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Fehl­aus­sage „span­nungs­frei“

Beschichtung oder Farbanstrich verfälscht Ergebnis
Fehl­aus­sage „span­nungs­frei“

Trotz Spannung wurde „spannungsfrei“ angezeigt. Foto: BGETEM
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Fast hätte es einen schwe­ren Strom­un­fall gege­ben: Ein Mitar­bei­ter legte einen Span­nungs­prü­fer an einer Strom­schiene an, die mit einem Farb­an­strich verse­hen war. Der Span­nungs­prü­fer zeigte „span­nungs­frei“ an – eine gefähr­li­che Fehl­an­zeige.

Die Kontakt­elek­tro­den bezie­hungs­weise Prüf­spit­zen von Span­nungs­prü­fern müssen zum siche­ren Fest­stel­len der Span­nungs­frei­heit leiten­den elek­tri­schen Kontakt mit dem zu prüfen­den Anla­gen­teil haben. Beim Prüfen auf Span­nungs­frei­heit durch eine Beschich­tung oder Farb­an­strich hindurch kann eine so weit­ge­hende Isolie­rung erfol­gen, dass es trotz anste­hen­der Span­nung zur Falsch­an­zeige „span­nungs­frei“ kommt. Dieser Effekt ist prin­zip­be­dingt und herstel­ler­un­ab­hän­gig. In einem Mitglieds­be­trieb der Berufs­ge­nos­sen­schaft Ener­gie Textil Elek­tro Medi­en­er­zeug­nisse (BG ETEM) wollte ein Mitar­bei­ter die Span­nungs­frei­heit an einer 10 kV-Stromschiene fest­stel­len, die mit einem Farb­an­strich verse­hen war. Weil der Mitar­bei­ter den Span­nungs­prü­fer statt an einem metal­lisch blan­ken an einem beschich­te­ten Teil anlegte, zeigte der Span­nungs­prü­fer „span­nungs­frei“ an. Nur durch Zufall erkannte der Mitar­bei­ter, dass der Span­nungs­prü­fer in diesem Fall eine Fehl­aus­sage gelie­fert hatte. Andern­falls hätte es bei der anschlie­ßen­den Wartungs­ar­beit zu einem schwe­ren Strom­un­fall kommen können.

Die Gründe, Strom-/Sammelschienen zu beschich­ten, sind viel­fäl­tig. Neben der farb­li­chen Kenn­zeich­nung zur Unter­schei­dung der Phasen werden diese Verfah­ren auch zur Verbes­se­rung der elek­tri­schen Leit­fä­hig­keit ange­wen­det oder zur Isolie­rung; letz­te­res zum Beispiel im Elek­tro­an­la­gen­bau.
Beson­ders die Farb­kenn­zeich­nung von Strom­schie­nen im Bereich der Ener­gie­ver­sor­gung kann elek­trisch isolie­rende Wirkun­gen haben, die beim Fest­stel­len der Span­nungs­frei­heit lebens­ge­fähr­li­che Fehl­aus­sa­gen liefert.
Grund­re­geln zum Fest­stel­len der Span­nungs­frei­heit sind:
  • Bei typge­prüf­ten, fabrik­fer­ti­gen Anla­gen oder elek­tri­schen Syste­men muss sich der Benut­zer des Span­nungs­prü­fers oder der Betrei­ber der Anlage erkun­di­gen, ob ein vorhan­de­ner Span­nungs­prü­fer einge­setzt werden darf bezie­hungs­weise welcher Span­nungs­prü­fer verwen­det werden muss.
  • Die Elek­tro­fach­kraft oder die elek­tro­tech­nisch unter­wie­sene Person muss im Umgang mit dem Span­nungs­prü­fer und mit den Beson­der­hei­ten der Anlage (defi­nierte Kontakt­punkte zum Fest­stel­len der Span­nungs­frei­heit) vertraut sein.
  • Die Span­nungs­frei­heit muss so nahe wie möglich an der Arbeits­stelle allpo­lig durch eine Elek­tro­fach­kraft oder elek­tro­tech­nisch unter­wie­sene Person fest­ge­stellt werden.
  • Span­nungs­prü­fer sind unmit­tel­bar vor und nach dem Gebrauch auf ihre Funk­tion hin zu über­prü­fen.
  • Span­nungs­prü­fer dürfen nur bei der am Typen­schild ange­ge­be­nen Nennspannung/Nennspannungsbereich verwen­det werden.
  • Span­nungs­prü­fer sind gemäß ihrer Verwen­dung einzu­set­zen, zum Beispiel „nur in Innen­räu­men“ oder „auch bei Nieder­schlä­gen verwend­bar“.
In der Rubrik „Aus Unfäl­len lernen“ ihres Inter­net­an­ge­bots berich­tet die Berufs­ge­nos­sen­schaft Ener­gie Textil Elek­tro Medi­en­er­zeug­nisse (BG ETEM) über reale Arbeits­un­fälle. Die anony­mi­sier­ten Unfall­bei­spiele sind nach Bran­chen­be­rei­chen geglie­dert und infor­mie­ren über Unfall­ur­sa­chen sowie Maßnah­men zur Präven­tion:
Weitere Unfall­bei­spiele stehen unter:
www.bgetem.de/arbeitssicherheit- gesundheitsschutz/aus-unfaellen-lernen
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