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Qualifizierung im Explosionsschutz

Anforderung und Angebotsüberblick
Qualifizierung im Explosionsschutz

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Foto: © industrieblick – stock.adobe.com
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Die Verän­derun­gen in unser­er Arbeitswelt erfordern eine kon­tinuier­liche Qual­i­fizierung. Wenn wir ein­mal auf die vier indus­triellen Rev­o­lu­tio­nen zurück­blick­en stellen wir fest, dass die Kom­plex­ität der Prozesse über diese vier Stufen deut­lich zugenom­men hat.

Im 18. Jahrhun­dert wur­den Waren in Man­u­fak­turen serien­weise im Wesentlichen in Han­dar­beit hergestellt. Die Überwachun­gen der Maschi­nen erfol­gten durch mech­a­nis­che Sen­soren. Ende des 18. Jahrhun­derts fand die erste indus­trielle Rev­o­lu­tion statt, Wass­er- und Dampfkraft unter­stützen mech­a­nis­che Produktionsanlagen.

Durch die nutzbare Ver­wen­dung des Stroms kon­nte mit dem Beginn des 20. Jahrhun­derts die arbeit­steilige Massen­pro­duk­tion begin­nen. Die zweite indus­trielle Rev­o­lu­tion fand statt.

In den 70er Jahren kam es dann durch den Ein­satz von Elek­tron­ik und IT zur drit­ten indus­triellen Rev­o­lu­tion. Spe­icher­pro­gram­mier­bare Steuerun­gen ermöglicht­en eine prozesstech­nis­che Automa­tisierung von Maschi­nen und Anlagen.

Heute spricht man von der vierten indus­triellen Rev­o­lu­tion. Cyber-physis­che Sys­teme ermöglichen eine Verknüp­fung von realen Objek­ten und virtuellen Prozessen. Dabei spielt das Inter­net eine zen­trale Rolle. Durch das dig­i­tale Erfassen von Prozess­in­for­ma­tio­nen kön­nen Sen­soren, die in Maschi­nen oder Anla­gen ver­baut sind, untere­inan­der kom­mu­nizieren. Zu den Schlüs­sel­tech­nolo­gien zählen RFID (radio-fre­quen­cy iden­ti­fi­ca­tion) als auch NFC (near-field-com­mu­ni­ca­tion).

Flexible Prozesse brauchen flexible Fachkräfte

Durch die fortschre­i­t­ende Dig­i­tal­isierung müssen Verän­derun­gen im Pro­duk­tion­sprozess oft kurzfristig erfol­gen. Im Zeital­ter der Indus­trie 4.0 wer­den Schnittstellen von Maschi­nen, Anla­gen und Prozessen ver­net­zt, wodurch die Kom­plex­ität zunimmt. So wer­den von Fach- und Führungskräften ver­stärkt unter­schiedliche Kom­pe­ten­zen ver­langt. Es ist eine ständi­ge Wis­sensan­pas­sung erforder­lich, lebenslanges Ler­nen gehört heute zum Standard.

Ins­beson­dere gilt dies für Fach- und Führungskräfte für explo­sion­s­geschützte Anla­gen, bei denen Fehlentschei­dun­gen extreme Auswirkun­gen auf die Zer­störung von Men­schen­leben und Anla­gen nach sich ziehen kön­nen. So besitzen auf dem Gebi­et des Explosionsschutzes

  • Plan­er und Projektanten,
  • Her­steller und Errichter,
  • Betreiber und Instandhalter,
  • Inge­nieur­büros und Berater,
  • Prü­for­gan­i­sa­tio­nen und Behörden

eine aus­ge­sprochen hohe Verantwortung.

Betreiber explosionsgeschützter Anlagen müssen up to date sein

Der deutsche Geset­zge­ber ver­langt beispiel­sweise in der Gefahrstof­fverord­nung, dass der Betreiber von explo­sion­s­geschützten Anla­gen eine Fachkunde auf seinem jew­eili­gen Gebi­et aufweisen und die Fachken­nt­nisse durch entsprechende Fort­bil­dungs­maß­nah­men auf dem aktuellen Stand hal­ten muss. So muss der Unternehmer beispiel­sweise für die Instand­set­zung von Geräten, Schutzsys­te­men oder Sicherheits‑, Kon­troll- oder Regelvor­rich­tun­gen im Sinne des Explo­sion­ss­chutzes (Richtlin­ie 2014/34/EU) sich­er­stellen, dass geeignete Per­so­n­en einge­set­zt wer­den. Dies bedeutet dem­nach, dass die einge­set­zten Per­so­n­en auf­grund ihrer fach­lichen Aus­bil­dung, ihrer Spezialken­nt­nisse und entsprechen­den Fähigkeit­en sowie Erfahrun­gen die über­tra­ge­nen Arbeit­en beurteilen, durch­führen und dabei die mögliche Rel­e­vanz für den Explo­sion­ss­chutz im Rah­men ihrer Tätigkeit­en erken­nen können.

