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Unfallzahlen - Aussagekraft der Zahlen

Eine Frage der Sicherheitskultur
Wie ehrlich sind unsere Unfallzahlen?

Wie ehrlich sind die von der DGUV kommunizierten Unfallzahlen?
Foto: © WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com
Stefan Ganzke

Die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) hat ihren neuen Jahres­bericht 2021 veröf­fentlicht und dieser zeigt einen Anstieg der meldepflichti­gen Arbeit­sun­fälle im Ver­gle­ich zum Vor­jahr. Rund 46.000 Mel­dun­gen mehr als in 2020 erre­icht­en die Beruf­sgenossen­schaften. Die Entwick­lung der Unfal­lzahlen scheint sich dem­nach wieder in Rich­tung der Zeit vor Lock­downs und pan­demiebe­d­ingter Kurzarbeit zu entwickeln.

Wie sind die von der DGUV veröffentlichten Unfallzahlen einzuordnen?

Allerd­ings stelle ich mir bere­its seit Jahren die Frage, wie ehrlich die offiziellen Unfal­lzahlen wirk­lich sind. Hier­mit ist an dieser Stelle aus­drück­lich nicht die Auswer­tung der Beruf­sgenossen­schaften und Unfal­lka­ssen gemeint, son­dern der Umgang mit Arbeit­sun­fällen in den Unternehmen. Nicht ger­ade sel­ten hört man in Gesprächen, dass eine Arbeit­sun­fähigkeit von mehr als drei Tagen durch einen spon­tan geschaf­fe­nen Ersatzarbeit­splatz umgan­gen wurde. Ins­beson­dere wenn die Annahme eines Ersatzarbeit­splatzes durch Druck gegenüber dem Mitar­beit­er erre­icht wird, ist der Schaden für das Unternehmen durch diesen Ersatzarbeit­splatz viel größer als die eigentliche Mel­dung des Ereigniss­es an die Beruf­sgenossen­schaft oder das Auf-Null-Set­zen der Unfalltafel an der Tor­e­in­fahrt. Die entsprechen­den Mitar­beit­er bekom­men durch ein solch­es Vorge­hen das Gefühl, dass es dem Unternehmen mehr um das eigene Image und BG-Kosten geht als um die schnelle Gene­sung der eige­nen Per­son. Die Fol­gen sind der Ver­lust des Ver­trauens in Führungskraft und Unternehmen sowie neue hem­mende Glaubenssätze gegenüber dem Arbeitsschutz.

Ich per­sön­lich bin ein großer Fre­und von ehrlichen Zahlen. Ehrliche Zahlen sind für mich ein Beweis, dass ein Unternehmen entwed­er bere­its eine gute Sicher­heit­skul­tur besitzt oder sich auf den Weg dor­thin gemacht hat. Ehrliche Zahlen sor­gen für Klarheit und Ver­trauen – wichtige Fak­toren, um Men­schen für den Arbeitss­chutz zu gewinnen.


Stefan Ganzke
Ste­fan Ganzke; Foto: pri­vat

Autor:
Ste­fan Ganzke
Geschäfts­führer und Sicherheitskultur-Experte
Wan­del­W­erk­er Con­sult­ing GmbH

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