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Hand- und Haut­schutz

Aktuelle Entwicklungen
Hand- und Haut­schutz

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Das Tragen von Schutz­hand­schu­hen ist eine effek­tive, schnell umzu­set­zende und kosten­güns­tige Maßnahme zur Mini­mie­rung von Gefähr­dun­gen und Risi­ken am Arbeits­platz. Bei der Auswahl geeig­ne­ter Produkte spie­len nach der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung und Risi­ko­be­wer­tung deren Leistungs‑, Qualitäts- und Sicher­heits­kri­te­rien eine tragende Rolle. Nahezu alle Normen zur Darstel­lung der chemi­schen und physi­ka­li­schen (mecha­ni­schen) Leis­tun­gen stehen derzeit auf dem Prüf­stand oder werden zeit­nah in über­ar­bei­te­ter Form veröf­fent­licht. Dieser Beitrag soll eine Über­sicht zu den Neue­run­gen und deren Auswir­kun­gen in der Praxis sowie grund­le­gen­den Hinwei­sen zur Auswahl von Schutz­hand­schu­hen geben.

Frank Zuther

Der Herstel­ler (Bereit­stel­ler) von PSA muss die Konfor­mi­tät seiner PSA entspre­chend der „Hersteller-Richtlinie“ 89/686/EWG (Richt­li­nie des Rates vom 21. Dezem­ber 1989 zur Anglei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mitglied­staa­ten für persön­li­che Schutz­aus­rüs­tun­gen) erklä­ren. Diese Richt­li­nie wird in Deutsch­land in der Achten Verord­nung zum Produkt­si­cher­heits­ge­setz (Verord­nung über die Bereit­stel­lung von persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tun­gen auf dem Markt – 8. ProdSV) umge­setzt.
Die Hersteller-Richtlinie regelt zum einen die Anfor­de­run­gen für das Bereit­stel­len von PSA auf dem Markt und den freien Verkehr inner­halb der Euro­päi­schen Gemein­schaft. Zum ande­ren trifft sie Vorga­ben für die grund­le­gen­den Sicher­heits­an­for­de­run­gen, die die PSA erfül­len müssen, um die Gesund­heit und Sicher­heit der Benut­zer zu schüt­zen. Dies beinhal­tet grund­sätz­li­che Mindest­an­for­de­run­gen, die Kenn­zeich­nung, sowie Rege­lun­gen zum Zerti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren (ab Kate­go­rie 2). Weiter­hin wird vorge­ge­ben, welche Produkt­in­for­ma­tio­nen notwen­dig sind, um dem Anwen­der eine verglei­chende Auswahl zu ermög­li­chen.
PSA dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie den grund­le­gen­den Anfor­de­run­gen für Gesund­heits­schutz und Sicher­heit des Anhangs II der Richt­line 89/686/EWG entspre­chen. Dazu zählen:
  • Grund­sätze der Gestal­tung
  • Ergo­no­mie: Schutz­ni­veau und Schutz­klas­sen
  • Unschäd­lich­keit der PSA
  • Gefähr­li­che und störende Eigenschaf-ten der PSA: Geeig­nete Ausgangs­werk­stoffe, Ober­flä­chen­zu­stand, höchst­zu­läs­sige Behin­de­run­gen
  • Bequem­lich­keit und Effi­zi­enz
  • Anpas­sung der PSA an die Gestalt des Benut­zers
  • Leich­tig­keit und Festig­keit der Konstruk­tion
  • Erfor­der­li­che Kompa­ti­bi­li­tät von PSA, die vom Benut­zer gleich­zei­tig getra­gen werden sollen
Der Herstel­ler bestä­tigt mit der Kon-formitätserklärung für den Schutz­hand­schuh und Anbrin­gen des CE Kenn­zei­chens, dass den grund­le­gen­den Anfor­de­rung der Richt­li­nie entspro­chen wurde. PSA werden abhän­gig von der Gefähr­dung, gegen die sie schüt­zen sollen, in drei Kate­go­rien einge­teilt. Der Herstel­ler entschei­det damit durch die Produkt­aus­lo­bung über die Kate­go­ri­sie­rung seiner PSA. Je höher die PSA einge­stuft wird, umso umfang­rei­cher sind die Bedin­gun­gen, die bei der Herstel­lung zu beach­ten und im Produkt zu reali­sie­ren sind. Die Kate­go­ri­sie­rung hat nichts mit der Eignung des Schutz­hand­schuhs für die vorge­se­hene Nutzung zu tun. Sie bedeu­tet für Herstel­ler eine Vorgabe zur Kenn­zeich­nung und Einhal­tung der für sein Produkt gelten­den gesetz-lichen Bestim­mun­gen.
Die Richt­li­nie 89/686/EWG wurde am 20. April 2016 als euro­päi­sche PSA-Verordnung (Verord­nung (EU) 2016/425 des Euro­päi­schen Parla­ments und des Rates vom 9. März 2016 über persön­li­che Schutz­aus­rüs­tun­gen und zur Aufhe­bung der Richt­li­nie 89/686/EWG) veröf­fent­licht. EU Richt­li­nien sind in natio­nale Rechtsvorschriften/Gesetze umzu­set­zen. EU Verord­nun­gen gelten mit Text in der gesam­ten EU. Mit einer Über­gangs­zeit von zwei Jahren wird sie die Richt­li­nie 89/686 EWG schritt­weise erset­zen. Die neue PSA-Verordnung ist ab dem 21. April 2018 umzu­set­zen.
Die Über­ein­stim­mung mit den grund­le­gen­den Anfor­de­run­gen des Anhangs II der RL 89/686/EWG muss belegt werden. Dies kann entspre­chend den harmo­ni­sier­ten Normen erfol­gen, die zwar nicht rechts­ver­bind­lich, jedoch als Über­ein­kunft mit dem tech­ni­schen Stan­dard und dem Know-how der Fach­welt akzep­tiert sind. Wird ein Produkt norm­ge­recht beschrie­ben und in der Benut­zer­in­for­ma­tion entspre-chend darge­stellt, so wird die Über­ein­stim­mung mit den Anfor­de­run­gen der RL 89/686/EWG ange­nom­men. Obwohl Normen nicht auto­ma­tisch rechts­ver­bind­lich sind, erhal­ten sie durch diese Vorga­ben eine beson­dere Rolle (Vermu­tungs­wir­kung).

Neue­run­gen im Bereich der Normung

Harmo­ni­sierte DIN EN Normen für Schutz­hand­schuhe exis­tie­ren seit mehr als 20 Jahren. Dabei handelt es sich um Prüf- und Anfor­de­rungs­nor­men sowie einer Mischung daraus. In den letz­ten Mona­ten war bei vielen Handschuh-normen eine umfas­sende Revi­sion notwen­dig, um dem Stand der Tech­nik gerecht zu werden. Einige überarbei-teten Normen wurden inzwi­schen bestä­tigt und werden zeit­nah in 2016 und 2017 veröf­fent­licht. Nach­fol­gend wird ein kurzer Über­blick hinsicht­lich der Ände­run­gen gege­ben.
