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Das 1x1 im Explosionsschutz

Unter­wei­sun­gen

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Im Zuge der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung in der Arbeits­welt kommt dem Thema Unter­wei­sung ein immer höhe­rer Stel­len­wert zu. Beschäf­tigte, die in explo­si­ons­ge­fähr­de­ten Berei­chen tätig sind, tragen oft große Verant­wor­tung für komplexe Arbeits­ab­läufe. Dies ist mit einer konti­nu­ier­li­chen Wissens­ver­tie­fung verknüpft, wodurch lebens­lan­ges Lernen bereits zum Alltag gehört.

Die Digi­ta­li­sie­rung verän­dert viele Arbeits­ab­läufe. So sind zum Beispiel Prozess­in­for­ma­tio­nen inzwi­schen mobil abruf­bar, wodurch Ausfälle oder Verschleiß von Senso­ren oder Gerä­ten durch vorbeu­gende Wartun­gen erkenn­bar werden.

Im Explo­si­ons­schutz muss rich­ti­ges Verhal­ten zu folgen­den Sach­the­men unter­wie­sen und trai­niert werden:

  • Recht­li­che Grund­la­gen
  • Schutz vor Explo­si­ons­ge­fah­ren
  • Umgang mit brenn­ba­ren Flüs­sig­kei­ten, Gasen und Stäu­ben
  • Vermei­dung von Zünd­quel­len
  • Explo­si­ons­schutz­maß­nah­men

Grund­sätz­lich ist das Thema der Unter­wei­sung im Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz § 81 und im Arbeits­schutz­ge­setz
§ 12 veran­kert. Demnach ist der Arbeit­ge­ber verpflich­tet, die erfor­der­li­chen Vorkeh­run­gen zu tref­fen. Hierzu zählen die Verfüg­bar­keit von:

  • ange­mes­se­nen Infor­ma­tio­nen, insbe­son­dere zu den betref­fen­den Gefah­ren, die sich aus den in der unmit­tel­ba­ren Arbeits­um­ge­bung vorhan­de­nen Arbeits­mit­teln erge­ben und,
  • soweit erfor­der­lich, Betriebs­an­wei­sun­gen für die bei der Arbeit benutz­ten Arbeits­mit­tel (zumin­dest mit Anga­ben zu den Einsatz­be­din­gun­gen, zu abseh­ba­ren Betriebs­stö­run­gen und zu den Erfah­run­gen, die bezüg­lich des Arbeits­mit­tels gesam­melt wurden),

und zwar jeweils in verständ­li­cher Form und Spra­che.

§ 12 des Arbeits­schutz­ge­set­zes fordert zudem eine ange­mes­sene spezi­elle Unter­wei­sung der Beschäf­tig­ten bei
der Durch­füh­rung von Instandsetzungs‑, Wartungs- und Umbau­ar­bei­ten. Inhalte der Unter­wei­sung sind die Anwei­sung der Beschäf­tig­ten und die Erläu­te­rung von Maßnah­men für die Sicher­heit und den Gesund­heits­schutz bei der Arbeit, die auf den konkre­ten Arbeits­platz oder Aufga­ben­be­reich ausge­rich­tet sind. Dabei ist die Unter­wei­sung vom Vorge­setz­ten:

  • bei der Einstel­lung,
  • bei Verän­de­run­gen der Aufga­ben­be­rei­che
  • bei der Einfüh­rung neuer Arbeits­mit­tel oder neuer Tech­no­lo­gien

jeweils vor der Aufnahme der Tätig­keit durch­zu­füh­ren. Sicher­heits­be­auf­tragte können hier die Schnitt­stelle zwischen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer bilden, damit die Inhalte so über­mit­telt werden, dass sie von jedem Beschäf­tig­ten verstan­den, umge­setzt und gelebt werden. Bei auslän­di­schen Arbeit­neh­mern, die nicht hinrei­chend deutsch spre­chen, sind die Unter­wei­sungs­in­halte in der jewei­li­gen Landes­spra­che zu vermit­teln.

Nach Anga­ben der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger (DGUV-Information 211–005) ist die Wieder­ho­lung der Unter­wei­sung mindes­tens einmal jähr­lich, bei Auszu­bil­den­den nach Jugend­ar­beits­schutz­ge­setz (JArb­SchG) sogar mindes­tens halb­jähr­lich durch­zu­füh­ren und zu doku­men­tie­ren. Der Unter­neh­mer kann die Pflicht der Unter­wei­sung auch an Führungs­kräfte oder Vorge­setzte dele­gie­ren. Der Betriebs­rat hat nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 (BetrVG) über die Sicher­heit und den Gesund­heits­schutz im Rahmen der gesetz­li­chen Vorschrif­ten ein Mitbe­stim­mungs­recht. Für Sicher­heits­be­auf­tragte wird das Zusam­men­wir­ken mit den zustän­di­gen Fach­kräf­ten für Arbeits­si­cher­heit und den Betriebs­ärz­ten empfoh­len.

Das E‑Learning „Explosionsschutz-Unterweisung mit Olli“ enthält Schu­lungs­un­ter­la­gen für zwan­zig­mi­nü­tige praxis­ori­en­tierte Unter­wei­sun­gen zu den oben genann­ten Themen in Deutsch oder Englisch.

www.dyrba-explosionsschutz.de/literatur.html


Grafik: © Dyrba/Heymanns
Grafik: © Dyrba/Heymanns

Das Wich­tigste in Kürze

  • Infor­ma­tio­nen und Betriebs­an­wei­sun­gen müssen in verständ­li­cher Form und Spra­che vorlie­gen! Sicher­heits­be­auf­tragte können Erkennt­nisse aus der Praxis einbrin­gen und als Mitt­ler zwischen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer dafür sorgen, dass die Unter­wei­sungs­in­halte von jedem Beschäf­tig­ten verstan­den und umge­setzt werden.
  • Zum Nach­weis durch­ge­führ­ter Unter­wei­sun­gen dient ein Unter­wei­sungs­buch. Darin sind die Inhalte und der Zeit­punkt der Unter­wei­sung fest­zu­hal­ten. Die Unter­wie­se­nen bestä­ti­gen die Durch­füh­rung mit ihrer Unter­schrift.
  • Nicht ordnungs­ge­mäß durch­ge­führte oder unter­las­sene Unter­wei­sun­gen können arbeits­recht­li­che, zivil­recht­li­che oder gar straf­recht­li­che Folgen für den Unter­neh­mer nach sich ziehen.
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