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Interview

PSA wird sich verän­dern

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Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tun­gen zählen zu den wich­tigs­ten Themen im Arbeits­schutz, auch wenn sie erst zum Einsatz kommen, wenn höher­wer­tige Schutz­maß­nah­men nicht grei­fen. Der Gesetz­ge­ber setzt den Rahmen, und mit Leben füllt diesen im Bereich PSA die DGUV und deren Fach­be­reich Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tun­gen (FB PSA). Neuer Leiter des FB PSA ist Prof. Dipl.-Ing. Frank Werner.

Herr Prof. Werner, Sie haben den Staf­fel­stab der Leitung des Fach­be­reichs PSA von Prof. Noetel am 15. Juli 2018 über­nom­men. Freuen Sie sich auf die anste­hen­den Aufga­ben?

Auf die neuen Aufga­ben und die damit verbun­de­nen Heraus­for­de­run­gen freue ich mich sehr. Im Fach­be­reich PSA wurde unter Leitung von Prof. Noetel Groß­ar­ti­ges geleis­tet. Daran gilt es anzu­knüp­fen. Neben großen Fußspu­ren, die es nun zu füllen gilt, hinter­lässt mir Prof. Noetel aber auch eine hoch moti­vierte und sehr leis­tungs­starke Mann­schaft und ein exzel­len­tes fach­li­ches Netz­werk. Darauf kann ich bauen.

Welche Trends und Schwer­punkte sehen Sie in den kommen­den Jahren bei PSA?

Bereits heute sind die Trends der Zukunft nicht zu über­se­hen. Ein erheb­li­cher Teil unse­rer heuti­gen PSA wird sich in den nächs­ten Jahren deut­lich verän­dern. Indus­trie 4.0 – in der Praxis heute für viele Beschäf­tigte noch nicht mehr als ein Begriff – wird die Weiter­ent­wick­lung der PSA maßgeb­lich prägen und in ihrer Funk­tio­na­li­tät deut­lich verän­dern und erwei­tern.

Sie sind sich da ganz sicher?

Ja. Erin­nern wir uns an die Zeit vor 25 Jahren. Das Mobil­te­le­fon wurde massen­taug­lich, ohne dass wir uns in unse­ren kühns­ten Träu­men hätten vorstel­len können, dass daraus einmal eine Art Universal-Taschencomputer wird, mit dem wir ganz selbst­ver­ständ­lich sogar Welt­rei­sen planen und buchen, einkau­fen, uns über das Wetter infor­mie­ren, Musik hören, Fern­se­hen, das Zeit­ge­sche­hen sekun­den­ak­tu­ell verfol­gen und so ganz neben­bei auch ab und zu tele­fo­nie­ren.

Die PSA der Zukunft wird intel­li­gent und vernetzt sein. Sie wird mit ihrer (Arbeits-)Umgebung inter­agie­ren und die Anwen­de­rin­nen und Anwen­der werden sie oft mehr als Arbeits­mit­tel denn als PSA wahr­neh­men. Bereits heute ist intel­li­gente PSA, soge­nannte smart ppe, auf dem Markt verfüg­bar und aus eini­gen Berei­chen nicht mehr wegzu­den­ken.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Beispiel hier­für ist PSA für Feuer­wehr­leute, die die Einsatz­kräfte während des Einsat­zes über­wacht. Aber auch weitere Trends zeich­nen sich bereits heute ab. So werden beispiels­weise BIM-Informationen, also Buil­ding Infor­ma­tion Mode­ling Infor­ma­tio­nen, so detail­liert sein, dass sie mit smart ppe vernetzt nicht nur Infor­ma­tio­nen zur Wartung und Instand­set­zung in eine zum Beispiel Daten-Schutzbrille gene­rie­ren, sondern auch alle notwen­di­gen Infor­ma­tio­nen zum Arbeits­schutz.