DIN EN 420: Schutz­hand­schuhe – Allge­meine Anfor­de­run­gen und Prüf­ver­fah­ren
Die DIN EN 420 legt die für alle Schutz­hand­schuhe anzu­wen­den­den rele­van­ten Prüf­ver­fah­ren und die allge­mei­nen Anfor­de­run­gen zu Gestaltungsgrundsät-zen, Hand­schuh­kon­fek­tio­nie­rung, Wider­stand des Hand­schuh­ma­te­ri­als gegen Wasser­durch­drin­gung, Unschäd­lich­keit, Komfort und Leis­tungs­ver­mö­gen sowie die vom Herstel­ler vorzu­neh­mende Kenn­zeich­nung und vom Herstel­ler zu liefern­den Infor­ma­tio­nen fest. Sie dient in Verbin­dung mit spezi­el­len Produktnor-men als Grund­lage für das Inver­kehr­brin­gen von Schutz­hand­schu­hen unter der Richt­li­nie 89/686/EWG für Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung.
Die Über­ar­bei­tung dieser Norm hat begon­nen und hält noch an. Disku­tiert werden Ergän­zun­gen und Präzi­sie­run­gen hinsicht­lich des Stan­des der Tech­nik, Verweise auf spezi­fi­sche Normen, Prüf­me­tho­den sowie Anga­ben zur Kennzeich-nung und Inhalte und Form der Benut­zer­in­for­ma­tion. Weiter­hin sollen die Pass­form (Erwei­te­rung der Hand­grö­ßen auf 4 – 13) sowie Präzi­sie­run­gen zur Unschäd­lich­keit an aktu­elle Erkennt­nisse erfol­gen (z.B. Latex­pro­tein, Dimethyl-formamid, Aller­gene…). Derzeit liegt kein bestä­tig­ter Entwurf vor. Eine erste Entwurfs­vor­lage wird im April 2017 erwar­tet. Die Über­ar­bei­tung wird frühes­tens Ende 2017 abge­schlos­sen sein. Die Norm soll dann als ISO EN 21420 veröf­fent­licht werden.

DIN EN 374: Schutz­hand­schuhe gegen Chemi­ka­lien und Mikro­or­ga­nis­men

Die Ände­run­gen in der DIN EN 374 sind gravie­rend. Bis vor kurzem bestand sie aus drei Teilen, in denen die Anforderun-gen an Hand­schuhe zum Schutz vor Chemi­ka­lien und/oder Mikro­or­ga­nis­men fest­ge­legt wurden. In Teil 1 wurden die Termi­no­lo­gie und die Leistungsanforde-rungen gere­gelt. Teil 2 beinhal­tete Anga­ben zur Bestim­mung des Wider­stan­des gegen die Pene­tra­tion, Teil 3 gegen die Perme­a­tion von Chemi­ka­lien. Ergänzt wurden im Jahr 2013 Teil 4 (EN 374–4:2013 „Bestim­mung des Widerstan-des gegen Degra­dation durch Chemika-lien„) und in 2015 Teil 5 (Norm-Entwurf FprEN ISO 374–5:2015 „Termi­no­lo­gie und Leis­tungs­an­for­de­run­gen für Risi­ken durch Mikro­or­ga­nis­men“). Mit der Veröf­fent­li­chung von Teil 5 im Amts­blatt (ISO/FDIS 374–5:2016) wird in abseh­ba­rer Zeit gerech­net.
Teil 1 wird in über­ar­bei­te­ter Form voraus­sicht­lich Ende 2016 als DIN EN ISO 374–1:2015 veröf­fent­licht. Wich­tig: Die Titel der ISO bzw. EN unter­schei­den sich. Der Titel der FprEN ISO 374–1 lautet „Schutz­hand­schuhe gegen Chemi­ka­lien und Mikro­or­ga­nis­men – Teil 1: Termi­no­lo­gie und Leis­tungs­an­for­de­run­gen“ (ISO/FDIS 374–1:2016), während die ISO als ISO/FDIS 374–1 den Titel „Protec­tive gloves against dange­rous chemi­cals and micro-organisms – Part 1: Termi­no­logy and perfor­mance requi­re­ments for chemi-cal risks“ (ISO/FDIS 374–1:2016) trägt. Dabei ist verbind­lich gere­gelt, dass nur der engli­sche Text gilt – andere stel­len ledig­lich Über­set­zun­gen dar. Die künf­tige Fassung bezieht sich demnach nur noch auf Risi­ken durch gefähr­li­che Chemikal-ien. Was man unter „dange­rous chemi-cals“ versteht, wird in der Norm erklärt.
In der neuen Fassung von Teil 1 wurde der Passus zur Annahme des Schut­zes gegen Mikro­or­ga­nis­men gestri­chen. Die Anfor­de­run­gen und Prüf­me­tho­den zum Schutz­ziel Mikro­or­ga­nis­men in Teil 5 „Termi­no­lo­gie und Leistungsanforderun-gen für Risi­ken durch Mikro­or­ga­nis­men“ (ISO/FDIS 374–5:2016) gere­gelt. Teil 1 wird darauf verwei­sen.
Weiter­hin werden norma­tive Verweise geän­dert (Verweis zur EN 374–3 geän­dert auf EN 16523–1), eine klarere Formu­lie­rung der Prüfun­gen und des Prüf­be­richts erar­bei­tet und die Liste der Prüfchemika-lien von 12 auf 18 Chemi­ka­lien erwei­tert. Die 6 neuen Prüf­che­mi­ka­lien reprä­sen­tie­ren im Unter­schied zu den zwölf bishe­ri­gen spezi­el­len neuen Stoff­grup­pen. Es handelt sich weitest­ge­hend um Ergän­zun­gen bestehen­der Verbin­dungs­klas­sen.
Von Inter­esse für Anwen­der wird künf­tig auch Unter­punkt 7 der Norm sein. Dort sind die Anfor­de­run­gen an Infor­ma­tio­nen in der obli­ga­to­ri­schen Benut­zer­an­lei­tung aufge­nom­men. Die folgen­den Warn­hin­weise müssen in der Benut­zer­an­lei­tung hinzu­ge­fügt werden:
„Diese Infor­ma­tion macht keine Anga­ben zur tatsäch­li­chen Schutz­dauer am Arbeits­platz und zur Unter­schei­dung von Gemi-schen und reinen Chemi­ka­lien.“
„Der Wider­stand gegen Chemi­ka­lien wurde unter Labor­be­din­gun­gen an Proben beur­teilt, die ledig­lich von der Handin­nen­flä­che entnom­men wurden und bezieht sich ausschließ­lich auf die geprüf­ten Chemi­ka­lien. Er kann anders sein, wenn die Chemi­ka­lie in einem Gemisch verwen­det wird.“
„Es wird eine Über­prü­fung empfoh­len, ob die Hand­schuhe für die vorge­se­hene Verwen­dung geeig­net sind, da die Bedin­gun­gen am Arbeits­platz in Abhän­gig­keit von Tempe­ra­tur, Abrieb und Degra­dation von denen der Typprü­fung abwei­chen können.“
„Wurden Schutz­hand­schuhe bereits verwen­det, können sie aufgrund von Verände-rungen ihrer physi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten gerin­ge­ren Wider­stand gegen gefähr­li­che Chemi­ka­lien bieten. Durch Berüh­rung mit Chemi­ka­lien verur­sachte Degra­dation, Bewe­gun­gen, Faden­zie­hen, Reibung usw. kann die tatsäch­li­che Anwen­dungs­zeit wesent­lich redu­ziert werden. Bei aggressi-ven Chemi­ka­lien kann die Degra­dation der wich­tigste Faktor sein, der bei der Auswahl von gegen Chemi­ka­lien bestän­di­gen Hand­schu­hen zu berück­sich­ti­gen ist.“
Teil 2 der EN 374–2 „Bestim­mung des Wider­stan­des gegen Pene­tra­tion“ wurde in 2014 ohne gravie­rende Ände­rung veröf­fent­licht. Dabei wurde der Anwen-dungsbereich umge­schrie­ben, norma­tive Verweise aktua­li­siert und neue Begriffe einge­fügt. Darüber hinaus wurde der Prüf­ab­lauf zur Bestim­mung der Permea-tion genauer beschrie­ben. Praxisrele-vante Auswir­kun­gen für Anwen­der gibt es nicht. Es ist offen­kun­dig, dass ein Chemi­ka­li­en­schutz­hand­schuh gegen Luft/Wasser dicht sein muss.
