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Stand­ort­über­grei­fen­der Austausch

Auf Besuchstour in Sachen Arbeitssicherheit
Stand­ort­über­grei­fen­der Austausch

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Der Zusam­men­schluss der Wirk­stoff­an­la­gen an den Evonik Stand­or­ten Hanau-Wolfgang und Dossen­heim sollte möglichst schnell voran­kom­men. Anteil daran hatten und haben auch die Sicher­heits­be­auf­trag­ten: Durch wech­sel­sei­tige Besu­che sind sich die Kolle­gin­nen und Kolle­gen aus dem Rhein-Main-Gebiet und von der Berg­straße näher­ge­kom­men. Ihr Ziel: die Sicher­heits­kul­tur und die Zusam­men­ar­beit an den Stand­or­ten zu verbes­sern.

Egal ob Auto­rei­fen, Matrat­zen, Tablet­ten oder Tier­nah­rung, in all diesen Dingen des alltäg­li­chen Lebens stecken Produkte von Evonik. Mehr als 36.000 Mitar­bei­ter arbei­ten in drei opera­ti­ven Segmen­ten und einer Service­ein­heit für den Spezialchemie-Konzern.

Die Evonik Tech­no­chemie GmbH hat ihren Sitz im Gewer­be­ge­biet der Berg­stra­ßen­ge­meinde Dossen­heim in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft der Stadt Heidel­berg. In ihren Anla­gen werden phar­ma­zeu­ti­sche Wirk­stoffe nach GMP (Good Manu­fac­tu­ring Prac­tice) Regeln und Spezialchemie-Produkte für die High-Tech-Industrie produ­ziert. Etwas mehr als 180 Mitar­bei­ter arbei­ten hier, darun­ter 23 Sicher­heits­be­auf­tragte. Im April 2012 wurden die Wirk­stoff­an­la­gen des Evonik Stand­orts Hanau-Wolfgang in die Evonik Tech­no­chemie GmbH inte­griert. Der dortige Indus­trie­park liegt im Rhein-Main-Gebiet und ging aus der 1875 gegrün­de­ten Königlich-Preußischen Pulver­fa­brik hervor. Seit­dem hat er sich weiter­ent­wi­ckelt und ist stetig gewach­sen; in seiner heuti­gen Form besteht er seit 2001. Mit einer Größe von 820.000 Quadrat­me­tern ist er ein inno­va­ti­ves Produktions- und Forschungs­zen­trum für Mate­ri­al­tech­no­lo­gie, Chemie und Pharma mit insge­samt zehn ansäs­si­gen Unter­neh­men. Rund 3.500 Menschen arbei­ten hier für Evonik Indus­tries. Für die Evonik Tech­no­chemie GmbH sind knapp 200 Mitar­bei­ter tätig, davon 18 Sicher­heits­be­auf­tragte.

Zusam­men­wach­sen beschleu­ni­gen

Nach dem Zusam­men­schluss der Wirk­stoff­an­la­gen wurden zahl­rei­che Projekte gestar­tet, um ein möglichst schnel­les Zusam­men­wach­sen der beiden Stand­orte zu ermög­li­chen. Aus der Dossen­hei­mer ESH-Abteilung kam die Idee, diesen Prozess durch die Zusam­men­ar­beit der Sicher­heits­be­auf­trag­ten aus Dossen­heim und Hanau zu unter­stüt­zen. Aus diesem Grund lud man die Hanauer Kolle­gin­nen und Kolle­gen im Novem­ber 2012 an die Berg­straße ein. Im Vorder­grund stan­den damals das Kennen­ler­nen der Dossen­hei­mer Anla­gen während einer Werks­be­sich­ti­gung und der wech­sel­sei­tige Austausch über die in den beiden Werken herr­schende Sicher­heits­kul­tur.

