Sicherer Umgang mit gefährlichen Substanzen. EU-OSHA Kampagne 2018 bis 2019 -
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EU-OSHA Kampagne 2018 bis 2019

Siche­rer Umgang mit gefähr­li­chen Substan­zen

Stahlf‰sser_mit_Chemikalien
Mehr als 100.000 Menschen in der EU sterben an Krebserkrankungen, die durch den Kontakt mit krebserregenden Stoffen bei der Arbeit verursacht werden (Studie des Europäischen Gewerkschaftsinstituts). Foto: EU-OSHA
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Die EU‐OSHA Kampa­gne 2018–2019 „Gesunde Arbeits­plätze – Gefähr­li­che Substan­zen erken­nen und hand­ha­ben“ hat zum Ziel, Menschen und Unter­neh­men in Europa für Risi­ken im Umgang mit Gefahr­stof­fen zu sensi­bi­li­sie­ren. Die Kampa­gne möchte auch mit vorhan­de­nen Miss­ver­ständ­nis­sen aufräu­men und soll so helfen, Risi­ken besser einzu­schät­zen.

Trotz aller Bemü­hun­gen auf euro­päi­scher und natio­na­ler Ebene und in den einzel­nen Wirt­schafts­zwei­gen, die arbeits­be­dingte Expo­si­tion gegen­über gefähr­li­chen Substan­zen zu verrin­gern, stel­len Gefahr­stoffe nach wie vor ein großes Problem für Sicher­heit und Gesund­heit von Millio­nen von Arbeit­neh­mern in Europa dar. Das Ausmaß der Expo­si­tion und die damit verbun­de­nen Risi­ken werden jedoch oft unter­schätzt oder igno­riert. Darüber hinaus scheint sich diese Situa­tion nicht zu verbes­sern, die Zahlen sind in den verga­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten rela­tiv unver­än­dert geblie­ben.

Die jüngste ESENER‐2‐Umfrage (zweite Euro­päi­sche Unter­neh­mens­er­he­bung über neue und aufkom­mende Riski­ken) gibt einen Einblick in die Größen­ord­nung des Problems. So geben 43 % der deut­schen Unter­neh­men an, dass an ihren Arbeits­plät­zen chemi­sche oder biolo­gi­sche Substan­zen verwen­det werden.

Mit der Kampa­gne „Gesunde Arbeits­plätze – Gefähr­li­che Substan­zen erken­nen und hand­ha­ben“ soll für Gefähr­dun­gen, die von gefähr­li­chen Substan­zen ausge­hen, sensi­bi­li­siert und eine Kultur der Risi­ko­prä­ven­tion aufge­baut werden.

Die Kampa­gne möchte ihre Ziele mithilfe von Multi­pli­ka­to­ren (natio­nale Focal Points, offi­zi­elle Kampa­gnen­part­ner, Medi­en­part­ner und das Enter­prise Europe Netz­werk) errei­chen. Die Part­ner sollen helfen, Adres­sa­ten der Kampa­gne direkt an ihren Arbeits­plät­zen in ganz Europa anzu­spre­chen und zu sensi­bi­li­sie­ren.

Umset­zung von Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen

Mehrere EU‐Mitgliedstaaten und andere Akteure haben eine Reihe von Tools entwi­ckelt, die Unter­neh­men bei der Durch­füh­rung einer Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung helfen. Zusätz­lich ermög­licht das inter­ak­tive E‐Tool (https://healthy-workplaces.eu/de/e-tool) Kleinst‐und Klein­un­ter­neh­men einen leich­te­ren und effi­zi­en­te­ren Umgang mit gefähr­li­chen Substan­zen. Im Moment gibt es das Tool nur in engli­scher Spra­che, aller­dings wird es ab 2019 in mehre­ren Länder­ver­sio­nen verfüg­bar sein.

Recht­li­che Kennt­nisse fördern

Es gibt einen umfas­sen­den Rechts­rah­men in der Euro­päi­schen Union, um Arbei­ter­neh­mer vor den Risi­ken, die von gefähr­li­chen Substan­zen am Arbeits­platz ausge­hen, zu schüt­zen.

Das Infor­ma­ti­ons­blatt „Rechts­rah­men für gefähr­li­che Substan­zen am Arbeits­platz“ sowie die Online‐Themenseite https://healthy-workplaces.eu/de/legislation infor­miert über die wich­tigs­ten Rechts­vor­schrif­ten auf EU‐Ebene, so zum Beispiel über die Rahmen­richt­li­nie über Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit, die Richt­li­nie über chemi­sche Arbeits­stoffe und die Richt­li­nie über Karzi­no­gene und Muta­gene. Ziel dieser Richt­li­nien und deren Umset­zung in natio­na­les Recht ist es, die Expo­si­tion von Beschäf­tig­ten gegen­über gefähr­li­chen Substan­zen am Arbeits­platz zu verrin­gern.

Rechts­vor­schrif­ten in ande­ren Berei­chen tragen dazu bei, die Risi­ken durch gefähr­li­che Substan­zen am Arbeits­platz zu redu­zie­ren, darun­ter die EU‐Gesetzgebung zu chemi­schen Stof­fen und Gemi­schen, aber auch spezi­elle inter­na­tio­nale oder EU‐Rechtsvorschriften zu Abfall sowie Lage­rung und Trans­port. Es ist eine wich­tige Aufgabe, ein hohes Umset­zungs­ni­veau der Rechts­vor­schrif­ten in der Praxis zu errei­chen, wozu auch die Befol­gung des Grund­sat­zes zählt, die effi­zi­en­tes­ten Präven­tiv­maß­nah­men bevor­zugt anzu­wen­den.

Konkrete prak­ti­sche Hilfen

Zusam­men mit Part­nern strebt die OSHA auf euro­päi­scher und natio­na­len Ebene konkrete Verän­de­rung an den Arbeits­plät­zen an. Dies nicht nur durch ein besse­res Verständ­nis der Risi­ken, sondern auch durch die Bereit­stel­lung von praxis­na­hen Instru­men­ten und Anlei­tun­gen zum Risko­ma­nage­ment.

Eine Daten­bank mit rund 700 prak­ti­schen Instru­men­ten und Infor­ma­tio­nen (https://healthy-workplaces.eu/de/practical-tools) hat zum Ziel, das Bewusst­sein für gefähr­li­che Substan­zen und den siche­ren Umgang miz diesen zu schär­fen und Beispiele guter prak­ti­scher Lösun­gen zu liefern.

Broschü­ren und weitere online zur Verfü­gung stehende Mate­ria­lien sind wich­tige Instru­mente der EU‐OSHA Kampa­gne.
Foto: EU‐OSHA

Autorin: Dr. Christa Sedlat­schek

Direk­to­rin der EU‐OSHA

Foto: EU‐OSHA
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