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Neu: Schwan­ger­schafts­grup­pen für BAT-Werte

DFG-MAK- und BAT-Werte-Liste 2019 Teil 2
Neu: Schwan­ger­schafts­grup­pen für BAT-Werte

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Foto: © Maksym Povozniuk – stock.adobe.com
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Im ersten Teil dieses Beitrags (in SI 10/2019) berich­te­ten wir über neue und geän­derte MAK-Werte. Dies­mal geht es um krebs­er­zeu­gende, keim­zell­mu­ta­gene oder fort­pflan­zungs­ge­fähr­dende (CMR) Stoffe sowie um die Biolo­gi­schen Beur­tei­lungs­werte (BAT, EKA, BLW und BAR). Bemer­kens­wert ist dabei, dass die MAK-Kommission erst­mals auch bei eini­gen BAT-Werten Schwan­ger­schafts­grup­pen zuge­ord­net hat.

Beson­dere Aufmerk­sam­keit in der Fach­welt „genie­ßen“ in jedem Jahr die Neube­wer­tun­gen und Umstu­fun­gen bei den krebs­er­zeu­gen­den Stof­fen und Keim­zell­mu­ta­ge­nen.

Krebs­er­zeu­gende Stoffe

In diesem Jahr wurden 18 Stoffe hinsicht­lich ihrer krebs­er­zeu­gen­den Eigen­schaf­ten erst­mals einge­stuft (acht­mal) bezie­hungs­weise neu bewer­tet (zehn­mal).

Dabei wurde zehn­mal Kate­go­rie 3B (soge­nannte „echte“ Verdachts­stoffe) verge­ben für die Stoffe

  • Di-n-butylphosphat [107–66–4] und seine tech­ni­schen Gemi­sche (bisher Kate­go­rie 3A)
  • 1,1‑Dichlorethan [75–34–3] (bisher ohne Kate­go­rie krebs­er­zeu­gend)
  • Hexachlor­ethan [67–72–1] (bisher ohne Kate­go­rie krebs­er­zeu­gend)
  • Kero­sin (Erdöl) (Aero­sol) [8008–20 –6] (Neuauf­nahme; Kate­go­rie 3B gilt für Haut­kon­takt)
  • Kero­sin (Erdöl) (Dampf) [8008–20–6] (Neuauf­nahme; Kate­go­rie 3B gilt für Haut­kon­takt)
  • Kresyl­gly­c­idyl­ether, o‑Isomer [2210– 79–9], Isome­ren­ge­misch [26447–14–3] (bisher ohne Kate­go­rie krebs­er­zeu­gend)
  • 4‑Nitroanilin [100–01–6] (bisher Kate­go­rie 3A)
  • Penta­chlor­ethan [76–01–7] (bisher ohne Kate­go­rie krebs­er­zeu­gend)
  • Trik­re­syl­p­hos­phat, Summe aller o‑Isomeren [78–30–8] (Neuauf­nahme)
  • Xyli­dine (Isomere): 2,3‑Xylidin [87–59 –2], 2,5‑Xylidin [95–78–3], 3,4‑Xylidin [95–64–7], 3,5‑Xylidin [108–69–0] [1330–20–7] (bisher Kate­go­rie 3A).

Kate­go­rie 4 (Mini­mal­kan­ze­ro­gene mit nicht-genotoxischem Wirkungs­me­cha­nis­mus) wurde verge­ben für

  • Graphit [7782–42‑5] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (bisher ohne Kate­go­rie krebs­er­zeu­gend)
  • Nitri­lo­tries­sig­säure [139–13–9] und ihre Natri­um­salze (bisher Kate­go­rie 3A)
  • Tantal [7440–25–7] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (bisher Kate­go­rie 3A)
  • 1,1,2,2‑Tetrachlorethan [79–34–5] (bisher Kate­go­rie 3B)
  • Vinyl­ace­tat [108–05–4] (bisher Kate­go­rie 3A).

