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Workwear/Corporate Fashion

Wenn aus alten Flaschen Corpo­rate Fashion wird

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Schutz und Chic gelten heute als Mindest­an­for­de­run­gen an Corpo­rate Fashion. Damit sind ihre Eigen­schaf­ten noch nicht zu Ende erzählt. Auch bei Pass­form und Nach­hal­tig­keit hat sich viel getan – wie die dies­jäh­rige A+A eindrucks­voll verdeut­licht.

Wohl­füh­len ist mehr als Ausse­hen“, sagt Susen Lemnit­zer, Leite­rin PM und Entwick­lung für Work­wear bei Uvex. „Bei der Arbeit will der Mensch sich genauso gut fühlen wie sonst auch.“ Da spie­len beson­ders Next-to-skin-Materialien eine wich­tige Rolle. Aber auch der äuße­ren Schicht wird viel abver­langt. Sie schützt gegen Wind, Nässe und Hitze, sorgt für bessere Ther­mo­re­gu­lie­rung, ist dabei möglichst leicht und dennoch hoch­be­stän­dig. „Dass die Beschäf­tig­ten stei­gende Maßstäbe an ihre Berufs­klei­dung haben, ist verständ­lich“, sagt Carla Cacitti, Leite­rin PM und Entwick­lung bei Bier­baum Proenen (BP). „Schließ­lich tragen sie ihre Berufs­be­klei­dung täglich zwischen acht und zehn Stun­den.“

Hoodie statt Arbeits­ja­cke

Aus Blau­mann und Kittel sind modisch-funktionelle Outfits gewor­den. Sweat‑, Strick‑, Funk­ti­ons­ja­cken und Hoodies im Lagen­look verdrän­gen Arbeits­ja­cken. Inspi­riert von Sport und Frei­zeit, gepaart mit höhe­ren Ansprü­chen und wach­sen­dem Selbst­be­wusst­sein kompe­ten­ter Fach­kräfte entwi­ckeln Workwear-Spezialisten emotio­nale Produkte, die immer mehr können. Sie sind funk­tio­nal, drücken Kompe­tenz aus, unter­mau­ern das Wir-Gefühl, das „Wir sind gefragt-Bewusstsein“, entspre­chen dem Zeit­geist und werden deshalb gerne getra­gen – nicht nur am Arbeits­platz.

Ein wich­ti­ger Faktor für die Beliebt­heit der Work­wear ist die Tatsa­che, dass Mitar­bei­ter ganz­jäh­rig ausge­stat­tet sind. „Unsere Reflectiq-Linie bietet Komplett­pa­kete in vier Farb­stel­lun­gen. Sie beinhal­ten Shorts, Sommer­ho­sen, Warn­schutz­shirts mit UV-Schutz und Winter­ja­cken mit Membran für den Winter“, sagt Joachim Geyer von Kübler. Bei BP werden Westen mit Softshell- und Fleece­ja­cken kombi­niert. „So sind die Träger flexi­bel und können sich Wetter­um­schwün­gen schnell anpas­sen.“ Der Multilagen-Look tut sein Übri­ges. Er ist prak­tisch, weil bei unter­schied­li­chen Gewer­ken verschie­dene Belas­tun­gen typisch sind und außer­dem jeder Mensch ein indi­vi­du­el­les Wärme­emp­fin­den hat.

Trage­kom­fort und Bewe­gungs­frei­heit

Mate­ria­lien und Pass­for­men sind weiter­ent­wi­ckelt worden, um vor allem den Trage­kom­fort bei gleich­blei­ben­dem Schutz zu erhö­hen – „leicht, weich und gleich­zei­tig robust und stra­pa­zier­fä­hig“ die Attri­bute der neuen Mate­ria­lien für Arbeits­klei­dung. Und Baum­wolle erfreut sich weiter­hin großer Beliebt­heit, heißt es bei BP. Gleich­zei­tig wünsch­ten sich die Träger aber auch Funk­ti­ons­ge­webe wie Stretch oder Fleece in allen Varia­tio­nen, „die für ein hohes Maß an Bewe­gungs­frei­heit stehen“. Mesh-Einsätze an Jacken und Hosen senken in den Sommer­mo­na­ten die Belas­tung durch Hitze. Cordura-Einsätze schüt­zen Knie, Taschen oder andere bean­spruchte Stel­len. Die leich­te­ren Mate­ria­lien helfen auch bei der Opti­mie­rung der Pass­form. Unter­stützt von 3D-Meßmethoden und deren Umset­zung stehen weni­ger einzelne Posi­tio­nen wie Über-Kopf-Arbeiten oder kniend arbei­ten im Fokus als viel­mehr die gesam­ten Bewe­gungs­ab­läufe. Ergo­no­mi­sche Schnitte sollen trotz des eher schma­len „modern fit“-Charakters möglichst viel Bewe­gungs­frei­heit bieten.

