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Sicherheit, Tragekomfort und Nachhaltigkeit in Einklang bringen

Trends bei PSA
Sicherheit, Tragekomfort und Nachhaltigkeit in Einklang bringen

Schutz und Sicher­heit, Tragekom­fort und trendi­ges Design, Nach­haltigkeit und Nor­menkon­for­mität – das alles sind Anforderun­gen an PSA und Arbeit­sklei­dung, die Liefer­an­ten, Beschaf­fer und Nutzer gle­icher­maßen beschäfti­gen. Hier ein Überblick zu den aktuellen Entwicklungen.

Das The­ma Sicher­heit bei der Arbeit wird immer stärk­er und wichtiger“, sagt Thomas Lange, Haupt­geschäfts­führer von Ger­man Fash­ion, dem Ver­band der deutschen Mod­ein­dus­trie. „Deswe­gen wird sich der Markt pos­i­tiv entwick­eln.“ Bei steigen­den Anforderun­gen durch Nor­men und Aufla­gen für öffentliche Beschaf­fun­gen, die auch die Nach­haltigkeit betr­e­f­fen, arbeit­en PSA-Spezial­is­ten an Pro­duk­ten, die im Design stim­mig sind, einen hohen Tragekom­fort haben und dauer­haften Schutz gewähren. Ger­ade für Frauen hat sich viel getan. Aber auch für Men­schen mit Son­der­größen oder ander­weit­ig indi­vidu­ellen oder speziellen Anforderun­gen wird die Auswahl größer und die Ver­füg­barkeit schneller.

„For hard working women“

„In vie­len Gesprächen und Tragetests mit Frauen haben wir ein auf das weib­liche Tragev­er­hal­ten zugeschnittenes Sor­ti­ment erstellt“, sagt Car­la Cacit­ti, Chief Mar­ket­ing Offi­cer bei BP-Bier­baum Proe­nen in Köln. „Ein Beispiel: Im Warn­schutz bieten wir für den Bere­ich Abfall­wirtschaft auch im Out­door­bere­ich spezielle Lösun­gen für Frauen an. Im Bere­ich der Energiev­er­sorg­er aber scheint der Bedarf bish­er noch sehr ger­ing zu sein.“ Vor allem bei den Hosen hat sich viel getan. „Wir haben unser Ange­bot an Bund­ho­sen, aber auch an Bund­jack­en deut­lich erweit­ert“, sagt Volk­er Metz, Mar­ket­ing beim Tex­til­dien­stleis­ter Bar­dusch in Ettlin­gen. Uvex in Fürth sieht eben­falls eine stetig steigende Nach­frage. „Bei uns gibt es gar keine neue Kollek­tion mehr ohne spezielle Artikel für Frauen. Wir ver­suchen alle Größen zu bedi­enen und entwick­eln unsere Pass­for­men für den opti­malen Tragekom­fort immer weit­er“, sagt Susen Lem­nitzer, Head of PGM Work­wear bei Uvex. Und das schwedis­che Unternehmen Blåk­läder ist noch weit­er gegan­gen, indem es eine High Vis Umstand­shose mit 4‑Wege-Stretch entwick­elt hat. „Nur weil sich der Kör­p­er in der Schwanger­schaft verän­dert, müssen Frauen nicht aufhören zu arbeit­en“, lautet das Mot­to. Die stra­pazier­fähige Hose soll die kör­per­liche Arbeit, solange sie während der Schwanger­schaft möglich ist, erleichtern.

Generell ist das Ange­bot in der PSA und Work­wear sehr umfan­gre­ich gewor­den. Bei Shirts kön­nen Frauen zwis­chen den unter­schiedlich­sten Kollek­tio­nen wählen. Das Pro­duk­t­sor­ti­ment in Damen­pass­for­men erstreckt sich aber auch über Arbeit­sho­sen- und Jack­en bis hin zu Soft­shell- und Wet­ter­schutzartikeln. Das gilt eben­so für Schuhe. Der Sicher­heitss­chuh-Spezial­ist Haix in Main­burg bietet fast alle Mod­elle auch in Damen­pass­form an. Sie sind an die Anatomie von Frauen­füßen angepasst und auf speziellen Leis­ten gefer­tigt. „Denn nur spezielle Damen­mod­elle gewährleis­ten max­i­male Sicher­heit, hohen Kom­fort und eine gute Pass­form für die Mitar­bei­t­erin­nen“, sagt Ste­fan Schmidt von Haix.

