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Trends bei Arbeits-, Berufs- und Schutzbekleidung

Trends und neueste Entwicklungen
Arbeits‑, Berufs- und Schutzbekleidung

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Moderne Multinorm-PSA schützt Mitarbeiter in der chemischen Industrie, in der Galvanik und im Chemikalienhandel. Spezielle Antistatik-Eigenschaften verhindern das Entstehen von Zündfunken, eine spezielle Imprägnierung hält Säure- und Chemikalienspritzer von der Haut ab.  Foto:© MEWA
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In punc­to Klei­dung gibt es immer etwas Neues. So ist Work­wear in der Freizeit­mode derzeit ein ange­sagter Trend. Welche inter­es­san­ten Entwick­lun­gen es bei Arbeits‑, Berufs- und Schutzk­lei­dung gibt, skizziert dieser Beitrag. Die neuen Trends brin­gen Verbesserun­gen, aber auch Her­aus­forderun­gen mit sich.

Ein Blick auf die aktuellen Kollek­tio­nen der Her­steller zeigt: Arbeits- und Beruf­sklei­dung wird mit­tler­weile bewusst an Out­door- und Freizeit­bek­lei­dung angelehnt. Die Oberteile kön­nen alle im „Lay­er­ing-Look“, also übere­inan­der getra­gen wer­den, wobei sich die klas­sis­che Bund­jacke in der Kom­bi­na­tion nicht mehr durch­set­zt. Soft­shell- und Fleece­jack­en erweit­ern das Sor­ti­ment für den Indoor- und Out­door­bere­ich. An auf­fäl­lige Far­ben und Kom­bi­na­tio­nen, wie flu­o­reszierende Far­ban­teile, hat sich das Auge schon gewöh­nt. Mate­rialmix, Schnit­tführung und Acces­soires wie Reflex­ma­te­r­i­al und Reißver­schlüsse bieten viele optis­chen Möglichkeit­en. Jedoch geht der Trend in Rich­tung Ton-in-Ton bei gedeck­ten Far­ben. Neben der Optik leg­en die Her­steller den Fokus auf einen hohen Tragekom­fort.

Tragekomfort und Ergonomie

Mate­ri­alien wie Lyocell, die für den Ober­stoff einge­set­zt wer­den sowie einge­baute Stretchele­mente sor­gen für mehr Bequem­lichkeit. Bei der Auswahl von Arbeits- und Beruf­sklei­dung sollte darauf geachtet wer­den, dass Her­steller jedoch auch die richti­gen Maße und Schnitte anwen­den. Spezielle Pass­for­men für Frauen erhöhen den Kom­fort und ermöglichen so einen modis­chen Stil, der sich wiederum pos­i­tiv auf die Trageakzep­tanz auswirkt. Die zunehmende Beschäf­ti­gung von Frauen im pro­duzieren­den Gewerbe und die höhere Sen­si­bil­ität für das The­ma Ergonomie hat dazu geführt, dass immer mehr Her­steller Damen­pass­for­men anbi­eten. So ist der Tragekom­fort – also Bewe­gungs­frei­heit plus eine gute Atmungsak­tiv­ität – das maßge­bliche Kri­teri­um für ergonomis­che Beruf­sklei­dung.

Material

Leichte Arbeits- und Schutzgewebe aus Mis­chun­gen (zum Beispiel mit Lyocell, Modacryl, Meta- oder Para-Arami­den) mit feineren und sta­bil­eren Gar­nen sind kom­fort­abler als schwere Stoffe. Sie wer­den deshalb ins­beson­dere bei Multi­norm-Schutzk­lei­dung ver­wen­det. Das fördert die Trageakzep­tanz bei den Nutzern. Für zusät­zlichen Kom­fort arbeit­en viele Her­steller dehn­bare Anteile in den Ober­stoff ein. Robuste Mate­ri­alien, unter anderem mit Polyamid, sor­gen für bessere Stra­pazier­fähigkeit, zum Beispiel an den Knien. „Mate­rialmix“ lautet also die Devise. Dieser stellt neben einem hohen Tragekom­fort auch eine verbesserte Halt­barkeit sich­er.

Viele Stoffe müssen noch zusät­zliche Funk­tio­nen für spezielle Anwen­dun­gen erfüllen. Bei Arbeits- oder Schutzk­lei­dung, die öl- beziehungsweise schmutz­ab­weisende Eigen­schaften oder auch Chemikalien­re­sistenz aufweisen soll, wer­den Chemikalien einge­set­zt, um das Gewebe entsprechend auszurüsten. Im Zuge der umfan­gre­ichen Ver­bot­sliste von umwelt- und gesund­heitss­chädlichen Chemikalien nach REACH wer­den daher Beschich­tun­gen, Lam­i­nate und Mem­brane immer wichtiger.

