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Die passende PSA für jeden Mitarbeiter

Sondergrößen und -anfertigungen
Die passende PSA für jeden Mitarbeiter

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Auch bei orthopädisch zugerichteten Schuhen arbeitet der Technische Handel eng mit Markenherstellern zusammen und offeriert beispielsweise Modelle für deformierte Füße. Foto: © ELTEN
Die Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung (PSA) soll zweck­mäßig sein und vor allem ihre Schutz­funk­tion erfüllen. Und zwar für alle Beschäftigten, egal ob groß oder klein, leicht oder schw­er, mit oder ohne kör­per­lich­es Hand­i­cap oder Behin­derung. Aber was genau ist alles zu beacht­en, um die richtige und per­fekt passende PSA im Tech­nis­chen Han­del zu finden?

Helme, Jack­en, Hosen, Hand­schuhe und Stiefel gibt es in unter­schiedlichen Vari­anten, Größen und Preis­stufen, „von der Stange“ bis hin zu „Exk­lu­siv“ mit beson­deren Gestal­tungsmerk­malen und Mate­ri­alien. Doch bei allen Unter­schieden gilt: Was schützen soll, muss passen! Der hohe Stel­len­wert von maßgeschnei­dert­er PSA geht bere­its aus der Unfal­lver­hü­tungsvorschrift (UVV) „Grund­sätze der Präven­tion“ (DGUV-Vorschrift 1) her­vor. Dort ist fest­gelegt, dass die Beschaffer
in Unternehmen und Behör­den nicht ein­fach Pro­duk­te kaufen und auf die
Mitar­beit­er verteilen kön­nen, son­dern die indi­vidu­ellen Bedürfnisse aller Beschäftigten aus­loten und dementsprechend einkaufen müssen.

Einheitsgrößen und Sonderanfertigungen

Wenn die „Nor­m­größe“ ein­mal nicht oder nicht richtig passt, kön­nen Son­der­an­fer­ti­gun­gen nötig wer­den. Nicht alle Men­schen sind gle­ich und unter­schei­den sich in vie­len indi­vidu­ellen Merk­malen. Neben den Anforderun­gen an die PSA für sehr große und kleine oder ungewöhn­lich schwere oder leicht­gewichtige Men­schen sind die beson­deren Bedürfnisse von Men­schen mit kör­per­lichem Hand­i­cap und anderen physis­chen Beein­träch­ti­gun­gen zu berück­sichti­gen. Und hier begeg­net den Einkäufern und Sicher­heits­fachkräften die eine oder andere Her­aus­forderung, die man jedoch in Abstim­mung mit dem Arbeitss­chutz­fach­händler gut meis­tern kann.

Keines­falls soll­ten Unternehmen zu „Selb­st­baulö­sun­gen“ greifen, das heißt vorhan­dene PSA so mod­i­fizieren, dass sie passt. Dafür gibt es zwei gute Gründe: Heutige PSA ist in der Regel ein High­tech-Pro­dukt, dessen schützende Funk­tio­nen durch Ein­griffe in Schnitt und Mate­r­i­al oft kom­plett verän­dert wer­den. Darüber hin­aus wird ein Unternehmen aus rechtlich­er Per­spek­tive dann selb­st zum Her­steller. Bei einem Ver­sagen der Schutzaus­rüs­tung kann man daher nicht mehr den eigentlichen Her­steller belan­gen. Vielmehr haftet das Anwen­derun­ternehmen selb­st. Der Grund: Durch die Verän­derun­gen erlis­cht regelmäßig die Kon­for­mität mit den zu erfül­len­den Nor­men und Vorschriften. Nichtkon­forme Pro­duk­te sind laut der „Verord­nung über Sicher­heit und Gesund­heitss­chutz bei der Benutzung Per­sön­lich­er Schutzaus­rüs­tun­gen bei der Arbeit“ (kurz: PSA-Benutzungsverord­nung oder PSA-BV) als nicht geeignet anzusehen.

Keine Beschaffungsprobleme

Für eine riskante „Marke Eigen­bau“ gibt es heute nur noch wenige Gründe. Die Zeit­en, in denen Über­größen und andere Son­der­größen nur schw­er zu beschaf­fen waren, sind vor­bei, weiß Wolf­gang Möwius, Vor­sitzen­der der Fach­gruppe „Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tun­gen“ im Ver­band Tech­nis­ch­er Han­del (VTH): „Son­der­größen und Spezialan­fer­ti­gun­gen gehören zum absoluten Stan­dard. Für große Kun­den haben wir diese sog­ar auf Lager, beispiel­sweise Schuhe in Größe 50. Weit­er­hin gehört die Beratung zu angepasstem Gehörschutz oder zu speziellen Schutzbrillen und anschließen­der Liefer­ung zu absoluten Stan­dard­di­en­stleis­tun­gen. Diese Ser­viceleis­tun­gen des Tech­nis­chen Han­dels sind wichtige Vorteile im Ver­gle­ich zum Direk­t­bezug bei Herstellern.“