Teil 3 der DIN EN 374 (Bestim­mung der Perme­a­tion) soll zurück­ge­zo­gen werden, wenn die neue EN 16523–1 als harmo­ni­siere Norm bewer­tet und in die offi­zi­el­len Liste der gelten­den harmo­ni­sier­ten Normen aufge­nom­men wurde (Info unter https://ec.europa.eu/growth/single-market/european-standards/harmonised-standards/personal-pro tective-equipment _en oder http://www.baua.de/de/Produktsicherheit/Produkt informationen/Normenverzeich nisse.html). Die Inhalte wurden teils in die neue DIN EN 16523–1 (Perme­a­tion durch eine flüs­sige Chemi­ka­lie unter Dauer­kon­takt; Deut­sche Fassung EN 16523–1:2015) einge­pflegt.
Die Bestim­mung der Perme­a­tion nach DIN EN 16523–1 führt zu Perme­a­ti­ons­le­vel, durch die der Anwen­der Hinweise bekommt, für welchen Stoff (aus Tabelle der EN374–1) bzw. für welche Stoff­gruppe (Alko­hole, Ester, Ketone, Säuren, alipha­ti­sche oder aroma­ti­sche Kohlen­was­ser­stoffe etc.) eine Barrie­re­wir­kung von bis zu 30 Minu­ten zu erwar­ten wäre. Sie dienen dem Produkt­ver­gleich unter stan­dar­di­sier­ten Prüf­be­din­gun­gen. Diese entspre­chen – wie bisher – nicht unbe­dingt den Bedin­gun­gen im Einsatz.
Nach Veröf­fent­li­chung der EN 374–1 und deren Anwen­dung bei Neu-Zertifizierun-gen wird sich die Norm-Kennzeichnung gravie­rend ändern. Während es bisher die Pikto­gramme „Becher­glas“ (stell­ver­tre­tend für „flüs­sig­keits­dicht“) und „Erlen­mey­er­kol­ben“ (30 Minu­ten bestän­dig gegen 3 Stoffe aus der 12er-Liste) gab, erfolgt die Kenn­zeich­nung nach DIN EN 16523–1 nur noch mit dem Erlen­mey­er­kol­ben und einer Typi­sie­rung der Hand­schuhe in A, B und C. Das Pikto­gramm „Becher­glas“ wurde mit der DIN EN 16523–1 aufge­ho­ben.
Künf­tig müssen Chemi­ka­li­en­schutz­hand­schuhe
  • des Typs A: 30 Minu­ten gegen­über 6 Stof­fen,
  • des Typs B: 30 Minu­ten gegen­über 3 Stof­fen und
  • des Typs C: 15 Minu­ten gegen­über 1 Stoff
aus der erwei­ter­ten Liste der Prüfchemi-kalien bestän­dig sein.
Exper­ten sind sich einig, dass die Typi­sie­rung nicht genau genug ist. Unter Berück­sich­ti­gung der Prüf­che­mi­ka­lien sind zwar Diffe­ren­zie­run­gen im Bereich wand­dün­ner Einmal­hand­schuhe möglich (C oder B), nicht aber im Bereich der klas­si­schen Chemi­ka­li­en­schutz­hand­schuhe (so gut wie immer A).
Neu ist Teil 4 der DIN EN 374 „Bestim-mung des Wider­stan­des gegen Degra­dation durch Chemi­ka­lien“. Die Einwir­kung einer chemi­schen Substanz auf einen poly­me­ren Schutz­hand­schuh kann deut­li­che Ände­run­gen in den mechanisch-physikalischen Mate­ri­al­ei­gen­schaf­ten bewir­ken – dies nicht nur während des Kontak­tes, sondern auch blei­bend nach dem Kontakt. Zu diesen Eigen­schaf­ten zählen unter ande­rem die Elas­ti­zi­tät, die Reiß­deh­nung, die Weiter­reiß­fes­tig­keit und die elek­tro­sta­ti­schen Kenn­werte der Schutz­ma­te­ria­lien.
Eine Degra­dation kann auch die Barrie­re­funk­tion gegen­über Chemi­ka­lien deut­lich verrin­gern. Diese Bewer­tung gäbe Hinweise ob der Hand­schuh wiederver-wendet und wie lange er verwen­det werden könnte. Die Degra­dation ist somit wich­tig in der Beur­tei­lung, ob, wann, wo ein Hand­schuh einge­setzt werden kann. Sie ist notwen­dig, um die theo­re­tisch ermit­telte Schutz­leis­tung in bessere Empfeh­lun­gen zur Trage­zei­ten zu über­füh­ren. Bisher mach­ten Herstel­ler bei eini­gen Model­len Anga­ben zur Degra­dation basie­rend auf verschie­de­nen Test- und Bewer­tungs­kri­te­rien. Mit dem Ziel, vergleich­bare Anga­ben zur Degra­dation zu erhal­ten, wurde mit Teil 4 der DIN EN 374 ein Prüf­ver­fah­ren zur Bestim­mung der Degra­dation fest­ge­legt.
Danach wird der Wider­stand eines Werk­stof­fes für Schutz­hand­schuhe gegen Degra­dation durch eine flüs­sige Chemi­ka­lie bestimmt, indem die Verän­de­rung der Durch­stich­fes­tig­keit des Werk­stoffs für Hand­schuhe nach 1 stün­di­gem Dauer­kon­takt der Außen­flä­che mit der bean-spruchenden Prüf­che­mi­ka­lie gemes­sen wird. Eine Bewer­tung der Ergeb­nisse und Schluss­fol­ge­run­gen für Anwen­der sind nicht fest­ge­legt.
Die Bestim­mung der Degra­dation ist insbe­son­dere rele­vant
  • für teure Schutz­hand­schuhe und/oder
  • wenn Hand­schuhe am glei­chen Tag mehr­fach oder
  • wenn Hand­schuhe an mehre­ren Tagen weiter Anwen­dung finden sollen und/oder
  • wenn die Kontakt­zei­ten nahe an die Perme­a­ti­ons­zei­ten heran­rei­chen, die Durch­bruch­zeit also ausge­reizt wird.
Das neue Prüf­ver­fah­ren liefert leider keine Infor­ma­tion, wie sich die Perme­a­ti­ons­zeit bei Wieder­ver­wen­dung verän­dert. Das aller­dings ist eine Voraus­set­zung für eine Entschei­dung der Mehr­fach­nut­zung nach Stoff­kon­takt. Zudem können gefüt­terte Hand­schuhe unbrauch­bare Mess­ergeb­nisse liefern. Der Nutzen dieser Norm­prü­fung ist daher frag­lich, jedoch die Angabe nun obli­ga­to­risch für die im Zerti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren nach EN 374–1 geprüfte Chemi­ka­lien.
