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Lean und Arbeitsschutz kann funtionieren

Mehr Produktivität und Leistungsfähigkeit
Lean und Arbeits­schutz

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Ein geleb­ter Arbeits- und Gesund­heits­schutz trägt zur Erhö­hung der Leis­tung eines Unter­neh­mens bei. Gerade klei­ne­ren Unter­neh­men erscheint die Umset­zung des Arbeits­schut­zes aufgrund verschie­de­ner Aufga­ben­fel­der zu komplex zu sein. Die aus dem Lean Manage­ment stam­mende Methode 5S bietet einen einfa­chen und schnel­len Einstieg, Arbeits­plätze konti­nu­ier­lich siche­rer zu gestal­ten.

Unter­neh­men sind globa­len Mega­trends (zum Beispiel demo­gra­phi­scher Wandel, Werte­wan­del, Globalisierung/Wettbewerbsfähigkeit, Digi­ta­li­sie­rung) ausge­setzt, die Auswir­kun­gen auf Arbeits- und Betriebs­or­ga­ni­sa­tion sowie Arbeits­platz­ge­stal­tung haben.

Arbeit gesund und produk­tiv gestal­ten

Insbe­son­dere der demo­gra­phi­sche Wandel zwingt sie dem Fach­kräf­te­man­gel entge­gen­zu­wir­ken und die Arbeits- und Leis­tungs­fä­hig­keit der Beschäf­tig­ten bis ins Renten­ein­tritts­al­ter zu erhal­ten. Arbeits­plätze müssen daher sicher und ergo­no­misch gestal­tet sein, damit Arbeit­neh­mer und deren Know-how – so lange wie nötig dem Betrieb erhal­ten blei­ben.

Aufgrund des globa­len Wett­be­werbs müssen Unter­neh­men ihre Produk­ti­vi­tät erhö­hen, das heißt Verschwen­dung in allen Unter­neh­mens­be­rei­chen mini­mie­ren. Ferner müssen aufgrund der Indi­vi­dua­li­sie­rung von Kunden­wün­schen Produk­ti­ons­ab­läufe flexi­bler gestal­ten werden.

In der Praxis fällt auf, dass Ergo­no­mie und Arbeits­schutz oft getrennt von der Produk­ti­vi­täts­stei­ge­rung betrach­tet und entspre­chend von unter­schied­li­chen Unter­neh­mens­be­rei­chen bear­bei­tet werden. Dies ist nicht sinn­voll; das Ziel sollte eine gemein­same Betrach­tung mit dem Ergeb­nis einer Stei­ge­rung sowohl von Produk­ti­vi­tät als auch von Leis­tungs­fä­hig­keit bezie­hungs­weise Human­ori­en­tie­rung sein. Posi­tive Effekte können die Redu­zie­rung psychisch beein­träch­ti­gen­der Fakto­ren bei störungs­freien Abläu­fen sein sowie erhöhte Zufrie­den­heit und Moti­va­tion der Beschäf­tig­ten. Damit einher geht meist ein effek­ti­ve­res Arbei­ten im ergo­no­mi­schen Arbeits­pro­zess.

Arbeits- und Gesund­heits­schutz

Ziel­set­zung des Arbeits­schut­zes ist es, die Sicher­heit und den Gesund­heits­schutz der Beschäf­tig­ten bei der Arbeit durch entspre­chende Maßnah­men zu gewähr­leis­ten und zu verbes­sern. Zentra­les Element des Arbeits­schut­zes ist die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung, welche die Grund­lage für die Ablei­tung von Maßnah­men und auch für Folge­pro­zesse wie die Unter­wei­sung der Beschäf­tig­ten darstellt. Der Arbeit­ge­ber muss den Arbeits­schutz im Unter­neh­men orga­ni­sie­ren und dafür sorgen, dass Führungs­kräfte und Beschäf­tigte ihren Verpflich­tun­gen nach­kom­men können. Um den Arbeits- und Gesund­heits­schutz bei der tägli­chen Arbeit erleb­bar zu machen, kann ein sinn­vol­ler Weg darin bestehen, ihn bei der betrieb­li­chen Prozess­ver­bes­se­rung zu berück­sich­ti­gen und in entspre­chende Metho­den wie 5S zu inte­grie­ren.

Die 5S-Methode

Die 5S-Methode gilt als Einstieg in Lean-Management-Systeme (ifaa 2016). Ziel von 5S ist es, einen geord­ne­ten Grund­zu­stand herbei­zu­füh­ren und nach­hal­tig zu bewah­ren. Die Methode unter­glie­dert sich in folgende Schritte ( siehe Tabelle 1).

