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Rückwärtsfahren bei der Abfallsammlung

Neue Branchenregel
Rückwärtsfahren bei der Abfallsammlung

Die neue Branchenregel berücksichtigt die Bedürfnisse der Praxis. Foto: © DGUV
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Unfal­lver­sicherungsträger, Entsorgungswirtschaft und die Vere­inte Dien­stleis­tungs­gew­erkschaft (ver.di) haben einen Kon­sens zum Rück­wärts­fahren bei der Abfall­samm­lung gefun­den. Dieser ist in der neuen Branchen­regel „Abfall­samm­lung“ umge­set­zt, die vom Grund­satzauss­chuss Präven­tion der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (DGUV) am 24.10.2016 beschlossen wurde und in der DGUV Pub­lika­tions­daten­bank zur Ver­fü­gung steht.

Laut Branchen­regel sollen Entsorgung­sun­ternehmen die Touren bei der Abfal­lab­hol­ung grund­sät­zlich so pla­nen, dass unfall­trächtige Rück­wärts­fahrten möglichst ver­mieden wer­den. In Aus­nah­me­fällen soll das Rück­wärts­fahren jedoch möglich sein, wenn der Arbeit­ge­ber in der Gefährdungs­beurteilung Schutz­maß­nah­men für die Beschäftigten fes­tlegt. An der Erar­beitung der Branchen­regel waren Fach­leute der Beruf­sgenossen­schaften, Unfal­lka­ssen, Entsorgungswirtschaft und der Gew­erkschaft ver.di beteiligt.

Die Frage, ob Müll­fahrzeuge bei der Abfall­samm­lung rück­wärts in Stich­straßen oder Sack­gassen ohne Wen­demöglichkeit ein­fahren dür­fen, ist seit Jahren immer wieder The­ma in Städten und Gemein­den. Mit der Diskus­sion um die Branchen­regel „Abfall­samm­lung“ hat­te die Berichter­stat­tung in den ver­gan­genen Monat­en noch ein­mal erhe­blich zugenom­men. „Mit der Branchen­regel ist es uns gelun­gen, Lösun­gen für den Arbeitss­chutz bei der Abfall­samm­lung zu find­en, die die Bedürfnisse der Prax­is und den aktuellen Stand der Tech­nik berück­sichti­gen“, so Dirk Füt­ing, Leit­er des Sachge­bi­ets Abfall­wirtschaft der DGUV. „Unter anderem machen wir trans­par­ent, wie die Sicher­heit beim Rück­wärts­fahren gewährleis­tet wer­den kann.“ Patrick Hasenkamp, Vizepräsi­dent des VKU, Andreas Thürmer, EdDE-Vor­standsvor­sitzen­der, und Peter Kurth, BDE-Präsi­dent, ergänzen: „Das Rück­wärts­fahren von Abfall­sam­melfahrzeu­gen auch kün­ftig unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen nicht zu ver­bi­eten, ist vernün­ftig und prax­is­nah. Es ist ein guter Kom­pro­miss zwis­chen Verkehrssicher­heit und Bürg­er­fre­undlichkeit erzielt wor­den, mit dem die Branche zufrieden sein kann.“
Die neue Branchen­regel ist kein Freifahrtschein, die Touren bei der Abfall­samm­lung so zu pla­nen, dass die Fahrer von Abfall­sam­melfahrzeu­gen rück­wärts­fahren müssen. Sie legt fest, dass zunächst alle anderen Möglichkeit­en auszuschöpfen sind, das Rück­wärts­fahren zu ver­mei­den. Hierzu kön­nen auch bauliche Verän­derun­gen an den Abfall­sam­mel­stellen oder Änderun­gen der Verkehrs­führung zählen. Wenn alle Möglichkeit­en zur Min­imierung des Rück­wärts­fahrens nach einge­hen­der Prü­fung aus­geschöpft sind, ist mit­tels der Gefährdungs­beurteilung festzule­gen, wie die gefahrlose Rück­wärts­fahrt in dieser Sit­u­a­tion durchzuführen ist. Unter anderem muss der Unternehmer darin fes­tle­gen, über welche Ken­nt­nisse Per­so­n­en ver­fü­gen müssen, die den Fahrer beim Rück­wärts­fahren ein­weisen. „Klar ist aber, dass es auch in Zukun­ft Sit­u­a­tio­nen geben kann, in denen das Rück­wärts­fahren ein­fach zu gefährlich ist“, erk­lärt Füt­ing. „Wir appel­lieren daher ins­beson­dere an die Stadt­plan­er, die Bedürfnisse der Entsorg­er zu berück­sichti­gen, wenn sie die Verkehr­swege planen.“
Rück­wärts­fahren ist bei Abfall­sam­melfahrzeu­gen deswe­gen so gefährlich, weil die Fahrer nur unzure­ichend den Raum hin­ter ihrem Fahrzeug ein­se­hen kön­nen. Immer wieder kam es daher in der Ver­gan­gen­heit zu schw­eren Unfällen von Ein­weis­ern, aber auch von unbeteiligten Drit­ten. „Die Branchen­regel berück­sichtigt auch die Möglichkeit, mit Fahreras­sis­ten­zsys­te­men die Sicher­heit für alle Betrof­fe­nen zu erhöhen“, so Füt­ing. Zukün­ftig dürften solche Sys­teme unter Verzicht auf den Ein­weis­er einge­set­zt wer­den, wenn damit sich­er eine Gefährdung für andere Verkehrsteil­nehmer aus­geschlossen wer­den könne. Anson­sten bleibe Stand der Tech­nik, dass der Fahrer sich ein­weisen lassen müsse.
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