Nachhaltigkeit bestimmt immer mehr Produktion und Materialentwicklung

Nach­haltiges Wirtschaften ist nicht erst seit „Fri­days for Future“ und den aktuell immer deut­lich­er auftre­tenden Kli­maex­tremen ein The­ma, mit dem sich die Her­steller von PSA beschäfti­gen. Auch wenn der Schutz- und Sicher­heits­gedanke natür­lich immer an erster Stelle ste­ht und die geset­zlichen Nor­men stetig strenger wer­den bzw. sich verän­dern, ver­größert sich das Ange­bot an nach­haltig hergestell­ter Arbeit­sklei­dung kon­tinuier­lich. Thomas Lange sagt: „Die PSA deutsch­er Her­steller ist qual­i­ta­tiv hochw­er­tig und wird regelmäßig ver­lässlich geprüft. Gle­ichzeit­ig entwick­elt sie sich in Sachen Pass­form, neue Tech­nolo­gien und Look ras­ant weit­er.“ Mar­cus Got­thardt, Dig­i­tal Sales Man­ag­er DACH bei Fris­tads, beobachtet, dass „der Nach­haltigkeits- und Kreis­laufgedanke bei den Einkauf­sentschei­dun­gen großer Unternehmen und bei öffentlichen Auss­chrei­bun­gen mit­tler­weile eine wesentliche Rolle spielt.“

Nach­haltig wird Bek­lei­dung durch unter­schiedliche Fak­toren. So gibt es die soziale Nach­haltigkeit, bei der es darum geht, die Arbeits­be­din­gun­gen über die gesamte Wertschöp­fungs­kette zu verbessern. Die Fair Wear Foun­da­tion beispiel­sweise set­zt sich hier­für entschlossen und mit hohen Stan­dards ein. Mit­glieder der Fair Wear Foun­da­tion sind unter anderem BP Bier­baum Proe­nen, der Schutzk­lei­dungs-Spezial­ist S‑Gard, der dänis­che Work­wear-Anbi­eter Mas­cot oder das schwedis­che Unternehmen Fristads.

Aus PET-Flaschen wird grüne Berufsbekleidung

Auch die ökol­o­gis­che Nach­haltigkeit hat viele Facetten. BP-Bier­baum Proe­nen for­muliert es so: „Wir set­zen auf drei Prinzip­i­en: Ver­mei­den, Reduzieren und Recyceln. Ver­mei­den bedeutet, qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Bek­lei­dung herzustellen, sodass nicht jährlich neue Pro­duk­te benötigt wer­den. Denn jedes Klei­dungsstück ver­braucht Ressourcen, das Ver­mei­den ist daher der größte Beitrag zur Nach­haltigkeit.“ Sky­lotec, Her­steller von Absturzsicherun­gen beispiel­sweise für Arbeit­en auf Däch­ern, nimmt seine Pro­duk­te am Ende der Leben­szeit kosten­los zurück und küm­mert sich um die Ver­w­er­tung. „Die Aus­gangs­ma­te­ri­alien Stahl, Alu­mini­um, Poly­ester und Polyamide sind voll recy­clingfähig“, sagt Geschäfts­führer Dr. Kai Rinklake.

18 PET-Flaschen steck­en in jedem Teil der BP-Green Kollek­tion. Auch Fris­tads oder der Tex­til­dien­stleis­ter CWS mit sein­er Lin­ie Pro Line bieten Work­wear aus 65 Prozent recycel­tem PET-Flaschen und gere­inigtem Plas­tik­müll und 35 Prozent aus nach Fair­trade gehan­del­ter Baum­wolle. Im Ver­gle­ich zur Her­stel­lung herkömm­lich­er Plas­tik­fasern sparen die Fasern aus recycel­tem Mate­r­i­al rund 45 Prozent Energie sowie 30 Prozent CO2 und 20 Prozent Wass­er ein. Über Fair­trade wer­den Klein­bauern, die ihre Baum­wolle nach­haltig pro­duzieren, durch feste Min­dest­preise unter­stützt und es wer­den Pro­jek­te in den Gemein­den finanziert. Uvex wird auf der A+A 2021 seine neue suxxeed green­cy­cle plan­et-Kollek­tion vorstellen, die kom­plett biol­o­gisch abbaubar ist. Fris­tads wird mit ein­er High-Vis-Kollek­tion aus recycel­tem PET und organ­is­ch­er Baum­wolle auf den Markt kom­men, die leicht, kom­fort­a­bel, robust und nach Öko­tex 100 zer­ti­fiziert ist sowie bei 75 Grad gewaschen wer­den kann.

