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Neuheiten im Bereich Fußschutz

Neuheiten im Bereich Fußschutz
Wenn der Schuh den Weg weist

Dig­i­tal­isierung, Drohnen und 3D-Druck verän­dern die Pro­duk­tions­be­din­gun­gen und die Arbeitsweise in vie­len Branchen. Diese ist meist kör­per­lich weniger anstren­gend, aber nichts­destotrotz ermü­dend: Wer acht Stun­den auf den Beinen ist, braucht vor allem tauglich­es Schuh­w­erk. Dieser Beitrag stellt aktuelle Neuheit­en und smarte Ideen für den Fußschutz vor.

Ergonomie, Bio­mechanik, Nach­haltigkeit – Experten auf diesen Gebi­eten unter­stützen die Ver­fahren­stech­niker und Entwick­ler bei den Spezial­is­ten für Fußschutz. Denn der gesellschaftliche Trend, bewusster und gesün­der zu leben, gilt auch für die Arbeit. „Die Beschaf­fer und Träger erwarten von PSA-Pro­duk­ten neben den Schutz­funk­tio­nen bessere Ergonomie und höheren Tragekom­fort“, sagt Stephan List, Prod­uct Man­ag­er bei Uvex. „Es geht nicht nur um kurzfristi­gen Schutz vor Ver­let­zun­gen, son­dern auch langfristig um die Mitar­beit­erge­sund­heit und den Erhalt qual­i­fiziert­er Man­pow­er“, beobachtet zudem Ste­fan Schmidt bei Haix. Daran hat Coro­na nichts geän­dert. Im Gegen­teil: Es sind noch mehr Engage­ment, Flex­i­bil­ität und neben dem Arbeitss­chutz die kon­se­quente Ein­hal­tung von Hygien­e­maß­nah­men nötig. So kon­nten viele Betriebe ohne Unter­brechung pro­duzieren. „Allerd­ings mussten und müssen Liefer­verzögerun­gen hin­genom­men wer­den, weil beispiel­sweise Schäfte aus Ital­ien auf sich warten ließen“, sagt Ben­jamin Strahlen von Elten.

Modische Ansprüche

Da die arbei­t­ende Bevölkerung in Deutsch­land und Europa im Schnitt immer älter wird, erhöhen sich allein dadurch schon die Anforderun­gen an PSA. Außer­dem soll ein Sicher­heitss­chuh nicht wie ein­er ausse­hen, erwarten die Träger. „Es wer­den immer wieder modis­che Aspek­te und Prak­tik­a­bil­ität, auch im Freizeit­bere­ich the­ma­tisiert“, sagt Thomas Wag­n­er von Steitz Secu­ra. Und schließlich engagieren sich zunehmend Frauen in einst män­ner­do­minierten Branchen. Die Erfordernisse an Fußschutz für Frauen sind vor allem bei der Pass­form andere als bei Män­nern. Darauf reagieren die Anbi­eter mit bre­it­er angelegten Kollektionen.

Grund­sät­zlich erwarten Unternehmen aus­führliche Beratung und konkrete Empfehlun­gen von Beginn an. Und alle haben andere indi­vidu­elle Ansprüche. Die Träger in spe sind vom ersten Moment an in den Beschaf­fung­sprozess involviert. Es wer­den Tragetests organ­isiert. So nähert man sich gezielt speziellen Lösun­gen und passen­dem Schuh­w­erk an, um Unfal­lzahlen zu reduzieren. „Darüber hin­aus wer­den die Fir­men regelmäßig über Entwick­lung­spro­jek­te informiert und Großkun­den oft direkt in den Entwick­lung­sprozess ein­be­zo­gen. Ihr Feed­back ist für uns sehr wichtig“, sagt Ste­fan List von Uvex.

Wichtiger Wetterschutz

Fußk­li­ma und Tragekom­fort sind The­men, an denen kon­tinuier­lich gear­beit­et wird. Neue Mod­elle und ganze Serien sind noch leichter und atmungsak­tiv­er als ihre Vorgänger. Gle­ichzeit­ig darf keine Feuchtigkeit von außen in den Schuh gelan­gen. „Denn nasse Füße, sei es durch Schwitzen oder Feuchtigkeit von außen, sind unan­genehm und kön­nen zu Erkrankun­gen oder Ver­let­zun­gen führen“, sagt Wag­n­er. Mit nassen Füßen schwindet die Konzen­tra­tion, das Unfall­risiko steigt. Bei Steitz Secu­ra, Haix, Elten und anderen set­zt man beispiel­sweise auf Gore-Tex-Mem­bra­nen. Sie ver­hin­dern das Ein­drin­gen von Flüs­sigkeit von außen und gewährleis­ten durch ihren Auf­bau umgekehrt, dass Wasser­dampf, der sich ständig auf der Haut bildet, über die Schuhober­fläche ver­dun­sten kann. Um die Wirkung zu ver­stärken, nutzt beispiel­sweise Haix mit dem Cli­mate Sys­tem die natür­liche Pump­be­we­gung beim Gehen.