Der Besuch war ein voller Erfolg und damit der Start­schuss für einen regen Austausch zwischen den Stand­or­ten in den Folge­jah­ren. Ein High­light im Jahr 2018 war der Besuch der Sicher­heits­be­auf­trag­ten anläss­lich einer Dossen­hei­mer Woche der Arbeits­si­cher­heit im Juni. Neben einem Werks­rund­gang, bei dem auch ein Teil der Produk­ti­ons­an­la­gen besich­tigt wurde, fanden zwei Work­shops zum Austausch von Best Practice-Beispielen statt. Die Ergeb­nisse wurden auf Postern fest­ge­hal­ten, die während der gesam­ten Sicher­heits­wo­che in der Dossen­hei­mer Kantine zu sehen waren.

Klei­ner Stand­ort – Indus­trie­park

Mit von der Partie war Florian Falke, seit vier Jahren Sicher­heits­be­auf­trag­ter in Hanau. „Mir geht es darum, die Kolle­gin­nen und Kolle­gen auf Dinge aufmerk­sam zu machen, die sie viel­leicht in ihrem Alltags­trott gar nicht mehr wahr­neh­men“, erklärt er. Es ist ihm wich­tig, dass alle genauso gesund die Arbeit wieder verlas­sen, wie sie zu Beginn der Schicht gestar­tet sind. Er ist seit 2002 in der Hanauer Wirk­stoff­pro­duk­tion tätig und dort für die Trock­nung der phar­ma­zeu­ti­schen Wirk­stoffe zustän­dig. Seit Sommer 2016 ist er ausge­bil­de­ter Chemo­tech­ni­ker.

Ich fand es beson­ders inter­es­sant, Einbli­cke in die Arbeits­weise am Stand­ort Dossen­heim zu bekom­men. Es gibt doch einige Unter­schiede zwischen einem klei­nen Stand­ort und einem Indus­trie­park wie Hanau-Wolfgang“, berich­tet er. „Auch die Zusam­men­ar­beit in den Work­shops mit den Dossen­hei­mern hat mir großen Spaß gemacht. Wir haben einige Ideen mitge­nom­men, die wir auch bei uns einfüh­ren könn­ten, wie zum Beispiel die Appa­ra­tur zur Prüfung der Notdu­schen.“ Falke ist sehr an einer Fort­füh­rung und Inten­si­vie­rung des Austau­sches zwischen den Stand­or­ten inter­es­siert und möchte sich gern mit eige­nen Ideen in die Planung einbrin­gen.

Feuer­wa­che besich­tigt

Bis zum nächs­ten Tref­fen vergin­gen nur sechs Monate. Im Dezem­ber 2018 fuhren acht Sicher­heits­be­auf­tragte zusam­men mit der Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit und Dr. Thomas Kräu­ter, Leiter ESH des Stand­ort Dossen­heims, nach Hanau. Gast­ge­ber war Dr. Ulrich Brand, ESH-Manager der Wolf­gan­ger Wirk­stoff­be­triebe. Bei einer Besich­ti­gung der Feuer­wa­che und des Lage­zen­trums konnte sich die Dossen­hei­mer Gruppe ein Bild von den Aufga­ben dieser Einrich­tun­gen des Indus­trie­parks machen.

Nach einem gemein­sa­men Essen star­te­ten am Nach­mit­tag die Work­shops und Vorträge. Im ersten Work­shop ging es um die beim letz­ten Tref­fen erar­bei­te­ten Best Practice-Beispiele. Als Aufhän­ger dien­ten noch einmal die Poster, auf denen die Teil­neh­mer die Ergeb­nisse in Dossen­heim fest­ge­hal­ten und präsen­tiert hatten. In Grup­pen disku­tierte man über den jewei­li­gen Stand der Einfüh­rung. Juan Garcia, leitende Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit des Indus­trie­parks, stellte anschlie­ßend eine Auswer­tung der Wege­un­fälle der Hanauer Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter vor. Zwischen den Präsen­ta­tio­nen blieb zudem bewusst viel Zeit für Gesprä­che und zum Austausch.

