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Nicht explo­si­ons­ge­schützte Betriebs­mit­tel

Das 1x1 im Explosionsschutz
Nicht explo­si­ons­ge­schützte Betriebs­mit­tel

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Grafik: © Dyrba/Heymanns
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Die Verwen­dung von nicht explo­si­ons­ge­schütz­ten Betriebs­mit­teln im Ex-Bereich ist ein Thema, das immer wieder stark disku­tiert wird. Ob Betriebs­mit­tel ohne EG-Konformitätsbescheinigung durch den Herstel­ler im Ex-Bereich betrie­ben werden dürfen, hängt von bestimm­ten Bedin­gun­gen ab.

Patrick Dyrba, M.Sc.Dyrba & Kolle­gen Explo­si­ons­schutz GmbH

Bei vielen Betriebs­mit­teln muss davon ausge­gan­gen werden, dass sie wirk­same Zünd­quel­len aufwei­sen. Dazu zählen beispiels­weise

  • heiße Ober­flä­chen
  • mecha­nisch erzeugte Funken
  • stati­sche Elek­tri­zi­tät
  • Flam­men und heiße Gase
  • elek­tri­sche Funken

Laut Gefahr­stoff­ver­ord­nung (GefStoffV) ist es jedoch möglich, dass Geräte, die keine Konfor­mi­täts­be­schei­ni­gung zum Einsatz in der jewei­li­gen Zone besit­zen, im Rahmen der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung durch den Betrei­ber bewer­tet und durch Fest­le­gung geeig­ne­ter Maßnah­men in der entspre­chen­den Zone einge­setzt werden können. Im Explo­si­ons­schutz­do­ku­ment sind die Ergeb­nisse der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung schrift­lich fest­zu­hal­ten.

Fall­bei­spiel Insu­lin­pumpe

Dies wird im folgen­den am Beispiel einer von einem Mitar­bei­ter getra­ge­nen Insu­lin­pumpe näher erläu­tert. Insu­lin­pum­pen bestehen unter ande­rem aus mehre­ren elek­tri­schen Bautei­len sowie einer Batte­rie bezie­hungs­weise einem Akku. Da bisher kein Herstel­ler explo­si­ons­ge­schützte Insu­lin­pum­pen anbie­tet, kann nur über die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung entschie­den werden, ob diese Geräte in explo­si­ons­ge­fähr­de­ten Berei­chen einge­setzt werden dürfen. Hier­für gilt:

  • die Pumpe ist groß­flä­chig mit einem Pflas­ter auf der Bauch­de­cke verklebt,
  • sie wird von fest verbau­ten, nicht wech­sel­ba­ren Knopf­zel­len gespeist und ist wasser­dicht,
  • die Batte­rien sind fest verbaut und können nicht gelöst werden,
  • die Pumpe ist stets von Klei­dung bedeckt, wenn sich der Mitar­bei­ter im explo­si­ons­ge­fähr­de­ten Bereich befin­det,
  • beim Aufent­halt in Zone 2 oder 1 muss der Mitar­bei­ter immer ein Gaswarn­ge­rät zur Über­wa­chung der
    explo­si­ons­fä­hi­gen Atmo­sphäre mitfüh­ren,
  • die Mitar­bei­ter sind zu unter­wei­sen, die Durch­füh­rung ist schrift­lich fest­zu­hal­ten.

Werden diese Punkte einge­hal­ten, kann die Insu­lin­pumpe im explo­si­ons­ge­fähr­de­ten Bereich getra­gen werden.

Instal­la­tion von Gaswarn­an­la­gen

Eine weitere Maßnahme, um nicht explo­si­ons­ge­schützte Betriebs­mit­tel in explo­si­ons­ge­fähr­de­ten Berei­chen verwen­den zu können, besteht in der Instal­la­tion von statio­nä­ren Gaswarn­an­la­gen. So kann zum Beispiel bei einer Konzen­tra­tion von 20 Prozent der unte­ren Explo­si­ons­grenze (UEG) ein Voralarm ausge­löst und eine tech­ni­sche Lüftung einge­schal­tet werden. Die unter­wie­se­nen Mitar­bei­ter können weiter­hin durch orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men ange­mes­sen reagie­ren, wie zum Beispiel durch die Loka­li­sie­rung mögli­cher Lecka­ge­stel­len und mittels Entfer­nen von Betriebs­mit­teln, die wirk­same Zünd­quel­len besit­zen. Bei Errei­chen von 50 Prozent der UEG muss die Anlage zünd­quel­len­frei geschal­tet werden.


Das Wich­tigste in Kürze

  • Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung durch­füh­ren und geeig­nete Maßnah­men im Explo­si­ons­schutz­do­ku­ment hinter­le­gen.
  • Einrich­tun­gen zum Erken­nen und Vermei­den von explo­si­ons­fä­hi­ger Atmo­sphäre instal­lie­ren, zum Beispiel eine tech­ni­sche Lüftung in Kombi­na­tion mit Mess­ver­fah­ren zur Über­wa­chung einer fest­ge­leg­ten Konzen­tra­tion.
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