Sicherheitsschuhe und Berufsschuhe - Den "richtigen" finden
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Sicherheitsschuhe und Berufsschuhe auswählen

Fußschutz: Den „Rich­ti­gen“ finden

Die richtigen Sicherheitsschuhe und Berufsschuhe finden, Tips zur Auswahl
Foto: © Andreas Vogt
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Sicherheits- und Berufs­schuhe erfül­len sicher­heits­tech­ni­sche Grund­an­for­de­run­gen, bieten aber dennoch bei vielen Arbei­ten keinen hinrei­chen­den Schutz für die Beschäf­tig­ten. Dieser Beitrag infor­miert, welche Zusatz­an­for­de­run­gen es für die Praxis gibt. Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit erhal­ten damit eine Auswahl­hilfe für geeig­ne­ten Fußschutz.

Andreas Vogt

Nach dem Arbeits­schutz­ge­setz und der DGUV Vorschrift 1 „Grund­sätze der Präven­tion“ muss ein Unter­neh­mer die bei der Arbeit auftre­ten­den Gefähr­dun­gen ermit­teln und die notwen­di­gen Maßnah­men des Arbeits­schut­zes fest­le­gen. Die Beur­tei­lung rich­tet sich nach der Art der Tätig­keit. Möglich ist, dass von einer Tätig­keit Gefähr­dun­gen ausge­hen, die Fußschutz mit Zusatz­an­for­de­run­gen notwen­dig machen. Unter­neh­mer, die hier die rich­tige Auswahl tref­fen, machen einen großen Schritt in Rich­tung Sicher­heit.

Sicher­heits­tech­ni­sche Zusatz­an­for­de­run­gen im Über­blick

Neben Grund­an­for­de­run­gen gibt es zahl­rei­che norm­ge­rechte optio­nale Zusatz­an­for­de­run­gen für beson­dere Anwen­dun­gen. Tabelle 1 stellt diese Anfor­de­run­gen über­blick­ar­tig mit den zuge­hö­ri­gen Symbo­len für die Kenn­zeich­nung dar. Die DIN EN ISO 20345:2011 „PSA – Sicher­heits­schuhe“ und die DIN EN ISO 20347:12 „PSA – Berufs­schuhe“ schrei­ben für die jewei­lige Anfor­de­rung die Mindest­an­for­de­run­gen fest. Die Schutz­funk­tion ist damit begrenzt. Dies ist sowohl den tech­ni­schen Möglich­kei­ten als auch der Aufrecht­erhal­tung der Trag­bar­keit sowie ergo­no­mi­schen Aspek­ten geschul­det.

Durch­tritt­si­cher­heit

Die Zusatz­an­for­de­rung Durch­tritt­si­cher­heit „P“ hat die Aufgabe, das Eindrin­gen von spit­zen und schar­fen Gegen­stän­den durch die Schuh­sohle in die Fußun­ter­seite zu verhin­dern. Für die durch­tritt­si­chere Einlage ist kein bestimm­ter Werk­stoff vorge­schrie­ben. Maßge­bend ist die beim Durch­drü­cken eines Prüf­na­gels (Durch­mes­ser 4,5 mm) erfor­der­li­che Kraft, die größer als 1100 N sein muss. 1100 N entspre­chen in etwa der Gewichts­kraft einer Masse von 110 kg oder der auftre­ten­den Kraft eines 80 bis 90 kg schwe­ren Menschen beim Gehen. Trotz­dem sind die Fälle selten, in denen die durch­tritt­si­chere Einlage vom Nagel durch­drun­gen wird. Finden textile Einla­gen zur Durch­tritt­si­cher­heit Verwen­dung, so muss bei Gegen­stän­den, deren Durch­mes­ser weni­ger als 4,5 mm beträgt, in der Regel von einem redu­zier­ten Schutz gegen Durch­stich ausge­gan­gen werden. Der Schutz sinkt mit dem Abneh­men des Durch­mes­sers des durch­drin­gen­den Gegen­stan­des. Aus diesem Grunde ist in Berei­chen, in denen dünnere Gegen­stände als 4,5 mm Durch­mes­ser als Gefähr­dung vorlie­gen, eine Einlage zur Durch­tritt­si­cher­heit aus Metall zu empfeh­len, zum Beispiel im Baube­reich für Schal-, Dach- oder Zimme­rer­ar­bei­ten.

