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Mehr Leis­tung mit dem passen­den System

Energie- und Umweltmanagement
Mehr Leis­tung mit dem passen­den System

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Die Nach­frage nach Manage­ment­sys­te­men steigt. Doch welches sind die passen­den Systeme, wenn zum Beispiel die Umwelt und das Klima geschützt und gleich­zei­tig die Wett­be­werbs­fä­hig­keit gestei­gert werden sollen?

Laut einer Studie des VDI Zentrums für Ressour­cen­ef­fi­zi­enz liegen zerti­fi­zierte Manage­ment­sys­teme aus den Berei­chen Quali­tät, Umwelt oder Ener­gie im Trend, wenn es um die Umset­zung von Ressour­cen­ef­fi­zi­enz im Betrieb geht. 80 Prozent von 350 befrag­ten Unter­neh­men aus dem verar­bei­ten­den Gewerbe nutzen zerti­fi­zierte Manage­ment­sys­teme. Sie können die Wett­be­werbs­fä­hig­keit stei­gern, indem sie die Prozess­si­cher­heit und Produkt­qua­li­tät verbes­sern und damit auch die Kunden­zu­frie­den­heit erhö­hen sowie die Markt­chan­cen vergrö­ßern. Umwelt- und Ener­gie­ma­nage­ment­sys­teme sind darauf ausge­rich­tet, aktu­elle Verbräu­che im Unter­neh­men aufzu­zei­gen, Auswir­kun­gen, Risi­ken und Chan­cen zu bewer­ten und Verbes­se­rungs­po­ten­ziale zu erschlie­ßen. Hier­für stehen Ener­gie­ma­nage­ment­sys­teme (EnMS) nach der ISO-Norm 50001, Umwelt­ma­nage­ment­sys­teme (UMS) nach der ISO-Norm 14001 oder der EMAS-Verordnung (kurz für Eco-Management and Audit Scheme) zur Verfü­gung.

Ob ein Manage­ment­sys­tem das rich­tige ist, oder ein einfa­cher Ansatz genügt, lässt sich beant­wor­ten, wenn klar ist, was erreicht werden soll. Genügt eine kurz­fris­tige Einspa­rung oder ein Über­blick über Verbräu­che, dann ist ein einfa­cher Umwelt- und Ener­gie­check ausrei­chend. Wenn lang­fris­tige Einspa­run­gen und Verbes­se­run­gen das Ziel sind, dann rentie­ren sich Manage­ment­sys­teme. Zumal es bewährte Metho­den gibt, ohne über­trie­be­nen Aufwand zu einem voll­wer­ti­gen System zu kommen.

Förde­run­gen und Privi­le­gie­run­gen erhal­ten

Solche vorge­fer­tig­ten und passen­den Metho­den werden von Bera­tungs­un­ter­neh­men ange­bo­ten, deren Bera­tungs­leis­tung sich insbe­son­dere kleine und mitt­lere Unter­neh­men (KMU) mit Program­men auf Bundes- oder Landes­ebene finan­zi­ell fördern lassen können. Zusätz­li­cher finan­zi­el­ler Nutzen bei EMAS ist zum Beispiel die Aner­ken­nung für den Spit­zen­aus­gleich nach Energie- und Strom­steu­er­ge­setz oder für die beson­dere Ausgleichs­re­ge­lung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Unter­neh­men, die EMAS oder die ISO 50001 einset­zen, sind von der Ener­gie­au­dit­pflicht nach dem Ener­gie­dienst­leis­tungs­ge­setz frei­gesellt. Beide Systeme erfül­len voll­um­fäng­lich die Ener­gie­au­dit­pflicht. Für EMAS gibt es weitere immissionsschutz- und abfall­recht­li­che Über­wa­chungs­er­leich­te­run­gen. Einen Über­blick über die Förder­mög­lich­kei­ten und Privi­le­gie­run­gen im Rahmen von EMAS bietet die gleich­na­mige Broschüre des Umwelt­gut­ach­ter­aus­schus­ses (siehe Kasten Link­tipp).

Inte­grierte Systeme für Ener­gie, Umwelt und Nach­hal­tig­keit

Manage­ment­sys­teme sind gene­rell für alle Bran­chen und Unter­neh­mens­grö­ßen geeig­net. EnMS haben ihren Fokus auf die Ener­gie­ef­fi­zi­enz und die Ener­gie­leis­tung in Unter­neh­men und unter­stüt­zen diese bei der syste­ma­ti­schen Erfas­sung der Ener­gie­ströme sowie der Planung und Durch­füh­rung von Effi­zi­enz­maß­nah­men. UMS wie die ISO 14001 und EMAS betrach­ten dane­ben auch die Emis­sio­nen, Nutzung von Wasser und Mate­rial, Umgang mit Abfall und den Flächen­ver­brauch. Somit gehen die UMS bei der Bestim­mung und Bewer­tung von Umwelt­as­pek­ten über den Faktor Ener­gie hinaus. Als Bestand­teil von EMAS deckt die ISO 14001 deren Anfor­de­run­gen an das Manage­ment­sys­tem ab; EMAS leis­tet aber in wesent­li­chen Punk­ten mehr, hat eine stär­kere Verbind­lich­keit bei der Leis­tungs­ver­bes­se­rung und ist damit umfäng­li­cher als die Normen (siehe „EMAS – Mehr­wert schaf­fen“). Beide Systeme können dazu genutzt werden, die Dimen­sio­nen der Nach­hal­tig­keit dauer­haft im Manage­ment­sys­tem zu etablie­ren. In die Bericht­erstat­tung von EMAS (Umwelt­er­klä­rung) können auch zusätz­li­che sach­dien­li­che Infor­ma­tio­nen zu den Tätig­kei­ten, Produk­ten und Dienst­leis­tun­gen beigefügt werden. Dies ermög­licht es, beispiels­weise soziale und gesell­schaft­li­che Themen in die Umwelt­er­klä­rung aufzu­neh­men.