Im Folgen­den lesen die Defi­ni­tio­nen für die hier maßgeb­li­chen Kate­go­rien:

  • Kate­go­rie 3A: Stoffe, die bei Tier oder Mensch Krebs erzeu­gen oder als krebs­er­zeu­gend für den Menschen anzu­se­hen sind, bei denen die Voraus­set­zun­gen erfüllt wären, sie der Kate­go­rie 4 oder 5 zuzu­ord­nen. Für die Stoffe liegen jedoch keine hinrei­chen­den Infor­ma­tio­nen vor, um einen MAK- oder BAT-Wert abzu­lei­ten (soge­nannte „Mini­mal­kan­ze­ro­gene“).
  • Kate­go­rie 3B: Aus In-vitro- oder aus Tier­ver­su­chen liegen Anhalts­punkte für eine krebs­er­zeu­gende Wirkung vor, die jedoch zur Einord­nung in eine andere Kate­go­rie nicht ausrei­chen. Zur endgül­ti­gen Entschei­dung sind weitere Unter­su­chun­gen erfor­der­lich. Sofern der Stoff oder seine Meta­bo­li­ten keine geno­to­xi­schen Wirkun­gen aufwei­sen, kann ein MAK- oder BAT-Wert fest­ge­legt werden (soge­nannte „echte“ Verdachts­stoffe“).
  • Kate­go­rie 4: Stoffe, die bei Tier oder Mensch Krebs erzeu­gen oder als krebs­er­zeu­gend für den Menschen anzu­se­hen sind und für die ein MAK-Wert abge­lei­tet werden kann. Im Vorder­grund steht ein nicht-genotoxischer Wirkungs­me­cha­nis­mus, und geno­to­xi­sche Effekte spie­len bei Einhal­tung des MAK- und BAT-Wertes keine oder nur eine unter­ge­ord­nete Rolle („Mini­mal­kan­ze­ro­gene“ mit nicht-genotoxischem Wirkungs­me­cha­nis­mus).

Die bishe­ri­gen Einstu­fun­gen als krebs­er­zeu­gend für die drei Stoffe

  • Bisphenol-A-diglycidylether [16757–54–3] (bisher Kate­go­rie 3A)
  • 2‑Butoxyethylacetat [112–07–2] (bisher Kate­go­rie 4)
  • Kresol (alle Isomere) [1319–77–3] (bisher Kate­go­rie 3A)

sind ersatz­los entfal­len. Damit wurden im Ergeb­nis

  • acht­mal die Kate­go­rie 3A
  • einmal die Kate­go­rie 3B und
  • einmal die Kate­go­rie 4

zurück­ge­zo­gen.

Für drei Stoffe wurde in diesem Jahr die bishe­rige Einstu­fung hinsicht­lich ihrer krebs­er­zeu­gen­den Eigen­schaf­ten bestä­tigt:

  • Port­land­ze­ment­staub [65997–15–1] 3B
  • Sili­ci­um­car­bid [409–21–2] (Faser­staub) (einschließ­lich Whis­ker) 2
  • 1,1,2‑Trichlorethan [79–00–5] 3B.

Keim­zell­mu­ta­gene

Bei den Keim­zel­lemu­ta­ge­nen wurden in diesem Jahr nur die Xyli­dine (Isomere): 2,3‑Xylidin [87–59–2], 2,5‑Xylidin [95– 78–3], 3,4‑Xylidin [95–64–7], 3,5‑Xylidin [108–69–0] [1330–20–7] (bisher ohne Kate­go­rie Keim­zel­lemu­ta­gene) in Kate­go­rie 3B einge­stuft.

Im Folgen­den lesen Sie die Defi­ni­tion für diese Kate­go­rie:

  • Kate­go­rie 3B: Stoffe, für die aufgrund ihrer geno­to­xi­schen Wirkun­gen in soma­ti­schen Zellen von Säuge­tie­ren in vivo ein Verdacht auf eine muta­gene Wirkung in Keim­zel­len abge­lei­tet werden kann. In Ausnah­me­fäl­len Stoffe, für die keine In-vivo-Daten vorlie­gen, die aber in vitro eindeu­tig muta­gen sind und die eine struk­tu­relle Ähnlich­keit zu In-vivo-Mutagenen haben.

Schwan­ger­schafts­grup­pen

21 Stoffe wurden in diesem Jahr hinsicht­lich ihrer Zuord­nung zu Schwan­ger­schafts­grup­pen erst­mals einge­stuft (15-mal, davon sieben Neuauf­nah­men), neu bewer­tet (einmal) bezie­hungs­weise ohne Ände­rung (vier­mal) über­prüft.