Leit­fä­hig­keit

Leit­fä­hige Schuhe „C“ haben eine obere Grenze des Wider­stan­des von 105 Ω. Beschäf­tigte soll­ten elek­trisch leit­fä­hige Schuhe tragen

  • wenn die Notwen­dig­keit besteht, eine elek­tro­sta­ti­sche Aufla­dung (zum Beispiel bei der Hand­ha­bung von Explo­si­ons­stof­fen) in schnellst­mög­li­cher Zeit durch ein Ablei­ten der elek­tro­sta­ti­schen Ladung über die Sohle zu vermin­dern und
  • wenn die Gefahr eines elek­tri­schen Schocks durch ein elek­tri­sches Gerät oder durch span­nungs­füh­rende Teile voll­kom­men ausge­schlos­sen ist.

Anti­sta­tik

Beschäf­tigte soll­ten anti­sta­ti­sche Schuhe „A“ tragen, wenn

  • die Notwen­dig­keit besteht, eine elek­tro­sta­ti­sche Aufla­dung durch Ablei­ten der elek­tri­schen Ladung zu vermin­dern, so dass die Gefahr der Zündung (zum Beispiel durch entflamm­bare Substan­zen oder Dämpfe durch Funken) ausge­schlos­sen wird und
  • wenn die Gefahr eines elek­tri­schen Schla­ges durch ein elek­tri­sches Gerät oder durch span­nungs­füh­rende Teile nicht voll­stän­dig ausge­schlos­sen ist.

Ein Wert von 105 Ω wird grund­sätz­lich als unterste Grenze für den Wider­stand eines Produk­tes fest­ge­legt, um einen begrenz­ten Schutz gegen gefähr­li­che elek­tri­sche Körper­durch­strö­mun­gen (Schläge) bei Arbei­ten bis zu 250 V zu gewähr­leis­ten. Die obere Grenze liegt bei 109 Ω. Anti­sta­ti­sche Schuhe bieten keinen hinrei­chen­den Schutz gegen eine elek­tri­sche Körper­durch­strö­mung, da sie nur einen Wider­stand zwischen Boden und Fuß aufbauen. Der elek­tri­sche Wider­stand des Schuhs kann sich durch Biegen, Verschmut­zen oder Feuch­tig­keit beträcht­lich ändern. Schuhe der Klas­si­fi­zie­rung I (zum Beispiel aus Leder) können bei länge­rer Trage­zeit Feuch­tig­keit absor­bie­ren und unter feuch­ten und nassen Bedin­gun­gen leit­fä­hig werden. Wird der Schuh unter Bedin­gun­gen benutzt, bei denen das Sohlen­ma­te­rial konta­mi­niert wird, muss der Unter­neh­mer fest­le­gen, wie die elek­tri­schen Eigen­schaf­ten der Schuhe vor Betre­ten des gefähr­li­chen Berei­ches zu prüfen sind.

Elek­tri­sche Isolie­rung

Elek­trisch isolie­rende Schuhe „I“ sollen bei Arbei­ten an unter Span­nung stehen­den Teilen elek­tri­scher Anla­gen oder in deren Nähe in Verbin­dung mit ande­ren elek­trisch isolie­ren­den persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tun­gen (zum Beispiel Isolier­mat­ten und Isolier­hand­schu­hen) gegen elek­tri­sche Schocks schüt­zen und eine gefähr­li­che Körper­durch­strö­mung über die Füße verhin­dern. Sie müssen der elek­tri­schen Klasse 00 bezie­hungs­weise der elek­tri­schen Klasse 0 entspre­chen. Ein Wert von 109 Ω wird grund­sätz­lich als unterste Grenze für den Wider­stand eines Produk­tes spezi­fi­ziert.

Wärme- und Kält­eiso­lie­rung

Schuhe, die den Anfor­de­run­gen an die Wärme­iso­lie­rung genü­gen, sind mit HI gekenn­zeich­net. Die Isolie­rung erfolgt über den Schuh­un­ter­bau (Sohle). Die Prüfung wird mit einer Kontakt­tem­pe­ra­tur von 150° C durch­ge­führt. Gemes­sen wird der Tempe­ra­tur­an­stieg im Schuh nach 30 Minu­ten. Es darf gegen­über der Tempe­ra­tur von (23 ± 2)° C zu einer maxi­ma­len Erhö­hung von 22° C kommen. Eine Höchst­tem­pe­ra­tur im Innern des Schu­hes von 42° C gilt medi­zi­nisch noch als unbe­denk­lich. Solches Schuh­werk tragen Beschäf­tigte, die sich auf heißen Unter­grün­den bewe­gen, beispiels­weise Abdich­ter, Dach­de­cker oder Asphal­tie­rer.