Seit die Inter­na­tio­nal Orga­ni­za­tion for Stan­dar­di­za­tion (ISO) ihre Management­nor­men durch die High Level Struc­ture (HLS) anein­an­der anschluss­fä­hig gemacht und harmo­ni­siert hat, fällt der Weg leich­ter aus einem einzel­nen System ein inte­grier­tes Manage­ment­sys­tem aufzu­bauen, indem zum Beispiel auf das Quali­täts­ma­nage­ment noch ein UMS nach EMAS oder der ISO 14001 aufge­baut wird. Die ISO 50001 besitzt eben­falls die HLS.

Kosten und Aufwand im Auge behal­ten

Wie beschrie­ben, besit­zen die Systeme eine ähnli­che Struk­tur und sind mitein­an­der kompa­ti­bel und der Aufwand für die Imple­men­tie­rung von mehre­ren Syste­men verdop­pelt sich nicht. Dennoch sind die ISO 14001 und die ISO 50001 einzeln extern zu über­prü­fen. Bei EMAS ist die ISO 14001 schon inte­griert, muss also nicht mehr extra imple­men­tiert werden und kann über Umwelt­gut­ach­ter gleich mit zerti­fi­ziert werden. Dabei entste­hen nur gering­fü­gige Mehr­kos­ten. EMAS ist zwar organisations- und stand­ort­be­zo­gen – bei ISO 14001 und 50001 legt die Orga­ni­sa­tion den Anwen­dungs­be­reich selbst fest –, aber die Kosten für die Prüfung der Stand­orte kann durch Sammel­re­gis­trie­run­gen oder Stich­pro­ben­ver­fah­ren für soge­nannte Multisite-Organisationen verrin­gert werden. KMU können die Prüf­zy­klen durch die Umwelt­gut­ach­ter verlän­gern lassen und dadurch Kosten sparen. Für die ISO 14001 und 50001 besteht eben­falls die Möglich­keit eines Stich­pro­ben­ver­fah­rens.

EMAS – Mehr­wert schaf­fen

Während sich die ISO 14001 auf die Verbes­se­rung des Manage­ment­sys­tems konzen­triert, verpflich­ten sich Unter­neh­men mit EMAS zu einer konti­nu­ier­li­chen Verbes­se­rung ihrer Umwelt­leis­tung über gesetz­li­che Anfor­de­run­gen hinaus. In der Regel wird die Leis­tungs­ver­bes­se­rung für die Umwelt­as­pekte Ressour­cen­ver­brauch, Abfall, Wasser, Emis­sio­nen und biolo­gi­sche Viel­falt durch konkrete und einheit­li­che Leis­tungs­kenn­zah­len erfasst und in der Umwelt­er­klä­rung darge­stellt. Kann mit ISO 14001 auf eine externe Kommu­ni­ka­tion weit­ge­hend verzich­tet werden, ist bei EMAS der Dialog mit der Öffent­lich­keit unver­zicht­ba­rer Bestand­teil. Mit der öffent­lich zugäng­li­chen Umwelt­er­klä­rung infor­miert das Unter­neh­men trans­pa­rent seine Stake­hol­der (Öffent­lich­keit, Kunden, Liefe­ran­ten, Nach­bar­schaft etc.). Sie ist eine schrift­li­che Zusam­men­fas­sung der wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen, Daten und Fakten über das Unter­neh­men und enthält ein selbst­ver­pflich­ten­des Programm zur Verbes­se­rung der Umwelt­aus­wir­kun­gen und der Umwelt­leis­tung.

Die Umwelt­er­klä­rung kann für andere Berichts­for­mate genutzt werden, indem sie in einen Nach­hal­tig­keits­be­richt inte­griert wird. So lassen sich umwelt­be­zo­gene Aussa­gen um soziale und ökono­mi­sche Themen ergän­zen. Dass die Anga­ben in der Umwelt­er­klä­rung rich­tig und glaub­wür­dig sind, prüfen und bestä­ti­gen Umwelt­gut­ach­ter. Darüber hinaus weisen Unter­neh­men mit EMAS die Einhal­tung der Rechts­vor­schrif­ten nach: durch interne Umwelt­be­triebs­prü­fun­gen (Audits), die Prüfung durch externe Umwelt­gut­ach­ter (Veri­fi­zie­rung) sowie schließ­lich die Betei­li­gung der zustän­di­gen Umwelt­be­hörde vor der Regis­trie­rung in das öffent­li­che EMAS-Register.

Es gibt zahl­rei­che Systeme für Unter­neh­men am Markt. Wer weiß, was er errei­chen will, findet ein passen­des System.


Foto: © Martin Kath – adel­phi

Autorin: Esther Zippel

Geschäfts­füh­re­rin UGA – Umwelt­gut­ach­ter­aus­schuss beim Bundes­mi­nis­te­rium für Umwelt, Natur­schutz und nukleare Sicher­heit


Link­tipp

Die Geschäfts­stelle des Umwelt­gut­ach­ter­aus­schus­ses hält eine Reihe von Info­ma­te­ria­lien zum Thema Vergleich EMAS, ISO 14001/50001, Einfüh­rung von EMAS sowie Förde­run­gen und Privi­le­gie­run­gen bereit. Mehr Infos unter www.emas.de Service Publi­ka­tio­nen

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