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Sicherheit und Gesundheit bei der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr

Sicherheit und Gesundheit bei der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr
Verhalten bei Gefahr – Kontaminierte Bereiche im Brandschutz

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Bei jedem Brand entste­hen gesund­heitss­chädliche Stoffe, welche ohne aus­re­ichende Schutz­maß­nah­men bei Feuer­wehrange­höri­gen schw­er­wiegende, ja sog­ar tödliche Erkrankun­gen zur Folge haben können.

Nicht nur Atem­schutzgeräteträger im Innenan­griff kön­nen von gesund­heitss­chädlichen Stof­fen gefährdet sein, auch zum Beispiel das Per­son­al, welch­es sich um die Reini­gung von Schutzk­lei­dung und Gerätschaften küm­mert (i.d.R. die Geräte­warte), ist bei Kon­takt mit Schad­stof­fen gefährdet. Betrof­fen sein kann eben­so das famil­iäre Umfeld oder Per­son­al von Tex­til­reini­gun­gen, wenn kon­t­a­minierte Schutzk­lei­dung in diesem Umfeld ankommt.

Lei­der sind diese Gefahren meist nicht sicht­bar beziehungsweise es beste­ht kein Bewusst­sein hin­sichtlich der Gefahren.

Wie kön­nen hier Sicher­heitsin­ge­nieure, Fachkräfte für Arbeitssicher­heit und Betrieb­särzte tätig wer­den? Gemäß § 5 Sicher­heit­stech­nis­che und medi­zinis­che Beratung der DGUV Vorschrift 49 „Feuer­wehren“ hat sich die Unternehmerin oder der Unternehmer erforder­lichen­falls zur Wahrnehmung ihrer bzw. sein­er Pflicht­en zur Gewährleis­tung von Sicher­heit und Gesund­heitss­chutz sicher­heit­stech­nisch und medi­zinisch berat­en zu lassen.

Welche Gefährdungen liegen vor?

Viele Stoffe entwick­eln bei der Ver­bren­nung gesund­heitss­chädliche und giftige Stoffe, welche über die Atemwege in den men­schlichen Kör­p­er gelan­gen und dort zu Gesund­heitss­chä­den oder akuten bis hin zu tödlichen Erkrankun­gen führen. Dies ist uns von Atemgiften bei der Ver­bren­nung von zum Beispiel Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den wie ein­er Schaum­stoff­ma­tratze bekannt.

Es gibt jedoch zahlre­iche Stoffe, welche über die Haut aufgenom­men wer­den, was bish­er zum Großteil bei Feuer­wehrange­höri­gen gar nicht oder nur wenig bekan­nt ist. Dies bet­rifft zahlre­iche Stoffe, welche mit­tel- und langfristig sog­ar zu Kreb­serkrankun­gen führen können.

Viele dieser Stoffe entste­hen nicht nur bei der Ver­bren­nung der Ein­rich­tun­gen, son­dern auch bei der Ver­bren­nung von Baustof­fen bzw. wer­den Schad­stoffe durch den Brand aus Baustof­fen frei. Im herkömm­lichen Arbeitss­chutz sind diese Stoffe als soge­nan­nte Gebäude­schad­stoffe bekannt.

Sachstand

Aus zahlre­ichen wis­senschaftlichen Stu­di­en sind mit­tler­weile die Krankheit­saus­lös­er, die Auf­nah­mewege und die Fol­gen bekan­nt. In der Feuer­wehraus­bil­dung ist das The­ma fast gän­zlich neu bzw. noch gar nicht inte­gri­ert oder nur sehr abstrakt enthalten.

Selb­st für Behör­den und Unfal­lver­sicherun­gen ist das The­ma eben­falls meist noch Neu­land, sodass es nur wenig Infor­ma­tio­nen oder Hil­festel­lun­gen dazu gibt.

Wie im europäis­chen und inter­na­tionalen Aus­land teils seit Jahrzehn­ten wis­senschaftlich auf­bere­it­et, wur­den in Deutsch­land lange Zeit nicht annäh­ernd gle­ich­w­er­tig Stu­di­en durchge­führt. 2016 startete die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) ein Forschung­spro­jekt mit dem Ziel zu erforschen, inwiefern Feuer­wehrleute im Ein­satz opti­mal gegen den Kon­takt mit Gefahrstof­fen geschützt wer­den kön­nen. Die Ergeb­nisse bzw. Ableitun­gen daraus, sind bish­er noch nicht veröffentlicht.

