Es sei nicht selbst­ver­ständ­lich, dass die seit länge­rem im Unter­neh­men täti­gen Mitar­bei­ter sich so für die Gesund­heit der neu einge­stell­ten Kolle­gen einset­zen. Aber auch bei eher alltäg­li­chen Sicher­heits­män­geln wird Meyer zuerst infor­miert: „Kolle­gen haben mich von sich aus darauf ange­spro­chen, dass die Öffnungs­funk­tion einer Sicher­heits­tür nicht funk­tio­niert.“ Dies zeigt deut­lich das zuneh­mende Inter­esse der Mitar­bei­ter und dass die MAN hier auf einem guten Weg ist.

Risiko Schreib­tisch­ar­beit

Meyer erlebt oft, dass seine beiden Tätig­kei­ten als Sicher­heits­be­auf­trag­ter und Ergo­no­mie­coach flie­ßend inein­an­der über­ge­hen. Im Verwal­tungs­be­reich seien die Unfall­ri­si­ken dabei glück­li­cher­weise begrenzt. „Den einzi­gen Unfall hatte ich selbst“ schmun­zelt der Inge­nieur. Er ist vor dem Eingang zum Verwal­tungs­ge­bäude gestürzt, doch bereits am nächs­ten Tag war er wieder arbeits­fä­hig.

Größer als die Unfall­ge­fahr seien in seinem Bereich gesund­heit­li­che Risi­ken durch die tägli­che Schreib­tisch­ar­beit. So müsse konti­nu­ier­lich darauf geach­tet werden, dass die Arbeits­plätze opti­mal einge­rich­tet sind, um gesund­heit­li­che Belas­tun­gen für die Mitar­bei­ter auf das kleinst­mög­li­che Maß zu redu­zie­ren. „Und das gilt nicht nur für neue Mitar­bei­ter“, betont Meyer. So arbei­ten zum Beispiel fast alle Kolle­gen in der Beschaf­fung an zwei Bild­schir­men. Bei manchen von ihnen stehen diese senk­recht direkt neben­ein­an­der. Meyer: „Das sieht zwar optisch besser aus, doch es verhin­dert, dass die Bild­schirme schräg und dem Blick­feld ange­passt aufge­stellt werden können“. Das wiederum sei wich­tig für eine ergo­no­misch ideale Arbeits­po­si­tion. Meyer weist Kolle­gen immer wieder darauf hin, doch er macht dabei die Erfah­rung, dass einige Mitar­bei­ter das Problem nicht wahr­ha­ben wollen. Die Mehr­heit der Kolle­gen ist sich jedoch mitt­ler­weile der Auswir­kun­gen bewusst und rich­tet ihren Arbeits­platz daher bereits weit­ge­hend selbst­stän­dig entspre­chend ein.

Work­shops im Ange­bot

Meyer leitet auch Work­shops für Büro­or­ga­ni­sa­tion in der Beschaf­fungs­ab­tei­lung, die er zwei- bis drei­mal im Jahr für die Kolle­gen anbie­tet. „Sie werden gut ange­nom­men“, freut er sich über den regen Zuspruch. Dort spricht er eben­falls die Einrich­tung des Arbeits­plat­zes an, denn schließ­lich ist auch das Teil einer guten Büro­or­ga­ni­sa­tion.

Posi­tiv sieht Meyer die Zusam­men­ar­beit mit der Betriebs­kran­ken­kasse. Sie bietet Kurse für Rücken­gym­nas­tik oder Fitness­pro­gramme an. „Inner­halb von 24 Stun­den sind die Kurse oft ausge­bucht“. Zustän­dig ist die Audi BKK, mit der die MAN BKK im Jahr 2012 fusio­nierte. Die Audi BKK mit ihren insge­samt über 700.000 Versi­cher­ten unter­hält am MAN Produk­ti­ons­stand­ort München ein eige­nes Werks­büro und dazu noch ein Service­cen­ter in der an das Werks­ge­lände angren­zen­den Ortschaft Karls­feld. Dort wohnen beson­ders viele MAN Mitar­bei­ter.

Anfor­de­run­gen in der Produk­tion

Neben der Verwal­tung gibt es in der Münch­ner Zentrale der MAN auch einen großen Produk­ti­ons­be­reich, in dem Lkw gefer­tigt werden. Laut Meyer bestehen mit den dorti­gen Sicher­heits­be­auf­trag­ten aufgrund der unter­schied­li­chen Berei­che nur wenige Berüh­rungs­punkte in der tägli­chen Arbeit. Er selbst kennt aber auch die Arbeit und die Sicher­heits­be­din­gun­gen im Produk­ti­ons­be­reich, die in verschie­de­ner Hinsicht viel­fäl­ti­ger und komple­xer sind als die in der Verwal­tung. „In der Produk­tion gibt es ganz andere Aufga­ben­stel­lun­gen für die Arbeits­si­cher­heit“. Früher wurden neu einge­stellte Verwal­tungs­mit­ar­bei­ter auch mehrere Tage im Trai­nings­cen­ter für den Produk­ti­ons­be­reich geschult. Dadurch lern­ten sie zusätz­lich die beson­de­ren Bedin­gun­gen in der Produk­tion und die dort notwen­di­gen, hohen Sicher­heits­an­for­de­run­gen kennen.

