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Sicher, leicht und bequem soll sie sein

Aktuelle Trends bei PSA
Sicher, leicht und bequem soll sie sein

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Mitarbeiter in der Energieversorgung müssen in der Regel Multinormschutzkleidung tragen. Foto: © BP – Bierbaum-Proenen
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Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung (PSA) ist auch weit­er­hin ein Wach­s­tums­markt. Laut der aktuellen Macrom-Stud­iede [1] ist vor allem Mul­ti­funk­tion­sklei­dung gefragt, die Träger möglichst umfassend gegen mehrere Risiken schützt. In Sachen Tragekom­fort und Bewe­gungs­frei­heit soll sich die PSA dabei aber kaum noch von Work­wear unter­schei­den – eine Her­aus­forderung für Her­steller.

Die Anspruchshal­tung der Träger an ihre Berufs- und Schutzk­lei­dung hat sich in den ver­gan­genen Jahren weit­er erhöht. „Hin­sichtlich Tragekom­fort und Design leg­en die Beschäftigten an ihre Berufs­bek­lei­dung heute ver­gle­ich­bar hohe Maßstäbe an wie an ihre Freizeitk­lei­dung, Out­door- oder Sports­wear“, erk­lärt Car­la Cacit­ti, die beim Köl­ner Her­steller BP – Bier­baum-Proe­nen die Pro­duk­ten­twick­lung leit­et und den PSA-Markt inten­siv beobachtet. „Das ist ja auch ver­ständlich, schließlich tra­gen sie ihre Berufs­bek­lei­dung täglich zwis­chen acht und zehn Stun­den.“

Wer seine Schutzk­lei­dung so lange trägt, muss sich in sein­er PSA wohlfühlen. Bewe­gungs­frei­heit und Leichtigkeit sind dabei mit­tler­weile genau­so wichtig wie ein mod­ernes Design. Denn: Berufs­bek­lei­dung hat heute einen ganz anderen Stand als noch vor ein paar Jahren. Die Beschäftigten wollen ihre Klei­dung aus Überzeu­gung und gerne tra­gen – und nicht, weil sie es eben müssen. Auch die Arbeit­ge­ber haben erkan­nt, dass gute Berufs­bek­lei­dung eine Form der Anerken­nung für die Mitar­beit­er ist und die Iden­ti­fika­tion und den Teamgedanken stärkt. Die Macrom-Studie zur Lage des PSA-Mark­ts bestätigt dies: „Unternehmen haben auch ver­stärkt in desig­nori­en­tierte und kom­fort­ablere Schutzaus­rüs­tung investiert, weil diese zusät­zlich die Moti­va­tion der Träger steigert“. Damit wer­den Work­wear und PSA immer mehr auch zu einem bedeu­ten­den Fak­tor im Wer­ben um Fachkräfte. Die Berufs­bek­lei­dung wirkt dabei aber nicht nur nach innen. „Wenn meine Mitar­beit­er gut gek­lei­det sind, dann ist das auch eine gute Vis­itenkarte für mein Unternehmen“, sagt Car­la Cacit­ti.

Hightech-Fasern erhöhen Tragekomfort

Für die Her­steller von Schutzk­lei­dung sind die gewach­se­nen Anforderun­gen der Träger in den Bere­ichen Bewe­gungs­frei­heit, Tragekom­fort, Leichtigkeit und Design eine große Her­aus­forderung. Denn anders als Work­wear muss die Schutzk­lei­dung – beson­ders im Multi­norm­bere­ich – zahlre­iche Richtlin­ien erfüllen und dem Träger vor allem anderen zunächst ein­mal Sicher­heit bieten. Zum Beispiel vor dem Risiko eines Stör­licht­bo­gens. Betrof­fen sind beispiel­sweise Mitar­beit­er in der Energiev­er­sorgung. Wenn ein solch­er Licht­bo­gen entste­ht, muss die PSA extrem hohen Beanspruchun­gen stand­hal­ten. Das stellt hohe Anforderun­gen an die Mate­ri­alien. Die Gren­zen, inner­halb der­er man sich bewegt, sind somit wesentlich enger als im Work­wear-Bere­ich. „Wir Her­steller müssen also immer Lösun­gen find­en, die ein­er­seits den hohen Ansprüchen der Nor­man­forderun­gen und damit der Sicher­heit im Arbeit­sprozess genü­gen. Ander­er­seits muss die Schutzaus­rüs­tung aber so leicht und kom­fort­a­bel sein, dass ein Mitar­beit­er sie den ganzen Tag lang gerne prob­lem­los tra­gen kann und sich über viele Stun­den in sein­er Klei­dung wohlfühlt“, schildert Car­la Cacit­ti die Auf­gabe. Die Pro­duk­ten­twick­lerin und ihr Team haben sich lange mit den gewach­se­nen Ansprüchen der Träger befasst, haben viele Gespräche geführt und sich unter­schiedliche Arbeit­splätze angeschaut. All diese Erfahrun­gen sind in die neue Kollek­tion BP Mul­ti Pro­tect Plus einge­flossen.

