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Das Wichtigste zu FFP2-Masken, Qualität, Tragedauer, Zertifikate

Hohe Qualität erkennen
Das Wichtigste zu FFP2-Masken

Foto: © Marvelia - stock.adobe.com

FFP2-Maskenpflicht in Bay­ern, anhal­tend hohe Infek­tion­szahlen und neue Virus­mu­ta­tio­nen: Hochw­er­tige FFP2-Masken wer­den nun immer wichtiger, denn sie schützen sowohl die Trägerin­nen und Träger selb­st als auch deren Mit­men­schen. Der TÜV-Ver­band gibt einen Überblick über Nutzung, Qual­ität und Sicher­heit von FFP2-Masken.

„Die par­tikelfil­tri­eren­den Halb­masken FFP2/FFP3 nach der europäis­chen Norm DIN EN 149 bieten mehr Schutz vor ein­er Virusüber­tra­gung als herkömm­liche Mund-Nasen-Bedeck­un­gen oder soge­nan­nte OP-Masken nach DIN EN 14683“, sagt André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesund­heitss­chutz beim TÜV-Ver­band (VdTÜV). „Durch Mate­r­i­al und Pass­form fil­tern FFP2-Masken kleinere und mehr Par­tikel aus der Luft und kön­nen bis zu 94 Prozent der Aerosole fil­tern. Für den max­i­malen Schutz sind ein opti­maler Sitz und die richtige Pass­form sehr wichtig.“ Außer­dem soll­ten Ver­brauch­er beim Kauf ein­er FFP2-Maske auf deren gültige Zer­ti­fizierung und Mate­ri­alqual­ität acht­en. Siegl: „Man­gel­hafte oder gefälschte Masken sind rein optisch nicht leicht zu erken­nen. Geruch und Fes­tigkeit des Mate­ri­als kön­nen jedoch erste Auf­schlüsse über die Eig­nung geben.“ Auch dem Pro­dukt beige­fügte Her­stellerbescheini­gun­gen und Abbil­dun­gen von Zer­ti­fikat­en soll­ten bere­its auf den ersten Blick ver­trauenswürdig und schlüs­sig sein.

Modelle verschiedener Hersteller testen und optimale Passform finden

Je nach Her­steller kön­nen die Masken­mod­elle unter­schiedlich gut passen. „Ver­brauch­er soll­ten Masken­mod­elle unter­schiedlich­er Anbi­eter testen und so her­aus­find­en, welch­es Mod­ell am besten passt“, sagt Siegl. Auch wenn für FFP2-Masken keine stan­dar­d­isierten Größen fest­gelegt sind, bieten einige Her­steller unter­schiedliche Größen an, so auch spezielle Mod­elle für Kinder. „Wenn die Maske am Nasen­rück­en, den Wan­gen und Kinn gle­ich­mäßig eng anliegt, aber ohne stark zu zwick­en oder zu drück­en, und keine Luft durch Öff­nun­gen ein­strömt, ist ein ide­al­er Schutz gegeben“, erk­lärt Siegl. „Die Atem­luft wird dann beim Ein- und Ausat­men gefiltert. Die Träger spüren dann einen höheren Atemwider­stand. Das Ausat­men erzeugt einen spür­baren Über­druck in der Maske.“ Wenn die Luft jedoch über den Dich­tungsrand an Wange, Kinn und Nase entwe­icht, sollte der Sitz kor­rigiert wer­den oder ein anderes Mod­ell gewählt wer­den, da die Maske dann keinen opti­malen Schutz bietet.

Auf die maximale Tragedauer achten und Maske regelmäßig wechseln

Bei kör­per­lich­er Belas­tung kann der erhöhte Atemwider­stand prob­lema­tisch sein. Im beru­flichen Umfeld ist daher eine max­i­male Tragedauer von zwei Stun­den für FFP2-Masken mit Ven­til und 75 Minuten für FFP2-Masken ohne Ven­til vorgeschrieben, um den Arbeitss­chutz zu gewährleis­ten. Nach dieser Zeit sollte die Maske für 30 Minuten abgelegt wer­den. „Das Ven­til erle­ichtert Trägern von FFP2-Masken zwar das Atmen, die Maske schützt dann allerd­ings nur sie selb­st“, sagt Siegl. „Für Besuche in Alters- oder Pflege­heimen und in Gegen­wart von Risikopa­tien­ten sind die FFP2-Masken mit Ven­til daher nicht geeignet.“ Bei FFP2-Masken han­delt es sich um Ein­weg­pro­duk­te. Als Schutzaus­rüs­tung für die Arbeit­sumge­bung sind sie aus­gelegt für eine Acht-Stun­den-Schicht. Für den pri­vat­en Bere­ich im All­t­ag kann die Maske allerd­ings auch öfter benutzt wer­den, etwa für den Einkauf oder die Fahrt zur Arbeit mit dem öffentlichen Nahverkehr. Zwis­chen­durch sollte die Maske trock­en gelagert und, wenn sie ver­schmutzt oder beschädigt ist, sofort aus­ge­tauscht wer­den. „Von ein­er Reini­gung im Back­ofen kann ich nur abrat­en“, sagt Siegl. „Die Masken beste­hen häu­fig aus hitzeempfind­liche Fasern, die den hohen Tem­per­a­turen im Back­ofen nicht stand­hal­ten. Eine Reini­gung im Back­ofen senkt also das Schutzniveau und die freige­set­zten Schad­stoffe sind ungesund.“

