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Verlet­zun­gen vermei­den

Drei Fragen an Bernhard Arenz
Verlet­zun­gen vermei­den

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Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention bei der BG BAU Foto: © Vivian Werk – BG BAU
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Herr Arenz, im Bauge­werbe herrscht Helm­pflicht. Dennoch sind schwer­wie­gende Kopf­ver­let­zun­gen nicht selten – wie kommt das?

Unsere Unfall­un­ter­su­chun­gen zeigen, dass Beschäf­tigte trotz Schutz­helm immer wieder schwere oder tödli­che Kopf­ver­let­zun­gen erlei­den. Das kann zum Beispiel passie­ren, weil sie in gebeug­ter Haltung arbei­ten oder wenn der Helm beim Stol­pern oder Rutschen vom Kopf fällt. Allein im Jahr 2017 verzeich­ne­ten wir fast 6.500 Arbeits­un­fälle mit Kopf­ver­let­zun­gen. Und das sind nur die melde­pflich­ti­gen Unfälle, die zu mindes­tens drei Tagen Arbeits­un­fä­hig­keit führ­ten. Vermut­lich gibt es noch weitere Unfälle, die aber nicht zu Ausfall­zei­ten geführt haben und daher in unse­rer Statis­tik auch nicht erfasst sind.

Worauf sollte man beim Kauf eines Schutz­helms mit Vier-Punkt-Kinnriemen achten?

Die Anfor­de­run­gen an den Kopf­schutz werden für den gesam­ten Baube­reich grund­sätz­lich von der DIN EN 397 Indus­trie­schutz­helme abge­deckt. Aber auch Schutz­helme aus dem Berg­sport können unter bestimm­ten Voraus­set­zun­gen auf Baustel­len einge­setzt werden. Der bei Berg­stei­ger­hel­men mitge­lie­ferte Kinn­rie­men ist für den Bau aller­dings nicht geeig­net, da er sich erst bei hoher Zugkraft öffnet und dadurch die Gefahr der Stran­gu­la­tion besteht. Bei dem Kauf eines Helmes sollte weiter­hin darauf geach­tet werden, dass der Schutz des Nackens vor UV-Strahlung gewähr­leis­tet wird. Diese kann durch die Horn­haut tief in lebende Haut­schich­ten eindrin­gen und dort Zell­ver­än­de­run­gen auslö­sen, die später zu Haut­krebs werden. Beson­ders stark ist die UV-Strahlung in den Mona­ten April bis Septem­ber und in der Zeit von 11 bis 15 Uhr. Um die Förder­kri­te­rien durch die BG BAU zu erfül­len, muss der Helm daher mit einem Nacken-UV-Schutz ausge­stat­tet sein.

Wie lange kann ein hoch­wer­ti­ger Helm verwen­det werden?

Wich­tig ist: Auch Schutz­helme haben ein Verfalls­da­tum! Schließ­lich altern Kunst­stoffe und werden durch UV-Strahlung, Witte­rungs­ein­flüsse oder mecha­ni­sche Bean­spru­chung spröde. Wann genau sie ausge­tauscht werden soll­ten, hängt von den jewei­li­gen Einsatz­be­din­gun­gen ab. Bei regel­mä­ßi­ger und dauer­haf­ter Nutzung soll­ten Helme alle vier Jahre ersetzt werden. Eine Erneue­rung kann aber auch schon früher Sinn machen. Nach einem harten Schlag sollte der Helm zum Beispiel sofort ausge­tauscht werden.

Das Gespräch führte Dr. Joerg Hensiek.

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