Die Anbi­eter arbeit­en auch mit Verve an umwelt­fre­undlicheren Beschich­tun­gen. „Denn die üblichen per- und poly­flu­o­ri­erten Chemikalien, die Bek­lei­dung und Schuhe wasser‑, fett- und schmutz­ab­weisend machen, wer­den schw­er abge­baut und lagern sich daher in der Umwelt und leben­den Organ­is­men an“, erk­lärt Car­la Cacit­ti. Bei vie­len Pro­duk­ten sei es BP schon gelun­gen, auf PFC zu verzicht­en. Bei Qual­ität, Schutz und Tragekom­fort entsprechen die neuen „Green“-Kollektionen den höch­sten Standards.

Komfortable PSA und Workwear mit Outdoor-Charakter

Ein großes The­ma bei PSA und Work­wear ist eben­so der Tragekom­fort, der kon­tinuier­lich verbessert wird. Denn nach wie vor gilt, dass Klei­dung nur dann opti­mal schützt, wenn sie richtig getra­gen wird. Je ergonomis­ch­er und kom­fort­abler sie ist, desto lieber und kon­se­quenter wird sie getra­gen. Schnitte und Styling sind stark vom dynamis­chen Out­door-Sek­tor und der Sport­branche inspiri­ert. Neue Mate­ri­alen­twick­lun­gen, die leicht und trotz­dem robust sind, die atmungsak­tiv, aber trotz­dem wasserdicht sind, tra­gen das Ihre dazu bei.

„Wir merken eine zunehmende Ver­schmelzung von Work­wear und Out­door­bek­lei­dung“, sagt Susen Lem­nitzer. Das sei durch die Coro­na-Pan­demie noch ver­stärkt wor­den. Die Men­schen haben sich so sehr daran gewöh­nt, im pri­vat­en Bere­ich bequeme Klei­dung zu tra­gen, dass das auch aufs beru­fliche Umfeld über­greift. Ver­schiedene Stretchgewebe bei Arbeit­sho­sen, Latzho­sen, Jack­en und Shorts erle­ichtern nicht nur Tätigkeit­en im Freien. So passt sich zum Beispiel die Body­force-Lin­ie von Kübler über eingear­beit­ete Stretch­zo­nen im Nacken‑, Ellenbogen‑, Ärmel- und Schul­ter­bere­ich bei Überkop­far­beit­en den Bewe­gun­gen genau an und behin­dert durch Ein­sätze im Saum‑, Schritt- und Bein­bere­ich das Bück­en und Knien nicht.

3D-Schnitte unter­stützen eben­falls die gute Pass­form und aus­re­ichende Bewe­gungs­frei­heit. Funk­tionelle Taschen sind leicht zu erre­ichen, Belüf­tungsöff­nun­gen unter den Armen oder an den Knien sor­gen für luftiges Kli­ma. Reflexstreifen wer­den bei Warn­schutz- und Multi­norm­schutzpro­duk­ten nicht mehr unbe­d­ingt auf­genäht, son­dern gek­lebt, wodurch die Klei­dung sich deut­lich leichter beim Tra­gen anfühlt. Auch ein cooles Design, das die Kom­pe­tenz des Trägers im täglichen Ein­satz unter­stre­icht, kommt sehr gut an.