Die weni­gen Hil­festel­lun­gen von Ver­bän­den sind oft nicht bekan­nt bzw. wer­den in der Aus­bil­dung der Feuer­wehr nur wenig oder gar nicht beachtet.

Regelwerke der Feuerwehr

Mit Ein­führung der DGUV Vorschrift 49 „Feuer­wehren“ im Jahr 2018 gewann das The­ma erst­mals im Regel­w­erk zum The­ma Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit deut­lich an Bedeu­tung. Nicht nur, dass Gefährdun­gen beurteilt wer­den müssen, son­dern auch, dass der Träger der Feuer­wehr als Unternehmer sich arbeitsmedi­zinisch und sicher­heit­stech­nisch berat­en lassen muss, wenn es sich um spezielle The­men han­delt. Dies bet­rifft auch die frei­willi­gen Feuer­wehren mit ihren knapp eine Mil­lion Mit­gliedern in Deutschland.

Auch die Ein­satzvor­bere­itung hin­sichtlich der baulichen Anla­gen und der Ausstat­tung der Feuer­wehrg­eräte­häuser wird in §12 der DGUV Vorschrift 49 the­ma­tisiert. Die Inhalte der DIN 14092 für Feuer­wehrg­eräte­häuser, ein­schließlich deren Werk­stät­ten, erhal­ten damit als qua­si „anerkan­nte Regel der Tech­nik“ gle­ichzeit­ig an Gewicht. Dies bet­rifft ins­beson­dere das The­ma Schwarz-Weiß-Tren­nung in den Feuerwehrgerätehäusern!

Des Weit­eren wird speziell das The­ma per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung mit dem Ein­satz von Atem­schutzgeräten, sowie das Ver­hal­ten im Feuer­wehr­di­enst konkret behandelt.

Die Feuer­wehr­di­en­stvorschriften, ins­beson­dere die FwDV 7 „Atem­schutz“ und die FwDV 500 „Ein­heit­en im ABC-Ein­satz“ bein­hal­ten seit vie­len Jahren konkrete Anforderun­gen zum Schutz der Ein­satzkräfte. Diese wur­den aber lange Zeit lediglich auf die direk­ten Gefährdun­gen durch Atemgifte bezo­gen bzw. für Bran­dein­sätze gar nicht als zutr­e­f­fend angesehen.

Die darin genan­nten Schutz­maß­nah­men und Ver­hal­tensweisen tre­f­fen bei genauer­er Betra­ch­tung jedoch ganz genau auch auf die Gefahren durch Inko­r­po­ra­tion und Kon­t­a­m­i­na­tio­nen bei Bran­dein­sätzen zu.

Das Regel­w­erk der Feuer­wehr­di­en­stvorschriften beste­ht seit vie­len Jahren, und erst jet­zt wer­den Zusam­men­hänge richtig wahrgenommen.

Schutz­maß­nah­men, welche bei Gefahrstof­fein­sätzen mit möglichem Kon­takt zu gesund­heitss­chädlichen, gifti­gen oder KMR-Stof­fen schon lange akribisch einge­hal­ten wer­den, wur­den oder wer­den im Bran­dein­satz bish­er meist grob ver­nach­läs­sigt, obwohl die Gefährdun­gen der Ein­satzkräfte iden­tisch sind.

Veröf­fentlichun­gen der Vere­ini­gung zur Förderung des Deutschen Brand­schutzes e.V., kurz vfdb, kom­men in der Aus­bil­dung der Feuer­wehren, zumin­d­est in deren Grun­daus­bil­dung, lei­der nicht vor. Ins­beson­dere das 2014 veröf­fentlichte vfdb-Merk­blatt „Ein­satzhy­giene“ mit Empfehlun­gen für den Feuer­wehrein­satz zur Ein­satzhy­giene bei Brän­den, liefert hier sehr umfan­gre­iche und prak­tis­che Hinweise.

Darin wird auch Bezug auf andere wichtige Regel­w­erke wie bspw. die VdS 2357 – Richtlin­ien zur Brand­schaden­sanierung ver­wiesen. Auch diese Richtlin­ie muss bei bes­timmten Hand­lun­gen der Feuer­wehr Anwen­dung find­en, bspw. bei Tätigkeit­en an der „kalten“ Brand­stelle. Ins­beson­dere bei der Aus­bil­dung von Führungskräften (zumin­d­est bei frei­willi­gen Feuer­wehren) ist auch diese Richtlin­ie bish­er meist nicht Bestandteil.