Vorteile von 5S sind: Stei­ge­rung der Über­sicht und Sicher­heit, Vermei­dung von Verschwen­dung, Erhö­hung von Effi­zi­enz und Trans­pa­renz von Arbeits­platz und ‑prozes­sen durch Stan­dar­di­sie­rung, Redu­zie­rung des Werkzeug- und Hilfs­stoff­be­stands sowie Erhö­hung der Arbeits- und Prozess­si­cher­heit.

Da im Sinne von 5S jeder Beschäf­tigte für die Umset­zung in seinem Arbeits­be­reich zustän­dig ist, steigt auch das Verant­wor­tungs­be­wusst­sein der Mitar­bei­ter für den Arbeits­pro­zess und der damit verbun­de­nen Arbeits­si­cher­heit. Auch beim Arbeits­schutz geht es darum, den erreich­ten Stand zu sichern und konti­nu­ier­lich weiter­zu­ent­wi­ckeln, um so besser bezie­hungs­weise siche­rer zu werden (vgl. §3 ArbSchG).

Für den Einstieg in, aber auch für die Aufrecht­erhal­tung des Arbeits- und Gesund­heits­schut­zes ist die 5S-Methode daher ein proba­ter Ansatz, da sie einfach umzu­set­zen ist und keine mone­tä­ren Inves­ti­tio­nen erfor­dert. Grund­sätz­lich kann auch die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung eine Basis sein, an die die Methode 5S anknüpft, da sich hier im Rahmen von ergo­no­mi­schen Verbes­se­run­gen auch Prozess­ver­bes­se­run­gen erge­ben.

Audit „Arbeit gesund und produk­tiv gestal­ten“

Als Einstieg in die Arbeit zur Produk­ti­vi­täts­stei­ge­rung und Ergo­no­mie­ver­bes­se­rung empfiehlt sich zu Beginn eine Bewer­tung des Ausgangs­zu­stands. Hierzu hat das ifaa – Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft ein Audit-Tool für den Produktions- (siehe Abbil­dung 1) und für den Office-Bereich entwi­ckelt.

Dabei werden in sechs Themen­be­rei­chen (nach den Schrit­ten der 5S-Methode ergänzt durch eine Bewer­tung der Arbeits­si­cher­heit) entspre­chende Items abge­fragt und mit einer Skala von „ja“ (voll­stän­dig erfüllt) über „teils/teils“ (teil­weise erfüllt) und „nein“ (nicht erfüllt) der aktu­elle Umset­zungs­stand bewer­tet und kommen­tiert bezie­hungs­weise begrün­det. Diese Ergeb­nisse werden aufsum­miert und zeigen im Ergeb­nis, wo die größ­ten Poten­ziale zur Verbes­se­rung liegen. Neben der nume­ri­schen Skalie­rung liegt zur Verdeut­li­chung der Dring­lich­keit einzel­ner Aspekte ein Ampel­schema vor.

Allge­meine Auffäl­lig­kei­ten und ergän­zende Kommen­tare können vermerkt werden. Ergänzt werden die Bewer­tun­gen durch einen Maßnah­men­plan, in dem Inhalte, Zustän­dig­kei­ten, Metho­den, Werk­zeuge und Zeit­räume fest­ge­legt werden können.

Um den Erfolg und die Nach­hal­tig­keit von Maßnah­men über­prü­fen zu können, kann und soll das Audit-Tool wieder­holt einge­setzt werden.


Foto: ifaa

Dipl. Soz.-Wiss. Ralph W. Conrad

Fach­be­reich Unter­neh­mens­ex­zel­lenz -
ifaa – Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft e. V.
r.conrad@ifaa-mail.de


Foto: ifaa

Dr. Stephan Sand­rock
Leitung Fach­be­reich Arbeits- und Leis­tungs­fä­hig­keit,
ifaa – Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft e.V.

s.sandrock@ifaa-mail.de


Weiter­füh­rende Infor­ma­tio­nen

  • ifaa – Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft e. V. (2016):
    5S als Basis des konti­nu­ier­li­chen Verbes­se­rungs­pro­zes­ses, Sprin­ger Verlag, Berlin.
  • ifaa – Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft e. V. (2017): Hand­buch Arbeits- und Gesund­heits­schutz, Sprin­ger Verlag, Berlin.

Weiter­füh­rende Infor­ma­tio­nen

  • ifaa – Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft e. V. (2016) 5S als Basis des konti­nu­ier­li­chen Verbes­se­rungs­pro­zes­ses, Sprin­ger Verlag, Berlin.
  • ifaa – Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft e. V. (2017) Hand­buch Arbeits- und Gesund­heits­schutz, Sprin­ger Verlag, Berlin.
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