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Verantwortung und Nachhaltigkeit bei ATG

Herstel­len verpflich­tet

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Der Schutzhandschuh-Hersteller ATG liefert seine viel­fäl­ti­gen Schutz­hand­schuhe von Sri Lanka aus in alle Welt. Welche Unter­neh­mens­ma­xi­men stecken hinter der Erfolgs­ge­schichte und wie geht es in die Zukunft? Das frag­ten wir den ATG Coun­try Mana­ger für Deutsch­land, Öster­reich und die Schweiz, Karl-Heinz Hobbe­link.

Herr Hobbe­link, was hebt ATG von ande­ren Herstel­lern ab?

Das beson­dere an ATG ist unsere einzig­ar­tige Ferti­gungs­tiefe. Alle Produk­ti­ons­schritte werden dabei haus­in­tern durch­ge­führt. Von der Garn-Veredelung, über den Strick- und Beschich­tungs­pro­zess, bis zur Verschif­fung des ferti­gen Produkts ist kein einzi­ges Detail ausge­la­gert oder fremd­pro­du­ziert. Für unse­ren Kunden bedeu­tet das, dass er einen Hand­schuh erhält, wo nicht nur ATG drauf­steht, sondern auch 100 Prozent ATG drin­steckt. Um das zu errei­chen sind alle Werke auf Sri Lanka konzen­triert, nach ISO 9001 zerti­fi­ziert, und arbei­ten eng mitein­an­der verbun­den. Unsere Quali­täts­si­che­rung hat so alle Prozesse unter Kontrolle und kann sicher­stel­len, dass die Hand­schuhe in einem einwand­freien Zustand das Unter­neh­men verlas­sen. Dane­ben arbei­tet die Produkt­ent­wick­lung direkt im Herzen der Herstel­lung. Neue Ferti­gungs­me­tho­den und Mate­ria­lien können schnell und koope­ra­tiv getes­tet werden. Das führt zu kurzen Inno­va­ti­ons­zy­klen und einer steten Weiter­ent­wick­lung der Arti­kel. ATG fokus­siert sich hier­bei auf seine Kern­kom­pe­ten­zen für trockene, leicht ölige und ölige Anwen­dun­gen. Wir sind Spezia­lis­ten für den Bereich dünne, flexi­ble, atmungs­ak­tive Hand­schuhe, die der Hand­er­go­no­mie ange­passt sind und so eine maxi­male Beweg­lich­keit und Tast­emp­fin­den für den Träger bereit­stel­len.

Die Baumus­ter­prü­fun­gen werden alle in Europa, größ­ten­teils in Deutsch­land durch­ge­führt. Wir werden die Umstel­lung auf die neus­ten Normen, wie zum Beispiel die EN388:2016, und auf die aktu­elle PSA-Verordnung zum Sommer 2019 abge­schlos­sen haben. An vielen Stel­len gehen wir dabei über die Minimal-Anforderungen hinaus. Ein Beispiel hier­für ist die Wasch­bar­keit unse­rer Hand­schuhe. Beim Prüf­in­sti­tut testen wir mecha­ni­sche sowie ther­mi­sche Leis­tungs­stu­fen deshalb auch in gewa­sche­nem Zustand. Dazu durch­lau­fen die Hand­schuhe drei Wasch­zy­klen nach EN ISO 6330:2012. Verrin­gert sich die Leis­tung durch das Waschen, zählt der nied­ri­gere Wert. Die ange­ge­be­nen Leis­tungs­stu­fen bezie­hen sich also auf die mindes­tens erreich­ten Werte. Ein siche­res Gefühl, wenn der Hand­schuh aus ökono­mi­scher und ökolo­gi­scher Sicht aufbe­rei­tet und wieder­ver­wen­det werden soll.

Spürt der Träger das am Hand­schuh?

Natür­lich, der Fokus bei den Hand­schu­hen liegt neben Komfort und Perfor­mance auf Rein­heit, denn wir sind der Meinung, dass der Träger ein Recht auf ein makel­lo­ses und unschäd­li­ches Produkt hat. Dementspre­chend ist unsere gesamte Produkt-Palette nach dem „Stan­dard 100 by OEKO-TEX“ zerti­fi­ziert und durch die Skin Health Alli­ance, einem unab­hän­gi­gen Insti­tut, als derma­to­lo­gisch unbe­denk­lich einge­stuft. Das wir dabei REACH-konform arbei­ten und voll­um­fäng­lich auf SVHCs (Subs­tan­ces from a Very High Concern/Besonders besorg­nis­er­re­gende Substan­zen), wie zum Beispiel DMF, verzich­ten versteht sich von selbst.

