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Neue Branchenregel als Präventionsleitfaden für die Unternehmen

Hand- und Fußver­let­zun­gen häufigste Unfall­fol­gen im Einzel­han­del

Die Tätigkeiten im Einzelhandel sind sehr vielseitig. (Foto: © JackF – stock.adobe.com)
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Waren anlie­fern, auspa­cken und darbie­ten, Kunden bera­ten und Waren verkau­fen: So viel­fäl­tig der Einzel­han­del an Produk­ten und Verkaufs­stel­len auch ist, so vergleich­bar sind die Tätig­kei­ten mit Blick auf die erfor­der­li­chen Maßnah­men für die Arbeits­si­cher­heit und den Gesund­heits­schutz. Mit der neuen Bran­chen­re­gel Einzel­han­del bietet die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung jetzt den Unter­neh­men einen praxis­er­prob­ten Präven­ti­ons­leit­fa­den.

Ziel ist die „Vision Zero“ einer unfall­freien Arbeits­welt auch in der beschäf­ti­gungs­star­ken Einzel­han­dels­bran­che zu errei­chen, um zum Beispiel Hand- und Fußver­let­zun­gen künf­tig möglichst ganz zu vermei­den. Denn die gehö­ren mit 56 Prozent (Statis­tik 2017) zu den häufigs­ten Unfall­fol­gen.

Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit an der Erstel­lung betei­ligt
„Die Bran­chen­re­gel beschreibt ausführ­lich die Gefähr­dun­gen und notwen­di­gen Arbeitsschutz-Maßnahmen bei den einzel­nen Arbeits­schrit­ten im Einzel­han­del“, so Doro­thea Kraft, Leite­rin für das Refe­rat Verkaufs­stel­len bei der Berufs­ge­nos­sen­schaft Handel und Waren­lo­gis­tik (BGHW): „Nicht ohne Grund haben wir das Rangie­ren mit Flur­för­der­zeu­gen und Palet­ten und den manu­el­len Umgang mit den Waren ganz an den Anfang gestellt. Unter ande­rem in diesen immer wieder­keh­ren­den Tätig­kei­ten liegt ein Risiko-Schwerpunkt. Die Bran­chen­re­gel macht deut­lich, wie wich­tig zum Beispiel das Tragen einer Persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tung oder das Benut­zen von Hebe- und Trage­hil­fen, Sicher­heits­kar­ton­mes­sern und stand­si­che­ren Trit­ten ist.“
Leitende Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit aus verschie­de­nen Bran­chen des Einzel­han­dels waren an der Erstel­lung der Bran­chen­re­gel maßgeb­lich betei­ligt. In enger Zusam­men­ar­beit von BGHW und den Arbeits­si­cher­heits­ex­per­ten aus den Betrie­ben ist ein Präven­ti­ons­leit­fa­den entstan­den, der praxis­nah sowohl alltäg­li­che Situa­tio­nen als auch spezi­elle Gefah­ren­be­rei­che in einzel­nen Einzel­han­dels­zwei­gen beleuch­tet. So werden Tätig­kei­ten insbe­son­dere an Maschi­nen im Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del oder im Bau‑, Garten- und Möbel­markt genauer unter­sucht und die erfor­der­li­chen Arbeits­si­cher­heits­maß­nah­men beschrie­ben.

Bilder zeigen Beispiele für siche­res Arbei­ten
Eine Stärke der neuen Bran­chen­re­gel sind unter ande­rem die Bilder, die in den betei­lig­ten Betrie­ben vor Ort entstan­den sind und posi­tive Beispiele für siche­res Arbei­ten zeigen. „Wer die Bran­chen­re­gel für einen schnel­len Über­blick allein anhand der Bilder sich­tet, erhält bereits viele Anre­gun­gen für Präven­ti­ons­maß­nah­men“, so Doro­thea Kraft: „Dabei gehen wir auch auf moderne Entwick­lun­gen ein und zeigen Drive-in Berei­che von Baumärk­ten, den gesun­den Umgang mit mobi­len Gerä­ten oder wie Kassen­ar­beits­plätze ergo­no­misch einge­rich­tet werden können.“
Eine beson­dere Bean­spru­chung für die Beschäf­tig­ten im Einzel­han­del ist der Kontakt mit Kundin­nen und Kunden – vor allem dann, wenn es zu aggres­si­ven Situa­tio­nen kommt. Auch wenn die Zahlen rück­läu­fig sind, ist der Raub­über­fall weiter­hin ein Dauerbrenner-Thema. Doro­thea Kraft: „Die Unter­neh­men können bauli­che, tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men tref­fen, um das Risiko zu verrin­gern. Sollte es dennoch zu einem Raub­über­fall kommen, geben wir den Beschäf­tig­ten mit der Bran­chen­re­gel wert­volle Hinweise.“
Neben der Beschrei­bung von Gefähr­dun­gen und Arbeitsschutz-Maßnahmen bietet die Bran­chen­re­gel Einzel­han­del für alle Arbeits­schritte auch die recht­li­chen Grund­la­gen und weitere Infor­ma­tio­nen. Im Anhang finden sich Beispiele von Betriebs­an­wei­sun­gen. Denn auch das macht die Bran­chen­re­gel deut­lich: Betriebs­an­wei­sun­gen sind der Ausgangs­punkt für Unter­wei­sun­gen und damit das regel­mä­ßige Arbeits­si­cher­heits­trai­ning der Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter.
Die DGUV Regel 108–601 für die Bran­che Einzel­han­del gibt es in der DGUV-Publikationsdatenbank  kosten­frei zum Herun­ter­la­den.
Die Bran­chen­re­geln der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung setzen kein eige­nes Recht, sondern fassen das vorhan­dene komplexe Arbeits­schutz­recht für die Unter­neh­men einer bestimm­ten Bran­che verständ­lich zusam­men. Sie dienen Verant­wort­li­chen als praxis­be­zo­ge­nes Präven­ti­ons­werk­zeug.

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