Neu ist die EN ISO 374–5: 2015 „Termi­no­lo­gie und Leis­tungs­an­for­de­run­gen für Risi­ken im Kontakt mit Mikroorga-nismen“. Mit ihrer Veröf­fent­li­chung (voraus­sicht­lich Anfang 2017) sollte diese Norm bei Risi­ken im Kontakt mit Mikro­or­ga­nis­men (Bakterien/Viren) beach­tet werden.
DIN EN 388: Schutz­hand­schuhe gegen mecha­ni­sche Risi­ken
Diese Euro­päi­sche Norm legt Anforde-rungen, Prüf­ver­fah­ren, Kenn­zeich­nung und Herstel­ler­in­for­ma­tio­nen für Schutz­hand­schuhe gegen die mecha­ni­schen Risi­ken Abrieb, Schnitt, Weiter­rei­ßen und Durch­stich fest. Sie gilt zusam­men mit der EN 420. Gegen­über DIN EN 388:2003 wurden norma­tive Verweise aktua­li­siert und die Begriffe „Hand­schuhe aus mehre­ren Lagen“ und „abrieb­be­ding­ter Durch­bruch“ neu defi­niert.
Da das in der DIN EN 388:2003 beschrie­bene Schleif­pa­pier zur Bestim­mung der Abrieb­fes­tig­keit seit eini­ger Zeit nicht mehr verfüg­bar war, wurden in den letz­ten Jahren von den Prüf­stel­len unter­schied­li­che Schleif­pa­piere verwen­det. Die bei Beauf­tra­gung zu einer Baumus­ter­prü­fung für Schutz­hand­schuhe ermittel-ten Abrieb­werte wurden demnach nicht wie in der DIN EN 388:2003 gefor­dert durch­ge­führt. Die Unter­schiede in den Prüf­ergeb­nis­sen waren enorm und eine verglei­chende Leis­tungs­be­schrei­bung nicht mehr reali­sier­bar. In der Neufas­sung der Norm ist ein neues Schleif­pa­pier benannt, welches künf­tig die verglei­chende Leis­tungs­be­schrei­bung in Bezug auf die Abrieb­fes­tig­keit gewähr­leis­ten soll.
Gravie­rende Ände­run­gen gibt es in der Prüfung der Schnitt­fes­tig­keit, da die bishe­rige Methode bei Bauar­ten mit Faser­kon­struk­tio­nen (Hybride), die anorgan-ische Bestand­teile enthiel­ten, an ihre Gren­zen gesto­ßen ist. Sie bewir­ken ein Abstump­fen der Prüf­klin­gen und zertren­nen das Mate­rial nicht mehr. Mit diesen Bauar­ten werden entspre­chend der Prüf­me­thode nach EN 388 zu hohe Schnitt­schutz­le­vel ermit­telt – und das bei einer unter Umstän­den unak­zep­ta­blen Repro­du­zier­bar­keit. Die Hand­schuhe schüt­zen damit nicht in dem Maße, wie Anwen­der es entspre­chend dem zuge­wie­se­nen Schutz­le­vel erwar­ten soll­ten.
Für die Bestim­mung der Schnitt­fes­tig­keit nach EN 388: 2003 (Coup-Test) werden Prüf­linge mit einer kreis­för­mig rotie­ren­den Klinge (Rund­klinge) geschnit­ten. Bei der Prüfung bewegt sich die Rund­klinge unter fest­ge­leg­ter Belas­tung (5 Newton) auf dem Prüf­ling hin- und her und dreht sich gleich­zei­tig entge­gen dieser Bewe­gung. Sobald der Prüf­ling von der Klinge zerschnit­ten wird, ist die Prüfung been­det. Zur Erfas­sung der Abnut­zung der Klinge wird deren Schärfe sowohl zu Beginn der Prüfung als auch zum Ende mit Hilfe eines Refe­renz­ge­we­bes (Baum­wolle) gemes­sen. Der Schnitt­schutz­le­vel wird basie­rend auf der Anzahl der Zyklen, die zum Zerschnei­den des Prüf­lings notwen­dig waren und dem Abnut­zungs­grad der Klinge errech­net. In der neuen Fassung der DIN EN 388 wird ergän­zend zum Coup-Test eine neue Prüf­me­thode nach ISO 13997 („TDM-Test“) beschrie­ben. Im Unter­schied zur bishe­ri­gen Prüf­me­thode nach EN 388, nach der die Anzahl der Zyklen bestimmt wird, bis eine Rund­klinge nach wieder­hol­tem Aufbrin­gen auf den Prüf­ling das Gewebe durch­schnit­ten hat, wird gemäß ISO 13997 die mini­male Kraft zum Durch­schnitt des Prüf­lings nach Aufbrin­gen einer langen, gera­den Norm­klinge nach 20 mm bestimmt. Da im TDM-Test für jeden Test eine neue Klinge verwen­det wird, wirkt sich der Stör­ein­fluss einer je nach Härte und Faser­ma­te­rial stumpf werden­den Klinge weni­ger stark aus. Inso­fern scheint die TDM-Methode im oberen Schnittlevel-Segment (Level 4 und 5) bessere Vergleichs­werte zu liefern.
Zur Bestim­mung der Schnitt­re­sis­tenz von Schutz­hand­schu­hen (ohne anor­ga­ni­sche Bestand­teile), bei denen keine rele­vante Abstump­fung der Klinge im Coup-Test erfolgt, kann der TDM-Test nach ISO 13997 optio­nal durch­ge­führt werden, er muss es aber nicht. Demge­gen­über müssen Schutz­hand­schuhe, die im Coup-Test eine Abstump­fung der Klinge hervor­ru­fen, zusätz­lich dem TDM-Test unter­zo­gen werden.
Die beiden Verfah­ren unter­schei­den sich grund­le­gend vonein­an­der:
  • Klin­gen­form: rund (EN 388), bzw. gerade (ISO 13997)
  • Art des Schnei­dens: rotie­rend mit wieder­hol­tem Kontakt(EN 388), bzw. linear mit einma­li­gem Kontakt (ISO 13997).
  • Kraft­aus­übung: konstant bei 5 N (EN 388), varia­bel zwischen 2 und 30 N (ISO 13997).
Die Test­ergeb­nisse bezie­hungs­weise die bei den Test­ab­läu­fen ermit­tel­ten Schutz­stu­fen korre­lie­ren nicht mitein­an­der. Demnach muss es auch eine neue Klas­si­fi­zie­rung der Leis­tungs­stu­fen geben. Entspre­chend dem Coup-Test wird die Schnitt­re­sis­tenz in Leis­tungs­stu­fen zwischen 1 und 5 ange­ge­ben, während im TDM-Test eine Klas­si­fi­zie­rung von A bis F erfolgt. Die Schutz­stu­fen dienen dem Vergleich einer zu erwar­ten­den Dimen­sion der Schnitt­hem­mung. Der gezielte Praxis­test und die Wirkung bei realen Gefah­ren werden für die Auswahl des opti­ma­len Schnitt-schutzhandschuhs entschei­dend sein.
Immer sollte bedacht werden, dass hohe Schnitt­re­sis­ten­zen auch mit mehr oder weni­ger star­ken Einbu­ßen im Komfort, in der Finger­fer­tig­keit, der Pass­form und Griff­si­cher­heit einher­ge­hen können – und das ist in der Praxis ebenso rele­vant. Ein Hand­schuh sollte daher immer passend zur Gefähr­dung ausge­wählt werden. Man wird Erfah­run­gen sammeln müssen, diese bewer­ten und basie­rend darauf gut abge­si­cherte Empfeh­lun­gen für Bran­chen und Tätig­kei­ten geben können.

