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Brandschutzkonzepte gelingen nur gemeinsam mit den Betroffenen

Mission Sicheres Zuhause
Brandschutzkonzepte gelingen nur gemeinsam mit den Betroffenen

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2009 enstand „Mis­sion Sicheres Zuhause“ als Folge des Zusam­men­schlusses des vfdb-Refer­ats 12 für Brand­schutza­ufk­lärung und ‑erziehung mit dem DFV Fach­bere­ich Mod­ul Brand­schutzerziehung. Das Pro­jekt hat sich unter anderem die Inklu­sion und Inte­gra­tion von Men­schen mit Behin­derun­gen bei der Brand­schutzpräven­tion auf die Fahne geschrieben. Im Inter­view spricht der Vor­sitzende Dr. Volk­er Mey­er über Ziele, Vorge­hensweisen und Part­ner der „Mis­sion“.

Herr Mey­er, welche Ziele ver­fol­gt „Mis­sion Sicheres Zuhause“?
Im Mit­telpunkt ste­ht der Men­sch. Dies gilt auch für die Präven­tion­sar­beit: Nicht ohne, son­dern gemein­sam mit den betrof­fe­nen Men­schen Konzepte entwick­eln und umsetzen!
Alleine in Deutsch­land ster­ben immer noch jährlich ca. 400 bis 500 Men­schen durch Brände, noch mehr erlei­den kör­per­liche und seel­is­che Schä­den, alleine 6.000 schw­er brand­ver­let­zte Kinder – mit allen sozialen und wirtschaftlichen Fol­gen. Dies gilt nicht nur für Pri­vathaushalte und Unternehmen, son­dern gle­icher­maßen für Men­schen mit Behin­derung und Ein­rich­tun­gen für Men­schen mit Behin­derung. Hier sind beson­dere Brand­schutzkonzepte und ‑aufk­lärungs­maß­nah­men erforder­lich. Und: Auch für die örtlichen Feuer­wehren beste­ht drin­gend Aufk­lärungs­be­darf, um im Brand­fall richtig han­deln zu kön­nen. „Mis­sion Sicheres Zuhause“ – das bedeutet Präven­tion­sar­beit unter Berück­sich­ti­gung von Inte­gra­tion und Inklu­sion über­all durchzuführen, wo Men­schen mit Behin­derung sich zu Hause fühlen.
Welche Part­ner sind mit an Bord?
Die Span­nweite deckt das gesamte Spek­trum der Behin­derten­hil­fe und des Brand­schutzes ab, von Ein­rich­tun­gen und Ver­bän­den bis hin zu Feuer­wehren und Pla­nungs­büros. Dies sind z.B. Ein­rich­tun­gen der Behin­derten­hil­fe wie die Praun­heimer Werk­stät­ten in Frank­furt, das Dominikus-Ringeisen-Werk in Bay­ern oder die Hoff­nungstaler Stiftung Lobethal in Bran­den­burg. Für den Brand­schutz unter­stützt beispiel­sweise der Deutsche Feuer­wehrver­band die „Mis­sion Sicheres Zuhause“. Bei der Entwick­lung von Mate­ri­alien und Ver­anstal­tun­gen kooperieren wir häu­fig mit Part­nern wie BIC, Agen­turhaus Tri­er, Bureau Ver­i­tas oder BFT Cognos.
Wie wollen Sie Ihre Ziele erreichen?
Ideen, Konzepte und Mate­ri­alien wer­den entwick­elt sowie über­re­gion­al Infor­ma­tio­nen aus­ge­tauscht und zur Ver­fü­gung gestellt. Das Mate­r­i­al wird kosten­los oder zum Selb­stkosten­preis abgegeben, gle­ich­es gilt für die Ver­anstal­tun­gen der „Mis­sion Sicheres Zuhause“.
Brand­schutz für Men­schen mit Behin­derung lässt sich nur umset­zen, wenn diese sel­ber in den Brand­schutzkonzepten berück­sichtigt wer­den. Daher ist der Organ­isatorische Brand­schutz mit intel­li­gen­ten Konzepten, wie Men­schen mit Behin­derung im Brand­fall gerettet wer­den, von entschei­den­der Bedeu­tung. Hier­für wurde ein The­sen­pa­pi­er entwick­elt, das zurzeit im Inter­net zur Diskus­sion steht.
Bei ein­tägi­gen Sem­i­naren ler­nen Feuer­wehren, Fach­plan­er und Behör­den von Men­schen mit Behin­derung und den Mitar­beit­ern sozialer Dien­ste und umgekehrt. In zweitägi­gen Fach­ta­gun­gen wer­den bun­desweit für Fach­leute einzelne Aspek­te wie die Men­schen­ret­tung oder der Brand­schutz im Bestand mit Fall­beispie­len vertieft.
Wir entwick­eln Fly­er, Hand­büch­er u.ä., um allen Beteiligten Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stellen. Hierzu wurde in den ver­gan­genen Jahren ein Net­zw­erk zum Infor­ma­tion­saus­tausch geschaffen.(s. hierzu z.B. BraSIk (Brand­schutz – Such – und Infor­ma­tion­skat­a­log) im Internet)
Und Ihre Erfahrun­gen in der Zusam­men- arbeit mit anderen Verbänden?
Lei­der wird das The­ma Brand­schutz für Men­schen mit Behin­derung ins­ge­samt noch sehr stiefmüt­ter­lich behan­delt. Häu­fig wer­den tech­nis­che Ansätze, bei denen die Men­schen sel­ber vergessen wer­den, umge­set­zt. Nur: Im Brand­fall funk­tion­ieren diese – oft teuren – Ansätze nicht. Men­schen mit Behin­derung und Mitar­beit­er sozialer Dien­ste haben eben keine Lob­by. Daher lesen wir in den Tageszeitun­gen fast ständig von Brän­den in Ein­rich­tun­gen, bei denen Men­schen sterben.
Pos­i­tiv ist, dass die Ver­bände der Behin­derte­nar­beit die Bedeu­tung des The­mas immer stärk­er erken­nen. Ziel ist schließlich nicht nur ein besser­er Schutz von Men­schen mit Behin­derung, son­dern ein Über­denken der Sit­u­a­tion und das Anstoßen von gesellschaftlichen Verän­derun­gen. Unsere Ver­anstal­tun­gen sind sehr inte­gra­tiv und inklu­siv angelegt. Hier­durch kon­nten wir ver­stärkt in den let­zten Jahren Ver­bände der Behin­derte­nar­beit für eine Zusam­me­nar­beit gewin­nen. Mit Unter­stützung dieser Ver­bände inten­sivieren wir wieder unsere Präventionsarbeit.
Das Inter­view führte Michael Köhmstedt.
Weit­ere Infor­ma­tio­nen im Inter­net unter www.mission-sicheres-zuhause.de
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