Lärm reduzieren - Schallschutzdämpfer für die Produktion
Startseite » Sicherheitsbeauftragter » Schall­dämp­fer für die Produk­tion

Lärm reduzieren

Schall­dämp­fer für die Produk­tion

Anzeige
In Indus­trie­hal­len ist es meist recht laut. Neben dem Maschi­nen­lärm an sich spie­len auch die Umge­bung und die Raum­ver­hält­nisse eine Rolle: Schlu­cken Wände, Boden und Decken Schall oder werfen sie diesen zurück? Zur Schall­ab­sorp­tion gibt es verschie­dene Möglich­kei­ten.

Dipl.-Ing. Clau­dia El Ahwany

Lärm gefähr­det die Gesund­heit. Deshalb schreibt die Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung vor, den Schall­druck­pe­gel in Arbeits­stät­ten so nied­rig zu halten, wie dies nach Art des Betrie­bes möglich ist. Hier­für gibt es einen Maßnah­men­ka­ta­log nach dem TOP‐Prinzip (Kasten rechts).

Tech­ni­sche Verbes­se­run­gen

Arbeit­ge­ber müssen zunächst versu­chen, die tech­ni­sche Ausstat­tung in der Produk­ti­ons­halle so zu verbes­sern, dass der Lärm gesenkt wird. Eine Möglich­keit hierzu ist, laute Maschi­nen durch leisere zu erset­zen. Aber Achtung: Bei der Lärm­be­las­tung spielt auch die Umge­bung der Maschine eine wich­tige Rolle. Bestehen Wände, Boden und Decken aus einem schall­har­ten Mate­rial wie zum Beispiel Beton, Gips oder Stein, reflek­tie­ren sie den Lärm wesent­lich mehr, als wenn diese schall­ab­sor­bie­rend sind. Und auch der Abstand von der Maschine zu den Umge­bungs­flä­chen, ande­ren Maschi­nen und dem Arbeit­neh­mer beein­flusst die akus­ti­sche Wirkung. Um sicher zu beur­tei­len, welche Gefähr­dung tatsäch­lich vorliegt, sollte eine fach­kun­dige Person die Lärm­ex­po­si­tion ermit­teln und prüfen, ob die Auslö­se­werte gege­be­nen­falls über­schrit­ten werden (siehe Info­kas­ten auf Seite 20).

Die Situa­tion beur­tei­len

Zunächst einmal ist zu klären, in welchen Frequenz­be­rei­chen der Lärm auftritt und welche Maschi­nen in der Halle am lautes­ten sind. Mit einer Nach­hall­mes­sung wird zudem die Absorp­ti­ons­flä­che in der Halle ermit­telt. Entspricht diese dem aktu­el­len Stand der Tech­nik, ist der Absorp­ti­ons­grad 0,3. Fällt er gerin­ger aus, muss zusätz­li­ches schall­ab­sor­bie­ren­des Mate­rial ange­bracht werden.

Plat­ten, Baffeln, Würfel

Dieses besteht häufig aus Mela­min­schaum­stoff und wird auf dem Markt zum Beispiel als Plat­ten, Baffeln oder Würfel ange­bo­ten. Da sich der Schall an ihnen „bricht“, erzie­len letz­tere Dank ihrer Kanten einen noch besse­ren Effekt. Doch grund­sätz­lich spielt die Form des Mate­ri­als für die Raum­akus­tik eine eher unter­ge­ord­nete Rolle – entschei­dend ist, dass das schall­ab­sor­bie­rende Mate­rial in der rich­ti­gen Menge (errech­net der Akus­tik­spe­zia­list) und gleich­mä­ßig im Raum verteilt wird. Da in den meis­ten Indus­trie­hal­len die Decke die am besten zugäng­li­che Fläche ist, liegt es nahe, hier den Mela­min­schaum­stoff anzu­brin­gen. Doch auch Wände eignen sich dafür hervor­ra­gend. Befin­det sich beispiels­weise eine lärmende Maschine direkt an einer schall­har­ten Wand, soll­ten die akus­tisch wirk­sa­men Elemente nach Möglich­keit dort ange­bracht werden.

In sehr großen Produk­ti­ons­räu­men ist es recht schwie­rig, den Nach­hall zu ermit­teln. Um hier zu einem verläss­li­chen Wert zu gelan­gen, hilft eine weitere Messung: Um wie viel redu­ziert sich der Schall­pe­gel, wenn der Abstand zur Schall­quelle verdop­pelt wird? Schall­schutz­ex­per­ten messen dazu ein gleich­blei­ben­des Rauschen in einem Abstand von 0,75 Metern, andert­halb Metern, drei Metern und sechs Metern (genorm­tes Vorge­hen). In einer akus­tisch opti­mier­ten Halle würde dieser Schall­pe­gel um 4 dB(A) pro Abstands­ver­dop­pe­lung sinken. Ist dies nicht der Fall, muss nach­ge­bes­sert werden.

Geeig­nete Schutz­maß­nah­men

Hier­für werden in der Regel schall­ab­sor­bie­rende Mate­ria­lien an Decke und/oder Wand ange­bracht. Beach­tens­wert: Verdop­pelt man die schall­ab­sor­bie­rende Fläche, vermin­dert sich der Lärm in einer Halle um 3 dB(A), was der Halbie­rung der Schall­ener­gie entspricht. Bild­lich ausge­drückt: Es ist so, als würde man bei zwei gleich lauten Maschi­nen eine abschal­ten.