Zusam­men­fassend ist festzustellen, dass es ein sehr umfan­gre­ich­es Regel­w­erk zur The­matik seit vie­len Jahren gibt, dieses jedoch (noch) nicht im erforder­lichen Umfang bekan­nt ist.

Was muss gemacht werden?

Über die Gefahren wird mit­tler­weile viel geschrieben und vor­ge­tra­gen. Es geht aber auch darum, die Träger der Feuer­wehren, die Leit­er der Feuer­wehren (Kom­man­dan­ten) und die Führungskräfte über mögliche Schutz­maß­nah­men umfänglich zu schulen. Dabei geht es um die Ein­satzvor­bere­itung begin­nend beim Auf­bau der Feuer­wehrg­eräte­häuser mit den dazuge­höri­gen Werk­stät­ten. Hier wer­den vielerorts umfan­gre­iche Verän­derun­gen notwendig sein, um eine Schwarz-Weiß-Tren­nung mit den dazu erforder­lichen Lüf­tungsan­la­gen gewährleis­ten zu kön­nen. Es ist fraglich, ob die Atem­schutz- und Schlauch­pflege oder die Pflege der Schutzk­lei­dung noch alle („kleinen“) Feuer­wehren fachgerecht durch­führen kön­nen oder ob es Zen­tral­isierun­gen geben muss.

Des Weit­eren geht es um das Ver­hal­ten an der Ein­satzstelle. Ange­fan­gen bei der Ver­mei­dung von Kon­t­a­m­i­na­tio­nen (Fahrzeu­gauf­stel­lung, Ein­wegschutzk­lei­dung usw.) müssen die Ver­hal­tensweisen an die jew­eili­gen Gefahren an der Ein­satzstelle angepasst wer­den. Dies hört nicht bei der Brand­bekämp­fung auf, son­dern muss auch bei der Über­gabe oder einem Tätig wer­den auf der kalten Brand­stelle beachtet wer­den. Bere­its an der Ein­satzstelle muss ein vorher fest­gelegtes Konzept zur Dekon­t­a­m­i­na­tion von Ein­satzkräften und Gerätschaften (Entk­lei­dung, Gro­breini­gung), Ver­pack­ung und Trans­port umge­set­zt wer­den, um alle Beteiligten vor dem Kon­takt mit Schad­stof­fen zu schützen. Dies bet­rifft ins­beson­dere Brand­stellen, an denen KMR-Stoffe (zum Beispiel Asbest) freige­set­zt wur­den. Gegebe­nen­falls müssen hierzu die Atem­schutz-Kom­po­nen­ten der Land­kreise erweit­ert werden.

Zurück im Feuer­wehrg­eräte­haus muss dann die Fein­reini­gung der Schutzk­lei­dung und der Gerätschaften erfol­gen. Jet­zt ist die strik­te Schwarz-Weiß-Tren­nung erforder­lich, um eine Kon­t­a­m­i­na­tionsver­schlep­pung zu ver­mei­den. Bei der Reini­gung der Schutzk­lei­dung ist zu prüfen, ob diese am Stan­dort erfol­gen kann oder bei ein­er zen­tralen Stelle bzw. gewerblichen Spezial­reini­gung erfol­gen muss. Mit­tler­weile gibt es hier Ange­bote von darauf spezial­isierten gewerblichen Dien­stleis­tern mit entsprechen­der Erfahrung und zer­ti­fizierten Ver­fahren, ins­beson­dere nach Kon­takt mit Asbest.

