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Brandmeldeanlagen (BMA)

Anlagentechnischer Brandschutz
Brandmeldeanlagen (BMA)

Brand­meldean­la­gen sind wichtiger Bestandteil des abwehren­den Brand­schutzes. Ist das Feuer ein­mal aus­ge­brochen, ist es sehr wichtig, es kurz nach sein­er Entste­hung zu erken­nen und zu melden, um dann eine Bekämp­fung einzuleit­en. Was ist zu beacht­en und welche grund­sät­zlichen Anforderun­gen gibt es?

Erstes Schutzziel ein­er Brand­meldean­lage ist die schnelle Erken­nung eines Bran­des. Anschließend müssen die betrof­fe­nen Per­so­n­en – eben­so schnell – alarmiert wer­den. Durch Brand­meldean­la­gen wird ein schnelles Ein­greifen der hil­feleis­ten­den Stellen (hier der Feuer­wehr) gewährleis­tet. Zudem wer­den zeit­nah automa­tisch Betriebs- und Brand­schutzein­rich­tun­gen anges­teuert. Hil­fre­ich ist auch, dass durch Brand­meldean­la­gen eine ein­deutige Lokalisierung des Bran­des möglich ist.

Abbil­dung 1 zeigt eine typ­is­che Brand­ver­laufs- und Schaden­skurve unter den Aspek­ten ein­er automa­tis­chen Brand­meldean­lage oder der manuellen Aus­lö­sung per Tele­fon. Die Grafik zeigt klar die Vorteile ein­er automa­tis­chen Brand­meldean­lage (BMA). Eine frühzeit­ige Reak­tion der automa­tis­chen BMA begren­zt erhe­blich den Brand­schaden. Außer­dem verkürzt die automa­tis­che Alarmierung die Inter­ven­tion­szeit der Feuer­wehr. Hier hat der frühzeit­ige Löschbe­ginn eine erhe­blich kürzere Löschdauer zur Folge. Es entste­ht ein gerin­ger­er Brand­schaden bei den Löscharbeiten.
Wer fordert eine BMA?
Zunächst muss gesagt wer­den, dass es BMA für Per­so­n­en und Sach­w­ertschutz gibt. BMA kön­nen vom Bauord­nungsamt gefordert wer­den. Im Übri­gen kön­nen sie als Kom­pen­sa­tion­s­maß­nah­men herange­zo­gen wer­den. Oft ver­lan­gen Ver­sicherun­gen oder Betreiber den Ein­bau ein­er automa­tis­chen BMA um den Sach­w­ertschutz zu gewährleisten.
Auf­bau und Betrieb von BMA
Wie vieles im Leben ist auch der Umgang mit BMA genormt. Hier als kurze Aufzäh­lung die gel­tenden Vorschriften und Normen:
  • Prüfverord­nung NRW (Prüf­VO NRW),
  • VDE 0833 T1 und 2 (Gefahren­meldean­la­gen für Brand, Ein­bruch und Überfall),
  • DIN 14675 (Brand­meldean­la­gen: Auf­bau und Betrieb),
  • LAR (Richtlin­ie über brand­schutztech­nis­che Anforderun­gen an Leitungsanlagen),
  • VDS 2095 (VDS-Richtlin­ie für automa­tis­che Brandmeldeanlagen).
Bestandteile ein­er BMA
BMA’s gliedern sich in fol­gende Hauptbestandteile:
Zum Einen gibt es eine Brand­meldezen­trale, in der die automa­tis­chen Brand­meldes­ig­nale zusam­men­fließen. Gemeldet wird der eigentliche Brand durch die so genan­nten Brand­melder, die in der Prax­is häu­fig zu Melde­grup­pen zusam­men gefasst wer­den. Wichtig ist natür­lich auch eine Not­stromver­sorgung, die einen Betrieb der BMA auch nach Zusam­men­bruch der reg­ulären Stromver­sorgung ermöglicht. Vor dem Unternehmens­be­trieb muss ein Feuer­wehrschlüs­selka­s­ten mit Freis­chal­tele­ment vorhan­den sein, damit die Feuer­wehr unge­hin­derten Zugang auf das Betrieb­s­gelände hat. Zur Alarmierung der Feuer­wehr braucht man Über­tra­gung­sein­rich­tun­gen. Um die Mitar­beit­er im Betrieb zu informieren sind optis­che oder akustis­che Sig­nal­ge­ber von Nöten. Generell bedarf es ein­er Steuere­in­heit für die Vielzahl der auszuführen­den Aktio­nen. Ein soge­nan­nter Meld­e­druck­er doku­men­tiert die Vorgänge.