Die folgen­den zehn Stoffe (davon vier Neuauf­nah­men sowie fünf erst­ma­lige Einstu­fun­gen für bereits bestehende Einträge) wurden in die Schwan­ger­schafts­gruppe C (eine frucht­schä­di­gende Wirkung braucht bei Einhal­tung des MAK- und BAT-Wertes nicht befürch­tet zu werden) einge­stuft:

  • Cyanu­r­chlo­rid [108–77–0] (Neuauf­nahme)
  • Hexachlor­ethan [67–72–1] (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Kero­sin (Erdöl) (Aero­sol) [8008–20 –6] (Neuauf­nahme)
  • Kero­sin (Erdöl) (Dampf) [8008–20–6] (Neuauf­nahme)
  • Kresol (alle Isomere) [1319–77–3] (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Methyl­amin [74–89–5] (bisher Schwan­ger­schafts­gruppe D)
  • Nitri­lo­tries­sig­säure [139–3–9] und ihre Natri­um­salze (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Tantal [7440–25–7] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Trik­re­syl­p­hos­phat, Isomere, „frei von o‑Isomeren“ (Neuauf­nahme)
  • Vinyl­ace­tat [108–05–4] (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe).

Die Zuord­nung zu dieser Gruppe wurde für die drei Stoffe

  • Ammo­niak [7664–41–7]
  • 1,1‑Dichlorethan [75–34–3] und
  • Graphit [7782–42–5] (alveo­len­gän­gige Frak­tion)

geprüft und unver­än­dert bestä­tigt.

Für die sechs Stoffe

  • Dichlores­sig­säure [79–43–6] und ihre Salze (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Methylenbis(dibutyldithiocarbamat) [10254–57–6] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (Neuauf­nahme)
  • Methylenbis(dibutyldithiocarbamat) [10254–57–6] (einatem­bare Frak­tion) (Neuauf­nahme)
  • Penta­chlor­ethan [76–01–7] (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • 1,1,2‑Trichlorethan [79–00–5] (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Trik­re­syl­p­hos­phat, Summe aller o‑Isomeren [78–30–8] (Neuauf­nahme)

gab es eine Zuord­nung zur Schwan­ger­schafts­gruppe D (Stoffe, bei denen die vorlie­gen­den Daten für eine Einstu­fung in eine der Grup­pen A, B oder C nicht ausrei­chen).

Die Schwan­ger­schafts­gruppe D wurde für 1,1,2,2‑Tetrachlorethan [79–34.5] über­prüft und bestä­tigt.

Für alle Ände­run­gen in der Liste erar­bei­tet die Kommis­sion eine ausführ­li­che wissen­schaft­li­che Begrün­dung, die einige Monate nach der MAK-Liste in einer Ergän­zungs­lie­fe­rung zu der Lose­blatt­samm­lung „Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Einstu­fun­gen“ [1] veröf­fent­licht wird und die seit Anfang 2012 auch im Inter­net kosten­los zur Verfü­gung steht.

Biolo­gi­sche Beur­tei­lungs­werte (BW)

Neuauf­nahme

Bei den biolo­gi­schen Werten gibt es in diesem Jahr nur eine Neuauf­nahme für den Stoff Bisphe­nol S [80–09–1], für den ein Biolo­gi­scher Arbeitsstoff-Referenzwert (BAR) fest­ge­legt wird.

BAT-Werte (Biolo­gi­sche Arbeitsstoff-Toleranz-Werte)

1,4‑Dichlorbenzol [106–46–7]: Neben der schon bestehen­den EKA-Tabelle wird erst­mals auch ein BAT-Wert fest­ge­legt (10 mg/L Urin, Para­me­ter 2,5–Dichlorphenol (nach Hydro­lyse).

Zwei BAT-Werte werden in diesem Jahr geän­dert:

  • N,N‑Dimethylacetamid [127–19–5]: Der BAT-Wert wird von bisher 30 mg/g Krea­ti­nin zu 25 mg/L Urin geän­dert (Para­me­ter N‑Methylacetamid plus N‑Hydroxymethyl-N-methylacetamid)
  • 1,4‑Dioxan [123–91–1]: Der BAT-Wert wird halbiert (Absen­kung von bisher 400 μg/g Krea­ti­nin­auf 200 μg/g Krea­ti­nin; Para­me­ter unver­än­dert 2‑Hydroxyethoxyessigsäure).