Als die Dossen­hei­mer am späten Nach­mit­tag wieder Rich­tung Berg­straße fuhren, waren alle zufrie­den mit dem Verlauf der Veran­stal­tung. Wie zum Beispiel Bianca Silbe­r­eis, die seit 2003 am Stand­ort Dossen­heim tätig ist. Nach ihrer Ausbil­dung als Chemi­kan­tin war sie bis 2012 im Schicht­dienst beschäf­tigt und damit eine der weni­gen Frauen in diesem Beruf. Danach wech­selte sie als Quality Manage­ment Assi­stant in die Abtei­lung QA – Quality Assurance bezie­hungs­weise Quali­täts­si­che­rung. 2008 wurde sie zur Sicher­heits­be­auf­trag­ten bestellt, zuerst für die Abtei­lung Produk­tion, nach ihrem Wech­sel für den Büro­be­reich. Dabei ist ihr die Infor­ma­tion und Bera­tung der Kolle­gen beson­ders wich­tig.

Hori­zont­er­wei­te­rung

Bianca Silbe­r­eis sieht sich als Binde­glied zwischen den Kolle­gin­nen und Kolle­gen und den Vorge­setz­ten, wenn es um die Arbeits­si­cher­heit geht. Sie war bisher bei allen Tref­fen dabei und schätzt beson­ders den Austausch von Beispie­len für bewährte Verfah­ren und die Möglich­keit, „über den eige­nen Teller­rand hinaus­zu­schauen“. Aber auch zu sehen, wo die Unter­schiede zwischen einem großen und klei­nen Stand­ort sind, findet sie span­nend. „Die Feuer­wehr in Hanau zu besich­ti­gen und zu hören, welche viel­fäl­ti­gen Aufga­ben diese über­nimmt, war für mich sehr inter­es­sant, denn wir haben in Dossen­heim keine Werk­feu­er­wehr“, erzählt sie. „Für uns ist die Frei­wil­lige Feuer­wehr Dossen­heim zustän­dig.“ Viele Aufga­ben, die in Hanau von der Feuer­wehr zusätz­lich zum Brand­schutz über­nom­men werden, sind in Dossen­heim von den Mitar­bei­tern – häufig auch von den Sicher­heits­be­auf­trag­ten – zu erle­di­gen, so zum Beispiel die Sicht­prü­fung der Feuer­lö­scher.

Auch der Besuch des Lage­zen­trums war für mich sehr infor­ma­tiv. Ich fand es inter­es­sant zu hören, wie von hier aus im Evonik Konzern das Vorge­hen in Krisen­si­tua­tio­nen welt­weit koor­di­niert wird und war beein­druckt von der tech­ni­schen Ausstat­tung. Der Einblick in die Arbeit des Konzern-Ereignismanagements war wirk­lich span­nend“, betont Bianca Silbe­r­eis. Ange­sichts der durch­weg posi­ti­ven Bilan­zen wird der Austausch zwischen den Stand­or­ten auch in diesem Jahr weiter­ge­führt. Als nächs­tes steht wieder ein Besuch in Dossen­heim an.

Bettina Stamm­ler


Evonik Indus­tries AG

Die Evonik Indus­tries AG ist ein börsen­no­tier­tes Unter­neh­men, Haupt­ak­tio­när ist die RAG-Stiftung. Das Unter­neh­men fokus­siert sich auf Spezi­al­che­mie, Phar­ma­wirk­stoffe und Hoch­leis­tungs­ma­te­ria­lien.

  • Das Unter­neh­men besteht seit 14. Septem­ber 2006 durch Ausgrün­dung aus aus RAG Akti­en­ge­sell­schaft. Die Umbe­nen­nung in Evonik Indus­tries erfolgte am 12. Septem­ber 2007.
  • Evonik ist in mehr als 100 Ländern vertre­ten.
  • 36.523 Mitar­bei­ter sind welt­weit für das Unter­neh­men tätig, größ­ter Stand­ort ist Marl (Stand 2017).
  • Jahres­um­satz 2017: 14,4 Milli­ar­den Euro
  • www.evonik.de

Foto: Stamm­ler

Steck­brief

  • Florian Falke
  • 42 Jahre
  • Chemo­tech­ni­ker
  • Bran­che: Chemie­in­dus­trie
  • Sicher­heits­be­auf­trag­ter seit 2014

Foto: Stamm­ler

Steck­brief

  • Bianca Silbe­r­eis
  • 32 Jahre
  • Chemi­kan­tin
  • Bran­che: Chemie­in­dus­trie
  • Sicher­heits­be­auf­tragte seit 2008
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