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Brandschutzordnung Teil A

Örtliche Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden
Brandschutzordnung Teil A – maßgeschneidert oder „von der Stange“?

Betreiber oder Ver­ant­wortliche wis­sen häu­fig nicht, worauf es beim Aushang der Brand­schut­zord­nung Teil A ankommt. So stoßen Brand­schutzber­ater bei ihren Prü­fun­gen immer wieder auf nicht kor­rek­te Brand­schut­zord­nun­gen – die im Falle eines Bran­des nicht helfen, son­dern schlimm­sten­falls die Per­so­n­en im Gebäude ver­wirren kön­nen und ihre Sicher­heit dadurch zusät­zlich gefährden.

Brände verhüten

Teil A der Brand­schut­zord­nung find­en wir in allen Betrieben und öffentlichen Gebäu­den als Aushang. Rot einger­ahmt und mit Schlag­worten und Sym­bol­en verse­hen trägt sie stets die Über­schrift „Brände ver­hüten“. Hier­bei han­delt es sich um Ver­hal­tensregeln im Brand­fall, die sich an alle Per­so­n­en richt­en, die sich im Gebäude aufhal­ten. Sollte das Ver­hal­ten im Brand­fall nicht stets gle­ich sein, so dass auch über­all die gle­iche Brand­schut­zord­nung hängt?

Viele Betreiber glauben, es gäbe nur DIE Brand­schut­zord­nung Teil A, und gehen davon aus, dass sie ihre Pflicht erfüllen, wenn sie eine Ver­sion – woher auch immer diese bezo­gen wurde – aushän­gen. „Bei Prü­fun­gen stoßen wir häu­fig auf Brand­schut­zord­nun­gen, die nicht den örtlichen Gegeben­heit­en entsprechen und dadurch die Sicher­heit im Brand­fall beein­trächti­gen kön­nen.“, berichtet Torsten Riedel, Brand­schutzber­ater bei der Min­i­max Mobile Ser­vices GmbH.

Verhalten im Brandfall

Die Gliederung ein­er Brand­schut­zord­nung (kurz: BSO) Teil A ist stets ein­heitlich und unterteilt das Ver­hal­ten im Brand­fall in drei Schritte:

  1. Ruhe bewahren/Brand melden,
  2. In Sicher­heit bringen,
  3.  Löschver­such unternehmen.

„Jed­er dieser Schritte wird dabei genau definiert.“, erk­lärt Riedel. „Und hier müssen unbe­d­ingt die Gegeben­heit­en vor Ort ein­be­zo­gen wer­den.“, ergänzt er. Sind neben einem Tele­fon für den Notruf 112 auch Hand­feuer­melder vorhan­den, ist der Hin­weis „Hand­feuer­melder betäti­gen“ unter Schritt 1 auf jeden Fall mit aufzuführen – ergänzt durch das Brand­schutzze­ichen F005. „Diese Anweisung ist wichtig.“, erläutert Riedel. „Denn mit Betä­ti­gung des Hand­feuer­melders wird über die Brand­meldezen­trale direkt die Feuer­wehr oder eine 24 Stun­den beset­zte Stelle alarmiert.“ Der Hin­weis ent­fällt, wenn die bauliche Anlage nicht über Hand­feuer­melder ver­fügt – damit durch den Brand in Panik ger­atene Per­so­n­en nicht auch noch verge­blich nach einem Hand­feuer­melder suchen.

Eben­so ver­hält es sich bei Schritt 2: Die Auf­forderung „Hausalarm betäti­gen“ zum Beispiel gehört nur in die aus­ge­hängte BSO, wenn tat­säch­lich ein Hausalarm vorhan­den ist. Und unter Schritt 3 sind die Hin­weise „Löschschlauch benutzen“ oder „Mit­tel und Geräte zur Brand­bekämp­fung benutzen“ nur dann aufzuführen, wenn Wand­hy­dran­ten oder spezielle Mit­tel zur Brand­bekämp­fung (z. B. Löschdecke) tat­säch­lich im Gebäude zur Ver­fü­gung ste­hen. Zu diesen Hin­weisen gehören dann auch die Brand­schutzze­ichen F002 bzw. F004.

Unter Berück­sich­ti­gung dieser Vari­ablen sind bere­its zehn ver­schiedene Vari­anten ein­er Brand­schut­zord­nung Teil A möglich. Zudem müsste die Anweisung unter Punkt 2 „Aufzug nicht benutzen“ über­all dort ent­fall­en, wo kein Aufzug existiert.

Grund­lage hier­für ist die DIN 14096 „Brand­schut­zord­nung – Regeln für das Erstellen und das Aushän­gen“. Darin heißt es, dass als Inhalt der BSO Teil A die in dieser DIN aufge­führten Über­schriften, Schlag­worte, Texte und Sicher­heit­sze­ichen in der dort vorgegebe­nen Rei­hen­folge ver­wen­det wer­den sollen. Nichtzutr­e­f­fende Texte müssen ent­fall­en. Gle­ichzeit­ig sind zusät­zliche Texte, Schlag­worte, graphis­che Sym­bole oder Sicher­heit­sze­ichen gemäß dieser Norm unzulässig.

So erstellte Brand­schut­zord­nun­gen müssen ganz unten die Auf­schrift „Brand­schut­zord­nung nach DIN 14096“ tra­gen und mit dem Datum der Erstel­lung und besten­falls mit dem Objek­t­na­men gekennze­ich­net sein. Die Anforderun­gen an For­mat, Schrift- und Sym­bol­größen sowie Aufteilung und Anord­nung sind eben­falls in der DIN genau dargelegt.

Fazit

Die Brand­schut­zord­nung Teil A muss in jedem gewerblichen oder öffentlichen Gebäude aushän­gen. Die Norm DIN 14096 sorgt für eine Erstel­lung nach ein­heitlichen Gesicht­spunk­ten. Um größt­mögliche Sicher­heit durch schnelles und richtiges Han­deln im Brand­fall zu gewährleis­ten, muss sie jedoch für jeden Betrieb und jedes Gebäude maßgeschnei­dert sein. Sie sollte in Abstim­mung mit ein­er Fach­fir­ma erstellt wer­den, die eine objek­t­spez­i­fis­che Anfer­ti­gung sich­er­stellt. Die Brand­schut­zord­nung muss stets aktuell sein und daher zum Beispiel nach betrieblichen Änderun­gen gegebe­nen­falls angepasst werden.

Weit­ere Informationen:

www.minimax-mobile.com

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