Zum Schutz gegen Kälte sind Schuhe mit kält­eiso­lie­ren­dem Unter­bau ausge­rüs­tet (Kenn­zeich­nung CI). Die Prüfung erfolgt bei einer Außen­tem­pe­ra­tur von –17° C und einer Tempe­ra­tur im Schuh­in­nern von +23° C. Die Anfor­de­rung kält­eiso­lie­ren­der Unter­bau gilt als erfüllt, wenn der Tempe­ra­tur­ab­fall nach 30 Minu­ten im Schuh­in­nern auf der Ober­flä­che der Brand­sohle nicht mehr als 10° C beträgt. Solches Schuh­werk tragen Beschäf­tigte, die sich auf kalten Unter­grün­den bewe­gen, beispiels­weise in Kälte­kam­mern oder im Winter bei Tätig­kei­ten im Freien.

Schutz des Fersen­beins

Das Fersen­bein ist ein sehr fragi­les Element am Fuß: Es kann bei entspre­chen­der Belas­tung bezie­hungs­weise Bean­spru­chung leicht brechen. Bereits Stürze aus einer Höhe von 20 cm, die zum Beispiel beim Abrut­schen von den unte­ren Leiter­spros­sen auftre­ten können, führen zu kriti­schen Belas­tun­gen, wenn sie für die Betrof­fe­nen voll­kom­men uner­war­tet passie­ren. Eine entspre­chende Dämp­fung im Fersen­be­reich kann dem entge­gen­wir­ken. Für Fußschutz wurde deshalb das sicher­heits­tech­ni­sche Krite­rium Ener­gie­auf­nah­me­ver­mö­gen im Fersen­be­reich „E“ geschaf­fen. Das physi­ka­li­sche Maß für die Schutz­wir­kung des Ener­gie­auf­nah­me­ver­mö­gens muss mindes­tens 20 J betra­gen: Dies entspricht in etwa der Ener­gie, die beim Auftref­fen einer 2 kg schwe­ren Masse aus einer Höhe von einem Meter entsteht.

Die Prüfung erfolgt nach DIN EN ISO 20344 „PSA – Prüf­ver­fah­ren für Schuhe“. Dazu wird ein defi­nier­ter Prüfstem­pel einge­setzt, der mit einer vorge­ge­be­nen Geschwin­dig­keit von 10±3 mm/min bis zu einer Kraft von 5000 N im Bereich des Absat­zes von innen gegen den Schuh­un­ter­bau gedrückt wird. Aus dem aufge­zeich­ne­ten Kraft-Weg-Diagramm wird das Ener­gie­auf­nah­me­ver­mö­gen bestimmt. Unab­hän­gig davon wurden von den Schuh­her­stel­lern auch Dämp­fungs­sys­teme und Sohlen­ma­te­ria­lien entwi­ckelt. Diese erhö­hen zum einen den Komfort und das Wohl­be­fin­den der Beschäf­tig­ten beim Gehen und Stehen und haben zum ande­ren eine posi­tive Wirkung auf die Dämp­fungs­ei­gen­schaf­ten im Fersen­be­reich. Auch Rücken- und Gelenk­be­schwer­den kann durch entspre­chende Dämp­fun­gen und Weich­bet­tun­gen vorge­beugt werden. Diese Dämp­fungs­sys­teme sind teil­weise auch in Abhän­gig­keit des Körper­ge­wichts der Benut­zer austausch­bar. Aus sicher­heits­tech­ni­scher Sicht sollte grund­sätz­lich und tätig­keits­un­ab­hän­gig nur noch Fußschutz mit dieser Funk­tio­na­li­tät bereit­ge­stellt werden.

