Startseite » Aktuelles »

Wartung und Reparatur von Maschinen, sichere Instandhaltung

Tipps für die sichere Instandhaltung
Wartung und Reparatur von Maschinen

Foto: © TMLsPhotoG - stock.adobe.com

Immer wieder kommt es bei der Instand­hal­tung von Maschi­nen zu tödlichen Unfällen in Betrieben. Zu den Unfal­lur­sachen gehören Zeit­druck, fehlende Kom­mu­nika­tion oder unzure­ichende Hil­fs- und Arbeitsmit­tel. Während die Beschäftigten, beispiel­sweise in der Pro­duk­tion, bei der Arbeit mit Maschi­nen durch tech­nis­che Maß­nah­men wie tren­nende Schutzein­rich­tun­gen geschützt sind, ist es bei der Instand­hal­tung häu­fig notwendig, hin­ter der­ar­tige Schutzein­rich­tun­gen zu treten. Für alle Sit­u­a­tio­nen gilt: Die Gefährdungs­beurteilung ist ein ele­mentar­er Bestandteil des Arbeitss­chutzes. Worauf es dabei ankommt, erk­lärt Andreas Köster, Fachref­er­ent bei der Beruf­sgenossen­schaft Holz und Met­all (BGHM).

Ob geplanter Stillstand oder Störungsfall – Vorbereitung schützt

Geplante Instand­hal­tungs­maß­nah­men wer­den in der Regel durchge­führt, wenn am wenig­sten Pro­duk­tion­saus­fall durch den Anla­gen­still­stand entste­ht: am Woch­enende oder in der Nacht. Eine Störung, also ein unge­planter Anla­gen­still­stand, liegt meist während der Pro­duk­tion­szeit­en vor und muss in der Regel unter großem Zeit­druck beseit­igt werden.

„Für diese kom­plex­en Tätigkeit­en, die oft nicht vorherge­se­hen wer­den kön­nen, eine Gefährdungs­beurteilung zu erstellen, ist nicht ein­fach“, sagt BGHM-Experte Andreas Köster. Als Grund­lage hil­ft es, sichere Arbeitsver­fahren für den Störungs­fall festzule­gen und die Beschäftigten darin zu schulen. Eben­falls denkbar ist es, für die wichtig­sten Maschi­nen Störungsszenar­ien zu entwick­eln, in ein­er Gefährdungs­beurteilung zu behan­deln und anschließend zu üben.

Instand­hal­tungsar­beit­en wer­den zudem sicher­er, wenn gewisse Grund­la­gen für sichere und gesunde Arbeit im Betrieb selb­stver­ständlich sind. Auch die Ein­führung von Sicher­heitscheck­lis­ten trägt dazu bei. Sie sind hil­fre­ich, um Beschäftigte für Gefahren­si­t­u­a­tio­nen zu sen­si­bil­isieren und in ein­er sicher­heits­be­wussten Arbeitsweise zu bestärken. Sie unter­stützen dabei, gefährliche Sit­u­a­tio­nen zu analysieren und notwendi­ge Maß­nah­men für die Sicher­heit zu definieren. Die Durch­führung ein­er Gefährdungs­beurteilung erset­zen sie jedoch nicht.

Gefährdungsbeurteilung für präventive Instandhaltung

Am sich­er­sten ist es natür­lich, wenn es erst gar nicht zu unge­planten Aus­fällen kommt. Dies ist mit ein­er präven­tiv­en Instand­hal­tung möglich. Bei der Erstel­lung von Gefährdungs­beurteilun­gen für diese geplanten Maß­nah­men kön­nen Ver­ant­wortliche auf Infor­ma­tio­nen zurück­greifen, die sie aus Wartungsplä­nen oder der Betriebs- oder Wartungsan­leitung des Her­stellers ent­nehmen. BGHM-Fach­mann Andreas Köster sagt: „Auch der Aus­tausch mit den Beschäftigten, die regelmäßig mit der Mas­chine arbeit­en, ist in der Regel hil­fre­ich. Sie ken­nen die poten­ziellen Gefahren und die Beson­der­heit­en der Anlage meist sehr gut.“

