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Nachgefragt bei Ondrej Zaruba

Nachgefragt bei
Ondrej Zaruba

Bere­its mit fünf Jahren sauste er auf einem Motor­rad durch die Gegend, sein erstes Motocross-Ren­nen absolvierte er mit sechs. Heute ist der aus­geze­ich­nete Motor­rad-Artist Ondrej Zaru­ba ein High­light der Flic Flac Show. Dabei beherzigt der liebevolle Vater und Lebens­ge­fährte stets die Devise „Kein Auftritt ohne Sicherheitscheck!“

Herr Zaru­ba, Motor­rad­fahren an sich ist schon nicht ganz unge­fährlich. Was Sie mit Ihren Motor­rädern anstellen, ver­schlägt aber jedem den Atem. Wie sind Sie dazu gekommen?

Motor­räder sind meine Lei­den­schaft. Motor­rad­stunts mein täglich­er Adren­a­lin-Kick. Begonnen hat diese Lei­den­schaft als ich mit fünf Jahren von meinem motor­rad­begeis­terten Vater mein erstes Motor­rad bekam. Damit begann ich auf abges­per­rtem Gelände – natür­lich nicht auf der Straße – zu trainieren. Erst ging es mir um Geschwindigkeit, dann um die abwech­slungsre­icheren Her­aus­forderun­gen beim Fahren im Gelände. Beim Motocross wurde ich dreimal tschechis­ch­er Meis­ter in ver­schiede­nen Klassen. Mit 15 Jahren wech­selte ich zum Freestyle Motocross, FMX, absolvierte in diesem Genre meine ersten Stunts. Seit­dem gehören Tricks wie Back­flip, Shaolin, Super­man seat grab, Shoe­box, Tsuna­mi oder Rock sol­id zu meinem Alltag.

Sie machen Ihre Sprünge nicht nur im offe­nen Gelände oder in Are­nen, son­dern als Mit­glied der Flic Flac Motor­rad-Stunt-Truppe sog­ar in einem Zelt. Was ist dabei zu beachten?

In einem Zelt zu sprin­gen ist tat­säch­lich nochmal ein größer­er Adren­a­lin-Kick. Vor gut zehn Jahren galt es noch als nahezu unmöglich, Motor­rad-Stunts im Cir­cus zu zeigen. Erst Ben­no Kastein, der Mit­be­grün­der und Direk­tor von Flic Flac, mein heutiger Schwiegerpa­pa, holte diese Sportart ins Zelt. Es sind die Enge und das qua­si „ins Nichts fliegen“, die die Sprünge in dieser Umge­bung so anders machen. Das dort lautere Motoren-Geräusch ver­fälscht am Anfang das Gefühl für die richtige Geschwindigkeit. Es braucht viel Train­ing und entsprechende Konzen­tra­tion, um per­fekt abzuheben, um über 21 Meter durch den Raum zu fliegen und sich­er zu lan­den. Meinen ersten Sprung machte ich 2012 in der Dort­munder Wei­h­nachtsshow bei Flic Flac, engagiert als Teil ein­er tschechis­chen FMX-Truppe. Das war ein grandios­es Erleb­nis. Die Ver­anstal­ter waren auch zufrieden, es fol­gten weit­ere Engage­ments in unter­schiedlichen Flic Flac Shows. Seit Okto­ber 2014 bin ich nun fes­ter Bestandteil der FMX-Truppe und an die beson­deren Kon­di­tio­nen im Zelt schon sehr gewöhnt.

Kön­nen Ihnen Ihre Fam­i­lien­ange­höri­gen beim Train­ing und den Shows entspan­nt zuschauen?

Meine Lebens­ge­fährtin ist eine der Direk­torin­nen von Flic Flac und als Artistin mit dem Risiko dieses außergewöhn­lichen Berufs ver­traut. Sie weiß, dass sie sich auf mein Sicher­heits­be­wusst­sein ver­lassen kann. Wir haben uns bei Flic Flac ken­nen- und lieben gel­ernt. Sie wusste, wom­it ich mein Geld ver­di­ene. Und ja, das mag alles sehr waghal­sig ausse­hen, aber ich lege großen Wert auf meine Sicher­heit. Auch sind wir FMX-Freestyler durch Pro­tek­toren an Armen, Beinen und Rück­en geschützt. Meine Fam­i­lie muss keine Angst um mich haben, denn ich weiß immer ganz genau, was ich tue. Vor jedem Auftritt über­prüfe ich selb­stver­ständlich alle Funk­tio­nen des Motor­rads wie Spritzu­fuhr, Reifendruck, Schal­tung und per­fek­te Härte der Stoßdämpfer. Außer­dem tausche ich meine für diesen Extrem-Sport leicht mod­i­fizierte 250er-Zwei-Takt-Mas­chine spätestens alle zwei Jahre gegen eine neue aus. Das ist ein Teil mein­er ganz per­sön­lichen „Ver­sicherung“.

Wie oft und lange trainieren Sie für Ihre Tricks? Geht es dabei auch um die men­tale Stärke?

Wenn wir täglich bis zu zwei Shows haben, ist das Train­ing genug. Allerd­ings gehören Dehnen und Aufwär­men vor jedem Auftritt dazu. Wie bei allen Sportlern. Denn auch wir Motocross-Springer sind let­z­tendlich nur Sportler, ein biss­chen extremer vielle­icht als andere. Deswe­gen müssen wir uns auch abso­lut aufeinan­der als Springertruppe ver­lassen kön­nen. Ver­trauen und men­tale Stärke gehen dabei Hand in Hand. Beim Sprung ist alles andere aus­geschal­tet, es gibt nur den Moment, die volle Konzen­tra­tion darauf.

Dieses Fokussieren wächst mit den Jahren der Erfahrung – ein dauer­hafter Lern­prozess. Die Pan­demie stoppte zwar die Shows, nicht aber das Train­ing. Bei mein­er Fam­i­lie in Tschechien gibt es ein großes Gelände, wo ich mit dem Motor­rad durch die Lüfte fliegen kann.

Was sind Ihre per­sön­lichen Stern­stun­den – Momente, in denen Sie pures Glück empfinden?

Wenn meine Fam­i­lie glück­lich ist!


Steckbrief

  • geboren 1992 in Valasske Meziri­ci in Mähren
  • dreifach­er tschechis­ch­er Meis­ter in ver­schiede­nen Motocross-Klassen
  • wech­selte mit 15 Jahren zum Freestyle Motocross (FMX)
  • ist seit 2014 festes Mit­glied der Motor­rad-Stunt-Truppe „Mad Fly­ing Bikes“ beim Cir­cus Flic Flac
  • hat mit sein­er Lebens­ge­fährtin Tat­jana Kastein zwei Kinder; Tochter Fiona und Sohn Filip
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