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Deutscher Arbeitsschutzpreis 2021 Bewerbungsphase

Best Practice-Lösungen mit Vorbildfunktion
Deutscher Arbeitsschutzpreis 2021

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Ein Start­up zählte im ver­gan­genen Jahr zu den Gewin­nern und Gewin­ner­in­nen, eben­so wie ein mit­tel­ständis­ches Bau­un­ternehmen, ein börsen­notiertes Großun­ternehmen, ein Handw­erks­be­trieb und ein inno­v­a­tiv­er Mecha­tron­iker aus Ibben­büren. Der renom­mierte Deutsche Arbeitss­chutzpreis set­zt auf Vielfalt, und die Bewer­bungsphase für 2021 hat ger­ade begonnen.

Seit 2009 würdigt der Deutsche Arbeitss­chutzpreis neue Pro­duk­te, Strate­gien oder Maß­nah­men, die Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeit­splatz in den unter­schiedlich­sten Branchen nach­weis­lich verbessern. Alle zwei Jahre geht die mit ins­ge­samt 50.000 Euro dotierte Ausze­ich­nung an Unternehmen und Einzelper­so­n­en, die in Deutsch­land ansäs­sig sein müssen. Die Liste mehr oder weniger bekan­nter Preisträgerin­nen und Preisträger ist lang. Die Win­ter­shall Hold­ing gehört dazu, Doc­Stop für Europäer, die Süwag Energie AG oder das Evan­ge­lis­che Johan­nis­s­tift Behindertenhilfe.

Im Jahr 2019 entsch­ied sich die Jury, der unab­hängige Exper­tin­nen und Experten aus Wirtschaft, Poli­tik, aus Ver­bän­den und Wis­senschaft ange­hören, in der Kat­e­gorie „New­com­er“ für die Ham­burg­er recalm GmbH. Das Entwick­lung­steam des Star­tups hat­te ein Akustikgerät entwick­elt, das den Lärm in den Fahrzeugk­abi­nen von Bau- und Land­maschi­nen um bis zu 75 Prozent senken kann, und auf dem Prinzip der aktiv­en Lär­m­min­derung beruht. Durch das Aussenden eines Gegen­schall-Sig­nals wer­den störende Geräusche in der Wahrnehmung weit­ge­hend aus­ge­blendet. Das funk­tion­iert dann so ähn­lich wie ein Noise-Can­celling Kopfhör­er. In den engen Fahrzeugk­abi­nen ist Lärm ein­er der entschei­den­den Stress- und Gefahren­fak­toren. Wird das Sys­tem der Ham­burg­er angewen­det, das über eine App ges­teuert wird, erhöhen sich sowohl die Sicher­heit als auch die Leben­squal­ität der Per­so­n­en, welche die Maschi­nen bedi­enen, entschei­dend. Auch das Risiko, durch Dauer­lärm einen Hörver­lust zu erlei­den, wird min­imiert. „Die Leben­squal­ität von Men­schen zu erhöhen, indem wir Lärm min­dern, das ist unsere Vision“, erk­lärten Marc von Elling und Lukas Henkel von der recalm GmbH bei der Preisver­lei­hung in Düs­sel­dorf. Die Her­aus­forderung bei der Entwick­lung des Sys­tems habe vor allem darin bestanden, dass alle Sig­nale, die für den Arbeit­sprozess wichtig sind, natür­lich weit­er­hin hör­bar sein müssen. „Eine Lösung, die eine Gefährdung sub­sti­tu­iert und dem Arbeitss­chutz in vor­bildlich­er Weise dient,“ urteilte die Jury.