Eine der Erken­nt­nisse aus den zahlre­ichen Inter­views war der aus­geprägte Wun­sch nach leicht­en Geweben. Kein Wun­der, denn zum einen sind die Arbeit­splätze, an denen Multi­norm­schutzk­lei­dung getra­gen wer­den muss, häu­fig sehr warm. Zum anderen sind die Tätigkeit­en sel­ber schweißtreibend. Und nicht zulet­zt sind die Beschäftigten, wenn sie draußen arbeit­en, in Zeit­en des Kli­mawan­dels höheren Tem­per­a­turen aus­ge­set­zt. Früher war diese gewün­schte Leichtigkeit vor allem deswe­gen eine schwierige Grat­wan­derung, weil die Regel galt, dass Gewebe umso bess­er schützen, je dick­er sie sind. In Zeit­en von High­tech-Fasern ist diese alte Gewis­sheit aber über­holt.

„Wir set­zen heute auf einen neuar­ti­gen Gewebe­mix, der robust genug ist für eine lange Ein­satzzeit, aber zugle­ich sehr leicht und angenehm zu tra­gen ist“, sagt Car­la Cacit­ti. Das äußert sich in ein­er sehr gerin­gen Gram­matur (Gewicht pro Quadrat­meter) von nur 245 g/m² bei Stör­licht­bo­gen­schutz der Schutzk­lasse 1 (4kA). Zum Ver­gle­ich: Selb­st manche Work- wear wiegt nur unbe­deu­tend weniger. In der Schutzk­lasse 2 (7kA) sind nur die gefährde­ten Stellen im Front­bere­ich der Jacke und der Hose zweilagig aus­gerüstet. Der Rest kommt jedoch eben­falls mit ein­er Gewe­be­lage aus. Die Folge: „Das Trageempfind­en ins­ge­samt ist so luftig und leicht, wie man es bis­lang bei hochkom­plex­er Schutzk­lei­dung nicht kan­nte.“

Segmentierte Reflexstreifen für mehr Bewegungsfreiheit

Ein ander­er Aspekt, der Arbei­t­en­den sehr am Herzen liegt und der für den Tragekom­fort genau­so wichtig ist wie die Leichtigkeit, ist die Bewe­gungs­frei­heit. Das gilt beson­ders, weil viele Auf­gaben, bei denen Multi­norm­schutzk­lei­dung getra­gen wer­den muss, in beengten Posi­tio­nen und Zwang­shal­tun­gen durchge­führt wer­den. „Es gibt viele Punk­te, an denen Her­steller feilen kön­nen, um die Bewe­gungs­frei­heit zu erhöhen“, erk­lärt Car­la Cacit­ti. Zum einen ist das die Schnit­tführung, die ergonomisch und an den typ­is­chen Bewe­gungsabläufen ori­en­tiert sein sollte. Zum anderen tra­gen Fea­tures wie ein Arm­lift­sys­tem bei Jack­en und ein Schrit­tkeil bei Hosen dazu bei, dass der Träger bei seinen Bewe­gun­gen unter­stützt wird.

Und auch bei den Reflexstreifen, die für den Warn­schutz ver­ant­wortlich sind, kön­nen Her­steller anset­zen. „Bis­lang waren Reflexstreifen zumeist sta­tisch und mussten auf­genäht wer­den“, erk­lärt Car­la Cacit­ti. „Wir set­zen nun auf neue, seg­men­tierte Reflexstreifen, die aufgepatcht und nicht mehr genäht wer­den. Damit reduziert sich das Gewicht der Arbeit­sklei­dung und die Träger kön­nen sich nun viel freier bewe­gen und das Tra­gen von Schutzbek­lei­dung wird selb­stver­ständlich.“ Diese und andere Entwick­lun­gen zeigen: Sicher­heit und Tragekom­fort sind bei mod­ern­er PSA längst keine Gegen­sätze mehr.

1 https://www.technischerhandel.com/Markt-Branche/Unternehmen-Maerkte/Krisenstimmung-trotz-Allzeithoch?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=TH_2019_08_06&utm_ content=Krisenstimmung-trotz-Allzeithoch

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