Wie sieht es bei all Ihren Akti­vi­tä­ten mit der Nach­hal­tig­keit aus?

Zuneh­mend gewinnt das Thema Nach­hal­tig­keit in der Öffent­lich­keit und bei unse­ren Kunden zu Recht immer mehr Bedeu­tung. Ich glaube, dass wir hier große Schritte getan haben und diese auch doku­men­tie­ren können. So sind die ATG-Produktionen nach ISO 14001 zerti­fi­ziert. Seit Anfang 2003 sind wir Teil­neh­mer am UN Global Compact und erstel­len jähr­lich einen Fort­schritts­be­richt und stel­len uns unse­rer sozia­len Verant­wor­tung. Dieser Bericht wird auf der Seite der Verein­ten Natio­nen veröf­fent­lich und ist für jeden zugäng­lich und schafft Trans­pa­renz. Hier ist das Wich­tigste, dass wir seit­dem jedes Jahr an den Themen Menschen- und Arbeits­rechte, Umwelt­schutz und Korrup­ti­ons­ver­mei­dung arbei­ten.

Schon heute sind daraus viele Projekte und Ideen zur Verbes­se­rung unse­rer Arbeits­weise entstan­den und umge­setzt worden. Zum Beispiel nutzen wir mitt­ler­weile Regen­was­ser in unse­rer Produk­tion, welches dann in unse­ren eige­nen Aufbe­rei­tungs­an­la­gen gerei­nigt und wieder­ver­wen­det wird. Wert­stoffe aus der Produk­tion, wie zum Beispiel die Poly­mer­par­ti­kel aus der Aufbe­rei­tungs­an­lage werden der Weiter­ver­wen­dung zuge­führt und als Gummi­mat­ten genutzt. Auch die Klär­schlämme aus der biolo­gi­schen Reini­gung werden geprüft und über­wacht in die Dünge­mit­tel­pro­duk­tion gege­ben. Das alles dient der Abfall- und Abwas­ser­ver­mei­dung und schont unsere Umwelt.

Zeit­gleich haben wir begon­nen alle Hallen­dä­cher mit Solar-Kollektoren ausstat­ten, um unse­ren Ener­gie­be­darf durch selbst­er­zeug­ten Solar­strom zu decken und die Nutzung fossi­ler Ener­gie­trä­ger, sowie den CO2 Ausstoß zu redu­zie­ren. Mit einer Kapa­zi­tät von 459 kW gene­rie­ren wir so circa 46MWh Strom im Monat. Im Umfeld unse­rer Werke fördern wir soziale Projekte in viel­fäl­ti­ger Weise. Das sind Ausstat­tun­gen für Schu­len, zusätz­li­che medi­zi­ni­sche Geräte für Kran­ken­häu­ser, Auffors­tung und Bereit­stel­lung von Start-Kapital für Kleinst- und Fami­li­en­be­triebe in der Land­wirt­schaft.

ATG über­nimmt damit insge­samt gesell­schaft­li­che Verant­wor­tung, oder wie man heute sagt Corpo­rate Social Respon­si­bi­lity (CSR), entlang der Produktions- und Liefer­kette durch Mini­mie­rung von Umwelt­be­las­tun­gen, Förde­rung von Mitar­bei­te­rIn­nen und einer menschen­ge­rech­ten Wert­schöp­fung. Wir glau­ben fest daran, dass wir nur durch eine nach­hal­tige unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit auch in Zukunft über­durch­schnitt­lich gut in unse­ren Märk­ten aktiv sein werden. Deshalb haben wir 2017 die ISO 26000, den „Leit­fa­den zur gesell­schaft­li­chen Verant­wor­tung“ zur zentra­len Unter­neh­mens­phi­lo­so­phie erklärt. So binden wir alle Unter­neh­mens­be­rei­che in die CSR-Aktivitäten mit ein.

