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Unfälle mit Transportern

Sicher fahren und auslie­fern

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Jähr­lich verzeich­nen die Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten ein hohes Unfall­ge­sche­hen mit Trans­por­tern. Zu den vielen schwe­ren Unfäl­len im Stra­ßen­ver­kehr kommen noch Arbeits­un­fälle hinzu, die sich am Trans­por­ter selbst ereig­nen. Etwa beim Ein- und Ausstei­gen, Be- und Entla­den oder Rück­wärts­fah­ren.

Dipl.-Ing. Dieter Bach­mann

Voraus­set­zun­gen für einen siche­ren Trans­port sind sowohl quali­fi­zierte Fahrer als auch Fahr­zeuge, die spezi­ell für den Einsatz­zweck ausge­stat­tet sind. So kann ein Trans­por­ter heut­zu­tage mit viel­fäl­ti­gem Sonder­zu­be­hör bestellt werden. Zu nennen sind Fahr­as­sis­tenz­sys­teme, die den Fahrer im Stra­ßen­ver­kehr entlas­ten und dadurch Unfälle vermei­den können. Zusätz­li­che Seiten- oder Knie­air­bags zählen zu den passi­ven Sicher­heits­sys­te­men und dienen dem Schutz der Fahr­zeug­insas­sen, wenn der Unfall nicht zu vermei­den war. Zu berück­sich­ti­gen sind aber auch Ausstat­tungs­merk­male, die beispiels­weise die Sicher­heit beim Be- und Entla­den erhö­hen oder dem Fahrer die Waren­aus­lie­fe­rung erleich­tern.

Sicher mit Assis­tenz­sys­te­men

Die Grund­aus­stat­tung eines Trans­por­ters ist heute schon umfang­reich und kann bei der Bestel­lung etwa durch Fahr­as­sis­tenz­sys­teme aufge­rüs­tet werden. Hierzu zählen ASR (Anti-Schlupf-Regelung), ESP (Elek­tro­ni­sches Stabilitäts-Programm), Seitenwind- und Totwinkel-Assistent. Ein weite­res und oft unter­schätz­tes Ausstat­tungs­merk­mal ist der Geschwin­dig­keits­be­gren­zer auf 120 km/h. Er limi­tiert elek­tro­nisch die Höchst­ge­schwin­dig­keit, erhöht dadurch die Fahr­si­cher­heit für das Fahr­per­so­nal und redu­ziert Auto­bahn­un­fälle. Posi­tive Neben­ef­fekte sind gerin­gere Wartungs­kos­ten und ein gerin­ge­rer Kraft­stoff­ver­brauch.

Rück­wärts­fah­ren ohne Gefahr

Unfälle beim Rück­wärts­fah­ren stehen gerade bei Kasten­wa­gen an erster Stelle der Unfall­sta­tis­tik. Eine Rück­fahr­ka­mera macht den Bereich hinter dem Fahr­zeug einseh­bar und ermög­licht Rück­wärts­fah­ren ohne Gefahr. Zusätz­li­che akus­ti­sche und opti­sche Signale in Abhän­gig­keit von der Entfer­nung des Fahr­zeugs zum Hinder­nis sind hilf­reich, denn sie ermög­li­chen es, sich auf die Fahr­auf­gabe zu konzen­trie­ren.

Die Fahrer­ka­bine – worauf es ankommt

Stur­zun­fälle beim Bestei­gen der Fahrer­ka­bine sind keine Selten­heit. Beson­ders bei Auslie­fe­rungs­fahr­ten, auf denen der Fahrer häufig ein- und ausstei­gen muss, zeigt sich, ob der Kabi­nen­ein­stieg ergo­no­misch und sicher gestal­tet ist. Sichere Einstiege verfü­gen über groß­flä­chige und rutsch­hem­mende Auftritte. Sind sie dem Wetter ausge­setzt, soll­ten sie als Roste oder Loch­ble­che ausge­führt sein, damit Schnee oder Eis durch­ge­drückt werden können. Zu einem siche­ren Einstieg gehö­ren auch gut erreich­bare und greif­freund­lich gestal­tete Halte­griffe sowie eine Beleuch­tung, die sich bei Türöff­nung auto­ma­tisch einschal­tet. Der direkte Zugang von der Fahrer­ka­bine in den Lade­raum ist bei Kurier‑, Express- und Paket­diens­ten (KEP-Dienste) von Vorteil. Bei Kasten­wa­gen sollte daher die Trenn­wand mit einer Schie­be­tür ausge­stat­tet sein, die, wie die Trenn­wand selbst, die Mindest­an­for­de­run­gen nach DIN ISO 27956 erfül­len muss. Ein offe­ner Durch­gang ist nicht zuläs­sig, weil er dem Fahrer keinen Schutz bietet.

