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Schutzausrüstung gegen Glätte, Kälte, Dunkelheit

Schutzausrüstung bei winterlichen Bedingungen
Gut gewappnet gegen Glätte, Kälte, Dunkelheit

In der kalten Jahreszeit haben Beschäftigte, die vor­wiegend im Freien arbeit­en, mit eini­gen Her­aus­forderun­gen zu kämpfen: wenig Licht, niedrige Tem­per­a­turen sowie rutschige Unter­gründe durch Matsch, Laub, Eis oder Schnee. Beson­ders gefordert sind die Beschäftigten im Win­ter­di­enst, die in aller Frühe aus­rück­en, um Straßen und Gehwege zu räu­men. Dazu brauchen sie eine entsprechende Aus­rüs­tung – allem voran ein geeignetes Schuhwerk

Wer erst um sechs, acht oder gar zehn Uhr zur Arbeit auf­bricht, find­et in der Regel geräumte, gestreute und somit gut befahrbare Verkehr­swege vor. Dafür sor­gen die Mitar­bei­t­en­den des kom­mu­nalen Win­ter­di­en­stes, die schon nachts um drei oder vier Uhr mit ihrer Arbeit begin­nen, um die Hauptverkehr­swege von Eis und Schnee befreien.

Besondere Arbeitsbedingungen

Das Arbeit­en im Win­ter­di­enst stellt jedoch hohe Anforderun­gen an die kör­per­liche und psy­chis­che Leis­tungs­fähigkeit der Beschäftigten. Belas­tun­gen und Gefährdun­gen entste­hen dabei aus ver­schiede­nen Grün­den und vari­ieren je nach Arbeit­splatz. Ist ein Mitar­beit­er beispiel­sweise einem Handtrupp zugeteilt, ist er dafür zuständig, Bushal­testellen, Fußgängerüber­wege, Trep­pen oder auch Behin­derten­park­plätze von Schnee und Glätte zu befreien. Das Räu­men mit­tels Schneeschaufel, das anschließende Streuen von Salz oder Split und der ständi­ge Wech­sel zwis­chen dem Fahren im zumeist aufgewärmten Trans­porter zur näch­sten Ein­satzstelle und der kör­per­lichen Betä­ti­gung in der nächtlichen Kälte ver­langt den Arbeit­nehmern dabei viel ab.

Gefahren bei Kältearbeit

Der Umgang mit den Stre­ufahrzeu­gen, Werkzeu­gen und Maschi­nen sowie die rutschi­gen Ein- und Ausstiege bergen Gefahren. Hinzu kom­men extreme Wet­tere­in­flüsse wie Blitzeis oder Schnee­treiben und die anhal­tende Dunkel­heit. Aber auch die Kälte stellt ein Risiko dar – mit erkalteten Gliedern sinkt die all­ge­meine Leis­tungs­fähigkeit und die Gefahr von Zer­run­gen oder schmerzhaften Ver­let­zun­gen der Bän­der steigt. Laut Deutschem Wet­ter­di­enst lag die Durch­schnittstem­per­atur in den Win­ter­monat­en 2019/2020 in Deutsch­land bei 4,1 Grad Cel­sius. Damit war es ein­er der wärm­sten Win­ter seit Beginn der Mes­sun­gen im Jahr 1981. Und den­noch – das Arbeit­en bei Tem­per­a­turen unter 10 Grad Cel­sius gilt bere­its als Käl­tear­beit, die nach ein­er entsprechen­den Schutzaus­rüs­tung verlangt.

Der richtige Schuh als Basis

Nach § 5 des Arbeitss­chutzge­set­zes (Arb­SchG) ist der Arbeit­ge­ber dazu verpflichtet, eine Gefährdungs­beurteilung für den jew­eili­gen Arbeit­splatz zu erstellen. Bei Glät­tege­fahr und dem Arbeit­en auf unbe­fes­tigten oder rutschi­gen Unter­grün­den beste­ht ein erhöht­es Risiko für Stürze sowie Fuß- und Bein­ver­let­zun­gen. Als Schutz­maß­nahme muss der Arbeit­ge­ber Schuhe zur Ver­fü­gung stellen, die der europäis­chen Norm DIN EN ISO 20345:2011 entsprechen. Diese besitzen eine Zehen­schutzkappe, die Schutz bei Stoßwirkun­gen mit ein­er Energie von bis zu 200 Joule bieten und Quetschun­gen mit bis zu 15.000 New­ton wider­ste­hen. Eine ver­gle­ich­bare Kraftein­wirkung hätte ein Klein­wa­gen, der die Zehen­schutzkappe überrollt.

Anforderungen an Sohle und Profil

Geeignetes Schuh­w­erk ist also der erste Schritt zum richti­gen Arbeit­sout­fit. Empfehlenswert sind Sicher­heitss­chuhe der Klasse S3 – neben den Anforderun­gen an niedrigere Sicher­heit­sklassen wie ein geschlossen­er Fersen­bere­ich, anti­s­ta­tis­che Eigen­schaften, Energieauf­nah­mev­er­mö­gen im Fersen­bere­ich und eine ben­zin- und ölre­sistente Lauf­sohle ver­fü­gen diese zusät­zlich über eine durchtrittsichere Zwis­chen­sohle, eine Pro­fil­sohle und ein wasser­ab­weisendes Ober­ma­te­r­i­al. Der Durchtrittschutz kann zum Beispiel aus Stahl oder extrem reißfesten Tex­til­fasern als flex­i­blerer Vari­ante beste­hen. Die Pro­fil­sohle eines S3-Sicher­heitss­chuhs gibt vor allem Halt auf unbe­fes­tigten Unter­grün­den, erle­ichtert aber auch den Ein- und Ausstieg bei hohen Fahrzeu­gen. Durch die Pro­filtiefe und ein speziell ange­ord­netes Sohlen­pro­fil set­zen sich Dreck und Steine nicht so schnell in der Sohle fest und die wasserver­drän­gen­den Eigen­schaften – der soge­nan­nte Scheiben­wis­ch­er-Effekt – geben sicheren Halt bei Nässe und Schnee.