Hinzu kom­men Anforderun­gen an eine geeignete Ausstat­tung und Organ­i­sa­tion sowie das Her­anziehen notwendi­ger Unter­la­gen. Bei der Instand­set­zung von Geräten, Schutzsys­te­men oder Sicherheits‑, Kon­troll- oder Regelvor­rich­tun­gen müssen die Anforderun­gen unab­hängig davon, ob eine Prü­fung erforder­lich ist, immer erfüllt wer­den. Bei der Organ­i­sa­tion sind ins­beson­dere fol­gende Punk­te zu berücksichtigen:

  • Fes­tle­gung der Verantwortlichkeiten,
  • Sich­er­stel­lung der erforder­lichen Schu­lung, Weit­er­bil­dung und Teil­nahme an einem Erfahrungsaustausch,
  • Zugriff­s­möglichkeit­en auf ein­schlägige Vorschriften und Regel­w­erke, gegebe­nen­falls Kon­takt zum Her­steller und zu Prüfstellen,
  • Vor­liegen geräte­spez­i­fis­ch­er Unter­la­gen, zum Beispiel Her­stellerun­ter­la­gen wie Betrieb­san­leitun­gen, Schalt­pläne, Mon­tagean­leitun­gen, Einzel­teil­lis­ten oder spez­i­fis­che Infor­ma­tio­nen über das Einsatzgebiet.

Maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote sind gefragt

So wächst der Druck auf Bil­dungsan­bi­eter, die Aus- und Weit­er­bil­dun­gen auf dem Gebi­et des Explo­sion­ss­chutzes anbi­eten. Es wer­den Bil­dungs- und Qual­i­fizierungsange­bote gewün­scht, die sich von den herkömm­lichen Ange­boten unter­schei­den. Gesucht wer­den ver­stärkt Qual­i­fizierungsange­bote, die direkt auf die Prob­leme des Kun­den zugeschnit­ten sind. Durch het­ero­gene Grup­pen in der Arbeitswelt nehmen indi­vidu­elle Ler­nange­bote einen beson­deren Stel­len­wert ein. Ob Büro oder mobiles Arbeit­en – indi­vidu­elle Ler­nange­bote unter­stützt durch dig­i­tale Medi­en sind von Zeit und Raum unab­hängig. So kön­nen außer­dem Reisezeit und ‑kosten zu einem Präsen­zsem­i­nar einges­part wer­den. Indi­vidu­elle dig­i­tale Ler­nange­bote mit tele­fonis­ch­er Beratung wer­den im Explo­sion­ss­chutz nur sel­ten Ange­boten. Auch im Hin­blick auf den demografis­chen Wan­del müssen Qual­i­fizierungsange­bote an die Bedürfnisse der Teil­nehmer angepasst wer­den. Dies bedeutet eine große Her­aus­forderung für Bil­dung­sein­rich­tun­gen, die im Zuge der Dig­i­tal­isierung am Markt beste­hen oder führend bleiben wollen. Nicht zulet­zt müssen gegebe­nen­falls die Kom­pe­ten­zen der Lern­be­gleit­er völ­lig neu gedacht und geschult werden.

Für Fach- und Führungskräfte ist es nicht immer ein­fach die richti­gen Qual­i­fizierungsange­bote zum The­ma Explo­sion­ss­chutz her­auszusuchen. In ein­er Tabelle, die auf www.sifa-sibe.de herun­terge­laden wer­den kann (siehe unten), sind Qual­i­fizierungsan­bi­eter mit Schu­lun­gen zum Schw­er­punk­t­the­ma Explo­sion­ss­chutz aufgeführt.

Die in der Tabelle aufge­führten Qual­i­fizierun­gen ver­fol­gen vornehm­lich den Explo­sion­ss­chutz als Gegen­stand der Weit­er­bil­dungs­maß­nahme. Die Auf­führung der Ange­bote erfol­gte in alpha­betis­ch­er Rein­folge. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Voll­ständigkeit. Das The­ma Qual­i­fizierung im Explo­sion­ss­chutz wird in Zukun­ft durch den Autor auch an dieser Stelle fort­ge­führt. Hin­weise und Ergänzun­gen wer­den gerne unter

patrick.dyrba@dyrba-explosionsschutz.de

ent­ge­gengenom­men.


Foto: Dyr­ba & Kol­le­gen Explo­sion­ss­chutz GmbH

Autor: Patrick Dyrba

Fach­ber­ater Explosionsschutz,

Geschäfts­führer Dyr­ba & Kol­le­gen Explo­sion­ss­chutz GmbH

E‑Mail: patrick.dyrba@dyrba-explosionsschutz.de
www.dyrba-explosionsschutz.de


Eine Tabelle mit Qual­i­fizierungsan­bi­eter, die Schu­lun­gen speziell zu Explo­sion­ss­chutz anbi­eten, find­en Sie unter

http://hier.pro/xniE6

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