Wie füllt ATG die ISO 26000 mit Leben?

ATG ist entschlos­sen in allen Prozes­sen verant­wor­tungs­voll und nach­hal­tig zu handeln. Das kann man nur, wenn dieses in den Köpfen von Manage­ment und Mitar­bei­te­rIn­nen fest veran­kert ist. Deshalb haben wir mit Schu­lun­gen und Trai­nings ange­fan­gen. Seit dem sind die sieben Kern­the­men der ISO 26000 (Orga­ni­sa­ti­ons­füh­rung, Menschen­rechte, Arbeits­prak­ti­ken, Umwelt, faire Betriebs- und Geschäfts­prak­ti­ken, Konsu­men­ten­an­lie­gen, Einbin­dung und Entwick­lung der Gesell­schaft) allge­gen­wär­tig. Wir haben fest­ge­stellt, dass wir an vielen Stel­len, wie schon eingangs berich­tet, sehr weit sind, aber es auch Berei­che gibt, an denen wir noch besser werden können. Diese konti­nu­ier­li­che Verbes­se­rung über eine Viel­zahl klei­ner Schritte ist das Ziel.

Wie werden diese Bemü­hun­gen doku­men­tiert, damit sie für Kunden nach­voll­zieh­bar sind?

Im Gegen­satz zur ISO 9001 oder der Baumus­ter­prü­fung eines Hand­schuhs kann und soll man eine Unter­neh­mens­leit­li­nie nicht zerti­fi­zie­ren. Die Inte­gra­tion in das vorhan­dene Manage­ment­sys­tem ist das Ziel. Um das zu errei­chen, haben wir mit der SGS Gruppe, einem welt­weit agie­ren­den Unter­neh­men in den Berei­chen Prüfen, Testen, Veri­fi­zie­ren und Zerti­fi­zie­ren, einen Part­ner, der in einem Audit die Perfor­mance unse­rer CSR-Strategie prüft, eine GAP-Analyse durch­führt und diese doku­men­tiert. Dieses Audit durch SGS ist für uns extrem wert­voll, da wir ein unab­hän­gi­ges Feed­back zu unse­ren Prozes­sen und Tätig­kei­ten bekom­men. Nur so werden auch Themen erör­tert, die im tägli­chen Geschäfts­be­trieb viel­leicht verbor­gen geblie­ben wären.

Ein Beispiel aus der Leis­tungs­be­ur­tei­lung war zum Beispiel die Verar­bei­tung von Anmer­kun­gen aus der Kommu­ni­ka­tion mit Kunden. Hier lag in der Vergan­gen­heit der Fokus auf Produkt­de­tails und Anwen­dun­gen. Jetzt werden Anre­gun­gen in Bezug auf Nach­hal­tig mit dem glei­chen hohen Stel­len­wert betrach­tet. So zum Beispiel bei der Nach­frage eines Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rers, ob wir nicht auf die Poly-Beutel verzich­ten können oder ob es andere Lösun­gen dazu gibt. Hier sieht man wie starke die Diskus­sio­nen um Verpa­ckungs­müll und Plas­tik in den Meeren unsere Kunden bewegt und wir in die Pflicht genom­men werden unse­ren Beitrag zu leis­ten. Ein entspre­chen­des Projekt ist initi­iert und wir werden über Lösun­gen mit unse­ren Kunden spre­chen.

Gibt es Zukunfts­pro­jekte, über die ATG berich­ten kann?

Im Sinne der ISO 26000 werden wir vermehrt externe Anspruchs­grup­pen (Stake­hol­der) mit einbe­zie­hen. Das wird unter ande­rem eine tiefere Zusam­men­ar­beit und Kommu­ni­ka­tion mit Liefe­ran­ten und unse­ren Kunden bedeu­ten. Die Umstel­lung auf die PSA-Verordnung und der Abschluss der Zerti­fi­zie­rung zur aktu­el­len Normie­rung hat abso­lu­ten Vorrang. Zeit­gleich berei­ten wir uns auf die A+A 2019 in Düssel­dorf vor und werden dort den ein oder ande­ren neuen Schutz­hand­schuh vorstel­len. Wir freuen uns schon jetzt auf die Gesprä­che, auch in Bezug auf unsere CSR-Strategie.

Vielen Dank für das Gespräch.

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