Ökologische Verantwortung

Hin­ter den bei­den Aspek­ten Sicher­heit und Gesund­heitss­chutz war das The­ma Nach­haltigkeit bei Arbeits- und Beruf­sklei­dung lange Zeit nur nachrangig. Neben dem Ein­satz von nach­halti­gen Mate­ri­alien (zum Beispiel Biobaum­wolle, Lyocell, recyceltes Poly­ester) wird bei der Beschaf­fung ver­stärkt auf die faire und umwelt­fre­undliche Her­stel­lung von Arbeits‑, Berufs- und Schutzk­lei­dung geachtet.

Pflege

Bei der Nutzung und Pflege von Arbeits‑, Berufs- und Schutzbek­lei­dung zeigt sich vielfach ein sor­glos­er und unvor­sichtiger Umgang in der Prax­is. Rund 60 Prozent der Arbeits‑, Berufs- und Schutzk­lei­dung wer­den im eige­nen Haushalt gewaschen. Waschen und Trock­nen im pri­vat­en häus­lichen Umfeld sind jedoch in Bezug auf Hygiene, Umwelt und Sicher­heit höchst beden­klich! Schwere Ver­schmutzun­gen kon­t­a­minieren die Pri­vatk­lei­dung, schädi­gen den häus­lichen Maschi­nen­park und belas­ten die Kläran­la­gen. In mod­er­nen Wäschereien dage­gen wer­den Gefahrstoffe von Fil­ter­an­la­gen abge­fan­gen und pro­fes­sionell entsorgt. Kon­trollen hin­sichtlich der Waschzyklen oder eine Über­prü­fung der Funk­tion­al­ität von Schutzk­lei­dung find­et bei der Haushaltswäsche nicht statt. Eine umweltscho­nende, nor­mgerechte Pflege, Prü­fung und Instand­hal­tung von Schutzk­lei­dung mit Orig­i­nal­ma­te­r­i­al kann nur Fach­per­son­al in gewerblichen Wäschereien beziehungsweise Tex­tilser­vice­un­ternehmen leis­ten. Diese Betriebe set­zen das von der EU geforderte Konzept der ökol­o­gis­chen Kreis­laufwirtschaft in Wiederver­wen­dungss­chleifen um und helfen die Lebens­dauer des Tex­tils zu ver­längern.

Multinorm-Schutzkleidung

Der Trend, nicht nur bei Schutzk­lei­dung, lautet „Multi­norm“. Auch bei Arbeit­sklei­dung wer­den immer häu­figer zusät­zliche Risiken mit abgedeckt, indem zum Beispiel zusät­zliche Reflexstreifen zur besseren Sicht­barkeit sowie Knie- oder UV-Schutz ver­langt wer­den. Das kann Arbeit­sklei­dung schnell zur Schutzk­lei­dung machen. Hier gilt es, unbe­d­ingt die Kon­for­mität­serk­lärung des Bek­lei­dung­steils zu beacht­en!

Multi­norm-Schutzk­lei­dung schützt laut Bau­muster­prüf­beschei­dung gegen viele Gefährdun­gen. Der Ein­satz von Multi­norm-Schutzk­lei­dung muss jedoch sehr gut bedacht wer­den! Welche Gefährdung ste­ht im Vorder­grund und wie ist die Beanspruchung? Der „All­wet­ter­reifen“ unter den PSA hat seine Berech­ti­gung. Meist ste­hen jedoch Optik und Tragekom­fort im Vorder­grund. Zum einen wird Multi­norm-Schutzk­lei­dung bei Tätigkeit­en einge­set­zt, bei denen eigentlich spezielle Klei­dung (zum Beispiel Schweißer­schutzk­lei­dung mit Zusatzaus­rüs­tung) ange­bracht wäre. Zum anderen ist für Arbeit­splätze mit mul­ti­plen Risiken kein zeitaufwändi­ger Wech­sel von PSA mehr nötig und der Tragekom­fort erhöht sich erhe­blich.

Fazit

Um die Kosten im Griff zu behal­ten, sollte das modisch-pro­fes­sionelle Out­fit neben Schutz- und Cor­po­rate-Iden­ti­ty-Funk­tion auch eine lange Halt­barkeit und Lebens­dauer haben. In Kürze ste­ht die A+A 2019 in Düs­sel­dorf an. Hier kann sich das Fach­pub­likum über betriebliche Sicher­heit, Gesund­heit bei der Arbeit und die neuesten Entwick­lun­gen bei Pro­duk­ten informieren.


Foto: pri­vat

Autorin: Andrea Recht­stein­er
Dipl.-Ing. Tex­til- und Bek­lei­dung­stech­nik,

Inhab­erin Beratung­sun­ternehmen Recht­stein­er

www.psa-leicht-gemacht.com

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