Gesund­heits­vor­sorge mit System

Der gesund­heit­li­chen Versor­gung der Ange­stell­ten wird bei MAN beson­dere Bedeu­tung beigemes­sen. Für die etwa 10.000 Mitar­bei­ter am Stand­ort München steht eine eigene Gesund­heits­ab­tei­lung zur Verfü­gung, in der beispiels­weise sechs Ärzte und immer mindes­tens zwei Sani­tä­ter arbei­ten. Auch Meyer arbei­tet als Ergo­no­mie­coach in der Beschaf­fung nicht allein, sondern teilt sich diese Aufgabe mit einer Kolle­gin. MAN plant, die Funk­tion des Sicher­heits­be­auf­trag­ten Verwal­tung mit dem Ergo­no­mie­coach Verwal­tung in Zukunft grund­sätz­lich enger zu verknüp­fen. Die bishe­rige Erfah­rung zeige, dass so die Sicher­heits­be­auf­trag­ten noch besser auf ihre Aufga­ben bei der Betreu­ung der Ange­stell­ten in der Verwal­tung vorbe­rei­tet seien. Am gesam­ten MAN Stand­ort München sind bereits über 30 Ergo­no­mie­coa­ches tätig. Ihre Zahl wird in den nächs­ten Jahren voraus­sicht­lich weiter anwach­sen. Meyer betont, dass die Unter­neh­mens­lei­tung ihn in seiner Arbeit unter­stützt: „Was Mitar­bei­ter benö­ti­gen, wird meis­tens auch bestellt“ – sofern es für einen gesun­den und siche­ren Arbeits­platz sinn­voll sei. Zu der Wert­schät­zung der Arbeit der Sicher­heits­be­auf­trag­ten gehört auch, dass diese für ihre Tätig­keit gene­rell bis zu drei Stun­den im Monat frei­ge­stellt werden. Dies gilt für Sicher­heits­be­auf­tragte in der Verwal­tung und glei­cher­ma­ßen für dieje­ni­gen in der Produk­tion.

Radfah­ren nur mit Helm

Thomas Meyer gibt gerne zu, dass seine Tätig­keit als Sicher­heits­be­auf­trag­ter auch seinen Alltag außer­halb der Arbeit prägt. Meyer ist leiden­schaft­li­cher Radfah­rer und fährt nie ohne Helm und helle Jacke. Alter­na­tiv hält er das Tragen von Warn­wes­ten für eine äußerst posi­tive Entwick­lung bei Zwei­rad­fah­rern, die ja seit Einfüh­rung des Tages­fahr­lichts bei weitem nicht mehr so gut wahr­ge­nom­men werden. Die Warn­wes­ten der Radfah­rer seien schon von weitem für andere Verkehrs­teil­neh­mer sicht­bar und ließen den Radfah­rer gleich­zei­tig größer erschei­nen. Dadurch würden die meis­ten Auto­fah­rer mehr Abstand halten – ein doppel­ter Plus­punkt.

Immer im Einsatz

Doch Meyer achtet nicht nur auf seine eigene Gesund­heit, sondern auch auf die seiner Mitmen­schen. So bemerkte er einmal beim Besuch einer Kfz-Werkstatt, dass die Bild­schirme für die Mitar­bei­te­rin­nen im Büro an der Wand über den Köpfen der Damen ange­bracht waren. Auf seine Frage, ob sie oft Nacken­schmer­zen hätten, bestä­tig­ten ihm die beiden Ange­stell­ten, dass das sehr häufig der Fall sei. Auf die Rück­frage einer der beiden Mitar­bei­te­rin­nen, woher Meyer dies wissen könne, machte er
sie auf die sehr ungüns­tige Posi­tion der Bild­schirme aufmerk­sam. Es gelang ihm, die beiden anfangs etwas ungläu­bi­gen Damen zu über­zeu­gen, dass die Bild­schirme besser auf den Schreib­ti­schen zu plat­zie­ren seien.

Dies ist nur eine weitere beispiel­hafte Episode dafür, dass Thomas Meyer bei seinem Einsatz für die Sicher­heit seiner Mitmen­schen in Zukunft weder beruf­lich noch in seiner Frei­zeit die Arbeit ausge­hen wird.


Steck­brief

  • Thomas Meyer
  • 59 Jahre
  • Posi­tion: MAN Zentrale, Abtei­lung Beschaf­fung
  • Bran­che: Nutz­fahr­zeuge
  • Sicher­heits­be­auf­trag­ter seit 2017

MAN Truck & Bus SE

Die MAN Truck & Bus AG zählt zu den führen­den Anbie­tern von Nutz­fahr­zeu­gen und Trans­port­lö­sun­gen in Europa. München ist Sitz der Zentral­ver­wal­tung und Produk­ti­ons­stand­ort für Lkw.

  • Welt­weit hat MAN über 50.000 Beschäf­tigte.
  • MAN verfügt über Produk­ti­ons­stät­ten in Deutsch­land, Öster­reich und Polen sowie in Russ­land, Südafrika und der Türkei.
  • 10.000 Mitar­bei­ter arbei­ten am Stand­ort München
  • www.man.eu
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