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Was kommt auf Sifas zu?

Arbeitswelt 4.0
Was kommt auf Sifas zu?

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Die Digi­ta­li­sie­rung schrei­tet auch in Unter­neh­men rasant voran. Was bedeu­tet das für Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit? Was erwar­tet sie und wie können sie Betriebe bei diesem Prozess effek­tiv beglei­ten? Dies frag­ten wir Katrin Zitt­lau, stell­ver­tre­ten­des Mitglied für „Digi­tale Trans­for­ma­tion – Arbeits­wel­ten im Wandel“ im Vorstand des VDSI – Verband für Sicher­heit, Gesund­heit und Umwelt­schutz bei der Arbeit.

Das Inter­view führte Michael Köhms­tedt

Frau Zitt­lau, welche Verän­de­run­gen sehen Sie mit der Arbeits­welt 4.0 auf uns zukom­men?

Zentrale Merk­male der soge­nann­ten Digi­ta­len Trans­for­ma­tion sind der zuneh­mende Einsatz intel­li­gen­ter Soft­ware (Algo­rith­men und Künst­li­che Intel­li­genz, Anm. d. Red), die in der Lage ist Prozesse auto­nom zu steu­ern, Entschei­dun­gen zu tref­fen und selbst­stän­dig zu lernen, sowie die Vernet­zung von Menschen, Maschi­nen und Produk­ten über das Inter­net insge­samt (Inter­net der Dinge, Anm. d. Red). Beispiels­weise kann die Verwen­dung des Smart­pho­nes schon „4.0“ sein, wenn intel­li­gente Soft­ware Bewe­gungs­pro­file erstellt oder Daten der Fitness­tra­cker auswer­tet und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen gibt.

Durch die tech­ni­schen Neue­run­gen sind orts- und zeit­fle­xi­ble Arbeits­mo­delle sowie Beschäf­ti­gungs­for­men wie Crowd­wor­king weiter verbrei­tet und über den Bild­schirm­ar­beits­platz hinaus möglich. Menschen mit Behin­de­rung können durch Assis­tenz­sys­teme eher Arbeits­tä­tig­kei­ten aufneh­men, die ihnen bisher unmög­lich waren.

Gleich­zei­tig unter­lie­gen wir nach wie vor dem demo­gra­fi­schen Wandel und arbei­ten vermehrt global mit Menschen unter­schied­li­cher Kultu­ren und Reli­gio­nen zusam­men.

Welche neuen Aufga­ben sehen Sie im Zuge dieser Verän­de­run­gen auf Sifas zukom­men?

Die Digi­tale Trans­for­ma­tion ist Chance und Risiko zugleich, auch in Bezug auf Sicher­heit und Gesund­heit der Beschäf­tig­ten. Das müssen Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer wissen.

Wich­tig werden in 4.0‑Prozessen die Soft­ware, deren Ergo­no­mie, Stör­an­fäl­lig­keit und Benutzungs- bezie­hungs­weise Benut­zer­si­cher­heit sowie deren Auto­no­mie. Präven­tion durch die Sifas wird hier anset­zen (müssen). Die Beur­tei­lung der Arbeits­be­din­gun­gen ist Mittel der Wahl. Jedoch müssen Gefähr­dun­gen aufgrund der Vernet­zung für gesamte Prozesse und aufgrund der zuneh­men­den Berück­sich­ti­gung von Soft­ware schon in der Planungs­phase betrach­tet werden.

Müssen Sifas zu IT- bezie­hungs­weise Robotik-Fachkräften werden, um in Zukunft in ihrem Fach kompe­tent zu sein?

Sifas müssen Gefähr­dun­gen und Belas­tun­gen erken­nen und Maßnah­men vorschla­gen können. Dabei sind neue Erkennt­nisse durch den Einsatz von 4.0‑Technologien und die Samm­lung von Daten zu berück­sich­ti­gen. Sifas müssen keine IT-Profis werden, sondern die rich­ti­gen Ansprech­part­ner finden und einen entspre­chen­den Austausch pfle­gen. In der Zusam­men­ar­beit unter­schied­li­cher fach­li­cher Exper­ti­sen lassen sich gute Lösun­gen für die Sicher­heit und Gesund­heit der Beschäf­tig­ten erar­bei­ten. Natür­lich soll­ten sich die Sifas wie gewohnt weiter bilden und neugie­rig blei­ben.

Wie kann die Sifa den Wandel zur Digi­ta­len Trans­for­ma­tion in den Betrie­ben im Hinblick auf Sicher­heit und Gesund­heit beglei­ten?

Die Sifa sollte zunächst einmal im Betrieb bezie­hungs­weise beim Kunden zum Thema sensi­bi­li­sie­ren. Die Verän­de­run­gen der Tech­nik sind in der Regel wirt­schaft­lich getrie­ben. Dass diese eine Auswir­kung auf die Beschäf­tig­ten haben, muss bekannt gemacht werden. Es gilt, hier einen früh­zei­ti­gen Einstieg in die Bera­tung zu finden, um Sicher­heit und Gesund­heit schon am Anfang in die Soft­ware und die Gestal­tung der Prozesse einflie­ßen zu lassen.

Welche Hand­lungs­hil­fen gibt es, die Sifas für ihre tägli­che Bera­tungs­pra­xis nutzen können?

Im Rahmen des Projekts Präven­tion 4.0, das vom BMBF geför­dert wurde, wurden eine Poten­ti­al­ana­lyse und Umset­zungs­hil­fen erstellt. Die Umset­zungs­hil­fen sind ein umfas­sen­des Nach­schla­ge­werk zur Arbeit 4.0 für alle betrieb­li­chen Akteure, auch für Sifas. Die Poten­ti­al­ana­lyse bildet einen sehr guten Einstieg ins Thema und hilft bei der Sensi­bi­li­sie­rung im Betrieb. Die Hand­lungs­hil­fen sind kosten­frei abruf­bar unter www.praeventive-arbeit40.de.

Vielen Dank für das Gespräch.


Foto: © privat

Katrin Zitt­lau, stellv. Mitglied für „Digi­tale Trans­for­ma­tion – Arbeits­wel­ten im Wandel“ im VDSI-Vorstand

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