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Bestehende Asbest-Grenzwerte sollen über­prüft werden

Europäische Chemikalienagentur
Bestehende Asbest-Grenzwerte sollen über­prüft werden

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Foto: © andrew – stock.adobe.com
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Nach Anga­ben der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) sind welt­weit etwa 125 Millio­nen Menschen am Arbeits­platz Asbest ausge­setzt (Stand: Februar 2018). Schät­zungs­weise die Hälfte aller auf berufs­be­ding­ten Krebs zurück­ge­hen­den Todes­fälle werden durch Asbest verur­sacht.

Die Euro­päi­sche Kommis­sion möchte daher die Expo­si­ti­ons­grenz­werte von Asbest über­prü­fen und hat die Euro­päi­sche Chemi­ka­li­en­agen­tur (ECHA) hier­mit beauf­tragt. Die ECHA hat nun eine Auffor­de­rung zur Einrei­chung von Bemer­kun­gen und zur Vorlage von Nach­wei­sen zu Asbest und seinen Eigen­schaf­ten veröf­fent­licht (liegt nur in Englisch vor). Im Zusam­men­hang mit der wissen­schaft­li­chen Bewer­tung der Expo­si­ti­ons­grenz­werte am Arbeits­platz möchte sie Infor­ma­tio­nen über Expo­si­tion, gesund­heit­li­che Auswir­kun­gen, Toxi­ko­lo­gie, Epide­mio­lo­gie und Wirk­me­cha­nis­men erhal­ten. Beiträge können noch bis zum 2. Juni 2020 einge­reicht werden.

Zuvor hatte sich der Euro­päi­sche Wirtschafts- und Sozi­al­aus­schuss (EWSA) in seiner Stel­lung­nahme „Arbei­ten mit Asbest bei der ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­rung“ von Mai 2019 dafür ausge­spro­chen, dass die Kommis­sion den nach Richt­li­nie 2009/148/EG über den Schutz der Arbeit­neh­mer gegen Gefähr­dung durch Asbest am Arbeits­platz in der EU gelten den Grenz­wert für Asbest­fa­sern von 100 000 Fasern/m3 über­prü­fen solle. Er berief sich in diesem Zusam­men­hang auf eine Empfeh­lung der Inter­na­tio­nal Commis­sion on Occup­a­tio­nal Health (ICOH), die eine Herab­set­zung des Grenz­wer­tes auf 1 000 Fasern/m3 rät.

Der EWSA wies unter Beru­fung auf statis­ti­schen Daten der ICOH darauf hin, dass Asbest in Europa jähr­lich etwa 88.000 Todes­fälle verur­sa­che und Auslö­ser von 55 bis 85 Prozent der berufs­be­ding­ten Lungen­krebs­er­kran­kun­gen sei. Nach wie vor sei Asbest eine Haupt­ur­sa­che für berufs­be­dingte Krebs­er­kran­kun­gen in Europa. Es wird erwar­tet, dass die Sterb­lich­keits­ra­ten trotz des Verbots von Asbest bis zum Ende der 2020er Jahre und mögli­cher­weise bis in die 2030er Jahre weiter­hin anstei­gen werden.

Nach Ansicht des EWSA müssen auch Anerkennungs- und Entschä­di­gungs­ver­fah­ren für Asbestop­fer verbes­sert und der Zugang zu notwen­di­gen Infor­ma­tio­nen verein­facht werden, um betrof­fene Arbeit­neh­mer in die Lage zu verset­zen, recht­li­che, finan­zi­elle und persön­li­che Unter­stüt­zung in Anspruch nehmen zu können. Die Kommis­sion hatte in ihrer Antwort auf eine parla­men­ta­ri­sche Anfrage darauf verwie­sen, dass sie den Mitglied­staa­ten in ihrer Empfeh­lung 2003/670/EG über die Euro­päi­sche Liste der Berufs­krank­hei­ten empfoh­len habe, in ihre natio­na­len Rechts­ord­nun­gen Bestim­mun­gen über wissen­schaft­lich aner­kannte Berufs­krank­hei­ten, die entschä­di­gungs­pflich­tig sind, aufzu­neh­men (Antwort liegt nur in Englisch und Italie­nisch vor). Eine Reihe von Berufs­krank­hei­ten im Zusam­men­hang mit Asbest- expo­si­tion, wie beispiels­weise Sili­kose, Asbes­tose und Meso­the­liom, seien in Anhang I der Empfeh­lung ausdrück­lich erwähnt. Die Kommis­sion verwies jedoch auch darauf, dass Empfeh­lun­gen recht­lich unver­bind­lich seien. Die Fest­le­gung des Verfah­rens für die Aner­ken­nung von Berufs­krank­hei­ten und ihre Entschä­di­gung fallen in die allei­nige Zustän­dig­keit der Mitglied­staa­ten.

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