Automa­tis­che Brandmelder
Automa­tis­che Brand­melder erken­nen Brände – wie der Name schon sagt – automa­tisch und leit­en diese Infor­ma­tion an die Brand­meldezen­trale weit­er. Wichtig ist also, dass der Brand­melder den Brand frühzeit­ig und sich­er erkennt.
Abbil­dung 2 zeigt typ­is­che Ver­bren­nung­spro­duk­te, die zur frühzeit­i­gen Bran­derken­nung nutzbar sind.
Über­sicht über Brandmelderarten
Wie wir im vorheri­gen Kapi­tel gese­hen haben, eignen sich ver­schiedene Ver­bren­nung­spro­duk­te her­vor­ra­gend dazu, Brände automa­tisch zu erken­nen und weit­er zu leit­en. Um eben exakt auf die Symp­to­matik des Bran­des zu reagieren, wur­den ver­schiedene Brand­melder­arten entwick­elt, die in der Abbil­dung 3 dargestellt werden.
Generell soll­ten immer optis­che Rauch­melder, soge­nan­nte ORM’s, einge­set­zt wer­den, da sie zu den schnell­sten Melder­typen zählen.
Übri­gens: Einige Rauch­melder­typen kön­nen bei bes­timmten Umge­bun­gen oder bes­timmten Brand­las­ten nicht einge­set­zt wer­den. Hier­bei sollte man auf mögliche Täuschungs­größen acht­en. Das Brandgut muss eben zum Melder­typ passen. Tabelle 1 zeigt hier ver­schiedene Beispiele:
Alarmierungs- und Steuereinrichtungen
Hierzu gehören beispiel­sweise automa­tis­che Tele­fon­wählgeräte. Sie „organ­isieren“ den Feuer­alarm zur Feuer­wehr und geben Störungsmeldun­gen zu ein­er (hof­fentlich) ständig beset­zten Stelle – den Leit­stän­den – weit­er. Hier­bei han­delt es sich um soge­nan­nte Direktleitungen.
Steuere­in­rich­tun­gen gibt es für Löschein­rich­tun­gen, Fest­stel­lan­la­gen für Feuer­schutzk­lap­pen und Brand­schutztüren, Rauch­abzugsan­la­gen, zur Freis­chal­tung des Feuer­wehrschlüs­selde­pots und für Lüftungsanlagen.
Feuer­wehrbe­di­en­feld
Bei Brand­meldean­la­gen mit Alarmweit­er­leitung zur Feuer­wehr muss ein soge­nan­ntes Feuer­wehrbe­di­en­feld nach DIN 14661 vorge­se­hen sein. Der Anschluss des Feuer­wehrbe­di­en­feldes an die Brand­meldean­lage ist in der DIN 14675 Anhang D fest­gelegt. Das Feuer­wehrbe­di­en­feld dient zur ein­fachen Hand­habung aller möglichen Brand­meldean­la­gen durch die Feuerwehr.
Feuer­wehrschlüs­selde­pot
Die Feuer­wehr muss den Brand­herd erre­ichen und muss Zugang zum Betrieb­s­gelände haben. Das Feuer­wehrschlüs­sel-depot ist also notwendig, wenn eine Brand­meldean­lage zur Feuer­wehr durchgeschal­tet ist. Besagtes Depot befind­et sich meist am Ein­gang zum Fir­men­gelände und kann von der Feuer­wehr im Ern­st­fall prob­lem­los genutzt werden.
Feuer­wehrlaufkarten
Es bren­nt!!! Aber wie kommt die Feuer­wehr zum Brand­herd??? Hier hil­ft die Feuer­wehrlaufkarte, die der Feuer­wehr von der BMA vorgegeben wird. Sie muss – und das ist klar – immer aktuell sein. Sie ist laut DIN 14675 Abschnitt 10.2 Bestandteil der Brand­meldezen­trale und muss in einem speziellen Feuer­wehr-Laufkartenkas­ten in unmit­tel­bar­er Nähe der Brand­meldezen­trale deponiert werden.
Dipl.-Ing. Thomas Bosselmann
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