Ausze­ich­nun­gen gab es außer­dem für den Mecha­tron­iker Felix Röwekäm­per, der in Zusam­me­nar­beit mit dem Werkzeugher­steller Arnz Flott GmbH Werkzeug­maschi­nen einen Bohrmaschi­nen­schraub­stock mit einem sicheren Auf­s­pan­n­mech­a­nis­mus entwick­elt hat. Damit trägt er dazu bei, die hohen Unfal­lzahlen beim Bohren von Werk­stück­en nach­weis­lich zu senken. Gewürdigt wurde auch die Bielkine-Sat­tlerei: Zum Schutz von Beschäftigten, die unter Allergien lei­den, richtete die Sat­tlerei einen sep­a­rat­en Raum für die Ver­ar­beitung latex­haltiger Arbeitsstoffe ein. Die Idee, auf diese Weise den unverträglichen Arbeitsstoff zu isolieren und nicht etwa die Beschäftigten, gefiel der Jury eben­so wie die strate­gisch geplante Ver­ankerung ein­er umfassenden Sicher­heit­skul­tur im Unternehmen, die dem Bau­un­ternehmen August Main­ka GmbH & Co. bere­its seit eini­gen Jahren Unfal­lquoten weit unter dem Branchen­durch­schnitt bringt. Das inter­ak­tive Spiel „Safe­ty Acad­e­my“ für die jährliche Sicher­heit­sun­ter­weisung, das die Essen­er RWE Pow­er AG ent­wor­fen hat­te, erhielt eine Ausze­ich­nung in der Kat­e­gorie „Kul­turell“, weil die spielerische Umset­zung der Inhalte der Jury zufolge „im Kopf bleibt und Arbeitss­chutz lebendig macht.“

Deutscher Arbeitsschutzpreis 2021

Auch 2021 will der Deutsche Arbeitss­chutzpreis prax­isori­en­tierte Lösun­gen fördern, die sich nach Möglichkeit auch auf andere Betriebe oder unter­schiedliche Arbeits­bere­iche kom­p­lika­tion­s­los über­tra­gen lassen.

Das Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales (BMAS), der Län­der­auss­chuss für Arbeitss­chutz und Sicher­heit­stech­nik (LASI) und die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) wer­den als Aus­rich­t­ende zusam­men wieder fünf Unternehmen ausze­ich­nen, die sich „in beson­derem Maße für die Sicher­heit und Gesund­heit ihrer Beschäftigten engagieren“. Mit an Bord sind die Messe Düs­sel­dorf und die Bun­de­sar­beits­ge­mein­schaft für Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit (Basi) als offizielle Kooperationspartnerinnen.

Am 1. Okto­ber 2020 startete die Bewer­bungsphase für Unternehmen und Insti­tu­tio­nen aller Branchen und Größen – vom Kle­in­st­be­trieb bis hin zum Konz­ern oder zur Einzelper­son. Kleinere Unternehmen sind aus­drück­lich dazu aufgerufen, sich mit ihren guten Ideen zu beteiligen.

„Es ist nicht die Größe eines Unternehmens, son­dern die Hal­tung, die über den Arbeitss­chutz und die Inspi­ra­tion entschei­det,“ betonte Jurymit­glied Prof. Ralph Brud­er, Leit­er des Insti­tuts für Arbeitswis­senschaft an der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Darm­stadt, bere­its anlässlich der Preisver­lei­hung 2019.

Arbeitsschutz als Teil der Kultur, auf Management- oder Betriebsebene

Im kom­menden Jahr 2021 geht es darum, Leis­tun­gen in diesen fünf Kat­e­gorien zu prämieren: Strate­gie- und Man­age­mentlö­sun­gen („Strate­gisch“), kreative und inno­v­a­tive Lösun­gen auf Betrieb­sebene („Betrieblich“), ver­hal­tensän­dernde, aber auch ver­hält­nisän­dernde Maß­nah­men („Kul­tur“) und Maß­nah­men, die den Schutz, die Sicher­heit und die Gesund­heit der Einzel­nen („Per­sön­lich“) betr­e­f­fen, sowie auch Entwick­lun­gen und Pro­duk­te in der Kat­e­gorie „New­com­er“.