Doch jede Halle ist anders: In einem indi­vi­du­el­len Schall­schutz­kon­zept stel­len Schall­schutz­spe­zia­lis­ten wie die Firma Sona­tech die jeweils rich­ti­gen Schall­schutz­ma­te­ria­lien, den opti­ma­len Abstand zur Lärm­quelle und das passende Monta­ge­sys­tem zusam­men.


Über­schrift std

  • Liste
  • Liste

Schall­schutz nach dem TOP‐Prinzip

Werden die Auslö­se­werte der „Verord­nung zum Schutz der Beschäf­tig­ten vor Gefähr­dun­gen durch Lärm und Vibra­tio­nen“ über­schrit­ten, müssen die Betriebe Schutz­maß­nah­men ergrei­fen. Hier gibt die Verord­nung eine Reihen­folge vor. Sie lässt sich mit dem Begriff TOP zusam­men­fas­sen und setzt sich aus den Anfangs­buch­sta­ben der Maßnah­men zusam­men:

  • Tech­ni­sche Lösung: Hier­un­ter versteht man, dass die Arbeits­stätte mit Maschi­nen ausge­stat­tet wird, die weni­ger Lärm verur­sa­chen. Ist Substi­tu­tion nicht möglich, soll­ten raum­akus­ti­sche Maßnah­men in Form von Lärm­däm­mung und -dämp­fung getrof­fen werden.
  • Orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men: Hier wird versucht, die lärm­be­las­tete Tätig­keit auf eine gewisse Zeit zu beschrän­ken. So arbei­tet der Mitar­bei­ter beispiels­weise nur zwei bis drei Stun­den pro Tag an einer lauten Maschine und die rest­li­che Zeit in einem ruhi­gen Bereich der Produk­tion.
  • Persön­li­che Schutz­maß­nah­men: Sie sind immer das letzte Mittel der Wahl. Der Arbeit­neh­mer benö­tigt einen geeig­ne­ten Hörschutz, zudem ist eine arbeits­me­di­zi­ni­sche Vorsorge erfor­der­lich.

Auslö­se­werte

Die „Lärm‐ und Vibrations‐Arbeitsschutzverordnung“ (Lärm­Vi­bra­ti­ons­Arb­SchV) sieht soge­nannte Auslö­se­werte vor. Werden diese erreicht oder über­schrit­ten, muss der Arbeit­ge­ber handeln. Zu den Auslö­se­wer­ten gehö­ren die Tages‐Lärmexposition und der Spit­zen­schall­druck­pe­gel.

  • Tages‐Lärmexposition (LEx, 8 h)

Bei der Tages‐Lärmexposition wird ermit­telt, welcher Lärm­be­las­tung ein Mitar­bei­ter während eines Acht‐Stunden‐Arbeitstages ausge­setzt ist. Ab einem Tages‐Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) sind die Beschäf­tig­ten zu infor­mie­ren. Erreicht der Tages‐Lärmexpositionspegel den Grenz­wert von 85 dB (A), muss der Arbeit­neh­mer einen geeig­ne­ten Hörschutz tragen. Arbeits­plätze, bei denen dieser Auslö­se­wert erreicht wird, sind mit einem entspre­chen­den Symbol zu kenn­zeich­nen. Ist der Arbeits­platz mobil, zum Beispiel bei einer trans­por­ta­blen Maschine, sollte die Kenn­zeich­nung direkt am Gerät erfol­gen. Zudem sind weitere Maßnah­men erfor­der­lich, die hier nicht voll­stän­dig aufge­lis­tet werden können.

  • Spit­zen­schall­druck­pe­gel (LpC, peak)

Nicht nur dauer­haf­ter Lärm führt oft zu Hörschä­den. Auch kurze und extrem laute Geräu­sche können das Gehör beein­träch­ti­gen. Sie werden als Spit­zen­schall­druck­pe­gel bezeich­net. Erreicht dieser einen Grenz­wert von 137 dB (A), muss der Arbeit­neh­mer unter ande­rem einen Gehör­schutz tragen und der Arbeits­be­reich mit einem Symbol gekenn­zeich­net werden.


Raum­akus­tik­rech­ner

  • Um einschät­zen zu können, ob lärm­min­dernde Maßnah­men erfor­der­lich sind und wie diese ausse­hen können, bietet der Schall­schutz­spe­zia­list Sona­tech einen Raum­akus­tik­rech­ner an. Dieser fragt unter ande­rem ab, wie groß ein Raum ist, aus welchem Mate­rial die Wände bestehen und was für ein Boden­be­lag verlegt ist. Mithilfe dieser Anga­ben errech­net das Tool, ob die Empfeh­lun­gen der DIN 18041 erfüllt sind. Falls nicht, schlägt es passende Schall­schutz­maß­nah­men vor. Dieser Service ist kosten­los. http://t1p.de/sahw
  • Auch das Insti­tut für Arbeits­schutz der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung IFA hat einen Raum­akus­tik­rech­ner entwi­ckelt.
    www.dguv.de (Webcode d130076)
  • Umfas­sende Infor­ma­tio­nen zum Thema Lärm mit weiter­füh­ren­den Links zu Geset­zen, Verord­nun­gen, Tech­ni­schen Regeln, Infor­ma­ti­ons­blät­tern und mehr gibt es bei der Berufs­ge­nos­sen­schaft Holz und Metall. www.bghm.de (Webcode 454)
Anzeige

News­let­ter

Unsere Dosis Wissens­vor­sprung für Sie. Jetzt kosten­los abon­nie­ren!

Meistgelesen

Jobs

Sicher­heits­be­auf­trag­ter

Titelbild Sicherheitsbeauftragter 4
Ausgabe
4.2019
ABO

Sicher­heits­in­ge­nieur

Titelbild Sicherheitsingenieur 4
Ausgabe
4.2019
ABO
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de