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Zusammenarbeit von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit in der Pandemie

Bessere Zusammenarbeit von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit
Die Pandemie macht´s möglich

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Foto: © thodonal – stock.adobe.com
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Das chi­ne­sis­che Schriftze­ichen für Krise bein­hal­tet zwei Sil­ben, die einzeln gele­sen „Gefahr“ und „Chance“ bedeuten. Nicht ganz zufäl­lig haben wir daher in den let­zten Wochen immer wieder den Satz „In jed­er Krise steckt auch eine Chance“ zu hören bekom­men. Die glob­ale SARS-CoV-2-Pan­demie hat, aus­ge­hend aus dem Reich der Mitte, unser Leben in viel­er­lei Hin­sicht neg­a­tiv verän­dert, aber auch dafür gesorgt, dass sich viele Chan­cen ergeben haben.

Das Arbeitssicher­heits­ge­setz aus dem Jahre 1973 regelt unter anderem die Zusam­me­nar­beit von Betrieb­sarzt und Fachkraft für Arbeitssicher­heit. Jedoch kommt es im (Arbeits-)Alltag immer wieder vor, dass diese nicht so gut läuft, wie es sich der Geset­zge­ber eigentlich vorstellt und diese vorschreibt − bis vor Kurzem jeden­falls. Denn seit dem Aus­bruch der Pan­demie auch hier in Deutsch­land hat sich das verän­dert, und zwar dur­chaus im pos­i­tiv­en Sinne.

Spätestens seit Anfang April 2020 beschäftigt sich unser betrieb­särztlich­er All­t­ag fast auss­chließlich mit The­men, die mit der Coro­na-Pan­demie in Verbindung ste­hen. In diesem Zusam­men­hang ste­hen wir mit vie­len Kun­den in Kon­takt und berat­en sie. In zahlre­ichen ASA-Sitzun­gen und anlass­be­zo­ge­nen Bege­hun­gen suchen wir den täglichen Aus­tausch mit vie­len ver­schiede­nen Fachkräften für Arbeitssicher­heit. Die Pan­demie hat defin­i­tiv dazu beige­tra­gen, dass wir Betrieb­särzte mit den Kol­le­gen von der Arbeitssicher­heit enger zusam­men­rück­en mussten − und auch zusam­mengerückt sind. Spätestens nach der Veröf­fentlichung des SARS-CoV-2-Arbeitss­chutz­s­tan­dards des Bun­desmin­is­teri­ums für Arbeit und Soziales waren Akteure bei­der Bere­iche mit der Umset­zung der Maß­nah­men gefordert. Es war schön zu sehen, wie sie auf der Grund­lage dieses Doku­ments eine in sehr großen Teilen ein­heitliche Beratung durch­führen kon­nten. Das war in Zeit­en vor der Pan­demie gefühlt nicht immer der Fall.

Diese Krise hat mir gezeigt, wie gut bei­de Diszi­plinen kooperieren kön­nen und müssen.

Die aktuelle Pan­demie wird uns dieses Jahr auf jeden Fall noch beschäfti­gen, so viel ste­ht fest. Die ersten Erfolge bei der Eindäm­mung der Infek­tion­saus­bre­itung freuen uns alle, dür­fen aber nicht dazu führen, dass wir bei der Ein­hal­tung der ein­fachen, aber effek­tiv­en Hygien­e­maß­nah­men nach­läs­sig wer­den. Insofern müssen sich Betrieb­särzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit weit­er­hin eng aus­tauschen, um einen opti­malen Arbeits- und Gesund­heitss­chutz in den Betrieben zu gewährleis­ten. Dies kann nur gelin­gen, wenn bei­de Seit­en sich als eine geistige Ein­heit ver­ste­hen und auch bere­it sind, voneinan­der zu ler­nen.

Zuverlässige und kompetente Positionierung

Als Inhab­er eines über­be­trieblichen betrieb­särztlichen Dien­stes haben mir die ver­gan­genen Monate gezeigt, wie wichtig es für die Kun­den ist, dass Betrieb­sarzt und Fachkraft für Arbeitssicher­heit ein­heitlich berat­en und vor allem auch gut miteinan­der arbeit­en kön­nen. Ger­ade in dieser Zeit, in der Fir­men unter max­i­maler Unsicher­heit Entschei­dun­gen tre­f­fen müssen, tut es ihnen gut zu sehen, dass das Zusam­men­wirken bei­der Akteure des Arbeitss­chutzes gut funk­tion­iert. Die Coro­na-Krise wird meinen Beobach­tun­gen zufolge dazu beitra­gen, dass der Arbeitss­chutz zukün­ftig noch mehr an Bedeu­tung gewin­nen wird. Hier gilt es für Betrieb­särzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit, sich als zuver­läs­sige und kom­pe­tente Berater zu posi­tion­ieren. Das wird es ihnen erle­ichtern, sich als ver­trauensvoller Ansprech­part­ner dauer­haft zu etablieren.

Ausblick

Ger­ade auch in Zeit­en der ras­an­ten Ver­bre­itung von Falschin­for­ma­tio­nen über die sozialen Medi­en ist es wichtig, durch kom­pe­tente und evi­denzbasierte Beratung Arbeit­ge­ber und Arbeit­nehmer zu beruhi­gen und ihnen Sicher­heit zu ver­mit­teln. Die Pan­demie wer­den wir in eini­gen Monat­en hin­ter uns lassen, die Falschin­for­ma­tio­nen wer­den uns aber weit­er­hin begleit­en. Umso wichtiger sind also eine gute Beratung und ein funk­tion­ieren­des Miteinan­der zwis­chen Betrieb­särzten und Fachkräften für Arbeitssicher­heit.


Dieser Kurzbeitrag und Kom­men­tar stammt aus Sicher­heitsin­ge­nieur 7/2020. Hier­für hat­ten wir uns einige Stim­men aus der Prax­is einge­holt. Weit­ere Beiträge zu dem The­men­schw­er­punkt Coro­na-Prax­is:

Volk­er Nau­mann: Arbeit­en in der Pan­demie – Her­aus­forderun­gen und Lösun­gen

Cur­renta: Ver­ant­wor­tung für Men­sch und Betrieb – rund um die Uhr


Foto: pri­vat

Autor: Dr. Tur­gay Gök­su

Facharzt für Arbeitsmedi­zin, Facharzt für Innere Medi­zin

Betrieb­sarztzen­trum Rhein-Neckar (BRN)

E‑Mail: turgay.goeksu@b‑rn.com

www.b‑rn.com

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