Risi­ken durch das Tragen von Schutz­hand­schu­hen?

PSA dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie den grund­le­gen­den Anfor­de­run­gen für Gesund­heits­schutz und Sicher­heit des Anhangs II der RL 89/686/EWG (jetzt PSA V) entspre-chen. Dazu zählt neben den Grund­sät­zen der Gestal­tung auch die Unschäd­lich­keit der PSA. Der Herstel­ler bestä­tigt mit dem Anbrin­gen der CE-Kennzeichnung, dass er diese grund­le­gen­den Vorga­ben erfüllt.
Ergänzt wird dies durch das Produkt-sicherheitsgesetz (ProdSG). Gemäß § 3 ist eine Markt­ein­füh­rung von Produk­ten nur dann erlaubt, wenn es bei bestim­mungs­ge­mä­ßer oder vorher­seh­ba­rer Verwen­dung die Sicher­heit und Gesund­heit von Perso­nen nicht gefähr­det.
Dem „New Approach“ folgend wird die Konfor­mi­tät mit den gesetz­li­chen Forde­run­gen vermu­tet (Kontroll­be­hörde), wenn das Produkt richt­li­ni­en­kon­form gefer­tigt, geeig­nete harmo­ni­sier­ten Normen ange­wen­det und das Produkt anhand derer beschrie­ben wird.
Im Falle von Hand­schu­hen nimmt man die Unschäd­lich­keit an, wenn sie nach bestä­tig­ter Baumus­ter­prü­fung der EN 420 entspre­chen (Vermu­tungs­wir­kung). In Punkt 4.3 der EN 420 „Unschäd­lich­keit von Schutz­hand­schu­hen“ wird unter ande­rem gefor­dert, dass sie den Verwen­der nicht schä­di­gen dürfen, wenn sie entspre-chend benutzt werden. Handschuhma-terial, Zerset­zungs­pro­dukte, enthal­tene Substan­zen, Nähte und Kanten und vor allem solche Teile des Hand­schuhs, die in engem Kontakt mit dem Benut­zer stehen, dürfen sich nicht nach­tei­lig auf die Gesund­heit und Hygiene des Benut­zers auswir­ken. Der Herstel­ler oder sein auto­ri­sier­ter Reprä­sen­tant muss alle im Hand­schuh enthal­te­nen Substan­zen ange­ben, die bekannt sind, Aller­gien oder Kontakt­der­ma­ti­tis zu verur­sa­chen.
Trotz­dem kann es durch das Tragen von Hand­schu­hen in weni­gen Fällen zu „uner­wünsch­ten Wirkun­gen“ kommen. Dies umfasst vor allem:
  • Schwit­zen in Hand­schu­hen, insbeson-dere bei unak­zep­ta­blen Trage­zei­ten,
  • Unkon­trol­lierte Anwen­dung von Haut­schutz­mit­teln unter Hand­schu­hen, wenn sie dafür nicht ausdrück­lich vorge­se­hen und die Kompa­ti­bi­li­tät des Haut­schutz­mit­tels mit dem Handschuh-Modell belegt ist.
  • Unverträglichkeiten/Allergien, z.B. durch Vulka­ni­sa­ti­ons­be­schleu­ni­ger, Chrom-VI etc.,
  • Rest­lö­se­mit­tel, Produk­ti­ons­stoffe; Behand­lungs­che­mi­ka­lien im Hand­schuh, z.B. Dime­thyl­form­amid (DMFa), Amine, Toluol, Biozide, Witterungs- und Alte­rungs­schutz­mit­tel.
Die letz­ten beiden Punkte sind, wenn Anwen­der ohne Haut­pro­bleme Produkte quali­fi­zier­ter Herstel­ler benut­zen, eher zu vernach­läs­si­gen. Trotz­dem – und weil sie immer wieder im Fokus der Diskus­sio­nen stehen – werden sie im Folgen­den näher darge­stellt.
Aller­gien auf Hand­schuh­in­halts­stoffe
„Schad­stoffe“, „bedenk­li­che“ oder „umstrit­tene“ Inhalts­stoffe, Aller­gien durch Hand­schuhe – immer häufi­ger werden Schutz­hand­schuhe als Gefahr­stoff­quelle darge­stellt, die die Gesund­heit schä­di­gen. In vielen Veröf­fent­li­chun­gen und natio-nalen Regeln, unter ande­rem in der Tech­ni­schen Regel für Gefahr­stoffe TRGS 401 „Gefähr­dung durch Haut­kon­takt“ werden Gefähr­dun­gen, die von Schutz­hand­schu­hen ausge­hen, überstei-gert darge­stellt, so dass ihre Schutz­funk­tion in den Hinter­grund rückt.
Dies ist nicht halt­bar. Aller­gien auf Hand­schuh­in­halts­stoffe sind weit­aus selte­ner, als ange­nom­men und oftmals darge­stellt. Das haupt­säch­li­che Risiko zur Entste­hung von Haut­er­kran­kun­gen liegt im Bereich Feucht­ar­beit und bei wieder­keh­ren­den Kontak­ten mit Desin­fek­ti­ons­mit­tel, Reini­gern (Tensid­rei­ni­ger), Kühlschmier-stoffen etc. Es ist an der Zeit, die vielen posi­ti­ven Aspekte bei Verwen­dung von Schutz­hand­schu­hen den deut­lich gerin­ge­ren Risi­ken gegen­über­zu­stel­len.
Natür­lich sind auch bei der Herstel­lung von Schutz­hand­schu­hen Chemi­ka­lien notwen­dig, da erst durch deren Zugabe Hand­schuhe mit defi­nier­ten Eigenschaf-ten und Leis­tun­gen produ­zier­bar sind. Chemi­ka­lien sind erfor­der­lich, um den Komfort zu erhö­hen oder die Leis­tung des Hand­schuhs zu verbes­sern. Aber: Werden Chemi­ka­lien in Produk­ti­ons­pro­zes­sen verwen­det, so ist dies kein ausrei-chendes Bewer­tungs­kri­te­rium für eine gesund-heitliche Schä­di­gung! Eine Schä­di­gung kann nur dann statt­fin­den, wenn gewisse Stoffe unter bestim­mungs­ge­mä­ßer Verwen­dung in ausrei­chen­der Menge aus dem Hand­schuh­ma­te­rial frei­ge­setzt werden.
Quali­fi­zierte Herstel­ler betrei­ben einen hohen Aufwand, um sichere Produkte anzu­bie­ten. Zum einen setzen sie bei der Produk­tion ihrer Hand­schuhe die Beimen­gun­gen nur in den notwen­di­gen Mindest­men­gen ein. Zum ande­ren wird auf größte Sorg­falt bei der Herstel­lung, zum Beispiel im Vulka­ni­sa­ti­ons­pro­zess, geach­tet. Um die Sicher­heit ihrer Produkte zu opti­mie­ren, werden quali­fi­zierte Herstel­ler den Herstel­lungs­pro­zess so steu­ern, dass even­tu­ell noch vorhan­dene über­schüs­sige Stoffe durch umfang­rei­che Reinigungs- und Nach­be­rei­tungs­pro­zesse entfernt werden. Auf diese Weise wird gewähr­leis­tet, dass Produk­ti­ons­stoffe bei bestim­mungs­ge­mä­ßer Verwen­dung des Produk­tes nicht mehr, bezie­hungs­weise nur noch in unbe­deu­ten­den Mini­mal­men­gen biover­füg­bar sind. Das bedeu­tet für haut­ge­sunde Anwen­der, dass er – der Benut­zer­in­for­ma­tion folgend – bei der vorge­se­he­nen Anwen­dung keine gesund-heitlichen Beein­träch­ti­gun­gen zu befürch­ten hat.