Sicher arbeiten mit STOP-Prinzip und 4‑Rang-Methode

In jed­er Gefährdungs­beurteilung müssen auf Basis der erkan­nten Gefährdun­gen entsprechende Schutz­maß­nah­men fest­gelegt wer­den. Bei der Auswahl dieser Maß­nah­men sollte immer auf die Wirk­samkeit geachtet wer­den, deren Rei­hen­folge sich mit dem Begriff STOP – Sub­sti­tu­tion, tech­nis­che Maß­nah­men, organ­isatorische Maß­nah­men, per­so­n­en­be­zo­gene Maß­nah­men – gut merken lässt: Tech­nis­che Schutz­maß­nah­men sind beispiel­sweise vor organ­isatorischen anzuwen­den. Per­sön­liche Schutz­maß­nah­men wie etwa Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung soll­ten das let­zte Mit­tel der Wahl sein.

Eine wirk­same Strate­gie, um Gefahren durch laufende Maschi­nen und Anla­gen zu min­imieren, ist die 4‑Rang-Meth­ode, die die BGHM in ein­er Pub­lika­tion aus der Rei­he „Arbeitss­chutz Kom­pakt“ über­sichtlich beschreibt. Sie definiert vier Schutzstufen. Mit den Rangstufen steigt das Unfall­risiko. Während in Rang 1 die Mas­chine abgeschal­tet sowie gegen Wiedere­in­schal­ten gesichert wird und poten­ziell gefährliche Resten­ergien abge­baut wer­den, bein­hal­tet Rang 2 Sicher­heits­maß­nah­men für den Fall, dass die Mas­chine für die Störungssuche laufen muss. Dazu zählt die Ver­wen­dung von Schutzein­rich­tun­gen wie Sicht­fen­ster und Lichtschranken.

Wenn eine solche Störungssuche aus der Ent­fer­nung keinen Erfolg ver­spricht, tritt Rang 3 in Kraft: Dieser bein­hal­tet zusät­zliche Maß­nah­men, die entwed­er das Ein­greifen in die Gefahrstelle ent­behrlich machen, das zufäl­lige Erre­ichen benach­barter Gefahrstellen erschw­eren, die Geschwindigkeit­en her­ab­set­zen oder das schnelle Stillset­zen ermöglichen. Ein Beispiel ist die Nutzung eines Zus­timm­tasters, über den der Beschäftigte dem Weit­er­laufen der Mas­chine durch Gedrück­thal­ten aktiv zus­timmt. Ist Let­zteres nicht möglich, wird Rang 4 aktiviert, der auf beson­deren Schutz­maß­nah­men basiert: Hier­bei wird die Sicher­heit unter anderem durch Sicherungsposten sowie speziell geschultes, erfahrenes Per­son­al gewährleis­tet. Dieser Rang wird nur in absoluten Aus­nah­me­fällen ange­wandt. Grund­sät­zlich sollte immer der sich­er­ste mögliche Rang gewählt werden.

Zum The­ma Instand­hal­tung bietet die BGHM ver­schiedene Mate­ri­alien an, zum Beispiel die DGUV-Infor­ma­tion 209–015 „Instand­hal­tung – sich­er und prax­is­gerecht durch­führen“, die DGUV-Infor­ma­tion 209–070 „Sicher­heit bei der Hydraulik-Instand­hal­tung“, die Arbeitss­chutz Kom­pakt Nr. 131 sowie ver­schiedene Sem­i­nare. Sie find­en dies unter bghm.de, Web­code 3603.

Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Gewinnspiel
Meistgelesen
Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 9
Ausgabe
9.2021
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 9
Ausgabe
9.2021
ABO

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de