Prüfung asbesthaltiger Brandschutzklappen. Neues Verfahren -
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Neues Verfahren

Prüfung asbest­hal­ti­ger Brand­schutz­klap­pen

In Gebäuden fest verbaute asbesthaltige Brandschutzklappen ohne Gefährdung zu prüfen – das ermöglicht ein neu entwickeltes Verfahren.
Asbesthaltige Brandschutzklappen bereiten vielen Betreibern Kopfzerbrechen. Ein neues Verfahren verspricht Abhilfe. Foto: © PH studio - stock.adobe.com
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In Gebäu­den fest verbaute asbest­hal­tige Brand­schutz­klap­pen ohne Gefähr­dung zu prüfen – das ermög­licht ein neu entwi­ckel­tes Verfah­ren. In Anleh­nung an medi­zi­ni­sche Diagnos­tik­ver­fah­ren beur­teilt ein Safety Advi­sor den Zustand der Klap­pen. Thomas Schliwka, Leiter des Labors für Bauwerks­un­ter­su­chun­gen bei TÜV NORD, erläu­tert das Prüf­ver­fah­ren und dessen Vorteile.

In Deutsch­land gibt es mehrere Millio­nen asbest­hal­tige Brand­schutz­klap­pen in Lüftungs­an­la­gen, zum Beispiel in Kran­ken­häu­sern, Büro­ge­bäu­den oder Kinder­gär­ten. Ein bekann­tes Problem, das Betrei­ber jetzt vor große orga­ni­sa­to­ri­sche und wirt­schaft­li­che Probleme stellt.

Viele Prüf­dienst­leis­ter weigern sich, die Brand­schutz­klap­pen zu prüfen, aus Sorge, Asbest­fa­sern verse­hent­lich in die Zu‐ oder Umluft des Lüftungs­sys­tems zu brin­gen und Perso­nen in den Gebäu­den dauer­haft zu gefähr­den. Eine Brand­schutz­klappe auszu­tau­schen kostet Betrei­ber oft einige tausend Euro. Bei beispiels­weise 200 Brand­schutz­klap­pen in einem Gebäude über­schrei­ten die Sanie­rungs­kos­ten bereits die Millio­nen­grenze – eine finan­zi­elle Belas­tung, die für Betrei­ber ein wirt­schaft­li­ches Problem bedeu­tet. Als Lösung dieses Problems hat TÜV NORD ein neues Prüf­ver­fah­ren entwi­ckelt. Das Verfah­ren ermög­licht es, bereits vor der eigent­li­chen baurecht­li­chen Prüfung zuver­läs­sig zu klären, ob beim test­wei­sen Fallen­las­sen der Brand­schutz­klappe eine Asbest­ex­po­si­tion auszu­schlie­ßen ist – die Prüfung also trotz Asbest­be­las­tung des Bauteils durch­ge­führt werden kann.

Inno­va­ti­ves Prüf­ver­fah­ren

Das Verfah­ren ist ebenso einfach wie effek­tiv. Voraus­set­zung, dass das Klap­pen­blatt fallen darf, ist eine stabile und feste Konsis­tenz aller im Luft­strom befind­li­chen Asbest­kom­po­nen­ten. Das Mate­rial darf im Rahmen des neuen Prüf­ver­fah­rens nicht nach­ge­ben, zerfal­len oder sich als porös erwei­sen. Die soge­nannte „Pral­lelas­ti­zi­tät“ wird durch den hier­für spezi­ell ausge­bil­de­ten TÜV NORD Safety Advi­sor sorg­fäl­tig geprüft. Wenn diese Anfor­de­run­gen erfüllt sind, wird die baurecht­li­che Prüfung wie gewohnt durch­ge­führt. Besteht das Bauteil diese Prüfung, ist ein regu­lä­rer Weiter­be­trieb möglich und die Sanie­rungs­dring­lich­keit wird als „lang­fris­tig erfor­der­lich“ entspre­chend der Asbest‐Richtlinie einge­stuft. Der Vorteil: Es müssen kurz­fris­tig nur die Brand­schutz­klap­pen ausge­tauscht werden, bei denen es wirk­lich erfor­der­lich ist. 

Neues Verfah­ren löst Dilemma

Kran­ken­häu­ser, Einkaufs­zen­tren, Schu­len, Büro­ge­bäude, Kinder­gär­ten: Die Liste der Gebäude mit Lüftungs­sys­te­men und darin befind­li­chen asbest­hal­ti­gen Brand­schutz­klap­pen ist lang. Im Brand­fall sorgen die Bauteile dafür, dass sich Feuer und Rauch­gase nicht über das Lüftungs­sys­tem in andere Gebäu­de­teile ausbrei­ten können. Die Brand­schutz­klap­pen reagie­ren auf Hitze, schla­gen auto­ma­tisch zu und blockie­ren so den Luft­strom. Die Asbest­hal­tig­keit der Bauteile stellt jedoch ein poten­ti­el­les Risiko dar – beson­ders im Fall der regel­mä­ßig wieder­keh­ren­den Wartung bzw. der alle drei Jahre wieder­keh­ren­den baurecht­li­chen Prüfung, die der Gesetz­ge­ber vorschreibt und die ein test­wei­ses Fallen­las­sen des Klap­pen­blat­tes zwin­gend erfor­dert. Aus diesem Grund sehen sich viele Dienst­leis­ter nicht befä­higt, die erfor­der­li­che Prüfung durch­zu­füh­ren. Das wiederum stellt die Betrei­ber der Gebäude vor die Wahl: Entwe­der muss der betrof­fene Gebäu­de­teil komplett geschlos­sen werden oder aber alle Brand­schutz­klap­pen müssen in einem Zuge ausge­tauscht werden. Orga­ni­sa­to­risch und wirt­schaft­lich ist das als unmög­lich einzu­stu­fen. Betrei­ber können dieses Dilemma mithilfe des neu entwi­ckel­ten Verfah­rens umge­hen.

 

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