Ordnungs­sys­tem auf dem Beifah­rer­sítz

In der Fahrer­ka­bine ist viel unter­zu­brin­gen, etwa Fracht­pa­piere, Verband­kas­ten, Warn­weste und vieles mehr. Alles muss sicher verstaut sein, damit die Gegen­stände bei einer plötz­li­chen Voll­brem­sung nicht durch die Kabine flie­gen. Erfah­rungs­ge­mäß gibt es in der Kabine nie genü­gend Stau­raum. Viel Platz für die täglich benö­tig­ten Dinge bietet ein auf dem Beifah­rer­sitz befes­tig­tes Ordnungs­sys­tem. Gleich­zei­tig dient es dem Fahrer als Schreib­un­ter­lage zum Ausfül­len der Liefer­scheine und Fracht­pa­piere.

Den Lade­raum sicher errei­chen

Für Auslie­fe­rungs­fah­rer haben sich zusätz­li­che Aufstiegs­stu­fen bewährt. Sie erleich­tern das Ein- und Austei­gen und verhin­dern Stol­per­un­fälle. Die Aufstiegs­stufe sollte ausrei­chend breit sein, um ein siche­res Auftre­ten mit der ganzen Fußflä­che zu ermög­li­chen. Die Fußraum­tiefe sollte voll nutz­bar sein, damit das Fahr­zeug beim Ausstei­gen mit vollem Auftritt verlas­sen werden kann. Die Tritt­flä­che muss aus rutsch­hem­men­dem, offe­nem Mate­rial bestehen, damit Schnee verdrängt werden kann. Ein geschlos­se­nes Riffel­b­lech wäre als außen­lie­gen­der Aufstieg unge­eig­net. Heck­stu­fen sind in star­rer oder auszieh­ba­rer Ausfüh­rung erhält­lich.

Trans­port­mit­tel für schwere Lasten

Beim Hand­trans­port schwe­rer Lasten werden zahl­rei­che Muskel­grup­pen, insbe­son­dere des Rückens und der Gelenke, stark bean­sprucht. Werden diese Tätig­kei­ten dauer­haft ausge­übt, entste­hen schnell Ermü­dungs­er­schei­nun­gen. Damit ist ein erhöh­tes Unfall­ri­siko verbun­den. Zur Über­brü­ckung größe­rer Entfer­nun­gen soll­ten Fahre­rin­nen oder Fahrer daher beispiels­weise eine Stech­karre (als Sack­karre bekannt) oder einen Roll­wa­gen verwen­den. Spezi­elle Verla­de­schie­nen können die Arbeit erleich­tern und Verla­de­vor­gänge beschleu­ni­gen.

Beim Fahr­zeug­kauf hat man die Qual der Wahl, denn die Herstel­ler bieten eine umfang­rei­che Liste von Sonder­aus­stat­tun­gen an. Auf die Schnelle einen Trans­por­ter in Grund­aus­stat­tung zu kaufen, wäre daher ein Fehler. Schließ­lich ist es die Aufgabe des Fahr­zeug­hal­ters, in Hinblick auf den Einsatz­zweck und die Ladungs­art die passende Ausstat­tung zu wählen.


Sicher­heits­tipps für den Fahrer

  • Schnal­len Sie sich immer an! Nur die Kombi­na­tion von Sicher­heits­gurt und Airbag bietet opti­ma­len Schutz.
  • Sorgen Sie für freie Sicht durch saubere Auto­schei­ben. Reini­gen Sie auch Schein­wer­fer und Rück­lich­ter.
  • Stel­len Sie die Sitz­po­si­tion so ein, dass die obere Hand das Lenk­rad führen kann und der Rücken Kontakt zur Rücken­lehne hat. Der Kopf sollte nicht über die Ober­kante der Kopf­stütze hinaus­ra­gen.
  • Meiden Sie zu schnel­les Fahren und riskante Über­hol­ma­nö­ver. Halten Sie den Sicher­heits­ab­stand zum Vorder­mann ein.
  • Lassen Sie sich nicht durch Rauchen, Essen oder Tele­fo­nie­ren vom Verkehrs­ge­sche­hen ablen­ken.
  • Falls Sie beim Rück­wärts­fah­ren unsi­cher sind, ob sich ein Hinder­nis hinter dem Fahr­zeug befin­det: anhal­ten, ausstei­gen und nach­se­hen.
  • Ziehen Sie bei einer Panne die Warn­weste an und stel­len Sie das Warn­drei­eck 150 bis 300 Meter vor der Unfall­stelle auf.
  • Verwen­den Sie Trans­port­hil­fen, wie Sack­karre oder Roll­wa­gen – insbe­son­dere für längere Stre­cken.
  • Tragen Sie beim Trans­por­tie­ren von Lasten Sicher­heits­schuhe. Diese schüt­zen vor Fußver­let­zun­gen und geben siche­ren Halt.
  • Schüt­zen Sie Ihre Hände beim Trans­port von Kisten und Pake­ten durch Baumwoll- oder Gewe­be­hand­schuhe.
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