Gefälschte Schutzmasken in Umlauf

In Europa wer­den par­tikelfil­tri­erende Halb­masken nach der Norm DIN EN 149 geprüft und stim­men somit mit der EU-Verord­nung 2016/425 für per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung (PSA-Verord­nung) übere­in. Die von den Akkred­i­tierungs- und Noti­fizierungs­be­hör­den der EU-Mit­gliedsstaat­en zuge­lasse­nen Prüfla­bore unter­suchen unter anderem Mate­r­i­al, Ver­pack­ung, Fil­ter­wirkung und die Dichtigkeit der Masken und zer­ti­fizieren diese bei bestanden­er Prü­fung. Die Zer­ti­fizierung des Pro­duk­ts erfol­gt durch noti­fizierte Stellen. Dies sind neu­trale Prü­for­gan­i­sa­tio­nen, die unab­hängig von den Her­stellerangaben zuver­läs­sige Aus­sagen zu Qual­ität und Sicher­heit von Pro­duk­ten, tech­nis­chen Anla­gen und Dien­stleis­tun­gen machen. „In den ver­gan­genen Monat­en kamen wieder­holt fehler­hafte FFP2-Masken mit gefälscht­en Kennze­ich­nun­gen in Umlauf“, sagt Siegl. „Wenn die Fil­ter­leis­tung nicht den Anforderun­gen der Norm entspricht, kann das für den Träger unter Umstän­den dur­chaus gefährlich sein und eine Infek­tion zur Folge haben. Käufer soll­ten Wert auf eine zer­ti­fizierte Qual­ität leg­en und auf die kor­rek­te Kennze­ich­nung achten.“

Auf diese Angaben sollten Verbraucher achten

  • Mit dem CE-Kennze­ichen erk­lären die Her­steller, dass die Maske alle rechtlichen Anforderun­gen in der EU erfüllt.
  • Die darauf­fol­gende vier­stel­lige Num­mer gibt Rückschluss auf das Prüfin­sti­tut, das die Zer­ti­fizierung durchge­führt hat, z.B. 1008 für TÜV Rheinland.
  • Die Schutzk­lasse (FFP2) benen­nt die Fil­ter­leis­tung: bei FFP2-Masken min­destens 94 Prozent für Aerosole.
  • Die Europäis­che Norm DIN EN 149 wird mit Jahre­sangabe verse­hen. Für DIN EN 149 mit 2009-08 oder auch als EN 149:2001+A1:2009
  • Der Zusatz »NR« ste­ht für nicht wiederver­wend­bar (Englisch: Not Reusable), »R« für wiederver­wend­bar oder der Zusatz »D« für Dolomit­staubtest bestanden.
  • Zudem sollte auf der Maske ein Her­steller­name oder eine Marke abge­druckt sein. Die Her­stellerangabe mit der Anschrift sollte auch auf der Ver­pack­ung abge­bildet sein.
  • Beige­fügte Her­stellerbescheini­gun­gen und Abbil­dun­gen von Zer­ti­fikat­en soll­ten bere­its auf den ersten Blick ver­trauenswürdig und schlüs­sig sein.
  • Das Halt­barkeits­da­tum garantiert, bis wann die Fil­ter­leis­tung min­destens wirkt.

In der soge­nan­nten NAN­DO-Daten­bank auf der Web­site der EU-Kom­mis­sion kön­nen Nutzer über­prüfen, ob die Num­mer ein­er Prüf­stelle kor­rekt ist. Bei Fra­gen sind Händler grund­sät­zlich zur Auskun­ft verpflichtet. Käufer kön­nen sich daher an die Verkäufer der Maske wen­den, wenn sie Zweifel haben, ob eine FFP2-Maske den Nor­men entspricht. Eine weit­ere Infor­ma­tion­squelle für Pro­duk­trück­rufe, Pro­duk­t­war­nun­gen aber auch Unter­sa­gungsver­fü­gun­gen hat die Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz (BAuA) veröf­fentlicht. In der Liste „Gefährliche Pro­duk­te in Deutsch­land” sind alle bish­er ent­deck­ten man­gel­haften FFP2-Masken aufgelistet.

 

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