Wasser­dicht­heit

Das Symbol für die Wasser­dicht­heit ist WR. Die Anfor­de­run­gen an einen wasser­dich­ten Schuh kann faktisch nur ein Schuh der Klas­si­fi­zie­rungs­klasse II bezie­hungs­weise in Teil­be­rei­chen ein Hybrid­schuh erfül­len. Bei der Prüfung wird getes­tet, ob die Gesamt­flä­che des Wasser­durch­tritts in den Schuh nicht größer als 3 cm² ist.

Knöchel­schutz

Viele Beschäf­tigte verlet­zen sich im Knöchel­be­reich durch Gefähr­dun­gen wie Ansto­ßen. Davor schüt­zen Schuhe mit der Zusatz­funk­tion Knöchel­schutz „AN. Bei der Baumus­ter­prü­fung wird ein aus dem Knöchel­schutz­be­reich des Schu­hober­teils entnom­me­nes Prüf­stück einer Aufprall­prü­fung unter­zo­gen; die über­tra­ge­nen Kräfte werden gemes­sen. Der Durch­schnitts­wert der Prüf­ergeb­nisse darf 10 kN nicht über­schrei­ten, und kein Einzel­wert darf größer als 15 kN sein. Der Knöchel­schutz ist so am Schuh befes­tigt, dass er ohne Beschä­di­gung des Schuhs nicht entfernt werden kann. Natür­lich bietet ein köchel­ho­her Fußschutz (Schuh­form B) schon einen erhöh­ten Schutz gegen­über einem halb­ho­hen Schuh (Schuh­form A). Aus diesem Grunde empfiehlt sich in jedem Arbeits­be­reich, in dem sich Beschäf­tigte am Knöchel ansto­ßen können, der Einsatz von Schu­hen der Form B. Eine weitere Erhö­hung des Schut­zes kann durch das konse­quente Tragen der Hose über den Knöchel­be­reich hinweg erreicht werden.

Schnitt­fes­tig­keit

Schnitt­feste Schuhe „CR müssen einen Schutz­be­reich von der Ablass­kante bis mindes­tens 30 mm darüber und von der Zehen­kappe bis zum Fersenende des Schuhs haben. Er geht mindes­tens 10 mm über das hintere Ende der Zehen­kappe hinaus. Zwischen der Zehen­kappe und dem Schutz­ma­te­rial darf keine Lücke bestehen. Das Schutz­ma­te­rial muss dauer­haft am Schuh befes­tigt sein. Wenn Teile aus unter­schied­li­chen Mate­ria­lien als Schnitt­schutz verwen­det werden, müssen sie entwe­der anein­an­der befes­tigt sein oder sich über­lap­pen. Derar­tige Schuhe werden unter ande­rem von Bewehrern oder Glasern verwen­det. Diese Anfor­de­rung darf nicht mit „Schutz gegen Ketten­sä­gen­schnitte“ verwech­selt werden. Derar­ti­gen Schutz bieten nur Schuhe nach DIN EN ISO 17249:2013.

Wasser­durch­tritt und -aufnahme

An das Schu­hober­teil von Schu­hen aus Leder oder ande­ren Mate­ria­lien (Klas­si­fi­zie­rungs­art I) darf eine zusätz­li­che Anfor­de­rung an den Wasser­durch­tritt und die Wasser­auf­nahme „WRU gestellt werden. Wich­tig ist: Diese Schuhe sind nicht wasser­dicht („WR“)! Der Wasser­durch­tritt durch das Mate­rial sowie die Wasser­auf­nahme des Mate­ri­als werden in einer zusam­men­hän­gen­den Prüfung ermit­telt. Hierzu wird aus dem Mate­rial des Schu­hober­teils eine defi­nierte Fläche (Prüf­stück) heraus­ge­trennt. Unter Verwen­dung eines saug­fä­hi­gen Tuchs wird dann der Wasser­durch­tritt durch das Mate­rial (Prüf­stück) ermit­telt. Dabei darf die Wasser­masse, die nach der 60-minütigen Prüfung das Prüf­stück durch­drun­gen hat und von dem saug­fä­hi­gen Tuch aufge­nom­men wurde, nicht größer als 0,2 g sein. Für die Bestim­mung der Wasser­auf­nahme wird das Prüf­stück gewo­gen. Gegen­über dem Gewicht zum Test­be­ginn, darf die Massen­zu­nahme nicht größer als 30 Prozent sein. Solche Schuhe sind für Tätig­kei­ten im Außen­be­reich mit Witte­rungs­ein­fluß (leichte Nässe) gut geeig­net.