Selbst­ver­ständ­lich ist es siche­rer, bei bestehen­den Sensi­bi­li­sie­run­gen (wodurch auch immer erwor­ben) auf Hand­schuh­in­halts­stoffe auf Produkte auszu­wei­chen, die die das Aller­gen nicht enthal­ten. Die Praxis hat jedoch schon oft gezeigt, dass selbst bei bestehen­der Sensi­bi­li­sie­rung zum Beispiel auf Dithio­car­ba­mate quali­ta­tiv hoch­wer­tige Hand­schuhe, die diesen Stoff als Acce­le­ra­tor nutzen, gut vertra­gen werden, da er in gebun­de­ner Form vorliegt oder die im Ferti­gungs­pro­zess verbrauch­ten, bezie­hungs­weise verän-derten Stoffe nicht in proble­ma­ti­schen Mengen heraus­ge­löst werden können.
Stoffe müssen aus einem Produkt heraus­ge­löst werden, um für eine Schä­di­gung zur Verfü­gung zu stehen. Sie müssen biover­füg­bar sein. Sind sie es nicht, kann auch keine nega­tive Auswir­kung erfol­gen. Die Biover­füg­bar­keit ist eines der grund­le­gen­den Krite­rien für das Auslö­sen eines Erkran­kungs­schu­bes bei einer bestehen-den Sensi­bi­li­sie­rung.
Leider scheint es vor allem bei Prüfun­gen, die in der Laien­presse veröf­fent­licht werden, ein domi­nan­tes Ziel zu sein, syste­ma­tisch Prüf­ver­fah­ren anzu­wen­den, die durch extreme Bedin­gun­gen selbst fest gebun­dene Stoffe aus dem Hand­schuh heraus­lö­sen können. Diese extre­men Bedin­gun­gen können bei bestim­mungs­ge­mä­ßer Verwen­dung niemals erreicht werden. Zudem werden durch die tech­ni­sche Entwick­lung die nach­weis­ba­ren Mindest­men­gen immer gerin­ger, so dass in jedem Produkt – sei es ein Hand­schuh oder zum Beispiel ein Klei­dungs­stück – Stoffe gefun­den werden, die – theo­re­tisch – „bedenk­lich“ sind.
Zur Bestim­mung von Chemi­ka­lien soll­ten keine Prüf­ver­fah­ren verwen­det werden, die fern jegli­cher Reali­tät sind und mit der Praxis nichts gemein­sam haben. „Detek­tion“ ist keines­wegs gleich­be­deu­tend mit gesund­heit­li­cher Schä­di­gung. Leider wird dies oft verges­sen. Ande­rer­seits exis­tie­ren im Hand­schuh­be­reich noch keine bewähr­ten und aner­kann­ten Prüf­ver­fah­ren zur Bestim­mung der Biover­füg­bar­keit von mögli­cher­weise proble­ma­ti­schen Stof­fen, die im Herstel­lungs­pro­zess einge­setzt werden.
Nichts­des­to­trotz gibt es Hand­schuh­in­halts­stoffe, die beispiels­weise einen Aller-gieschub provo­zie­ren können. Thiurame (Vulka­ni­sa­ti­ons­be­schleu­ni­ger) sind dabei beson­ders auffäl­lig. Gemäß einer vom BVH in Auftrag gege­be­nen Literatur-recherche beim IVDK (Infor­ma­ti­ons­ver­bund Derma­to­lo­gi­scher Klini­ken zur Erfas­sung und wissen­schaft­li­chen Auswer­tung der Kontak­tall­er­gien) reagier­ten im Zeit­raum von 1995 bis 2001 rund 15 Prozent der Pati­en­ten mit Berufsderma-tose und Verdacht auf Kontak­tall­er­gie auf Thiurame. Im Zeit­raum 2002 bis 2010 waren es immer­hin noch 13 Prozent.
Gleich­zei­tig ergab diese Recher­che, dass die Hand­schuh­in­halts­stoffe 1,3-Diphenylguanidin und Carba-Mix haut­ir­ri­tie­rend wirken und damit auch falsch-positive Reak­tio­nen auslö­sen können.
Eine ausführ­li­che Veröf­fent­li­chung zum Thema wird nach Abschluss der Ergeb­nisse erschei­nen.
Nach dieser Recher­che und einge­hen­den Diskus­sio­nen mit namhaf­ten Berufsder-matologen lautet die klare BVH Empfeh­lung, poten­ti­elle Aller­gene, die im Ferti­gungs­pro­zess zum Einsatz kommen, unab­hän­gig von deren Biover­füg­bar­keit vorsichts­hal­ber zu dekla­rie­ren. Dies sollte nicht gleich­be­deu­tend mit einer rele­van­ten Biover­füg­bar­keit gewer­tet werden. Viel­mehr sollte Beschäf­tig­ten mit beste-hender Sensi­bi­li­sie­rung dadurch die Möglich­keit gege­ben werden, das Aller-gen sicher zu meiden.
N,N‑Dimethylformamid (DMFa)
N,N‑Dimethylformamid (DMFa) ist ein Lösungs­mit­tel, welches im Produk­ti­ons­pro­zess von PU-beschichteten Hand­schu­hen einge­setzt werden kann. In der Tech­ni­schen Regel für Gefahr­stoffe 401 (TRGS 401 „Gefähr­dung durch Haut-kontakt“) wird für diesen Stoff ein Maxi­mal­wert von 10 mg/kg gefor­dert – dies ohne wissen­schaft­li­che oder medi­zi­ni­sche Begrün­dung und ohne Angabe einer Bestim­mungs­me­thode. Dieser kann von Exper­ten nicht bestä­tigt werden.
Zwischen­zeit­lich wurde ein stan­dar­di­sier­tes Verfah­ren Bestim­mung von Dime­thyl­form­amid (DMFA)in Hand­schu­hen erar-beitet und als EN 16778 veröf­fent­licht. Es wird erwar­tet, eindeu­tige Empfeh­lun­gen zur mögli­chen Rest­menge DMFa in die neue Fassung der DIN EN 420 zu inte­grie­ren. Sie soll in frühes­tens einem Jahr als EN IS0 20420 erschei­nen. Aktu­ell gibt es die BVH Bran­chen­emp­feh­lung mit max. 3mg DMFA/Handschuh Paar. Diese basiert auf toxi­ko­lo­gi­schen Risikobewer-tungen unter Beach­tung aktu­el­ler wissen­schaft­li­cher Erkennt­nisse und Rege­lun­gen wie DNEL, AGW … . Die BVH Bran­chen­emp­feh­lung basiert darüber hinaus auf Berech­nun­gen mit einem zusätz­li­chen Sicher­heits­fak­tor.
Es sei auch gesagt, dass DMFa als eines der meist­ver­wen­de­ten Löse­mit­tel zur Herstel­lung vieler Produkte benutzt wird. Bei der Produk­tion von Hand­schu­hen wird nur eine vergleichs­weise kleine Menge der insge­samt verwen­de­ten DMFa- Menge einge­setzt.