Nach einem Ein­satz mit KMR-Stof­fen ist die Doku­men­ta­tion eine zen­trale Auf­gabe der Träger der Feuer­wehren. Diese Bes­tim­mung hat ihren Ursprung in der EU-Krebs-Richtlin­ie 2004/37/EG. Ziel ist es, die verpflich­t­end zu erheben­den Expo­si­tions­dat­en per­so­n­en­be­zo­gen langfristig zu sich­ern, um auch nach Ablauf der meist lan­gen Latenzzeit­en mögliche Zusam­men­hänge zwis­chen Arbeits­be­din­gun­gen und aufge­treten­er Erkrankung zu erken­nen. Dies ist von entschei­den­der Bedeu­tung für die Entschädi­gung bei Fällen von Beruf­skrankheit­en. Die Daten­bank zur zen­tralen Erfas­sung gegenüber kreb­serzeu­gen­den Stof­fen exponiert­er Beschäftigter – Zen­trale Expo­si­tions­daten­bank (ZED) ist ein Ange­bot der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (DGUV) an Unternehmen, damit diese ihre Verpflich­tun­gen nach der Gefahrstof­fverord­nung erfüllen können.

Grund­la­gen der Schu­lun­gen soll­ten unter anderem beinhalten:

  • Vorstel­lung der wis­senschaftlichen Studien
  • Begriffs­bes­tim­mungen
  • Grund­la­gen Gebäude­schad­stoffe (Asbest, Min­er­al­wolle, PCB…)
  • Bran­dentste­hung­spro­duk­te
  • Biol­o­gis­che Arbeitsstoffe
  • Rechts­grund­la­gen, Regelwerke
  • Ein­satzvor­bere­itung, Einsatzplanung
  • Vorstel­lung vfdb-Merk­blatt „Empfehlun­gen für den Feuer­wehrein­satz zur Ein­satzhy­giene bei Bränden“
  • Weit­er­führende Maß­nah­men der Feuer­wehr (Gerätschaft, Schutzk­lei­dung, Abbruch…)
  • Doku­men­ta­tion­spflicht­en

Anhand zahlre­ich­er Beispiele müssen die the­o­retis­chen Inhalte mit der Prax­is im All­t­ag der Feuer­wehren in Verbindung gebracht werden.

Die Schu­lun­gen müssen Wis­sen ver­mit­teln, prak­tis­che Hil­festel­lun­gen geben und den Anstoß geben, dieses wichtige The­ma in die Feuer­wehraus­bil­dung zu inte­gri­eren, um so ins Bewusst­sein jedes Feuer­wehrange­höri­gen zu gelan­gen. Die Träger der Feuer­wehren müssen darin einge­bun­den sein. Außer­dem sollen Diskus­sio­nen angeregt werden.

Es wird sicher­lich Jahre dauern, bis jed­er Feuer­wehrange­hörige die notwendi­gen Ver­hal­tensweisen automa­tisch umset­zt. Deshalb ist es höch­ste Zeit mit der Sen­si­bil­isierung und Wis­sensver­mit­tlung zu diesem The­ma zu beginnen.

Lit­er­atur

  • Auss­chuss Feuer­wehrangele­gen­heit­en, Katas­tro­phen­schutz und zivile Vertei­di­gung (AFKzV). Feuer­wehr-Dien­stvorschrift 7. [Hrsg.] Staatliche Feuer­wehrschule Würzburg. Atem­schutz. [Doku­ment]. Würzburg: hrsg. v., Aus­gabe 2017, Stand 9/2002 mit Änderun­gen 2005. 2017
  • Auss­chuss Feuer­wehrangele­gen­heit­en, Katas­tro­phen­schutz und zivile Vertei­di­gung (AFKzV). Feuer­wehr-Dien­stvorschrift 500. [Hrsg.] Staatliche Feuer­wehrschule Würzburg. Ein­heit­en im ABC-Ein­satz. [Doku­ment]. Würzburg: hrsg. v., Aus­gabe 10/2012, Stand 01/2012. 2012
  • Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung e.V. (DGUV). Vorschrift 49. [Hrsg.] Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung e.V. (DGUV). Feuer­wehren. [Doku­ment]. Berlin: hrsg. v., Juni 2018. 2018
  • DIN e. V.. DIN 14092–1. [Hrsg.] Beuth Ver­lag GmbH. Feuer­wehrhäuser – Teil 1: Pla­nungs­grund­la­gen. [Doku­ment]. o.O.: hrsg. v., April 2012. 2012
  • DIN e. V.. DIN 14092–7. [Hrsg.] Beuth Ver­lag GmbH. Feuer­wehrhäuser – Teil 7: Werk­stät­ten. [Doku­ment]. o.O.: hrsg. v., April 2012. 2012
  • VdS Schaden­ver­hü­tung GmbH. VdS 2357:2014–06 (6). [Hrsg.] Gesamtver­band der Deutschen Ver­sicherungswirtschaft e.V. (GDV). Richtlin­ien zur Brand­schaden­sanierung. [Doku­ment]. Köln: hrsg. v., Juni 2014. 2014
  • Vere­ini­gung zur Förderung des Deutschen Brand­schutzes e.V.. vfdb-Richtlin­ie 10–03. [Hrsg.] Vere­ini­gung zur Förderung des Deutschen Brand­schutzes e.V.. Schad­stoffe bei Brän­den. [Doku­ment]. o.O.: hrsg. v., August 2014. 2014
  • Vere­ini­gung zur Förderung des Deutschen Brand­schutzes e.V.. MB 10–13 Ein­satzhy­giene. [Hrsg.] Tech­nisch-Wis­senschaftlich­er Beirat (TWB) der Vere­ini­gung zur Förderung des Deutschen Brand­schutzes e.V.. Merk­blatt Empfehlung für den Feuer­wehrein­satz zur Ein­satzhy­giene bei Brän­den. [Doku­ment]. Mün­ster: hrsg. v., März 2014. 2014