Bestän­dig­keit gegen Kontakt­wärme

Sohlen aus Gummi- oder Poly­mer­ma­te­rial sowie aus Leder, die mit HRO gekenn­zeich­net sind, bieten einen ther­mi­schen Schutz vor einer Tempe­ra­tur von bis zu 300° C bei einem kurz­zei­ti­gen Kontakt von bis zu 60 Sekun­den. Solche Schuhe mit „Bestän­dig­keit gegen Kontakt­wärme“ tragen Beschäf­tigte, die sich auf heißen Unter­grün­den bewe­gen, beispiels­weise Abdich­ter, Dach­de­cker oder Asphal­tie­rer.

Kraft­stoff­be­stän­dig­keit

Kraft­stoff­be­stän­dig­keit „FO bedeu­tet, dass die Lauf­sohle des Schuhs einen hinrei­chen­den Wider­stand gegen alipha­ti­schen Kohlen­was­ser­stoff­be­stand­teil von Erdöl bietet. Diese Schuhe werden zum Beispiel von Beschäf­tig­ten in Raffi­ne­rien und Auto­werk­stät­ten sowie von Schorn­stein­fe­gern, Dach­de­ckern oder Tank­wa­gen­fah­rern getra­gen.

Mittel­fuß­schutz

Der Fußbe­reich hinter der Zehen­kappe (Mittel­fuß) kann Gefähr­dun­gen, zum Beispiel durch herab­fal­lende Gegen­stände ausge­setzt sein. In diesen Fällen kann ein Fußschutz mit der Zusatz­funk­tion Mittel­fuß­schutz „M“ Verwen­dung finden. Der Mittel­fuß­schutz verteilt die bei Stoß­ein­wir­kung entste­hen­den Kräfte über Sohle, Zehen­kappe und einen möglichst großen Bereich des Fußes. Bei der Baumus­ter­prü­fung wird ein 20 kg schwe­rer Fall­kör­per aus einer verti­kal zum Aufschlag­punkt gemes­se­nen Höhe fallen­ge­las­sen, die eine Aufschlag­ener­gie von (100 ± 2) J ergibt. Bei der Aufprall­prü­fung wird die Mindestrest­höhe im Schuh im Mittel­fuß­be­reich bestimmt. Der Mittel­fuß­schutz ist so am Schuh befes­tigt, dass er ohne Beschä­di­gung des Schuhs nicht entfernt werden kann. Er ist der Form des Schuhs an der Fußinnen- und Fußau­ßen­seite ange­passt. Schuhe mit dieser Schutz­funk­tion sind dort zu empfeh­len, wo die Gefahr von herab­fal­len­den Teilen auf den Bereich hinter der Zehen­kappe gege­ben ist. Gute Erfah­run­gen damit wurden zum Beispiel in Schlos­s­e­reien und Metall­bau­be­trie­ben, aber auch im Berg­bau gesam­melt.

Fazit

Die vorge­nann­ten Erläu­te­run­gen zeigen, dass Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit die Gren­zen des jewei­li­gen Krite­ri­ums kennen soll­ten. Selbst­ver­ständ­lich geben die Herstel­ler hierzu Auskunft. Sie haben hinrei­chende Infor­ma­tio­nen zu der Erfül­lung der jewei­li­gen Anfor­de­rung, alleine schon durch die Baumus­ter­prü­fung, die in einem entspre­chen­den Prüf­be­richt doku­men­tiert ist. Ebenso empfiehlt sich ein Blick in die entspre­chen­den Normen. Die Schutz­funk­tio­nen des Schuhs müssen Bestand­teil der Unter­wei­sung sowie der Betriebs­an­wei­sung sein. Hier werden auch Krite­rien genannt, die eine Able­ge­reife des Schuhs begrün­den. Das Muster einer Betriebs­an­wei­sung findet sich auf der Inter­net­seite des Sach­ge­bie­tes Fußschutz unter www.dguv.de (Webcode d26986).

Darüber hinaus können sich auch aus dem Betriebs­pro­zess oder aus betrieb­li­chen Rand­be­din­gun­gen weitere Anfor­de­run­gen an den Schuh erge­ben. Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit soll­ten hier unter ande­rem an die Reini­gung im Hinblick auf die Einhal­tung von Hygie­ne­vor­ga­ben oder auch die ESD-Anforderung an Fußschutz denken (elek­tro­sta­ti­sche Entla­dung).