Intel­li­gente Funk­tio­nen

Reflex­pas­peln und Strei­fen werden als Styling- und Schutz­ele­mente einge­setzt. Zur haus­ei­ge­nen Warnschutz-Kollektion meint Joachim Geyer: „Die Reflectiq-Produkte sind schon wegen der Anord­nung der Reflex-Elemente ein Blick­fang. Sie wurden in Body-Language-Optik ange­bracht. Das hebt die Körper­kon­tu­ren hervor und macht den Menschen schnel­ler erkenn­bar. Zusätz­li­che Reflex­strei­fen an den Schul­tern erhö­hen die Sicht­bar­keit beim Tragen von Gegen­stän­den oder Arbei­ten in gebück­ter Haltung.“ Für den Trage­kom­fort sind Krägen innen mit Fleece gefüt­tert und oben mit Stoff abge­setzt, damit man sich auch mit Drei-Tage-Bart unge­hin­dert bewe­gen kann. Über Unter­arm­ven­ti­la­tio­nen zum Öffnen kann die Wärme besser weichen. Sturm­ka­pu­zen lassen sich rechts- und links­sei­tig indi­vi­du­ell regu­lie­ren, damit bei Dreh­be­we­gun­gen ausrei­chend Sicht bleibt. Sport­li­che Strei­fen und Farb­kon­traste verlei­hen dem Träger eine athle­ti­sche Silhou­ette.

Mehr Wertig­keit durch gedeck­tere Farben

Indi­vi­dua­li­sie­rung gilt als einer der wich­tigs­ten Trends. Deshalb wird eine immer größere Farb­viel­falt ange­bo­ten. „So lassen sind Klei­dungs­teile und Farb­va­ri­an­ten der Kollek­tion opti­mal mitein­an­der kombi­nie­ren und ermög­lich einen indi­vi­du­el­len Unter­neh­mens­auf­tritt“, sagt Michael Stie­low, Product & Marke­ting Lead DACH bei CWS. „Wir liefern die Klei­dung auch mit Firmen­logo und Mitar­bei­ter­na­men.“ Blau und Rot bekom­men Konkur­renz durch Anthra­zit, Schwarz und Oliv. Die Farben fallen gedeck­ter aus und vermit­teln eine höhere Wertig­keit. Es ist nicht mehr so, dass der Maler in Weiß auftre­ten muss und der Gärt­ner in Grün. Viel­mehr stehen das Corpo­rate Design und die Farben des Unter­neh­mens im Vorder­grund. „Ob Mann oder Frau – der Anspruch vor allem an Image Wear ist keine Frage des Geschlechts. Pass­form, Quali­tät und Funk­tio­na­li­tät entspre­chen immer höchs­ten Anfor­de­run­gen“, sagt Thomas Lange vom German Fashion Mode­ver­band. Die Herstel­ler sind darauf bedacht, für Frauen neben Unisex-Modellen Beklei­dung komplett neu zu gestal­ten und nicht nur von den Herren zu adap­tie­ren. Firmen wie BP, Blaklä­der und Kübler haben aufgrund des „Mega­trends Work­wear für Frauen“ ihre Farb­platte deut­lich erwei­tert. „Wich­tig ist auch ein brei­ter Größen­spie­gel“, sagt Joachim Geyer. Digi­tale Systeme unter­stüt­zen beson­ders bei der Schnit­ter­stel­lung für Sonder­grö­ßen – ein Thema, das gerade für große Arbeit­neh­mer von großem Inter­esse ist.