Die ein­gere­icht­en Ideen und Lösun­gen soll­ten dabei einige Voraus­set­zun­gen erfüllen. Die Wirkung der vorgeschla­ge­nen Maß­nah­men, Strate­gien oder Pro­duk­te soll im Hin­blick auf ihr Arbeitss­chutzziel mess­bar sein und eine Vor­bild­funk­tion erfüllen. Darüber hin­aus soll­ten sie ressourcenscho­nend und mit Blick auf eine länger­fristige Nutzung konzip­iert und umge­set­zt wer­den. Gute Chan­cen haben dabei, den Aus­rich­t­en­den zufolge, auch Lösun­gen, die „genial ein­fach sind“ in der Entwick­lung oder dann, wenn es um ihre Umset­zung im beru­flichen All­t­ag geht.

Die Ver­lei­hung des Deutschen Arbeitss­chutzpreis­es 2021 ist für den 26. Okto­ber 2021 im Rah­men der Fachmesse und des Fachkon­gress­es Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin in Düs­sel­dorf geplant. Zusät­zliche High­lights sind der Stiftung­spreis der Messe Düs­sel­dorf, mit dem erneut ein Start­up aus­geze­ich­net wer­den soll, und der Pub­likum­spreis, bei dem nominierte Pro­jek­te online bew­ertet wer­den können.

231 Ein­re­ichun­gen aus der gesamten Bun­desre­pub­lik sichtete die Jury 2019, von denen 13 für den Deutschen Arbeitss­chutzpreis nominiert wur­den, bevor let­ztlich fünf Preisträgerin­nen und Preisträger aus­gewählt wur­den. 39 Prozent der Ein­re­ichun­gen fie­len in die Kat­e­gorie der betrieblichen Lösun­gen, weit­ere 18 Prozent betrafen die Unternehmen­skul­tur. 15 Prozent waren der Kat­e­gorie „Strate­gisch“ zuzuord­nen. 12 Prozent fie­len unter „Per­sön­lich“ und 16 Prozent unter „New­com­er“. Ins­ge­samt stammten 57 Prozent der vorgeschla­ge­nen Pro­jek­te von Großun­ternehmen, 30 Prozent von mit­tleren und 13 Prozent von kleinen oder Einzelun­ternehmen. Die Jury bew­ertete sowohl die hohe Wet­tbe­werb­s­beteili­gung als auch die Qual­ität der ein­gere­icht­en Lösun­gen als großen Erfolg.

Innovative Lösungen für aktuelle Belastungen

Als Teil der Gemein­samen Deutschen Arbeitss­chutzs­trate­gie (GDA) soll der Deutsche Arbeitss­chutzpreis dazu beitra­gen, das Arbeitss­chutzsys­tem in Deutsch­land zu mod­ernisieren und dabei Anreize für Betriebe zu schaf­fen, die Sicher­heit und Gesund­heit der Beschäftigten kon­tinuier­lich weit­er zu stärken. Arbeit ist schließlich nicht nur ein Wirtschafts­fak­tor, Quelle per­sön­lichen Einkom­mens oder die Basis für soziale Teil­habe, sie birgt auch spez­i­fis­che Risiken und Gefährdun­gen. Das gilt branchenüber­greifend für Gesund­heits­fachkräfte eben­so wie für Beschäftigte auf dem Bau, im Büro oder in der indus­triellen Fer­ti­gung, um nur einige Tätigkeit­en zu nen­nen. Arbeit­ge­ber und Arbeit­ge­berin­nen sind geset­zlich dazu verpflichtet, Beschäftigte vor Unfällen und gesund­heitlichen Gefahren am Arbeit­splatz und im Arbeit­sum­feld zu schützen sowie darauf zu acht­en, dass alle geset­zlichen Vor­gaben einge­hal­ten wer­den. Nicht zulet­zt auf­grund der Schnel­llebigkeit der Arbeitswelt sind inno­v­a­tive Konzepte, Best Prac­tice-Lösun­gen, Ideen, aber auch neue Tech­nolo­gien und Pro­duk­te gefragt. Genau die prämiert der Deutsche Arbeitss­chutzpreis 2021.