Die Wissen­schaft und die Wirt­schaft forschen und entwi­ckeln bereits heute mit Hoch­druck an neuen Lösun­gen und entwi­ckeln bestehende Systeme weiter. Die Dyna­mik dieser Prozesse ist groß und wir werden die Ergeb­nisse nicht nur im gewerb­li­chen Bereich wieder­fin­den, sondern auch beim Sport und in der Frei­zeit.

Wie können Sie und die Mitar­bei­ter und Mitar­bei­te­rin­nen in den verschie­dens­ten Fach- und Sach­ge­bie­ten Trends und die verschie­dens­ten Inter­es­sen im Sinne der Versi­cher­ten möglichst posi­tiv beein­flus­sen?

Die Erkennt­nis ist nicht neu, dass die besten Lösun­gen dann entste­hen, wenn sich die Quer­den­ker und Visio­näre auf brei­ter Basis vernet­zen. Es braucht die Praxis­er­fah­rung der lang­jäh­ri­gen Anwen­der, die Ideen auch mit dem Blick von außen, den Mut, Neues zu probie­ren und einen Rahmen, diesen Prozess sicher zu gestal­ten. Die Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter in den Sach­ge­bie­ten sind breit aufge­stellt. Neben Vertre­tern der Sozi­al­part­ner, der Herstel­ler und des Vertriebs, der Anwen­der und von Arbeits­schutz­ex­per­tin­nen und ‑exper­ten, sind wir sehr eng zu Forschungs­in­sti­tu­ten und Hochschulen/Universitäten vernetzt.

Ihre neue Aufgabe ist anspruchs­voll, und mit hohen Belas­tun­gen verbun­den. Wie schüt­zen Sie sich selbst? Nach dem bekann­ten T‑O-P Prin­zip? Substi­tu­tion schlie­ßen wir jetzt mal aus.

Rich­tig – ganz wich­tig ist, dass wir die Rang­folge der Schutz­maß­nah­men beach­ten und dass die PSA erst dann zum Einsatz kommt, wenn höher­wer­tige Schutz­maß­nah­men nicht umsetz­bar sind. Das wird in der Praxis immer wieder einmal „verges­sen“.

Selbst­ver­ständ­lich habe auch ich mein persön­li­ches T‑O-P Prin­zip. Fangen wir mit dem „T“ an: Mein Smart­phone hat an der Seite einen klei­nen Schal­ter, mit dem man es in Sitzun­gen und in Pausen sehr einfach stumm schal­ten kann. Zum Feier­abend, an Wochen­en­den und im Urlaub helfen das Ausschal­ten oder der Flug­mo­dus, einfach einmal „offline“ zu sein. Auch für mich war das ein Lern­pro­zess.

Und wie sieht es mit dem O bei Ihnen aus?

Auch mein „O“ ist einfach zu erklä­ren. Für gute Arbeits­er­geb­nisse ist es wich­tig, unge­stört arbei­ten zu können. Meine Büro­tür ist fast immer offen. Das ist für die Kolle­gin­nen und Kolle­gen das Zeichen, dass man auch ohne zu klop­fen und ohne Anmel­dung einfach eintre­ten kann. Das erleich­tert die Zusam­men­ar­beit ganz wesent­lich. Ist die Tür aber geschlos­sen, werden sie an unse­ren Assis­ten­tin­nen nicht vorbei kommen – weder persön­lich, noch tele­fo­nisch.

Mit meinem „P“ kämpfe ich immer ein biss­chen und das ist wie im wahren Leben. Man weiß es oft besser, und hält sich dennoch nicht immer daran. Das gilt zumin­dest dann, wenn es darum geht, viel­leicht doch nach­zu­se­hen, ob im Urlaub oder nach Feier­abend noch wich­tige Infor­ma­tio­nen einge­gan­gen sind. Bei der Verwen­dung von PSA bei der Arbeit oder auch in der Frei­zeit gibt es (fast) keine Kompro­misse. Der Helm beim Fahr­rad­fah­ren ist für mich ebenso selbst­ver­ständ­lich wie der Gehör­schutz im Lärm­be­reich oder die Schwimm­weste beim Segeln.

Herr Prof. Werner, vielen Dank für das Gespräch.

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