Außer­dem wird von quali­fi­zier­ten Herstel­lern das Löse­mit­tel bei der Nachbe-handlung der produ­zier­ten Hand­schuhe weitest­ge­hend entfernt. Aus diesem Grund gab es noch nie ein gesundheit-liches Problem. Zerti­fi­zierte Produkte gelten als sicher.
Hand­schuhok­klu­sion – Schwit­zen in Hand­schu­hen – Feucht­ar­beit
Okklu­die­rend wirkende Hand­schuhe können die Schutz­funk­tion der Haut verän­dern, wenn die Anwen­dungs­emp­feh­lun­gen (Trage­zei­ten) nicht beach­tet werden, der Anwen­der unter einer gene-tischen beding­ten Haut­emp­find­lich­keit leidet (z.B. Atopie, Neuro­der­mi­tis, Schup­pen­flechte) oder die Haut­bar­riere des Nutzers bereits stark beein­träch­tigt ist. Durch das Schwit­zen im Hand­schuh kommt es zu einer Mazera­tion und Quel­lung der Haut. Dies hat eine gestörte Haut­bar­riere zur Folge, so dass die Eingangs­pfor­ten für Schad­stoffe geöff­net und Fremd­stoffe leich­ter aufge­nom­men werden können. Die Entzündungsbereit-schaft der Haut ist erhöht, ein Hand­ek­zem kann entste­hen.
In der Tech­ni­schen Regel für Gefahr­stoffe 401 (TRGS 401 „Gefähr­dung durch Haut­kon­takt“) wird das Tragen okklu­si­ver Hand­schuhe mit Feucht­ar­beit gleich­ge­setzt. Zwischen­zeit­lich wurde belegt, dass dies nicht den Tatsa­chen entspricht und diese Angabe nicht mehr dem Stand der Tech­nik wider­gibt. Es ist zu hoffen, dass auch zum Thema Feucht­ar­beit wissen­schaft­lich halt­bare Diffe­ren­zie­run­gen in die Über­ar­bei­tung der TRGS einflie­ßen, denn natür­lich ist ein geeig-neter Schutz­hand­schuh bei andau­ern­der Feucht­ar­beit eine uner­läss­li­che primäre Schutz­per­spek­tive zu Reduk­tion von Haut­er­kran­kun­gen. Die Über­ar­bei­tung ist für 2017/2018 geplant.

Hand­schuhe – Auswahl­hil­fen

Sind die Gefähr­dun­gen am Arbeits­platz, die Arbeits­be­din­gun­gen und die damit verbun­de­nen Risi­ken sowie das Schutz­pro­fil des in Betracht kommen­den Hand­schu­hes bekannt, sollte es für einen Exper­ten kein Problem geben, den opti­ma­len Schutz­hand­schuh auszu­wäh­len.
Bei der Auswahl des geeig­ne­ten Schutz­hand­schuhs stehen Hilfs­mit­tel zur Verfü­gung. Dies sind in erster Linie die TRGS 401 und die Sicher­heits­da­ten­blät­ter der einge­setz­ten Stoffe. Helfen diese Instru­mente tatsäch­lich weiter?
Tatsa­che ist, dass die TRGS 401 (Ausgabe 2008) nicht mehr den Stand der Tech­nik wider­gibt. Der Stel­len­wert von Haut­schutz­mit­teln zum Schutz gegen Chemi-kalien wird deut­lich über­schätzt. Demge­gen­über wird die Belas­tung beim Tragen eines Hand­schu­hes zu kritisch darge­stellt. Auch sind dermale Gefähr­dun­gen und tatsäch­li­che Risi­ken in Tätig­kei­ten nur unzu­rei­chend gere­gelt. Der Inhalt müsste an vielen Stel­len über­ar­bei­tet werden. Stich­worte sind hier – neben den Anpas­sun­gen an die Gefahr­stoff­ver­ord­nung: Feucht­ar­beit, Aller­gene und Dime­thyl­form­amid. Dane­ben sind viele Text­pas­sa­gen miss­ver­ständ­lich, wich­tige Defi­ni­tio­nen fehlen. Als Auswahl­hilfe für die opti­ma­len persön­li­chen Schutz­pro­dukte kann die TRGS 401 in der derzei­ti­gen Fassung nicht als zeit-gemäß bewer­tet werden.
Bei der Auswahl von Schutz­hand­schu­hen soll dane­ben das Sicher­heits­da­ten­blatt berück­sich­tigt werden. Durch das Sicher­heits­da­ten­blatt werden Infor­ma­tio­nen zum Stoff und gesi­cherte Fakten zum Gefah­ren­po­ten­tial vermit­telt. Auch sollen Anga­ben zu den persön­li­chen Schutz­maß­nah­men getrof­fen werden. Das kann helfen, jedoch geht es in der betrieb-lichen Praxis um das Erken­nen der rea-len Risi­ken bei defi­nier­ten Tätig­kei­ten und deren Mini­mie­rung durch das Umset­zen geeig­ne­ter Schutz­maß­nah­men.
Sofern im Sicher­heits­da­ten­blatt über­haupt geeig­nete Hand­schuh­ma­te­ria­lien oder sogar konkrete Produkte aufge­führt sind, können sie keine Anga­ben darüber enthal­ten, unter welchen Bedin­gun­gen der Hand­schuh einge­setzt wird und wie lange er einge­setzt werden kann. Wich­tige Krite­rien wie die Kontakt­flä­che, die Kontakt­zeit, das Gefah­ren­po­ten­tial der Chemi­ka­lie sowie das Arbei­ten mit weite­ren chemi­schen Stof­fen und Gemi­schen blei­ben unbe­rück­sich­tigt. Auch bei Nennung eines Hand­schuh­ma­te­ri­als oder ‑modells können in Sicher­heits­da­ten­blät­tern keine verbind­li­chen Anga­ben zur Degra­dation, zur Perme­a­ti­ons­zeit und zur Art des Einsat­zes getrof­fen werden. Dane­ben blei­ben bei ausschließ­li­cher Nennung von Hand­schuh­ma­te­ria­lien Quali­täts­kri­te­rien und Inhalts­stoffe außen vor. Um sicher zu gehen, werden oft auch „überdimensio-nierte“ und in der Praxis unge­eig­nete Handschuh-Bauarten ange­ge­ben. Letzt­lich steht der für die Auswahl Verant­wort­li­che oft ratlos da.
Jedem sei gera­ten, neben den „Auswahl­hil­fen“ auch den Service der Herstel­ler in Anspruch zu nehmen. Sie kennen die Eigen­schaf­ten, Gren­zen und Möglich­kei­ten ihrer Produkte am besten und haben in den meis­ten Bran­chen eine breite und bewährte Erfah­rung, wie und womit den Risi­ken am Arbeits­platz entge­gen­zu­tre­ten ist.
Grund­sätz­lich müssen die gesetz­li­chen Vorga­ben – auch bei Hand­schu­hen – erfüllt werden. Dies gelingt, indem nur kontrol­liert herge­stellte Produkte von quali­fi­zier­ten Herstel­lern mit geeig­ne­tem Service und sach­kun­di­gen Mitar­bei­tern in die Auswahl gelan­gen. Es geht letzt­lich um die Gesund­heit und deren Erhalt auch bei Tätig­kei­ten mit unver­meid­li­chen Risi­ken für Gesund­heit / Verlet­zung. Der Einsatz von PSA ist eine primäre persön­li­che Schutz­maß­nahme. Billig­pro­dukte soll­ten vermie­den werden. Krite­rien für verant­wor­tungs­volle Herstel­ler sind:
  • Korrekte Kenn­zeich­nung auf dem Hand­schuh, der Verpa­ckung und der Herstel­ler­in­for­ma­tion
  • Hoch­wer­tige Verar­bei­tung (z.B. Nähte, gleich­mä­ßige Beschichtung/Tauchung) und gute Pass­form mit exzel­len­tem Sitz.