Fach­grup­pen­mit­glied Peter Gies­brecht, Pro­duk­t­grup­pen­leit­er PSA bei einem der führen­den tech­nis­chen Großhändler in Ost-West­falen-Lippe und Bran­den­burg, weist auf die beste­hende enge Koop­er­a­tion des Tech­nis­chen Han­dels mit Marken­her­stellern hin (siehe auch www.vth-qualitaetspartner.de). Sie ermögliche es, ver­lässliche Son­der­lö­sun­gen zu entwick­eln und bere­it­szustellen. Gies­brecht nen­nt Beispiele: „Für einen Arbeit­er mit sechs Fin­gern an ein­er Hand wur­den in ein­er Son­der­pro­duk­tion spezielle Hand­schuhe hergestellt, die der Norm und den Anforderun­gen im Betrieb entsprachen. Für eine wis­senschaftliche Angestellte kon­nten wir mith­il­fe ein­er labor­chemis­chen Unter­suchung des Her­stellers aller­gen­freie Hand­schuhe und den richti­gen Hautschutz ausliefern.“

Auch für kleine Betriebe

Einzelfälle bespricht der Außen­di­en­stler des Tech­nis­chen Händlers meist im Rah­men sein­er wiederkehren­den Rou­tinebe­suche mit dem Einkäufer oder der Sicher­heits­fachkraft im jew­eili­gen Unternehmen, natür­lich unter Anhörung des Betrof­fe­nen und in Rück­kop­plung mit dem Betrieb­sarzt. „Wir gehen aber eben­so auf Son­der­an­fra­gen ein, wenn sie zum Beispiel aus Handw­erk­sun­ternehmen unter zehn Mitar­beit­ern kom­men“, ergänzt Gies­brecht. Rada Djord­je­vic, geprüfte PSA-Bera­terin bei einem Fach­großhändler für Arbeitss­chutz mit Haupt­sitz in Lüneb­urg, bestätigt und konkretisiert: „Grund­sät­zlich ist die Beschaf­fung jeglich­er Son­der­größen kein Prob­lem. Jedoch muss darauf geachtet wer­den, ob der
Her­steller die Änderun­gen normkon­form abbilden kann. Her­steller, die noch in Deutsch­land pro­duzieren, haben da klare Vorteile in der Umsetzung.“

Je ungewöhn­lich­er eine Son­der­an­frage ist, desto mehr Zeit soll­ten Einkäufer und Sicher­heits­fachkräfte für die Beschaf­fung ein­pla­nen. „Erst nach indi­vidu­eller Prü­fung des Spezial­falls und der möglichen Auswirkun­gen auf die Arbeits­fähigkeit kön­nen wir die beste Empfehlung aussprechen und die Anpas­sun­gen prüfen“, so Djord­je­vic. Auch wenn die Fach­grup­pen­be­triebe über ein „her­vor­ra­gen­des Net­zw­erk“ ver­fü­gen und die Koop­er­a­tion mit Marken­her­stellern und Zurich­tungs­be­trieben rou­tiniert erfol­gt, ist eine son­st meist mögliche Liefer­ung in 24 oder 48 Stun­den natür­lich nicht realisierbar.


Foto: VTH

Autor: Carsten Uri

VTH Ver­band
Tech­nis­ch­er Han­del e.V.


Beschaffung persönlicher Schutzausrüstung gemäß PSA-Versorgung am Beispiel Fußschutz

Der Tech­nis­che Händler macht eine Bestand­sauf­nahme beim Kun­den – gegebe­nen­falls an mehreren Stan­dorten. Für die Neuausstat­tung wird unter anderem der Fußschutz in den Blick genom­men; mit einem Schuhver­mes­sungs­gerät wer­den nicht nur die Fußlänge, son­dern auch die ‑bre­ite sowie mögliche medi­zinis­che Sachver­halte erfasst. Im Ergeb­nis wer­den pass­ge­naue Schuhe aus­geliefert, zunächst aus dem sehr bre­it­en Sor­ti­ment führen­der Liefer­an­ten. Sollte eine Ein­la­gen­ver­sorgung notwendig sein, wird der Orthopädi­eschuh­mach­er des jew­eili­gen Her­stellers vom Tech­nis­chen Händler exakt gebrieft.

Hier gibt es im übri­gen neuar­tige Fer­ti­gungsmeth­o­d­en, die Aufwand und Kosten im Rah­men hal­ten. Ist der Bedarf erfasst, fol­gen Tragev­er­suche ein­schließlich Ein­weisun­gen und mit eventuell notwendi­gen Opti­mierun­gen. Einkäufer und Sicher­heits­fachkräfte kön­nen die Bedarf­ser­mit­tlung im Vor­feld maßge­blich unter­stützen, indem sie entsprechende (ver­trauliche, anonymisierte) Bedarf­s­lis­ten anfer­ti­gen und dem PSA-Fach­ber­ater bere­it­stellen. Dann kann dieser für Son­der­fälle die entsprechende Mehrzeit ein­pla­nen und sich vorinformieren.


Linktipp

  • Fach­liche Web­site der VTH-Fach­gruppe „Per­sön­liche Schutzausrüstungen“:
    www.arbeitsschutzfach
    handel.de
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