Foto: privat

Dipl.-Sicherheits-Ing. (FH)
Markus Deutschen­baur

E‑Mail: markus.deutschenbaur@si-md.de

http://www.si-md.de


Einsatzbeispiel asbesthaltige Dacheindeckungen

Ins­beson­dere bei der Schaf­fung notwendi­ger Öff­nun­gen zur Brand­bekämp­fung in asbesthalti­gen Dachein­deck­un­gen oder Fas­saden­verklei­dun­gen wer­den die Gefahren durch frei­w­er­dende Fasern meis­tens unter­schätzt. Bei Arbeit­en mit dem Trennschleifer kön­nen bis zu 50.000.000 Fasern/m³ in Innen­räu­men freige­set­zt wer­den! Die Akzep­tanzkonzen­tra­tion bei 10.000 Fasern/m³ sowie die Tol­er­anzkonzen­tra­tio­nen bei 100.000 Fasern/m³ (Über­schre­itungs­fak­tor 8) nach TRGS 910 wer­den damit weit über­schrit­ten. Ohne entsprechen­den Atem­schutz kön­nen die Fol­gen fatal sein. Eine starke Kon­t­a­m­i­na­tion der Schutzk­lei­dung, PSA und ver­wen­de­ter Gerätschaften ist unvermeidbar.

Alle Arbeit­en mit unnötiger Emis­sion von Fasern müssen daher ver­mieden wer­den. Der best­möglich­ste Schutz der Ein­satzkraft mit entsprechen­dem Atem­schutz und wenn möglich Ein­wegschutzk­lei­dung ist sicherzustellen. Kon­t­a­m­i­na­tio­nen müssen unmit­tel­bar an der Ein­satzstelle dekon­t­a­miniert wer­den, um eine Kon­t­a­m­i­na­tionsver­schlep­pung zu verhindern.


Nach eini­gen Großbrän­den mit asbesthalti­gen Zement­faser­plat­ten, an denen der Autor beteiligt war, beschäftigte er sich inten­siv mit diesem The­ma. Je mehr Wis­sen er sich dabei aneignete, desto mehr kam er zu der Überzeu­gung, wie vielfältig die Gefahren durch Gebäude­schad­stoffe sind und wie wenig diese Gefahren beachtet wer­den. Der Autor hat über 30 Jahre prak­tis­che Erfahrung im abwehren­den Brand­schutz, viele davon als beson­dere Führungskraft, sowie über 25 Jahre Erfahrung in der Jugend- und Erwach­se­nen­bil­dung. Als freiberu­flich­er Sicher­heitsin­ge­nieur und Sachkundi­ger für Arbeit­en in kon­t­a­minierten Bere­ichen (DGUV Regel 101–004, 6A) – Schw­er­punkt „Hochbau/Rückbau, Brand­schaden­sanierung“ (entspricht Fachkunde nach TRGS 524, Anlage 2A und 2B) verbindet er Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit aus dem gewerblichen Bere­ich mit den Anforderun­gen des Brandschutzes.

Um eine prak­tis­che Unter­stützung und Hil­festel­lun­gen anzu­bi­eten, wer­den nach und nach Merk­blät­ter zum The­ma erstellt und unter http://www.si-md.de veröffentlicht.

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