Zu den The­men, die den Arbeitss­chutz aktuell bewe­gen, zählen zum Beispiel die Bild­schir­mar­beit, die schädi­gende Auswirkun­gen auf die Augen und das Muskel-Skelett-Sys­tem haben kann, das Mul­ti­task­ing als Stress­fak­tor, schw­eres Heben wie etwa in den Pflege­berufen, der Umgang mit Gefahrstof­fen oder die schnelle Verän­derung von Anforderun­gen durch die Dig­i­tal­isierung. Ein beson­ders aktuelles The­ma ist darüber hin­aus die Ent­gren­zung von Arbeit­szeit und Freizeit durch das Home­of­fice. Durch die Coro­na-Pan­demie geht es jet­zt außer­dem darum, Hygien­eregeln fest in den Arbeitss­chutz und in den beru­flichen All­t­ag zu integrieren.

Arbeitss­chutz kommt nicht nur den Beschäftigten, son­dern auch den Unternehmen zugute. Er steigert die Wet­tbe­werb­s­fähigkeit, hält Fachkräfte im Beruf und in der Fir­ma, sichert Arbeit­splätze und schafft so für alle einen deut­lichen Mehrwert.


Foto: © Mir­jam Kilter

Dr. Ulrike Schupp

Freie Jour­nal­istin
im Auf­trag der DGUV


Der Countdown läuft — jetzt bewerben für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2021

Bewer­bun­gen sind für in Deutsch­land ansäs­sige Unternehmen und Einzelper­so­n­en bis zum 1. Feb­ru­ar 2021 möglich. Prämiert wer­den vor­bildlich entwick­elte und gelebte Lösun­gen in den fünf Kat­e­gorien: „Strate­gisch“, „Betrieblich“, „Kul­turell“, „Per­sön­lich“ und „New­com­er“.

Infor­ma­tio­nen zum Online-Bewer­bungsver­fahren und zur Preisver­gabe gibt es unter www.deutscher-arbeitsschutzpreis.de.


Die Träger des Deutschen Arbeitsschutzpreises

Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales

Das Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales (BMAS) unter­stützt Vorhaben für mehr Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit auf nationaler und inter­na­tionaler Ebene. Die Grund­lage bilden geset­zliche und sozialpoli­tis­che Ini­tia­tiv­en sowie Forschungsvorhaben. Zudem engagiert sich das BMAS im Rah­men der Europäis­chen Union und in der Inter­na­tionalen Arbeitsorganisation.

www.bmas.de

Län­der­auss­chuss für Arbeitss­chutz und Sicherheitstechnik

Der Län­der­auss­chuss für Arbeitss­chutz und Sicher­heit­stech­nik (LASI) ist das höch­ste fach­liche Gremi­um für Arbeitss­chutz und Sicher­heit­stech­nik inner­halb der staatlichen Arbeitss­chutza­uf­sicht der Län­der. Er bear­beit­et und koor­diniert grundle­gende Fra­gen der Sicher­heit und des Gesund­heitss­chutzes zwis­chen den Ländern.

www.lasi-info.com

Deutsche Geset­zliche Unfallversicherung

Die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) ist der Spitzen­ver­band der Beruf­sgenossen­schaften und Unfal­lka­ssen. Die Unfal­lver­sicherungsträger informieren und berat­en Unternehmen in Belan­gen des Arbeitss­chutzes. Ihr Ziel ist es, durch präven­tive Maß­nah­men Arbeit­sun­fälle, Beruf­skrankheit­en und arbeits­be­d­ingte Gesund­heits­ge­fahren zu vermeiden.

www.dguv.de

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