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Lagern brennbarer Flüssigkeiten im Sicherheitsschrank

Das 1x1 im Explosionsschutz
Lagern brennbarer Flüssigkeiten im Sicherheitsschrank

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Grafik: © Dyrba/Heymanns
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Kommt es in Unternehmen zum Gebrauch von brennbaren Flüs­sigkeit­en, stellt sich die Frage nach ein­er gefahrlosen Lagerung dieser Gefahrstoffe. In der Regel wird dazu ein Sicher­heitss­chrank benötigt. Dieser Beitrag zeigt, worauf dabei zu acht­en ist.

Sascha Bless­ing B.Sc.Dyrba & Kol­le­gen Explo­sion­ss­chutz GmbH

Für eine gefahrlose Lagerung ist ins­beson­dere Fol­gen­des zu klären:

  • Welche Zone liegt im Sicher­heitss­chrank vor?
  • Welche tech­nis­chen als auch organ­isatorischen Maß­nah­men ergeben sich hieraus?
  • Liegt außer­halb des Sicher­heitss­chrankes eine Zone vor?
  • Muss ein Explo­sion­ss­chutz­doku­ment erstellt werden?

Um diese Fra­gen klären zu kön­nen, müssen zunächst die sicher­heit­stech­nis­chen Ken­ngrößen der brennbaren Flüs­sigkeit­en betra­chtet und die anschließend getrof­fe­nen Maß­nah­men berück­sichtigt wer­den. Hier­bei hil­ft die EX-RL Beispiel­samm­lung, Punkt 2.2.8 weit­er, welche im Inter­net auf der „BG RCI exin­fo“ Seite zu find­en ist.

Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre

Zu betra­cht­en ist zunächst der Flamm­punkt des kri­tis­chsten zu lagern­den Stoffes in Bezug auf die Lagertem­per­atur. Liegt die Lagertem­per­atur im Sicher­heitss­chrank stets 15 Grad unter dem Flamm­punkt der brennbaren Flüs­sigkeit, so beste­ht keine gefährliche explo­sions­fähige Atmo­sphäre (g.e.A). Der Sicher­heitss­chrank ist somit zonenfrei.

Umgekehrt ist im ungün­stig­sten Fall in einem Sicher­heitss­chrank, in dem abge­füllt, umgeschüt­tet oder pipet­tiert wird, benet­zte Gefäße gelagert wer­den und keine tech­nis­che Lüf­tung vorhan­den ist, eine Zone 1 zu unter­stellen, und darüber hin­aus eine weit­ere Zone 2 um den Sicher­heitss­chrank mit einem Radius von 2,5 Metern und ein­er Höhe von 0,5 Metern.

Zu berücksichtigende Maßnahmen

Kann der Flamm­punkt nicht aus­re­ichend genug unter­schrit­ten wer­den und soll die Zone im Schrank eli­m­iniert oder reduziert wer­den, so sind im zweit­en Schritt tech­nis­che und organ­isatorische Maß­nah­men zu ergreifen.

Tech­nis­che Maß­nahme sind zum Beispiel

  • tech­nis­che Lüftung

Organ­isatorische Maß­nah­men sind zum Beispiel

  • kein Abfüllen, Umschüt­ten oder Pipettieren
  • dicht ver­schlossene Gefäße (keine offene Lagerung)
  • regelmäßige Kon­trolle beim Öff­nen und vor dem Schließen des Schrankes

Gefährdungsbeurteilung und Explosionsschutzdokument

Bei Ver­wen­dung eines Sicher­heitss­chrankes ist nicht nur eine Gefährdungs­beurteilung zu erstellen, son­dern bei der Lagerung von brennbaren Flüs­sigkeit­en, welche eine g.e.A. erzeu­gen, auch ein Explo­sion­ss­chutz­doku­ment erforder­lich. In diesem wer­den sowohl die Zonen als auch die tech­nis­chen und organ­isatorischen Maß­nah­men für den Sicher­heitss­chrank erfasst. Des Weit­eren sind beson­dere Betrieb­szustände und das daraus resul­tierende Vorge­hen zu berücksichtigen.

Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten

Bei fol­gen­den Tätigkeit­en kann der Sicher­heits­beauf­tragte bera­tend aktiv werden:

  • Ein Sicher­heitss­chrank ist regelmäßig, gegebe­nen­falls arbeit­stäglich oder monatlich, durch Inau­gen­schein­nahme auf seinen sicheren Zus­tand zu prüfen. Das gilt ins­beson­dere für das sichere und voll­ständi­ge Schließen der Türen und den Zus­tand der Dichtlippen.
  • Darüber hin­aus ist eine jährliche wiederkehrende Prü­fung des Sicher­heitss­chrankes durch eine fachkundi­ge Per­son erforder­lich. Diese Prü­fung wird in der Regel durch den Schrankher­steller durchge­führt, kann aber auch durch andere fachkundi­ge Per­so­n­en erfolgen.
  • Repara­turen am Sicher­heitss­chrank sind nur durch die Her­steller­fir­ma durchzuführen, damit die Pro­duk­thaf­tung erhal­ten bleibt.
  • Abschließend gilt wie immer: „Nur wenn sichergestellt ist, dass wir wis­sen, was wir tun, kön­nen wir sich­er und vorauss­chauend arbeiten!“

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Grafik: © Dyrba/Heymanns

Das Wichtigste in Kürze

  • prüfen, ob eine gefährliche explo­sions­fähige Atmo­sphäre vorliegt
  • gegebe­nen­falls tech­nis­che und organ­isatorische Maß­nah­men einleiten
  • Gefährdungs­beurteilung und Explo­sion­ss­chutz­doku­ment erstellen
  • EX-RL Beispiel­samm­lung nutzen (zum Beispiel 2.2.8)

Hilfreiche Vorschriften

Für einen ersten Überblick über die Lagerung brennbar­er Flüs­sigkeit­en in Sicher­heitss­chränken sind die fol­gen­den Vorschriften hilfreich:

  • TRGS 510 „Lagern von Gefahrstof­fen in orts­be­weglichen Behäl­tern“, Kapi­tel 12 und Anlage 3
  • DIN EN 14470–1:2004 Feuer­wider­stands­fähige Lager­schränke – Teil 1: Sicher­heitss­chränke für brennbare Flüssigkeiten
  • Merk­blatt M 062 – Lagerung von Gefahrstof­fen, Kapi­tel 9
  • Merk­blatt M 063 – Lagerung von Gefahrstof­fen, Kapi­tel 6
  • DGUV Regel 113–001 Beispielsammlung
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