  • Auslo­bung wie „hypo­all­er­gen“, „aller­gen­frei“ oder „lösungs­mit­tel­frei“ soll­ten kritisch betrach­tet werden. Zur Hand­schuh­her­stel­lung müssen immer Chemi­ka­lien einge­setzt werden, um den Komfort und die Leis­tung zu gewähr­leis­ten.
  • Der Preis eines Hand­schuhs sollte niemals das wesent­li­che Auswahl­kri­te­rium für Hand­schuhe sein! Die Stand­zei­ten soll­ten immer in die in die Auswahl einbe­zo­gen werden, um das Preis-Leistungsverhältnis bewer­ten zu können.
Auswahl von Chemi­ka­li­en­schutz­hand­schu­hen
Die Mate­ri­al­wahl ist abhän­gig von der Tätig­keit, den Arbeits­be­din­gun­gen, den Kontakt­stof­fen und der Dauer des Kontak­tes. Durch­bruch­zei­ten und gege­be­nen­falls proble­ma­ti­sche Inhalts­stoffe soll­ten beach­tet werden. Augen­schein­lich glei­che (in Form, Ausse­hen und Mate­ri­al­an­ga­ben) Schutz­hand­schuhe haben in der Regel keine iden­ti­schen Schutz­po­ten­ziale.
Die Ausstat­tung des Hand­schuhs ist maßgeb­lich für den Trage­kom­fort und das Griff­ge­fühl. Ein Baumwoll-Innentrikot sorgt beispiels­weise für sehr guten Trage­kom­fort, verrin­gert aber das Griff­ge­fühl. Innen­tri­kots aus synthe­ti­schen Fasern geben guten Komfort und ein gutes Griff­ge­fühl. Auch chlo­ri­nierte Hand­schuhe liefern ein sehr gutes Griff­ge­fühl bei noch gutem Trage­kom­fort.
Natur­la­tex sollte aus aller­go­lo­gi­schen Grün­den nur in Ausnah­me­fäl­len einge­setzt werden.
Hand­schuhe mit Innen­tri­kot dürfen beim Umgang mit Chemi­ka­lien nur nach Rück­spra­che mit dem Herstel­ler verwen­det werden.
Hand­schuhe zum Schutz vor mecha­ni­schen Gefähr­dun­gen
Bei leich­ten bis mittel­star­ken mecha­ni­schen Belas­tun­gen in trocke­nen bis leicht feuch­ten Berei­chen können naht­los gestrickte Hand­schuhe aus Polyamid/Nylongestrick mit Poly­ure­than (PU)-Beschichtung benutzt werden. Sie geben einen hervor­ra­gen­den Trage­kom­fort und ein sehr gutes Griff­ge­fühl.
Bei mecha­ni­schen Belas­tun­gen in feuchteren/öligen Berei­chen bietet sich der Einsatz naht­los gestrick­ter Hand­schuhe aus Polyamid/Nylon mit einer Nitril-Beschichtung an. Diese sind auch mit spezi­el­lem Ölgriff erhält­lich.
Bei hohen mecha­ni­schen Belas­tun­gen und Schnitt­ge­fähr­dun­gen werden beschich­tete Strick­hand­schuhe aus schnitt­fes­ten Garnen einge­setzt. Für die meis­ten Tätig­kei­ten reicht hier ein Hand­schuh mit Schnitt­schutz­le­vel 3 und hohem Komfort.
Quali­ta­tiv hoch­wer­tige Leder­hand­schuhe eignen sich für „grobere“ mecha­ni­sche Belas­tun­gen, sowie im Schweißerschutz- und Hitze­be­reich und bei Stich­ge­fähr­dun­gen. Sie soll­ten jedoch nur bei trocke­nen bis leicht feuch­ten Tätig­kei­ten einge­setzt werden.
Hinweise zur Anwen­dung von Hand­schu­hen
Auch die Beschäf­tig­ten müssen wissen, welche Art von Gefähr­dun­gen und Risi­ken am Arbeits­platz vorlie­gen und wie sich diese auf ihre Gesund­heit auswir­ken können. Dane­ben müssen sie Kennt­nisse zum Schutz­pro­fil des einge­setz­ten Hand­schu­hes bekom­men. Die Unter­wei­sung ist daher das A & O der Umset­zung von Schutz­maß­nah­men im Betrieb!
Nach­fol­gend einige Hinweise zur Anwen­dung:
  • Beach­ten Sie, dass nach länge­ren Trage­zei­ten das natür­li­che Haut­schutz­sys­tem beein­träch­tigt wird. Wird die Arbeit nach länge­rer Trage­zeit ohne Schutz­hand­schuhe fort­ge­führt, so sind die Eingangs­pfor­ten für Schad- und Gefahr­stoffe sowie Mikro­or­ga­nis­men weit geöff­net. Ein Stoff­kon­takt ist in dieser Zeit unbe­dingt zu verhin­dern.
  • Beach­ten Sie die Hinweise zur korrek­ten Anwen­dung von Hand­schu­hen, damit auch beim Auszie­hen der Hand­schuhe kein Kontakt mit Chemi­ka­lien statt­fin­det, die noch am Hand­schuh haften.
  • Spülen Sie den Chemi­ka­li­en­schutz­hand­schuh vor dem Auszie­hen immer ab.
  • Eine Wieder­ver­wen­dung nach Bean-spruchung des Chemi­ka­li­en­schutz­hand­schuhs ist nur möglich, wenn der Herstel­ler dies begrün­det und bestä­tigt.
  • Trage­pau­sen bestim­men: Redu­zie­ren Sie die Trage­zeit von flüssigkeitsdich-ten Hand­schu­hen auf max. 60 Minu­ten „am Stück“.
  • Entschei­den sie nie über den Einsatz eines Schutz­hand­schu­hes ohne
    • die Risi­ken ermit­telt zu haben!
    • die Gefahr­stoffe erfasst & die Substi­tu­tion geprüft zu haben.
    • dass die Leis­tungs­da­ten & Benut­zer­in­for­ma­tion des ausge­wähl­ten Hand­schu­hes schrift­lich vorlie­gen!
    • dass die kriti­sche Bewer­tung des Praxis­tests die Auswahl bestä­tigt!
    • dass der Handschutz-Plan den Anwen­dern vermit­telt wurde!
    • dass sicher­ge­stellt wurde, dass auch mit dem geeig­ne­ten Schutz­hand­schuh sich der Gefahr bewusst gear­bei­tet wird.
    • zu prüfen, ob der Hand­schuh nach Ände­rung der Arbeits­be­din­gun­gen und/oder der Arbeits­stoffe immer noch geeig­net ist.

Schluss­wort

In diesem Beitrag wurden viele – teils noch im Fluss befind­li­che – Neue­run­gen thema­tisch ange­spro­chen. Jedes Thema für sich würde eine umfas­sende Veröf­fent­li­chung in Anspruch nehmen. Stel­len Sie uns Ihre spezi­fi­schen Fragen tele­fo­nisch oder per Email – sie werden gerne beant­wor­tet.
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