Kate­go­rien von Fußschutz

Zur Erleich­te­rung der Kenn­zeich­nung wurden Kate­go­rien von Fußschutz mit den meist­ver­brei­te­ten Kombi­na­tio­nen von Grund- und Zusatz­an­for­de­run­gen klas­si­fi­ziert. Diese Kombi­na­tio­nen haben sich in der Vergan­gen­heit in der Praxis bewährt. Die Tabel­len 2 und 3 zeigen diese Kombi­na­tio­nen für Berufs­schuhe (O) und Sicher­heits­schuhe (S). Dies bedeu­tet beispiels­weise, dass ein S3-Schuh neben den Grund­an­for­de­run­gen für Schuhe der Klas­si­fi­zie­rungs­art I über die Zusatz­an­for­de­run­gen geschlos­se­ner Fersen­be­reich, Anti­sta­tik, Ener­gie­auf­nah­me­ver­mö­gen im Fersen­be­reich, Wasser­durch­tritt, Wasser­auf­nahme, Durch­tritt­si­cher­heit und profi­lierte Lauf­sohle verfügt. Selbst­ver­ständ­lich kann der Schuh einer entspre­chen­den Kate­go­rie weitere Zusatz­an­for­de­run­gen aufwei­sen. Diese sind in der Kenn­zeich­nung mit dem zuge­hö­ri­gen Symbol anzu­ge­ben, wie z. B. „SB P“, „S2 P“ oder „S3 Hi HRO“. Diese Anga­ben sind Bestand­teil der Kenn­zeich­nung.


Neues aus der Forschung

Bade­pan­ti­nen:

Im Auftrag des Sach­ge­bie­tes Fußschutz hat das Insti­tut für Arbeits­schutz der DGUV (IFA) einen großen Feld­ver­such zur Rutsch­hem­mung von Bade­pan­ti­nen durch­ge­führt (frei­wil­lige Teil­nahme der Herstel­ler). Demnach wird die Rutsch­hem­mung durch Bade­pan­ti­nen im Vergleich zum Barfuß­lau­fen deut­lich verbes­sert. Die Anfor­de­rung der Rutsch­hem­mung nach den Fußschutz­nor­men wird oftmals erfüllt. Mehr Infos unter www.dguv.de (Webcode d1046472). Die Ergeb­nisse sollen in die DGUV Regel 112–191 einflie­ßen.

Möglich­kei­ten der Fixie­rung von Fußschutz:

Das Sach­ge­biet Fußschutz hat einen großen Feld­ver­such in Zusam­men­ar­beit mit der Firma Boa® durch­ge­führt. Neben der prak­ti­schen Bewer­tung wurde das Boa® Verschluss­sys­tem auch unter Labor­be­din­gun­gen geprüft. Mehr Infor­ma­tio­nen unter www.dguv.de (Webcode d1046472). Die Ergeb­nisse soll in die DGUV Regel 112–191 einflie­ßen.

Kombi­na­tion Schnitt­schutz­ga­ma­schen mit ortho­pä­di­schen Maßschu­hen

Das Sach­ge­biet Fußschutz entwi­ckelt in Zusam­men­ar­beit mit GENIUS-Gamaschen, dem Zentral­ver­band Ortho­pä­die­schuh­tech­nik sowie den beiden Insti­tu­ten KWF und IFA eine Kombi­na­tion von Schnitt­schutz­ga­ma­schen und ortho­pä­di­schen Maßschu­hen.

Ergo­no­misch geformte Zehen­kap­pen

Verschie­dene Schuh­her­stel­ler haben die Form der Zehen­kap­pen verän­dert. Dadurch sind die klei­ne­ren Zehen besser geschützt. Darüber hinaus folgt die Form der Zehen­kappe dem Knick­ver­hal­ten des Schuhs beim Knien (vgl. Abbil­dung 2)

Abb. 2: Herkömm­li­che Zehen­kappe (links) und ergo­no­misch geformte Zehen­kappe (rechts)
Foto: © Andreas Vogt

Autor

Andreas Vogt

Leiter des Sach­ge­bie­tes Fußschutz der DGUV

E-Mail: andreas.vogt@bgbau.de

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