EKA (Expo­si­ti­ons­äqui­va­lente für krebs­er­zeu­gende Arbeits­stoffe)

Bei den EKA-Tabellen gibt es zwei Ände­run­gen:

  • Acryl­ni­tril [107–13–1]: Die EKA-Tabelle wurde bei den Werten etwas diffe­ren­ziert und leicht nach unten erwei­tert;
  • 1,4‑Dichlorbenzol [106–46–7]: Die EKA-Tabelle wurde nach unten um den Faktor 5 erwei­tert und am oberen Ende gekappt (oberes Luft-Äquivalent jetzt 30 mL/m3 statt bisher 50 mL/m3 bei einem MAK-Wert von 2 mL/m3).

Biolo­gi­sche Arbeitsstoff-Referenzwerte (BAR)

Bei den Biolo­gi­schen Arbeitsstoff-Referenzwerten (BAR) gab es in diesem Jahr vier Ände­run­gen:

  • Acryl­ni­tril [107–13–1]:
    • Für den Para­me­ter S-(2‑Cyanoethyl)merkaptursäure wurde ein neuer BAR von 10 μg/g Krea­ti­nin in Urin für den Probenah­me­zeit­punkt b) (Expo­si­ti­ons­ende bezie­hungs­weise Schich­tende) einge­fügt
    • der BAR für den Para­me­ter N-(2‑Cyanoethyl)valin wurde von bisher 0,3 μg/L auf 12 pmol/g Globin geän­dert

Beide Werte sind für Nicht­rau­cher abge­lei­tet (der BAT-Wert bleibt unver­än­dert).

  • Blei [7439–92–1] und seine Verbin­dun­gen (außer Blei­ar­se­nat, Bleichro­mat und Alkyl­b­lei­ver­bin­dun­gen) (Para­me­ter: Blei):
    • Der BAR für Frauen wird von bisher 70 μg/L auf 30 μg/L im Voll­blut abge­senkt
    • Für Männer wird erst­mals ein BAR in Höhe von 40 μg/L im Voll­blut fest­ge­legt.

Biolo­gi­sche Leit­werte (BLW)

Blei [7439–92–1] und seine Verbin­dun­gen (außer Blei­ar­se­nat, Bleichro­mat und Alkyl­b­lei­ver­bin­dun­gen) (Para­me­ter: Blei): Es wurde ein neuer Eintrag für einen Biolo­gi­schen Leit­wert (BLW) für Frauen ≤45 Jahren einge­fügt; dabei wurde jedoch kein bestimm­ter Wert fest­ge­legt. Der bishe­rige BLW für Frauen 45 Jahren und für Männer, der im letz­ten Jahr von 400 μg/L auf 200 μg/L abge­senkt worden war, bleibt unver­än­dert.

Diese Ergän­zung fehlt im Übri­gen in den Veröf­fent­li­chun­gen der Kommis­sion zu den Ände­run­gen in diesem Jahr sowie in dem entspre­chen­den Kapi­tel der MAK-Liste selbst auf Seite VIII („blaue Seiten“) im Anhang.

Im Folgen­den die Defi­ni­tio­nen für BAR und BLW – die es im staat­li­chen Regel­werk (TRGS 903) nicht gibt:

  • Biolo­gi­sche Arbeitsstoff-Referenzwerte (BAR) beschrei­ben die zu einem bestimm­ten Zeit­punkt in einer Refe­renz­po­pu­la­tion aus nicht beruf­lich gegen­über dem Arbeits­stoff expo­nier­ten Perso­nen im erwerbs­fä­hi­gen Alter bestehende Hinter­grund­be­las­tung mit diesem Arbeits­stoff. Sie orien­tie­ren sich am 95. Perzen­til, ohne Bezug zu nehmen auf gesund­heit­li­che Effekte.
  • Der Biolo­gi­sche Leit­wert (BLW) ist die Quan­ti­tät eines Arbeits­stof­fes bezie­hungs­weise Arbeits­stoff­me­ta­bo­li­ten oder die dadurch ausge­löste Abwei­chung eines biolo­gi­schen Indi­ka­tors von seiner Norm beim Menschen, die als Anhalt für die zu tref­fen­den Schutz­maß­nah­men heran­zu­zie­hen ist.