Digi­ta­li­sie­rung fördert Nach­hal­tig­keit

Unab­hän­gig von Größe, Geschlecht und Gewerk ist die Beschaf­fung von Arbeits­klei­dung durch die Digi­ta­li­sie­rung wesent­lich einfa­cher gewor­den. Rundum die Uhr können Beschäf­tigte Bestel­lun­gen aufge­ge­ben, ihr Kunden­konto pfle­gen und über Website umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen bezie­hen. Liefe­run­gen erfol­gen durch voll­au­to­ma­ti­sierte Lager inner­halb kürzes­ter Zeit. Gleich­zei­tig werden Fehler bei dieser Art der Bestell­ab­wick­lung mini­miert. Der Innen- und Außen­dienst kann sich verstärkt auf Service und Bera­tung konzen­trie­ren. „Die Digi­ta­li­sie­rung revo­lu­tio­niert die Bran­che in allen Berei­chen – von der Planung über die Beschaf­fung bis hin zur Logis­tik“, sagt Thomas Lange. „In der Produkt­ent­wick­lung beispiels­weise kann man Produkte virtu­ell anse­hen, bevor erste Muster ange­fer­tigt werden.

Vorab­kal­ku­la­tio­nen zeigen Kosten, bevor entwi­ckelt wird. Sourcing-Plattformen mit Liefe­ran­ten sowie der bessere Daten­aus­tausch redu­zie­ren Leadt­i­mes und Lager­be­stände.“ All das fördert auch die Nach­hal­tig­keit der Bran­che. Um den Kunden zu diesem Thema mit ins Boot zu nehmen, spricht beispiels­weise Uvex von Beginn an über die verschie­de­nen Möglich­kei­ten zur Entwick­lung eines nach­hal­ti­gen Beklei­dungs­kon­zepts. „Dazu gehört eine Auswahl an nach­hal­tig produ­zier­ten Mate­ria­lien und das Schaf­fen von Verständ­nis für eine ressour­cen­scho­nende Produk­tion, zum Beispiel durch Lagen­op­ti­mie­rung“, sagt Susen Lemnit­zer von Uvex.

Kreis­lauf­wirt­schaft: Aus PET-Flaschen werden Jacken

Das Enga­ge­ment in Sachen Ethik, Umwelt­schutz und Ressour­cen­scho­nung ist in der Bran­che nicht neu. Mehrere Unter­neh­men gehö­ren schon seit Jahren der Fair Wear Foun­da­tion an. Bezüg­lich Schad­stoffe setzen Reach- und Ökotex-Vorgaben die Maßstäbe. „Es wird mit allen Liefe­ran­ten über die Auswir­kun­gen unse­res Handelns auf allen Wert­schöp­fungs­stu­fen gespro­chen, um diese konti­nu­ier­lich zu verbes­sern“, heißt es bei BP. Workwear-Spezialisten hier­zu­lande haben eine Mitglied­schaft bei Fairtrade Cotton und sind Step‑, Blue Sign- bezie­hungs­weise SA 8000 zerti­fi­ziert oder gehö­ren Orga­ni­sa­tio­nen (wie amfori BSCI, Bünd­nis für nach­hal­tige Texti­lien etc.) bezie­hungs­weise Siegeln wie Gots an. Anbie­ter wie Kübler sind darüber hinaus nach ISO 9001 (Quali­täts­ma­nage­ment) und ISO 14001 (Umwelt­ma­nage­ment) zerti­fi­ziert. „Der wich­tigste Beitrag zur Nach­hal­tig­keit ist die Quali­tät der Produkte, denn ihre Lang­le­big­keit schont Ressour­cen und verrin­gert den Ener­gie­ein­satz“, sagt Carla Cacitti vom BP. Lange ergänzt: „Unter­neh­men, die für die öffent­li­che Hand liefern, werden in Ausschrei­bun­gen ohne­hin mit Anfor­de­run­gen der Nach­hal­tig­keit konfron­tiert. Darüber hinaus haben viele Kommu­nen in ihren Ausschrei­bun­gen bereits derar­tige Anfor­de­run­gen fixiert.“

Kirs­ten Rein, freie Fach­jour­na­lis­tin für Mode und tech­ni­sche Texti­lien

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