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Schutz vor Radon

Stand der Dinge
Schutz vor Radon

Radongebiete_H.jpg
210 Gemeinde/-teile (Gesamtfläche: 8.602 qkm) sind als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen. Grafik: © GeoBasis-DE / BKG 2013
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Mit dem neuen Strahlenschutzrecht[1] hat der Geset­zge­ber unter anderem Regelun­gen zum Schutz vor Radon an Arbeit­splätzen umfassend über­ar­beit­et und erweit­ert. Zusät­zlich wird damit auch erst­ma­lig der Schutz der Bevölkerung vor Radon in Aufen­thalt­sräu­men geregelt. Im Fol­gen­den soll auf den aktuellen Stand einge­gan­gen werden.

Radon ist ein natür­lich­es radioak­tives Edel­gas, das über­all im Boden entste­ht. Je nach Art des Bodens kann es in höheren oder niedrigeren Konzen­tra­tio­nen vorkom­men. Tritt es aus dem Boden aus, wird es durch die Atmo­sphären­luft sofort stark verdün­nt. Tritt es jedoch über Risse und Fugen in Gebäude ein, kann es sich dort anre­ich­ern. Wird es in erhöht­en Men­gen über einen län­geren Zeitraum eingeat­met, kann es Lun­genkrebs verur­sachen.2

Gemäß § 122 StrSchG (Strahlen­schutzge­setz) hat das Bun­desmin­is­teri­um für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reak­tor­sicher­heit let­ztes Jahr einen nationalen Radon­maß­nah­men­plan erstellt und veröf­fentlicht.3 Dieser enthält die wesentlichen Schritte zur nach­halti­gen Ver­ringerung der Expo­si­tion gegenüber Radon. Die beschriebe­nen Maß­nah­men reichen von all­ge­meinen Infor­ma­tions- und Aufk­lärungs­maß­nah­men4 bis hin zu konkreten tech­nis­chen Vorge­hensweisen. Die tech­nis­chen Maß­nah­men wiederum erstreck­en sich hier­bei von Maß­nah­men, die den Zutritt von Radon in Gebäude ver­min­dern, bis hin zu Maß­nah­men, welche bere­its gegebene hohe Radon­ak­tiv­ität­skonzen­tra­tio­nen in Gebäu­den ver­ringern sollen.

Im Kapi­tel II des Radon­maß­nah­men­plans wird unter Punkt 2 auf die Erhe­bung des Radon­vorkom­mens sowie Iden­ti­fika­tion und Ausweisung von Radon­vor­sorgege­bi­eten einge­gan­gen. Wie schon im § 121 StrlSchG fest­gelegt wurde, haben die zuständi­gen Behörden4 der Bun­deslän­der durch All­ge­mein­ver­fü­gun­gen diese Gebi­ete zum 1. Jan­u­ar 2021 aus­gewiesen. Grund­lage für diese Fes­tle­gun­gen waren die Bes­tim­mungen der regionalen Radon­verteilung durch Mes­sun­gen sowie Prog­nosen. Hier­bei sind sowohl Stu­di­en der Bun­deslän­der als auch des Bun­de­samts für Strahlen­schutz (BfS) herange­zo­gen wor­den. Zu berück­sichti­gen waren die Verteilung der Radon­ak­tiv­ität­skonzen­tra­tion in der Boden­luft (Erdre­ich), der Boden­gasper­me­abil­ität, der Radon­ak­tiv­ität­skonzen­tra­tion in Innen­räu­men von Gebäu­den und die Anzahl von möglichen betrof­fe­nen Gebäu­den in den Gemein­den beziehungsweise Landkreisen.

Im Weit­eren gibt das StrlSchG vor, dass die Fes­tle­gung der Radon­vor­sorgege­bi­ete min­destens alle zehn Jahre zu über­prüfen sind. Es wird damit gerech­net, dass zusät­zliche Gebi­ete nach ein­er erneuten Radon­prog­nose für Deutsch­land aus­gewiesen werden.

Die aktuell fest­gelegten Radon­vor­sorgege­bi­ete sind der Karte (siehe Abbil­dung) zu ent­nehmen. In diesen Gebi­eten beste­ht seit dem 1. Jan­u­ar 2021 eine Messpflicht für Unternehmen mit Arbeit­splätzen im Keller und/oder im Erdgeschoss. Die Mes­sun­gen benöti­gen einen Zeitraum von zwölf Monat­en und müssen bis spätestens 30. Juni 2021 begonnen werden.

Hierzu müssen soge­nan­nte Exposime­ter von einem vom BfS anerkan­nten Anbi­eter bezo­gen wer­den. Eine Liste dieser anerkan­nten Stellen ist auf den Inter­net­seit­en5 des BfS zu find­en. Die Exposime­ter sind für jeden Innen­raum, in dem sich ein Arbeit­splatz befind­et, vorzusehen.

Die Durch­führung der Radon-Mes­sun­gen ist preiswert und unprob­lema­tisch. Den Exposime­tern sind dazu Anleitun­gen beigelegt. Alter­na­tiv kön­nen dafür auch die Dien­ste von Radon­fach­per­so­n­en6 in Anspruch genom­men werden.

Im Novem­ber 2020 hat das BfS eine über­sichtliche Broschüre „Radon-Schutz an Arbeit­splätzen“ veröf­fentlicht.7 Darin wird ein Stufenkonzept geeigneter Maß­nah­men für Arbeit­ge­berIn­nen vorgestellt.

Der Schutz vor Radon bet­rifft nun eine Vielzahl von Unternehmen, die bis­lang nicht mit Strahlen­schutz kon­fron­tiert waren. Die Umset­zung des Schutzes vor Radon wird weit­er­hin einen sehr lan­gen Zeitraum beanspruchen, da sich schon eine Einzelmes­sung über zwölf Monate erstreckt und bei notwendi­gen Maß­nah­men wieder­holt wer­den muss.

Zuständi­ge Behör­den für die Erhe­bung des Radon­vorkom­mens sowie Iden­ti­fika­tion und Ausweisung von Radon­vor­sorgege­bi­eten; Aufklärungsmaßnahmen

[1] Strahlen­schutzge­setz (StrlSchG) vom 27.06.2017 [offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2017/42] und Strahlen­schutzverord­nung (StrlSchV) vom 29.11.2018 [offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2018/41]

2 Siehe auch im Beitrag „Neues Strahlen­schutzge­setz“ in der Sicher­heitsin­ge­nieur, Aus­gabe 12/2019

3 www.bmu.de/publikation/radonmassnahmenplan/

4 zuständi­gen Behör­den und Aufk­lärungs­maß­nah­men kön­nen Sie der Tabelle auf Seite 21 entnehmen.

5 www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/radon/schutz/messen.html

6 https://bau-bildung.de/bbdata/documents/weiterbildung/radonfachperson/Liste_der_Radonfachpersonen.pdf] oder radonfachpersonen.de

7 www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/broschueren/ion/radon-schutz-arbeitsplaetze.pdf


Foto: Son­nen­bild, München

Autor: Robert Hofmann

Dipl.-Ing. Strahlen­schutz, Strahlen­schutzbeauf­tragter, Radonfachperson,

B A D Gesund­heitsvor­sorge und Sicher­heit­stech­nik GmbH,

Kom­pe­ten­zfeld Strahlenschutz

robert.hofmann@bad-gmbh.de

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