BAT-Werte und Schwan­ger­schaft

Eine abso­lute Neuheit in diesem Jahr ist die erst­ma­lige Fest­le­gung von Schwan­ger­schafts­grup­pen für BAT-Werte. In die Erläu­te­run­gen zu den Biolo­gi­schen Werten wurde ein Kapi­tel mit entspre­chen­den Hinwei­sen einge­fügt.

Wenn MAK- und BAT-Wert in Korre­la­tion mitein­an­der stehen, gilt die Schwan­ger­schafts­gruppe für den MAK-Wert in der Regel auch für den korre­lie­ren­den BAT-Wert.

Wenn der BAT-Wert jedoch nicht in Korre­la­tion zum MAK-Wert abge­lei­tet worden ist, geht die Kommis­sion bei der Ergän­zung der Schwan­ger­schafts­gruppe zum BAT-Wert analog zu Kapi­tel VIII „MAK-Werte und Schwan­ger­schaft“ vor.

Im „ersten Anlauf“ wurden in diesem Jahr Schwan­ger­schafts­grup­pen für folgende Stoffe fest­ge­legt:

  • Chlor­ben­zol [108–90–7] (Gruppe C)
  • Chlo­rierte Biphe­nyle [53469–21–9] Gruppe B mit einem Hinweis auf die Voraus­set­zung für Gruppe C (analog zu den Anga­ben in der Stoff­liste mit den MAK-Werten (Abschnitt IIa), siehe BAT-Addendum
  • Lindan (gamma‑1,2,3,4,5,6‑Hexachlorcyclohexan) [58–89–9] (Gruppe C)
  • Metha­nol [67–56–1] (Gruppe C)
  • 1,1,1‑Trichlorethan (Methyl­chlo­ro­form) [71–55–6] (Gruppe C).

Welche Bedeu­tung hat die DFG-Liste für den Arbeits­schutz?

Die Deut­sche Forschungs­ge­mein­schaft über­gibt ihre MAK-Werte-Liste alljähr­lich im Juli dem Bundes­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les (BMAS) als Bestand­teil ihrer Poli­tik­be­ra­tung.

Danach haben alle betrof­fe­nen und inter­es­sier­ten Kreise jeweils bis zum ersten Februar des folgen­den Jahres Gele­gen­heit, zu den Neue­run­gen Stel­lung zu nehmen und Kommen­tare hierzu einzu­rei­chen. Dabei geht es aller­dings ausschließ­lich um wissen­schaft­li­che Stel­lung­nah­men. Fragen der prak­ti­schen Umset­zung von neuen oder abge­senk­ten Grenz­wer­ten oder „schär­fe­ren“ Einstu­fun­gen werden hier­bei nicht berück­sich­tigt.

Die Kommis­sion disku­tiert die einge­reich­ten Stel­lung­nah­men im darauf­fol­gen­den Jahr, um ihre Vorschläge gege­be­nen­falls zu ändern oder zu ergän­zen, bevor diese endgül­tig verab­schie­det werden, oder erfor­der­li­chen­falls auch zurück­zie­hen. Dies ist in den zurück­lie­gen­den Jahren – wenn auch in diesem Jahr nicht – bereits mehr­fach gesche­hen.

Die Betrach­tung der Möglich­kei­ten zur prak­ti­schen Umset­zung obliegt dem Ausschuss für Gefahr­stoffe (AGS), wenn er im Jahr nach der endgül­ti­gen Annahme durch die Kommis­sion über die Aufnahme neuer oder geän­der­ter Grenz­werte in die TRGS 900 „Luft­grenz­werte“ bezie­hungs­weise TRGS 903 „Biolo­gi­sche Grenz­werte (BGW)“ oder geän­der­ter Stoff­be­wer­tun­gen in die TRGS 905 „Verzeich­nis krebs­er­zeu­gen­der, keim­zell­mu­ta­ge­ner oder repro­duk­ti­ons­to­xi­scher Stoffe“ beschließt.