Wasserabweisendes Obermaterial

Ein Ober­ma­te­r­i­al mit wasser­ab­weisenden Eigen­schaften ist im Win­ter eben­falls ein Muss. Noch besseren Schutz bietet ein Mod­ell mit Mem­bran, wie zum Beispiel der Puma Safe­ty Con­quest BLK CTX High. Die Coa­tex Mem­bran ist wass­er- und wind­dicht, während sie gle­ichzeit­ig Schweiß und Feuchtigkeit nach außen trans­portiert und so für ein angenehm trock­enes Kli­ma im Schuh sorgt. Der 17 Zen­time­ter hohe Schaft des Schuhs schützt vor Umknick­en und die nach Kat­e­gorie SRC zer­ti­fizierte Lauf­sohle bietet höch­ste Rutschfes­tigkeit. Der Schuh lässt sich zudem durch einen seitlichen Reißver­schluss mit Klett schnell an- und ausziehen, was das Schnüren mit kalten Hän­den oder Hand­schuhen erspart.

Eine weit­ere Eigen­schaft, die ins­beson­dere vor kalten Füßen bewahrt, ist eine CI-Kennze­ich­nung. Tech­nisch gese­hen bedeutet dies, dass der Tem­per­at­urab­fall bei ein­er Außen­tem­per­atur von minus 17 Grad Cel­sius bei cir­ca 23 Grad Cel­sius im Schuhin­neren inner­halb von 30 Minuten nicht mehr als 10 Grad Cel­sius beträgt. Mit gutem Beispiel geht hier der Rig­ger Boot von Alba­tros voran, denn das weiche und bequeme Webpelz­fut­ter im Schuhin­nern hält die Füße angenehm warm und das stra­pazier­fähige Ober­ma­te­r­i­al aus Voll­rindled­er ist wasserabweisend.

Elementar: Die Dämpfung

Ele­men­tar ist darüber hin­aus eine opti­male Dämp­fung – ein wichtiges Kri­teri­um für den Tragekom­fort bei allen Sicher­heitss­chuhen. „Ins­beson­dere bei Schuhen der Klasse S3 ist es eine der größten Her­aus­forderun­gen, die Eigen­schaften Sta­bil­ität und Wider­stands­fähigkeit mit best­möglichem Kom­fort und ein­er per­fek­ten Dämp­fung im Fersen­bere­ich, unter der Fuß­sohle und am Vorder­fuß zusam­men­zubrin­gen. Deswe­gen über­prüfen wir all unsere Sicher­heitss­chuhe in der Entwick­lung auf ihre Dämp­fung­seigen­schaften und set­zen neueste Tech­nolo­gien ein, um dem Träger ein best­möglich­es Tragege­fühl zusich­ern zu kön­nen“, erk­lären die Pro­duk­ten­twick­ler der bei­den Schuhmarken.

Zusätzliche Maßnahmen

Was außer­dem hil­ft? Geeignetes Zube­hör! Dazu zählen wär­mende Sock­en, wie zum Beispiel die Artic Wool Schaf­woll­socke von Alba­tros, die durch ihr Mate­ri­al­gemisch aus Schur­wolle, Polyamid und Viskose beson­ders stra­pazier­fähig ist und Schweißfüße ver­hin­dert. Gegen das Erkalten der Glieder hil­ft Ther­mo-Funk­tion­sun­ter­wäsche. Darüber hin­aus emp­fiehlt sich käl­teisolierende und atmungsak­tive Klei­dung mit reflek­tieren­den Ele­menten. Beste Sicht­barkeit und warme Ohren behält man beispiel­sweise mit der Hivis Ther­mo Strick­mütze in leuch­t­en­dem Gelb und mit einem run­dum reflek­tieren­den Druck.

Ins­ge­samt sind die Her­aus­forderun­gen beim Arbeit­en unter win­ter­lichen Bedin­gun­gen nicht zu unter­schätzen. Zum Schutz der Beschäftigten muss eine detail­lierte Gefährdungs­beurteilung durchge­führt wer­den, aus der die nöti­gen Schutz­maß­nah­men her­vorge­hen – ide­al­er­weise mit Ein­bezug der Mitar­beit­er. In Sachen Schuh­w­erk empfehlen sich pro­fil­ierte und wasser­ab­weisende Sicher­heitss­chuhe der Sicher­heit­sklasse S3, option­al mit ein­er zusät­zlichen CI-Kennze­ich­nung für eine ide­ale Kälteisolierung.


Unterweisung mit Humor

Wie man beim Win­ter­di­enst sich­er und gesund arbeit­et, zeigt der YouTube-Video­clip „Sicher­er Win­ter­di­enst – Unter­weisung mal anders“ der Unfal­lka­ssen Berlin und Hes­sen. Augen­zwinkernd und mit ein­er großen Por­tion Humor ver­mit­teln Mitar­bei­t­ende der Berlin­er Stadtreini­gung, was hier­bei zu beacht­en ist. Neben der richti­gen Schutzaus­rüs­tung und den Ein­satz- und Routen­plä­nen sollte ins­beson­dere die Hand­habung der Geräte und Maschi­nen besprochen und nach Möglichkeit auch prak­tisch geübt wer­den. Der Film bietet sich zur Unter­weisung ohne Zeigefin­ger an – etwa bei der Stadtreini­gung oder auf Bauhöfen.

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