Für Beschäftigte im Straßen­bau, in der Abfall­wirtschaft oder im Trans­portwe­sen – das sind rund 2,5 Mil­lio­nen Out­door­work­er in Deutsch­land, schätzt man bei BP – ist der UV-Schutz nicht nur im Som­mer von beson­der­er Bedeu­tung. Deswe­gen bieten Spezial­is­ten wie BP eine gesamte High Vis-Kollek­tion mit UV-Schutz an. Andere Unternehmen haben einzelne Teile im Sor­ti­ment, die vor UV-Strahlen nach Hohen­stein Stan­dard 801 schützen, im Sor­ti­ment. Dieser Stan­dard basiert auf real­is­tis­chen Gebrauchs­be­din­gun­gen und bew­ertet auch, dass Nässe, Dehnung, Abrieb und Wäsche den Schutz vor solaren Strahlen oft deut­lich reduzieren.

Baukastensysteme und Mix and Match-Kollektionen

Indi­vid­u­al­isierung ist nicht nur ein gesellschaftlich­er Trend. Auch im Arbeit­sleben gehören pass­ge­naue Pro­duk­te, die das einzelne Unternehmen und jeden Mitar­beit­er bestens darstellen und gle­ichzeit­ig opti­mal passen und schützen, dazu. Das fängt bei Far­ben an und reicht hin bis zur Pass­form. In der Kollek­tion­sen­twick­lung arbeit­en Work­wear-Spezial­is­ten und Anwen­der eng zusam­men. Inner­halb der einzel­nen Lin­ien gibt es bei vie­len Anbi­etern Baukas­ten­sys­teme, sodass flex­i­bel aus­ges­tat­tet wer­den kann. Denn nicht jed­er trägt oben und unten dieselbe Größe. Aber auch über die unter­schiedlichen Kollek­tio­nen hin­weg kann nach dem Mix and Match-Prinzip kom­biniert werden.

Alles soll möglichst schnell und prob­lem­los erset­zbar und ver­füg­bar sein. Coro­na macht das zurzeit schwierig, weil viele Liefer­ket­ten nicht mehr durchgängig funk­tion­ieren. Gestörte Roh­ma­te­ri­alver­füg­barkeit und ver­längerte Pro­duk­tion­szeit­en resul­tieren in ein­er län­geren Beschaf­fungs­dauer. Die Anbi­eter ver­suchen, mit höheren Lagerbestän­den gegen­zus­teuern, um wie gewohnt liefer­fähig zu bleiben.

Dank der Automa­tisierung und Dig­i­tal­isierung haben sich die Fer­ti­gungszeit­en bei Maßan­fer­ti­gun­gen für Son­der­größen erhe­blich verkürzt. Die 3D-Schnit­ter­stel­lung ermöglicht es, Kollek­tio­nen dig­i­tal zu pla­nen, zu kalkulieren und umzuset­zen. Zeit- und kosten­in­ten­sive Musterkollek­tio­nen sind nicht mehr nötig.

Avatare und noch mehr Services über Plattformen

Rund um die Entwick­lung, Beschaf­fung und Pflege von PSA und ander­er Arbeit­sklei­dung verdicht­en sich die unter­schiedlichen Dien­stleis­tun­gen. Bei Bar­dusch beispiel­sweise kön­nen ver­schiedene Ser­vices in der Miete über eigene Plat­tfor­men abgewick­elt wer­den. Das gilt auch für das Kaufgeschäft mit Han­del­sware. Koop­er­a­tionspart­ner, Beschaf­fer und Anwen­der kön­nen in den Web­shops die Ver­füg­barkeit ein­se­hen. An Avataren dig­i­tal abge­bildete Mod­elle zeigen Trägern in spe, wie die Bek­lei­dung sitzt, welche Far­b­vari­anten möglich sind und wie sich Stoffe bei Bewe­gung verhalten.

Work­wear ist so unkom­pliziert zu beschaf­fen und kommt so mod­ern und prak­tisch rüber, dass sich auch kleinere Betriebe und Men­schen für die Freizeit entsprechend ausstat­ten kön­nen. Für die Bere­iche Elek­tro­mo­bil­ität, die Branchen Phar­main­dus­trie und Lebens­mit­tel­wirtschaft oder Biotech­nolo­gie wird ein erhöhter Bedarf an PSA voraus­ge­sagt. Sichere und gesunde Arbeit bleibt grund­sät­zlich ein wichtiges The­ma. Mit vie­len weit­eren Pro­duk­ten, die Sicher­heit, Tragekom­fort und Nach­haltigkeit vere­inen, kann gerech­net werden.


Foto: privat

Autorin: Kirsten Rein

Fachjour­nal­istin

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