Wenn die Über­nahme neuer oder geän­der­ter Grenz­werte in der Praxis Probleme berei­tet, wird der AGS auch hier­über bera­ten und gege­be­nen­falls geeig­nete Präven­ti­ons­maß­nah­men vorschla­gen, erfor­der­li­chen­falls auch spezi­elle Präven­ti­ons­pro­gramme aufle­gen.

Daraus ergibt sich, dass es auch für die betrieb­li­chen Prak­ti­ker von Bedeu­tung ist, sich schon früh­zei­tig mit den neuen Vorschlä­gen der DFG ausein­an­der zu setzen und falls erfor­der­lich im eige­nen Betrieb zu über­prü­fen, ob die neuen Werte einge­hal­ten werden können. Sollte dies offen­sicht­lich nicht möglich sein, soll­ten Sie früh­zei­tig mit den Tech­ni­schen Aufsichts­diens­ten, zum Beispiel der Unfall­ver­si­che­rung Kontakt aufneh­men, um nach geeig­ne­ten Lösun­gen zu suchen. Dort wird man erfor­der­li­chen­falls dann auch den AGS einschal­ten.

Gelbe Seiten“ der MAK- und BAT-Werte-Liste

Auf den „Gelben Seiten“ der MAK- und BAT-Werte-Liste weist die DFG-Kommission alljähr­lich auf geplante Ände­run­gen bezie­hungs­weise Ergän­zun­gen für die jeweilige(n) Folgemitteilung(en) hin.

Weitere Infor­ma­tio­nen

Seit August 2012 stellt die Kommis­sion die aktu­elle Liste als Faksi­mile (pdf-Dokumente der gesam­ten Liste und einzel­ner Teile) ins Inter­net (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/book/10.1002/978352782 6155), die durch­sucht und ausge­druckt werden kann.

Hinweis: Die Liste 2019, die im Inter­net unter der vorge­nann­ten Adresse zur Verfü­gung steht, enthält zwei Exem­plare der Liste unmit­tel­bar hinter­ein­an­der!

Die gedruckte Fassung der Liste (292 Seiten, Soft­co­ver, ISBN 978–3–527– 34742–1) kann beim Wiley-VCH-Verlag GmbH & Co. KGaA – Kunden­ser­vice Bücher – Post­fach 10 11 61, D‑69451 Wein­heim, Bosch­str. 12, 69469 Wein­heim, Tele­fon 06201/606–0, Fax 06201/606– 328, E‑Mail: info@wiley-vch.de oder im Buch­han­del zum Preis von 64,90 Euro käuf­lich erwor­ben werden.

Unter der Adresse https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ 9783527818 402.oth besteht auch Zugang zu einer englisch­spra­chi­gen Version (letzte Ausgabe 2018). Die jeweils aktu­elle Version erscheint alljähr­lich einige Wochen nach der deut­schen Ausgabe.

Seit 2017 gibt es auch eine spani­sche Version der Liste, die unter der Adresse www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_ profil/gremien/senat/arbeitsstoffe/mak _bat_werte_liste_2018_spanisch.pdf einge­se­hen und herun­ter­ge­la­den werden kann.

Seit Anfang 2012 können die (meist englisch­spra­chi­gen) Begrün­dun­gen im Inter­net unter der Adresse http://onlinelibrary.wiley.com/book/10.1002/3527600 418/topics (aktu­el­ler Stand: 1. August 2019) eben­falls kosten­los einge­se­hen werden.

Lite­ra­tur­hin­weis

Hart­wig, Andrea (Hrsg.): „Gesund­heits­schäd­li­che Arbeits­stoffe – Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Einstu­fun­gen“, Begrün­dun­gen MAK-Werte (DFG); derzeit letzte Aktua­li­sie­rung: 65. Liefe­rung 5. Juni 2019, Handbuch/Nachschlagewerk, ca. 600 Seiten, ISBN 978–3–527– 60041–0; ISSN 2509–2383; Wiley-VCH, Wein­heim, 513,23 € inkl. Mehr­wert­steuer zzgl. Versand­kos­ten.

Lesen Sie auch: DFG-MAK- und BAT-Werte-Liste 2019 Teil 1 – Neue Zungen­bre­cher in der DFG-MAK-Werte-Liste


Autor: Dr. Ulrich Welz­ba­cher
Sankt Augus­tin
autor@gefahrstoffinformation.de

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