Welche Rolle der Wet­ter­schutz spielt, hängt vom Ein­satzbere­ich ab. Haix ver­weist auf die aktuellen Sta­tis­tiken des Mark­tes für Sicher­heitss­chuhe in Deutsch­land. „S2 und S3-Schuhe sind zusam­mengenom­men die häu­fig­sten Schutzk­lassen“, sagt List. „Daraus lässt sich fol­gern, dass viele Träger den Schutz gegen Wasser­durchtritt und Wasser­auf­nahme benötigen.“

Energie aus der Sohle

Auch die opti­male Dämp­fung durch die Sohle ist ein Dauerthe­ma bei den Schuh­spezial­is­ten. Elten mit sein­er Serie Wellmexx ver­spricht Gelenkscho­nung, eine beson­ders hohe Rück­gabe von Schwung und Energie – und das bei –20 bis +80°C. Die Uvex-Sohlen­tech­nolo­gie i‑purenrj soll beson­ders „antier­mü­dend wirken, indem sie dämpft, sta­bil­isiert und dem Träger so eben­falls viel Energie zurück­gibt“. Steitz Secu­ra ist für sein Fersendämp­fungssys­tem bekan­nt und hat mit dem Vario Rebound-Konzept die Dämp­fung im Bere­ich Mitte- und Vor­fuß verbessert. „Die hohe Energierück­gaber­ate sorgt für reduzierten Kraftaufwand bei jedem Schritt“, heißt es aus dem Unternehmen. Bei Haix sor­gen dämpfende Ein­la­gen und ein spezieller Absorp­tionskeil dafür, dass die Schritte abgefed­ert wer­den. Unter­schiedliche Weit­en­sys­teme und orthopädisch opti­mierte Leis­ten erhöhen die Pass­form und somit den Kom­fort bei langer Tragezeit. Immer häu­figer kommt das BOA-Ver­schluss Sys­tem zum Ein­satz: Mit Hil­fe dieses Drehver­schlusses kön­nen die Schnürsenkel mil­lime­ter­ge­nau justiert wer­den. Ein Fea­ture, dass viele Men­schen durch Sport- und Wan­der­schuhe schätzen gel­ernt haben.

Sneaker, Trekking und Business

Mussten sich Frauen vor nicht allzu langer Zeit noch mit eini­gen weni­gen Damen­mod­ellen beg­nü­gen, so wer­den ihnen mit­tler­weile eine Vielzahl von Serien geboten, die auf Tech­nolo­gien des mod­er­nen Fußschutzes zurück­greifen. Ob im Trekking- oder Sneak­er-Design, ob als Busi­ness-Mod­ell oder passend für den Kranken­haus­be­trieb – Frauen haben die Wahl. Um ihren Ansprüchen gerecht zu wer­den, bemüht sich die Sicher­heits­branche das Ange­bot zu erweit­ern und die tech­nis­chen Fea­tures stetig zu verbessern. Haix‘ Con­nex­is Safe­ty Tech­nolo­gie mit aktiv­er Faszien­stim­u­la­tion hat in diesem Jahr Einzug in die Damenkollek­tion gefun­den. Auch Steitz Secu­ra hat sich seit der A+A 2019 den Damen­schuh vorgenom­men und beispiel­sweise die rutschfesten Sohlen mit ein­er speziellen Tail­lierung an den weib­lichen Fuß angepasst. Men­schen mit Dia­betes und orthopädis­chen Prob­le­men sind eben­falls immer weniger lim­i­tiert bei der Mod­ell­wahl. Elten beispiel­sweise arbeit­et an ein­er knöchel­ho­hen Vari­ante für Dia­betik­er. Ein­la­gen und spezielle Zurich­tun­gen sowie noch bessere Dämp­fung und Kom­fort­zo­nen kön­nen durch die Exper­ten­teams bei den Unternehmen auf bre­it­er Ebene real­isiert werden.

Aus recycelten PET-Flaschen

Schließlich sorgt die Dig­i­tal­isierung nicht nur für ein sich ständig wan­del­ndes Arbeit­sum­feld bei den Trägern, son­dern auch für Inno­va­tio­nen bei Entwick­lung und Her­stel­lung. Neue Pro­duk­tionsver­fahren wie der 3D-Druck machen Indi­vid­u­al­isierun­gen ein­fach­er – bei App­lika­tio­nen, aber auch bei kom­plet­ten Bauteilen. Hier sind die Sport- und Auto­mo­bil­branche Vor­re­it­er. Die gesamte Liefer­kette wird akribisch nachver­fol­gt und verbessert – in ökol­o­gis­ch­er, sozialer und ethis­ch­er Hin­sicht. Es kom­men zuse­hends recycelte oder recycel­bare Mate­ri­alien zum Ein­satz: Aus Flaschen kön­nen Schuhe wer­den. Recycelte und recycel­bare Mate­ri­alien einzuset­zen, ist bei Ober­ma­te­r­i­al und Sohle möglich.

Schuhe liefern Infos zu Unfallursache

Und die Schuhe selb­st wer­den eben­falls immer smarter. Dig­i­tal­isierung und Inter­ak­tions­fähigkeit helfen, Gefahren­quellen zu mindern.

Elten arbeit­et daran, mit dem Ein­satz von LEDs bei schlecht­en Sichtver­hält­nis­sen die Sicht und Sicht­barkeit zu erhöhen – so dass die Schuhe qua­si den Weg weisen können.

Uvex beschäftigt sich mit Schuhen, die mit Soft­ware wie dem Smart­phone gekop­pelt wer­den und so vor Gefahren war­nen, Notrufe senden oder Infor­ma­tio­nen zu Tragev­er­hal­ten oder Unfal­lur­sache gener­ieren kön­nen. Inte­gri­erte Mikrochips lassen sich als „Türöffn­er“ nutzen. Solche Entwick­lun­gen steck­en zwar oft noch in den „Kinder­schuhen“ beziehungsweise sind noch nicht serien­reif. Der durch Coro­na ver­stärk­te Dig­i­tal­isierungss­chub lässt jedoch ahnen, was kün­ftig möglich ist.


Foto: privat

Autorin: Kirsten Rein

Fachjour­nal­istin

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